28
Jan 2021

Filmverbrechen-Fotostory: PLEM PLEM DIE SCHULE BRENNT oder: Lümmel von der allerletzten Bank

Themen: Film, TV & Presse, Fotostory |

Ruhe in der Klasse, der Lehrer ist anwesend! Setzen, aber dalli! Wir haben heute eine Menge Stoff abzuarbeiten, da ist für Clownereien kein Platz! Ist die Tafel gewischt? Die Bleistifte gespitzt wie die Ohren? Dann mal los!

Viele der Filme, die ich im Rahmen dieser losen Reihe bespreche, sind letztlich rüde Spätfolgen der deutschen Nachkriegskomödie, des Schlagerfilms und der Klamotte. Vielfach liegt das einfach daran, dass die Macher selbst mit Opas Kino aufgewachsen sind und lieber bewährte Schenkelklopfer mit Busen und Charthits aufgehübscht haben, als tatsächlich dem Zeitgeist nachzuspüren. Man hat Sexboom und Neue Deutsche Welle gerne genutzt, aber selten bis nie verstanden. Alter Wein in neuen Schläuchen. Das haben wir ja schon oft genug besprochen.

Unser heutiges Ansichtsexemplar ist dahingehend etwas anders gelagert, da es zwei Väter hat, die es kurz zu beleuchten gilt. So gehen Struktur, Figurenkonstellation und Klamauk von PLEM PLEM auf die LÜMMEL-Filme zurück, die Ende der 60er/Anfang der 70er durchaus als der letzte rasselnde Atemzug von Opas Kino galten, bevor es seine zombie-eske Wiederauferstehung im deutschen Fernsehen der 80er und 90er erlebte. Der vierte Teil trägt sogar einen verdächtig ähnlichen Titel:

Tatsächlich brachte es die vorgeblich freche, aber im Kern ranzig-spießige Filmreihe auf satte 7 Teile und endete 1972 gerade mal zehn Jahre vor PLEM PLEM – in der Publikumsgunst zu diesem Zeitpunkt schon klar überholt von den deutlich kesseren Abenteuern der Schulmädchen, die selber offiziell 1980 endeten. Wir können also eine direkte Linie ziehen vom Pauker-Schmand über die Bums-Komödie zum Kino-Output der Neuen Deutschen Welle mit Nena, Ixi, und Trio. Es ist kein Wunder, dass in den Nachspännen die immer gleichen Namen auftauchen.

Das zweite Paar Gene verdankt PLEM PLEM dem unerwarteten (und wie sich zeigen sollte: nicht beliebig wiederholbaren) Erfolg von GIB GAS ICH WILL SPASS:

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Es ist wirklich spannend, sich mal die unfassbar enge Timeline der Ereignisse von 1982 und 1983 anzuschauen.

  • Juli 82 nennt BRAVO die Neue Deutsche Welle erstmals als stehenden Begriff auf dem Cover (bis dato: Extrabreit. Hubert Kah, UKW, Trio, SMG, Marcus)
  • Im August 1982 hat Nena ihren ersten TV-Auftritt im MUSIKLADEN – der kommerzielle Urknall der NDW
  • Im Oktober schafft es Nena zweimal klein auf das Cover
  • Im November ist Nena dann erstmals Cover-Star der BRAVO
  • Im Januar 1983 bekommt Nena den "Goldenen Bravo-Otto" verliehen
  • Am 4. Februar ’83 startet GIB GAS ICH WILL SPASS in den deutschen Kinos

All das – NDW, Nena, Kinohit – passierte innerhalb eines halben Jahres. Ein Zeitrahmen, in dem man heute nicht mal Filmförderung beantragt bekommt. Und das beinhaltet ja auch sämtliche Erkenntnisse und Entscheidungsfindungen. Jemand muss Nena gesehen haben, den Erfolg registriert haben, die Idee für einen Kinofilm gehabt haben, den Film geschrieben und gedreht und geschnitten haben, ihn dann in die Kinos gebracht haben. Alles binnen sechs Monaten. Man muss die Filme nicht mögen, um davor Respekt zu haben – besonders, weil GIB GAS im Gegensatz zum Großteil des Outputs der LISA ein tatsächlicher Kinohit wurde: satte 1,5 Millionen Zuschauer sahen sich den No Budget-Musikfilm an, mehr als DER DUNKLE KRISTALL, NUR 48 STUNDEN oder STAYING ALIVE. Mit über 6 Millionen Mark nur aus der Kinoauswertung sind an diesem rotzfrechen kleinen Streifen einige Leute richtig reich geworden.

Und wo Geld ist, riechen Kinoproduzenten natürlich Morgenluft. Es musste ein Nachfolger zu GIB GAS her. Schnell. Nena stand musikalisch voll im Saft und damit nicht zur Verfügung (14 BRAVO-Cover allein 1983 – gefolgt von Kajagoogoo/Limahl mit 11). Aber noch während der Kino-Auswertung von GIB GAS im April 83 leuchtete ein neues NDW-Sternchen auf, auch wenn der Dauerwellen-Charme von Gaby Tiedemann alias Ixi deutlich mehr in Richtung Hitparade zielte:

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Klar, Ixi war keine Nena, aber Mitte 83 konnte das keiner wissen und im Juni schaffte sie es auch erstmals auf das Cover der BRAVO. Schon die Verteilung zeigt die Hackordnung:

Und trotzdem: wieder mal unfassbare sechs Monate nach GIB GAS wurde PLEM PLEM DIE SCHULE BRENNT in die Kinos gerollt:

Nun kann man vorab konstatieren, dass der Erfolg des Films im Vergleich zu GIB GAS ungefähr dem Erfolg der Karriere von Ixi im Vergleich zu Nena entspricht. Gerade mal 160.000 wollten sich für den Lausbuben-Streifen erwärmen, der von Cover und Story her eben doch mehr nach cineastischem Gelsenkirchener Barock als nach Edding und Neonfarben aussah.

Zur Ehrenrettung: Das ist immer noch mehr, als 2019 der Film LONG SHOT mit Charlize Theron oder die Musik-Doku über die TOTEN HOSEN locken konnten.

So schnell der Film produziert wurde, so schnell wurde er auch wieder vergessen. Die Auswertung auf Video-Kassette verkniff sich im Vergleich zum Kinoposter (oben) den Hinweis auf Ixis da schon längst abgesagten Hit und schlug sie korrekterweise dem Schlager zu – in dessen Umfeld sie dann aber auch keine weiteren Erfolge feiern konnte:

Während GIB GAS immer mal wieder im Fernsehen läuft und auf Scheibe ausgewertet wird, gilt PLEM PLEM als Obskurität der 80er, die keine Wiederentdeckung braucht. Auf DVD oder Blu ist der Streifen nie erschienen – was aber nicht heißt, dass es ihn nicht auf Scheibe gab. Tatsächlich habe ich ihn vor fast 20 Jahren als VCD gekauft:

Ja, das ist ein ganz obskures Format gewesen, mit miserabler Bildqualität auf gleich zwei CDs (nicht DVDs!). Es ist diese Version, die ich mir zum Zwecke dieser Fotostory auf die Festplatte gerippt habe (das Original landete danach bei Doc Acula, glaube ich).

Damit ihr das einordnen könnt: meine Filmkopie hatte Auflösung von 352×258 Punkten. Oder wie Experten sagen: Briefmarke.

Und damit seid ihr nun hoffentlich gestählt für das, was euch erwartet – mein Ratschlag kann nur lauten: erwarten Sie nix, werden Sie auch nicht enttäuscht.

Schon zum Vorspann werden uns die beiden primären Locations dieser Verwechslungs"komödie" vorgestellt: da ist einmal das "Institut Seelenruh", oder wie man früher unfein gesagt hätte: die Irrenanstalt.

Gleich daneben: Das Prinz Eugen-Gymnasium – auch wenn nichts am dortigen Treiben an irgendein Gymnasium erinnert, das ich kenne:

Mit etwas mehr Zeitgefühl hätte man das vielleicht als Peter Alexander-Gesamtschule verkauft. Wahrlich, es klingt wie eine Drohung:

Bevor einer die Hand hebt: nein, es gibt kein Fleißkärtchen für die Erkenntnis. dass der Titel keinerlei Sinn ergibt. "plem plem" ist keine Phrase, sondern ein Attribut, und es brennt auch keine Schule. Man hat lediglich versucht, irgendwas zu finden, was sich sowohl an die oben genannten Pauker-Filme als auch an den Extrabreit-Hit "Hurra hurra die Schule brennt" klemmen lässt.

Die Urheberschaft der Geschichte lässt Böses ahnen:

Während das Team Büld/Seitz direkt von GIB GAS übernommen wurde, sollte Synchron-Legende Rainer Brandt wohl die Dialoge ein wenig aufpeppen. Wir werden noch sehen, was dabei rausgekommen ist.

Erste Szene: Ein Junglehrer, dessen Unterrichtsmaterialien deutlich sichtbar mit dem Wort UNTERRICHTS MATE RIALIEN gekennzeichnet sind, muss sich vom Schulleiter schelten lassen, dass er die Konfrontation mit der Oberprima scheut. Das sind wohl ganz schlimme Finger.

Es zeigt sich, dass die gesamte Oberstufen-Klasse gerade zum Sound eines (ähem) Ghettoblasters aus dem Fenster gafft.

Da möchte der Schulleiter schon auch wissen, was es zu sehen gibt:

Es ist – der Rücken der frisch geduschten Ixi… ääähhh, "Karin". Und ja, abgesehen von der Tatsache, dass Ixi nicht mal zum "side boob" bereit war, haben wir es hier mit einem Film zu tun, in dem die beiden Teenager-Liebenden allen Ernstes "Karin" und "Jürgen" heißen. Das sagt mehr über die Weltsicht von PLEM PLEM aus, als den Machern vermutlich klar war.

Im Fokus: ein Trio aus asozialen Schwachmaten, deren Phrasenschatz selten über "ist ja ätzend, ey" hinaus geht. Weder glaube ich, dass diese hirntoten Beavis & Buttheads jemals ein Gymnasium von innen gesehen haben, noch dass sie sich vom Anblick eines Mädchenrückens in Wallung versetzen lassen. Solches Pack hatte schon damals Pornos im Tornister.

Ich würde an dieser Stelle gerne mit dem Klischee aufräumen, dass Schüler anno 1983 dauernd "ist ja ätzend" gesagt haben, aber es stimmt leider. Haben wir. Ich war damals 14 und mitschuldig.

Der junge Lehrer stellt derweil fest, dass ihm der Stuhl angesägt wurde:

Wahrlich, die Früchte der antiautoritären Erziehung, sie schmecken bittter.

Der Schulleiter ist natürlich ob des Mangels an Zucht und Ordnung verärgert, hofft aber auf den Einfluss dreier neuer Lehrer "aus der Stadt", die sich für den heutigen Tag angekündigt haben.

Bei dem Schulleiter handelt es sich übrigens um den Franzosen Jacques Herlin, der in einer erstaunlichen Menge an Schrottproduktionen zu finden war, wann immer man einen nervösen Gernegroß im Stil von Louis de Funes brauchte. Er hat in späteren Jahren dann durchaus respektable Charakterrollen gespielt, auch wenn sich mir verschließt, wie er nach seinem Tod 2014 noch bis 2019 in Filmen und Serien auftreten konnte (inklusive des FFF-Beitrags GET IN).

Wir wissen nun, was im Gymnasium ansteht, also schauen wir mal kurz in einer Nervenheilanstalt vorbei, die drei "Irre" in das Institut Seelenruh zu überstellen gedenkt:

Da ist zuerst einmal Siegfried, der zum Klang der Polonäse Blankenese immer den Frauen mit ganz großen Schritten von hinten an die…. Schultern fassen muss.

Und was sehen meine entzündeten Äuglein? Das Frischfleisch von PLEM PLEM kündigt sich an! Da wäre zunächst mal Monika Kaelin, eine von Skandalen nicht freie Busenvorzeigerin aus der Schweiz:

Echten Trash-Fans ist sie vor allem als Betthaserl des dusseligen Schlagetot-Actionhelden SAS MALKO bekannt (ab 1:22 gut zu sehen):

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Nach ihrer vergleichsweise kurzen Karriere im Nacktmodell-Bereich hat sie sich in der Schweiz zu einer Art B-Promi gemausert – und ich kann euch nur anflehen, diese schmissige Gesangsdarbietung zu genießen:

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Und Sibylle Rauch. Über sie hatte ich anlässlich von GURU JAKOB bereits geschrieben. Eine sehr tragische Figur, die in einem Business zerrieben wurde, dessen Spielregeln sie nie wirklich verstanden hat:

 

Ihr Leben wurde vor 20 Jahren dann mehr schlecht als recht unter dem Titel DAS SÜNDIGE MÄDCHEN für RTL (ausgerechnet!) verfilmt.

Sibylle gibt in PLEM PLEM also diesmal die Bea Fiedler und ich zeige euch dieses Bild nicht zur Erfüllung spannerischer Zwecke, sondern aus rein journalistischer Sorgfaltspflicht – wir kommen noch darauf zurück:

Wer findet sich denn noch auf der Besetzungscouch… ääähhh, in der Besetzungsliste?

Der Röglin, die Repertoire-Schwuldette von der LISA-Film. Auch wenn die LISA nix mit PLEM PLEM zu tun hatte – wir haben ja schon festgestellt, dass die Grenzen fließend sind.

Das hier tut mir richtig weh:

Der Gunther war ja in EIN DICKER HUND noch eine der Hauptfiguren – wie tief muss man sinken, um in so etwas wie PLEM PLEM als "Gast" aufzutreten?!

Neben dem Credit von Kameramann Franz X. Lederele (der nach seiner Schmierenfilm-Karriere dank der LISA auch den Sprung ins seriöse Fernsehen schaffte) sieht man Charlie, den zweiten "Irren".

Sein Problem? Er wird zum Berserker, wann immer er den "Ententanz" hört. Verständlich ist das. Gespielt wird er von Andreas Mankopff, einem echten Urgestein der deutschen Film- und Fernsehbranche, der neben Charakterrollen immer auch wieder mal den Deppen vom Dienst gegeben hat, wenn die Miete bezahlt werden musste.

Der dritte im wahnsinnigen Bunde ist Max, dargestellt von Eberhard Cohrs. Seine Macke: Er glaubt, er sei ET und seufzt immer "nach Hause".

Die Vita von Cohrs liest sich so spannend wie bestürzend. In kurz: Ein beliebter Komiker in der DDR, konnte er nach der Umsiedlung in den Westen nie wirklich Fuß fassen und wurde zum Gagschreiber von Rudi Carrell. Ende der 90er hat er schwer krank versucht, seine Frau zu erschießen und erlag einem Krebsleiden, bevor er verurteilt werden konnte. Nach seinem Tod stellte sich heraus, dass er als Wachmann im KZ Sachsenhausen gearbeitet hatte und dort SS-Rottenführer war.

Dies war ein Beitrag aus der Abteilung "Biographien, die verfilmt gehören".

Wir sehen auf dem Screenshot auch, dass PLEM PLEM von CCC produziert wurde, dem Studio des legendären Artur "Atze" Brauner, dessen Bruder Wolf hier auch das Zepter schwenkt:

Unglaublicherweise lebt Wolf Brauner immer noch – er ist 97.

Bevor es nun aber richtig los geht, gönnen wir uns einen Blick auf den "main man" des Films – the one and only Siggi Götz:

Siggi wäre einen eigenen Beitrag wert. Eigentlich heißt er Sigi Rothemund und ist u.a. Vater des ebenfalls extrem erfolgreichen Regisseurs Marc Rothemund. Unter seinem echten Namen dreht er TV mit Anspruch, als "Siggi Götz" hat er sich davor und daneben mit schlabberigen Komödien (oft für die LISA) zur Kultfigur stilisiert, der ein eigenes Magazin gewidmet ist.

Das wirft natürlich die Frage auf, warum dies hier mein erster Siggi Götz ist. Warum nicht DREI BAYERN IN BANGKOK oder DREI SCHWEDINNEN IN OBERBAYERN? Ganz einfach: normalerweise ist "Götz" zu professionell für echten Trash. Selbst die runter genudeltesten Backfisch-Heuler haben einen gewissen Charme, der sie für meine Reihe leider ungeeignet macht.

PLEM PLEM ist – und da nehme ich nichts vorweg – eine seltene Ausnahme.

Das waren nun viele Umwege und Haken, die ich schlagen musste, also noch mal zurück zur "Handlung". Das Gymnasium erwartet drei neue Lehrer, die Irrenanstalt drei neue Insassen. Wer jetzt nicht den kompletten Plot dieses Film vorhersagen kann, soll sich wegscheren, der ist des Nerdtums nicht würdig.

Bevor wir uns versehen (und nicht, dass es uns gezeigt würde), sind die Irren auch schon beim Transport entflohen und die Pfleger entnervt auf der Suche:

Links seht ihr übrigens die Berliner Bühnenlegende Horst Pinnow – auch so ein verlässlicher Mime, den das mangelnde Angebot an Charakterrollen immer wieder zwang, sich in Filmen wie PLEM PLEM zu prostituieren.

Die drei Irren tragen standesgemäß Zwangsjacken und treffen zwangsweise…

… auf die drei Lehrer, die sich unerklärlicherweise mit der Behauptung abspeisen lassen, bei den Zwangsjacken handele es sich um Aerobic-Outfits, und deren schrottreifer VW Käfer nur rückwärts fahren kann. Und das, meine lieben Leser, ist auch so schon ziemlich der Zenit des zu erwartenden "Humors" in diesem Film.

Wer genau hinsieht, erkennt im Lehrer links übrigens Synchron-Veteran Helmut Krauss, der seinen letzten Auftritt ausgerechnet in TROLLS WORLD haben sollte.

Der Schulleiter (der meines Wissens nie namentlich genannt wird) instruiert Schülerschaft und Lehrkörper, den neuen Paukern mit dem gebotenen Respekt entgegen zu treten. Es steht ein Besuch des Oberschulrats ins Haus, bei dem man sich keine Blöße geben will.

Das Kollegium besteht aus der LISA-gestählten Helga Feddersen, dem gewohnt tuntigen Werner Röglin und Günter Meisner, einem weiteren Film- und Fernseh-Veteranen, dessen unverwechselbares Gesicht ihn zum Nazi prädestinierte, was sich PLEM PLEM auch weidlich zu Nutze macht.

So darf Meisner hier den patentierten Alt-Nazi geben, dem im ungünstigsten Moment immer mal wieder der rechte Arm entgleist – was etwas lustiger wäre, wenn es nicht ganz so offensichtlich bei DR. SELTSAM geklaut wäre:

Aber bevor man die neuen Kollegen mit Gesang und Kotau begrüßen kann, fährt eine gepimpte Ente lässig auf den Hof. Wer kann das sein? Wer traut sich das?

Wir ahnen es – und machen von diesem Moment an die Faust in der Tasche:

The Thommi. The Ohrner. The Ohrfeigengesicht. Schmierigkeit, die mit Charme verwechselt wurde. Der Anti-Jürgen Drews. Ein Charisma-Vakuum, das nur Produzenten solcher Klamotten mit einem "box office draw" verwechseln konnten.

Thommi ist "Jürgen", der "Neue". Seine ganze Poserei soll signalisieren: Er ist der Coole, er hat’s drauf, ein Checker vor dem Herrn. Als Zuschauer hofft man sofort, am Prinz Eugen-Gymnasium möge die Prügelstrafe praktiziert werden.

Weil noch nicht gesungen werden muss, entsorgt der Hausmeister einen der krakeelenden Schüler gleich im Brunnen…

… was vielleicht lustig wäre, wenn es in deutschen Schulen damals noch Brunnen gegeben hätte (?), oder wenn der Hausmeister nicht von Peter Kuiper gespielt würde, einem der großen Gaunergesichter im deutschen Fernsehen:

Unter den Lehrern zeigen sich Neidereien – während Schwuchtelsportler Knabich gleich mal Hand an den jungen Hengst legen will, besteht die Kollegin auf den Verzicht von Sex mit Abhängigen.

Patzig gibt Rosé-Röglin zur Antwort:

"Ich verbitte mir Ihre Anspielung, Sie, Sie, Sie…. Pommes Frites!"

Eine Karnevalströte wäre vielleicht hilfreich, um den Zuschauer auf die Präsenz eines Gags hinzuweisen. Ansonsten tut man sich schwer.

Der Schulleiter nimmt "Jürgen" gleich mal ins Gebet – man befindet sich ja schließlich in einer Lehranstalt und nicht im Jugendtreff.

Jürgen ist das alles egal, hat er doch gerade seinen "magic moment":

Zur Erläuterung: Der "magic moment" ist die Szene in großen Liebesgeschichten, in der sich die füreinander Bestimmten erstmals in Augenschein nehmen – und instinktiv wissen, dass sie füreinander bestimmt sind. Es gibt KEINE Möglichkeit, einen solchen Moment ZU kitschig zu gestalten. Engelschöre? Geigenmusik? Zeitlupe? Heiligenscheine? Alles geht.

Hier ein schönes mexikanisches Telenovela-Beispiel:

Und just einen solchen Gefühlstornado erlebt Jürgen, als er Karin erblickt:

Vokuhila als Dauerwelle – eine Frisur, die man sich nur in den 80ern traute.

Es ist die GANZ große Liebe – was für eine Komödie, die von Hindernissen lebt, natürlich ein Debakel darstellt. PLEM PLEM hält sich nicht mal an die Faustregel, dass Held und Heldin sich erstmal doof finden müssen, um die Laufzeit zu füllen. Das wird sich noch rächen.

A propos rächen – unsere Schwachmaten im Klassenzimmer (steht nicht die ganze Schülerschaft auf dem Hof?) hat den "magic moment" auch gesehen und ist gar nicht erfreut, dass die süße Karin dem schnöseligen Neuankömmling verfällt.

Das schreit nach Rache – in Form von Superkleber!

Kommen wir aber erstmal zu etwas völlig anderem. Die Irren und die Lehrer sind in ihrem Käfer nämlich mittlerweile bei einem Rasthaus gelandet, in dem eine üppig alkoholisierte Hochzeit gefeiert wird:

Und was spielt man zu solchen geselligen Anlässen gerne mal? Die Polonäse Blankenese. Und der olle Fux sogleich – ran an die Möpse!

Die Pfleger des Sanatoriums haben derweil die Lehrer entdeckt, die aus unerfindlichen Gründen die Zwangsjacken anprobieren:

Wir merken schon: mit den Gesetzen der Logik kann man PLEM PLEM nicht kommen. Im Gegenteil: man muss schon den Versuch unterlassen, das Geschehen rational einzurordnen, um nicht selber im Sanatorium zu landen.

Der Polonäse mit Körperkontakt folgt natürlich der Ententanz, der Charlie augenblicklich zur Raserei treibt:

Wir sehen nun staunend etwas, das PLEM PLEM wohl für eine "Kampfszene" hält mit dem, was PLEM PLEM für "Stunts" hält:

Die drei Irren beschließen, die Biege zu machen, ganz im Sinne der Bremer Stadtmusikanten:

"Etwas Besseres als den Tod findest du überall."

Im Gymnasium wird Jürgen derweil in seine neue Klasse geleitet – nichtsahnend, dass ein Fiesling die Türklinke mit Superkleber präpariert hat:

Tatsächlich patscht der Abiturient voll rein und muss sich vom sadistischen Hausmeister erklären lassen, dass man bei der Entfernung der Türklinke nicht nur Haut, sondern gerne mal Fleisch oder Finger lassen muss.

Wer übrigens die mangelnde Helligkeit der Bilder monieren möchte: so sieht der Film halt aus. Aufwändige Beleuchtung war im Budget augenscheinlich nicht vorgesehen. Es wird noch schlimmer, keine Sorge.

In der Zwischenzeit begrüßt der Schulleiter die, die er für die neuen Lehrer hält…

… während die drei Lehrer als Irre ins Sanatorium kommen. Jegliche Überprüfung der Identität findet ja in keiner solchen Situation jemals statt.

Wem jetzt noch nicht das Zwerchfell wackelt, der möge sich er"götzen" (get it?) an der rassistischen Beschreibung anderer Völker durch den Nazi-Geschichtslehrer:

Allein der Deutsche ist edel und gut, hart wie Kruppstahl, zäh wie Leder, etc. pp.

Das deutsche Mädel ist demnach eine üppig bebrüstete Schwarze namens Anne-Marie Fox, in Deutschland Playmate Juli 1982:

WAS? Da haben sich die Schlingel mal wieder einen Streich erlaubt mit dem ollen Nazi – und obendrein bekommt er auch noch eine Wasserbombe auf den Kopf:

Man ist als Zuschauer hin- und hergerissen. Ist das lustig, weil es einen Nazi trifft? Oder empörend, weil es einen Behinderten im Rollstuhl trifft? Jürgen hat seine Entscheidung getroffen:

Nun stört Karin den Unterricht, denn sie nimmt eifrig Bestellungen für ihre Imbissbude auf. Nein, ich weiß auch nicht, an welcher Schule so etwas jemals erlaubt gewesen sein sollte.

Jürgen macht gleich wieder Dackelblick:

Und Karin auch so:

Dann wird sie allerdings groben Griffes vom Hausmeister, in dessen Dienst sie steht, von dannen gezerrt:

Die Abi-Asos machen Jürgen klar, dass er die Finger von Karin lassen soll, was Jürgen schon allein deswegen nicht kann, weil…

… der Imbisswagen von Karin nun öffnet und als Ersatz für die Schulmensa alle hungrigen Mäuler des Gymnasiums stopfen muss:

Karin hat wahrlich alle Hände voll zu tun. Da ist es kaum erwähnenswert, dass ein Großteil der geforderten Produkte (Currywurst, Pommes) in diesem Bauwagen gar nicht bereit gestellt werden kann.

Jürgen drängelt sich vor, warum auch nicht, und bestellt vier Cola, um mit Karin ins Gespräch zu kommen und seine neuen "besten Freunde" zu besänftigen.

Das klappt allerdings eher nur so mittel – wenn die Spacken Jürgen mögen würden, gäbe es ja keinen Film. Man zickt sich also weiter an wie Mädchen.

Doch plötzlich – Schock und Horror! Eine Motorradgang fährt ohne ersichtlichen Grund heran. Um es mit Peter Maffay zu sagen: "Das riecht nach Ärger."

Die Aufmerksameren unter euch werden es bemerkt haben: Dann und wann schiebe ich an den korrekten Stellen die Aushangfotos des Films ein, um den Ablauf etwas farbenfroher zu gestalten.

Jürgen ist dermaßen von sich selbst besoffen, dass er sogar die Rocker beiseite drängt, um erneut bei Karin zu punkten:

Der Rocker nimmt’s mit jener gefährlichen Gelassenheit, die in schlechten Filmen einer handfesten Schlägerei vorausgeht:

Nicht einmal die Bespritzung mit Senf und Mayo kann Jürgen das schmierige Grinsen aus dem Gesicht wischen. This means war!

Dafür lohnt es sich auch schon mal, das Klappmesser aus der Hosentasche zu ziehen und drohend zu wedeln:

Es kommt an dieser Stelle zu einem sehr deutlichen Schnittfehler, der vermutlich einer Einstellung geschuldet ist, die vor Ort entweder nicht gedreht oder vergeigt wurde. Wir sehen Jürgen nämlich sehr offensichtlich zuerst einmal "post fight":

Und dieser Shot wird nach dem Kampf einfach noch einmal wiederholt. Denn ja, Ladies und Gentlemen, meine Damen und Herren, liebe Närrinnen und Narhalesen – PLEM PLEM möchte uns nun tatsächlich verklickern, dass der schlaksige Jürgen lässig ein halbes Dutzend Rocker im Nahkampf zu Boden schickt:

Rainer Brandt mag die Dialoge aufgemöbelt haben, aber seine Handschrift ist eher noch in dieser Keilerei zu spüren:

Judo kann er auch:

Da wird’s der feschen Karin ganz warm unter dem NDW-Minirock:

Und abgesehen vom Triumph über das Böse wird Jürgen so auch noch den lästigen angeklebten Türgriff wieder los:

Nicht mit ihm – nicht mit Commander!

Endlich kann Jürgen (außer vom Jubel der Schulkameraden) ungestört die Limo für seine Aso-Kumpel kaufen. Wir erfahren nun, dass die Imbissbude von Karin allen Ernstes "Zum schmierigen Löffel" heißt:

Aber ach – es sind erst 34 Minuten rum und so kann die Fanta noch keinen dauerhaften Frieden zwischen den Konfliktparteien stiften:

Der Schulleiter führt die drei neuen "Lehrer" derweil in der Lehranstalt herum und stellt sie auch den Kollegen vor:

Hier werden wir Ohrenzeugen eines weiteren Belegs für die schnodderige Schlampigkeit der Produktion – ein deutlicher Versprecher von Helga Feddersen war nicht mal einen zweiten Take wert:

Nachdem sich das Lehrerzimmer geleert hat, entdecken wir auch das Geheimnis des Nazi-Lehrers: er braucht gar keinen Rollstuhl.

Und wer nun glaubt, aus diesem Twist lasse sich bestimmt ein prima Gag für den dritten Akt bauen, der hat immer noch nicht verstanden, wie scheißegal das in solchen Filmen ist. Die drei "Altlehrer" in PLEM PLEM haben keinerlei Relevanz, sind lediglich Füllmaterial, um die Laufzeit über 80 Minuten zu hieven.

Charlie soll Musikunterricht geben. Für den albernen Scherz, ihn mit einer Schlinge kopfüber zu hängen, haben sich die Schüler derart in Sachen Holz & Hammer verdient gemacht, dass sie zumindest im Werken eine 2+ kriegen sollten:

Doch aus dem Debakel wird ein Spektakel, als einer der Schüler was wohl spielt? Den Ententanz, genau. Der macht Charlie Pfeffer in den Hintern und hilft ihm, die Oberprima von seinen Talenten als Rockmusiker zu überzeugen:

Und schon hotten Schüler und "Lehrer" begeistert ab:

Siegfried macht es sich einfacher: statt englisch erzählt er schweinische Witze.

Und Max? Der berichtet den Schülern von seiner Heimat im Weltraum, was ja als so eine Art Sachkunde durchgewunken werden kann.

Angesichts seiner "nach Hause"-Schmonzette kommen den Pennälern die Tränen:

Wir befinden uns nun im zweiten Akt, und der muss gefüllt werden – was bei so einem inhaltlichen Leichtgewicht wie PLEM PLEM nur geht, in dem man irrelevante Nebenfiguren irgendwas machen lässt. So besteht die spinnerte Feddersen auf Leibesvisitation, was sicher beim Kultusministerium auf hochgezogene Augenbrauen stoßen dürfte.

Die drei echten neuen Lehrer? Versuchen verzweifelt, den Hausmeister (der das einzige Personal der Klinik zu sein scheint) von ihrer wahren Identität zu überzeugen:

Aber Grinsepeter hier lässt sich nicht foppen – welcher Irre würde nicht behaupten, er sei gar nicht irre? Und sich eine andere Existenz einzureden ist ja auch typisch.

Beim schwuchteligen Knabich ist derzeit Leibesertüchtigung angesagt:

We’ve come too far
To give up who we are
So let’s raise the bar
And our cups to the stars

Es scheint nicht aufzufallen, dass unsere drei hormongesteuerten Halunken sich nicht an der Gymnastik beteiligen. Sie hecken natürlich schon wieder was aus. Der superdufte Plan: Die Lösungen für die Abi-Prüfungen klauen und dann Jürgen unterschieben.

Welchem Sinn und Zweck das dienen solle? Das frage ich mich auch.

Der ins Visier des Bösen geratene Jürgen ist derweil wieder auf Brautschau. Dumm in die Gegend schauen ist übrigens das zweite bevorzugte schauspielerische Werkzeug im begrenzten Repertoire von Ohrner – gleich nach schmierig grinsen.

Obwohl der Film in Berlin gedreht wurde und spielt (nicht, dass wir die Stadt jemals zu sehen bekämen), traut sich Jürgen was sehr bayerisches – er fensterlt:

Karin, der Schnarchnase längst verfallen, macht nicht gerade auf "hard to get":

Weil einem Rendezvous nur der Spüldienst im Weg steht, wird gemeinsam und im Zeitraffer aufgeräumt – es spart uns gnädige Sekunden zwischen Tellern & Tassen:

Wie das in diesen Filmen üblich ist, will Jürgen natürlich sofort eine Gegenleistung sexueller Natur, die ihm Karin aber (noch!) verweigert:

Der (völlig unnötige) Abstieg aus dem Fenster hinterlässt allerdings Scherben.

Als der Hausmeister den Schaden entdeckt, dreht er gleich derart am Rad, dass er zum Gewehr greift, in die Decke schießt, und vom herabstürzenden Kronleuchter begraben wird.

Ich sag’s gerne noch mal: das ist das Humor-Level, mehr dürft ihr nicht erwarten.

Karin und Jürgen könnten nun endlich zum Stelldichein in den Wald fahren (ich bin sicher, Jürgen hat Kondome im Handschuhfach):

Aber ich schrieb ja "könnten". Dem stehen die frisch verärgerten Rocker entgegen:

Statt wieder die Fäuste zu schwingen, tritt der plötzlich muffensausige Jürgen lieber aufs Gaspedal und durchbricht die "Mauer" zum Nachbargrundstück:

Dort fühlen sich die Wärter der Anstalt augenblicklich in ihrer Ruhe gestört:

Zusammen mit dem Sportlehrer und einem Tandem (Tridem?) macht man sich an die Verfolgung, deren Sinn sich mir verschließt.

Lehrer, Schüler, Wärter, Rocker – jeder ist hinter jedem her, und das bisschen, was man für Äktschn ausgeben wollte, wird in wildes Herumgefahre durch die Berliner Peripherie investiert.

Ein paar dynamische Shots sind dabei, ich will’s gar nicht bestreiten:

Ein Mysterium bleibt, warum es Jürgen knapp durch diese Einfahrt schafft…

… die deutlich schlankeren Motorrräder aber nicht:

Karin kann gar nicht hinsehen:

Ein Rocker geht bei der Aktion (engl.: action) fliegen…

… und landet im unwahrscheinlichsten "fruit cart" der Filmgeschichte, was Götz sicher als gewollte Hommage verstanden wissen möchte:

Der Krankentransporter übersteht die Durchfahrt auch nur so la-la:

Wie in EIN DICKER HUND gabelt er dabei Unbeteiligte auf:

Und was haben die Handwerker dabei? Eimer mit Farbe. Auch DAS ein Klassiker aus dem LISA-Repertoire. Irgendjemand muss sich überschütten lassen. Immer.

Der aufgemotzten Ente gelingt die Flucht durch das Naherholungsgebiet, ohne Rücksicht auf Schäden für Flora und Fauna:

Der Transporter dagegen bleibt stecken und die Farbe kommt zum Einsatz:

Man könnte mittlerweile eine eigene Screenshot-Galerie von "Deppen, die in deutschen Komödien mit Farbe übergossen werden" zusammen stellen.

Das Tandem (Tridem?) kommt ebenfalls zu Fall und ich möchte unterstellen, dass dieser beherzte Griff von Röglin nicht im Skript stand und hoffentlich unbeabsichtigt war:

So endet die "aufregende" und für die "Handlung" natürlich völlig irrelevante Verfolgungsjagd an dem, was in Bayern ein romantischer See wäre, im Berliner Umland aber eher nach siffigem Tümpel aussieht:

Angesichts der Tatsache, dass Jürgen sie in Lebensgefahr gebracht hat, sieht sich Karin nun natürlich verpflichtet, seinen sexuellen Avancen keinen Widerstand mehr zu leisten, What Thommi wants, Thommi gets.

Er will ihr mit der Hand unter den Rock, ihr williges Knie macht den Weg frei…

… so löst sich die Handbremse und die Ente geht auf Tauchfahrt.

Wenigstens wird hierdurch der KFZ-Koitus erfolgreich verhindert.

Schnitt, Ortswechsel – und ich fühle mich wie in einen anderen Film geworfen. Eine russische Kneipe. Kasatschok, Balalaika, Fellmützen. Wo ist Ivan Rebroff, wenn man ihn braucht?!

Tatsächlich handelt es sich um ein schwiemeliges Etablissement, in dem der Schulleiter einmal im Monat so richtig bechern geht. Diesmal hat er die neuen "Lehrer" mitgenommen, um die kollegiale Bindung etwas zu fördern.

Nochmal Ortswechsel. Mir wird schwindelig. Wir sind nun in einer Disse/Nachtklub, einem weiteren LISA-Standard in Sachen Location. Aber weder bekommen wir die neusten Chart-Fetzer zu hören, noch gibt es knackige Backfische auf der Tanzfläche zu bewundern. Stattdessen tönt Ixis erfolglose Nachfolge-Single "Handkuss" aus den Boxen und Jürgen lässt 1a das Arschloch raushängen. Er teilt Karin mit, dass sie a) in das Gästezimmer seiner Eltern ziehen wird und b) einen anderen Job antreten muss.

Die Angewohnheit, mit der etablierten Beziehung gleich mal die totale Kontrolle über die Frau zu übernehmen, kennen wir von den Schmierlappen, die Ohrner in diesen Filmen habituell spielt. Das ist nicht romantisch, das hat was von der Rekrutiertung durch Loverboys. Halt’s Maul, Baby. du gehörst jetzt zu mir. Ich weiß, was für dich gut ist.

Ich bin froh, dass wir die Szene schnell hinter uns lassen – aber nicht, dass mich als Alternative ein Russe (?) laut anschreit:

Wäre es eine lösbare Wette, würde ich Geld darauf setzen, dass diesen Part bei der LISA auf jeden Fall der Retzer selber übernommen hätte.

Der Schulleiter ist mittlerweile hackedicht, wie man so schön sagt. Er fällt torkelnd zwei Thekenschlampen in die Arme:

Darf ich vorstellen? Die "rassige" Nora mit mindestens zweieinhalb Promille:

Die "fesche" Cora mit Luft zwischen den Ohren:

Eine satte Stunde hat PLEM PLEM also gebraucht, um die zwanghaften Vorzeigerinnen anzuschleppen (nachdem ja klar war, dass Ixi sich nicht freimachen würde). Ein fetter Lapsus, der erneut zeigt, dass hier die Präzision der LISA-Filme an keiner Stelle erreicht wird.

Zu unserer Überraschung (?) zeigt sich übrigens, dass Max anscheinend tatsächlich Kräfte besitzt, die mit denen von ET analog gehen – er kann Pflanzen "heilen":

Wie schade. Wie verschwendet. Wäre ICH Autor des Films, ich hätte mir einen Spaß daraus gemacht, dass Max Pflanzen dadurch heilt, indem er auf sie pinkelt, was zumindest der Versuch gewesen wäre, die ET-Vorlage etwas durch den Kakao zu ziehen.

Bei Schnitten wie Cora und Nora ist Überzeugungsarbeit gar nicht nötig, um sie in die Horizontale zu bekommen – sie sind begeistert von der Idee, sich von den besoffenen und verschwitzten älteren Herren in den Klassenzimmern des Gymnasiums so richtig bürsten zu lassen. Soll man Fux beneiden oder bedauern?

So langsam schwant, dass alle "Handlungsfäden" in dieser Nacht in der Schule und der Anstalt zusammen laufen. Jürgen und Karin wollen Karins Sachen abholen, die Lehrer wollen das Weibsvolk pimpern, und das Aso-Trio ist bereits bei Einbruch und Diebstahl angekommen:

Weil durch das Tor gehen ein wenig zu einfach wäre, steigen Karin und Jürgen über die Mauer – und Jürgen grapscht der Karin von hinten an den… Hintern. Das hebt die Stimmung, ja da kommt Freude auf. "Consent" be damned!

Doch nicht alles läuft nach Plan – so wird das Aso-Trio (mangels Rollennamen muss ich sie so nennen) vom Hausmeister mit einem Netz eingefangen wie ein Rudel Kojoten.

Die Tatsache, dass zu Karins wenigem Besitz ein gigantischer Teddybär gehört, war vielleicht niedlich gedacht, gibt der Romanze aber eher einen zusätzlich pädophilen Touch. Ist die Kindfrau vielleicht nicht Angestellte, sondern selber Insassin des Instituts?

Man stößt auf die echten Lehrer und ahnt langsam, was hier abgeht (auch wenn Jürgen und Karin ja keine wirklichen Aussetzer der falschen Lehrer erlebt haben). Die echten Lehrer demnach freilassen? Aber woher denn?

Die nächste Szene ist ein radikaler Stilbruch – es stellt sich heraus, dass der Hausmeister mitnichten die Polizei gerufen hat, um die Einbrecher verknasten zu lassen. Stattdessen gönnt er sich ein paar Spiele im hauseigenen Folterkeller:

Ja, da kann man als Zuschauer schon mal blöd schauen, wenn PLEM PLEM von der dusseligen Teenie-Komödie plötzlich in Jess Franco-Territorium abbiegt:

Never fear, Thommi is here. Jürgen dreht dem Hausmeister schlicht den Saft ab.

Dann wird der Bösling angemessen gefesselt und geknebelt. Auch hier: Eine Verständigung der zuständigen Ordnungsmacht kommt niemandem in den Sinn.

Karin, deren gesamte Funktion mit "Jürgen anhimmeln" ausreichend beschrieben ist, zeigt dem Hausmeister auch noch mal, was sie von ihm hält.

Wir kommen nun zum einzigen Screenshot, den ich ob seiner "what the fuck?"-igkeit aufgehellt habe. Seht ihr hinter dem Hausmeister, was ich sehe?!

Was zur Hölle ist hier los? In was für einem Gruselkabinett sind wir hier gelandet? Warum möchte ich viel lieber einen Film über den Hausmeister sehen als über die Romanze von Karin und Jürgen?

Wenigstens ist PLEM PLEM schlau genug, nun endlich mal zu den nackten Tatsachen zu kommen – auch wenn 15 Minuten vor Schluss die Zuschauer, die ausgerechnet darauf gewartet haben, schon eingeschlafen sein dürften. Jedenfalls ist die blonde Cora entschlossen, sich dem besoffenen Schulleiter hinzugeben:

Hoch den Pulli, Frau Rauch!

Ja, da freut sicher der kleine Franzose in der Hose:

Ich kann nicht adäquat beschreiben, wie sehr mich die folgende Szene bei der Erstsichtung vor 20 Jahren verstört hat. Man muss es in Großbuchstaben schreiben: SIBYLLE RAUCH ZIEHT SICH NICHT AUS.

Das heißt nicht, dass NIEMAND sich auszieht. Wir sehen nämlich mit so einer Art Kaleidoskop-Effekt die Brüste irgendeiner anderen ungenannten Blondine.

Ganz genau. Sibylle Rauch lässt sich in PLEM PLEM doubeln. SIBYLLE RAUCH. Eine "Darstellerin", deren einzige Lebensberechtigung in solchen Filmen die Bereitschaft ist, primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale in die Kamera zu halten. Das ist ungefähr so, als würde sich van Damme in seinen Kampfszenen von einem Stuntman vertreten lassen.

Könnte man an dieser Stelle noch vermuten, es sei bloß schlecht geschnitten oder man habe versucht, einen Patzer vor Ort zu kaschieren, wird uns die Zeit eines Besseren belehren.

Auch mit Nora und den "Lehrern" läuft es nicht besser, denn allenthalben ist erheblich zu viel Alkohol zum Einsatz gekommen, um noch der Wollust zu frönen.

Doch halt! Karin und Jürgen, die sich in einem Wandschrank verstecken, sind nüchtern und verliebt. Also nutzt Jürgen die Gelegenheit, seiner Perle auf die Pelle zu rücken – und ihre Reaktion ist ein weiterer unerwarteter Schlag in die Magengrube:

"Das grenzt ja schon fast an Vergewaltigung…"

Das hat jemand geschrieben und für richtig gehalten. Und niemand hat widersprochen. Nicht mal Ixi. Immer, wenn ich denke, diese Sorte Film kann mich nicht mehr eiskalt erwischen…

Die Nacht wird nun gnädig beendet. Am nächsten Tag scheint alles wie immer, auch wenn die namenlose Lehrerin etwas dünnhäutig den Dienst antritt.

Was muss sie da in den hehren Hallen sehen? Eine Nackerte! Und der Wahnsinn bekommt Methode: es soll "Cora" sein, aber es ist definitiv NICHT Sibylle Rauch.

Augen zu und durch, denkt sich die Feddersen:

Doch Lotterleben und Lasterhöhlen lauern überall – im Lehrerzimmer schlafen Nora und die "Lehrer" ihren Rausch aus:

Gerade als untervögelter alter Jungfer können einem da schon mal die Nerven durchgehen:

Zumindest haben es Karin und Jürgen geschafft, nach dem unterstellten Koitus die Klamotten wieder anzuziehen:

Das! Ist! Zuviel! Dem Nervenzusammenbruch nahe, flieht die Lehrerin in Richtung Sanatorium Seelenruh. Dort werden Sie geholfen!

Wie zum Ersatz taucht der dumme Tunten-August wieder auf, was stark impliziert, dass er seit der Verfolgungsjagd des Vortags umher geirrt ist:

Noch gut zehn Minuten auf der Uhr, erinnert sich der Film, dass er für den Dritten Akt ja schon den Besuch des Schulrats angekündigt hat. Dieser präsentiert sich in Form des praktisch gänzlich blinden Gunther Philipp:

Nun ist der Schulleiter angesichts der Zechereien des Vortags kaum im Zustand, eine geordnete Führung anzubieten:

Es bleibt an Karin und Jürgen hängen, das Chaos zu beseitigen und die Schule in gutem Licht dastehen zu lassen. Sie schieben die wackelige Cora aus dem Weg, in diesem angezogenen Moment wieder von Sibylle Rauch gespielt:

Ich frage an dieser Stelle: was soll’s? Aus genau welchem Grund schert es Karin und Jürgen, ob die Schule bei der Prüfung schlecht abschneidet? Woher der plötzliche Heroismus? Keine Angst: die Frage bleibt unbeantwortet, wie immer in diesen Filmen.

Jürgen weiß übrigens, dass der Schulrat ohne Brille blind wie ein Maulwurf ist  – woher? Vermutlich hat er es gegoogelt. Karin haut dem Herrn deshalb das Nasenfahrrad aus dem Gesicht…

… und tritt zur Sicherheit auch noch mal drauf:

Für mangelnden Durchblick ist nun also gesorgt – und wie praktisch, dass Jürgen perfekt Stimmen imitieren und so den Schulleiter geben kann:

Ja, das ist doof. Aber nicht doofer als der Rest des Films. Und so wird der Schulrat durch die Klassenzimmer geführt, wo er die bizarren Geschehnisse im Sinne unserer Helden fehlinterpretiert:

Die Explosion, die Alien Max verursacht, könnte den Filmtitel "die Schule brennt" rechtfertigen, wenn man einen gönnerhaften Tag hätte. Habe ich nicht.

Lustig – weil er nix sieht, verwechselt der Schulrate eine Statue mit einem Kollegen. "Ist Ihnen kalt?"

Der Nazi-Lehrer stürzt derweil mit dem Rollstuhl die Treppe runter – Gerechtigkeit und gerechte Buße für Anne Frank, Sophie Scholl und Jojo Rabbit.

Weil einmal Möpse zeigen nicht reicht, muss das Double von Sibylle Rauch noch mal ran – und ich kann nicht fassen, dass die der einfach die Haare ins Gesicht gekämmt haben, um den Trick zu verschleiern. Genial oder kackfrech?

Die Schüler freut’s natürlich trotzdem:

Für die züchtige Nahaufnahme war Frau Rauch dann wieder verfügbar:

Im Musikunterricht setzt sich der Schulrat selber ans Klavier und was haut er in die Tasten? Polonäse Blankenese natürlich!

Ein letztes Hurra für Herbert!

Zumindest für den ollen Fux hat sich die Rolle nun gelohnt – er darf noch mal der wieder bekleideten Sibylle Rauch an die Weichteile fassen…

… und der nüchtern plötzlich prüden "Nora" auch:

Bevor die Situation weiter entgleiten kann, wird der von Zucht und Ordnung begeisterte Schulrat aus dem Gebäude komplimentiert:

Es ergibt sich nun die Chance für die echte Lehrer, den ihnen zugedachten Platz am Ende doch noch einzunehmen:

Ein letzter Ententanz gibt Charlie die Chance für einen finalen Gewaltausbruch:

Und Max versucht weiterhin, nach Hause zu telefonieren:

Das muss uns nicht scheren, es ist erreicht, was erreicht werden sollte und keine Sekunde in Frage gestellt wurde – Jürgen kriegt Karin. Angemessen widerlich: Küsse sehen bei Thomas Ohrner immer wie eine Mandeluntersuchung aus:

Die drei Irren fliehen in die Botanik, unsicher, was sie nun mit ihrer Freiheit anfangen sollen.

Doch siehe – ein Raumschiff! Die große Pointe, wir haben sie längst geahnt: Max ist tatsächlich ein Alien und wird nun von seinen Artgenossen abgeholt.

Ein letztes Fuck You an allen Anstand – die Macher von PLEM PLEM haben sich schlicht eines Modells des Rasenden Falken bedient:

So bleiben Siegfried und Charlie zurück, während der Nachspann ihnen die musikalischen Credits um die Ohren haut:

Herbeigesehnt wie der Regen nach einem zu trockenen und heißen Sommer:

THE END

In der Schockstarre, in der man sich nach PLEM PLEM befindet, ist man fast geneigt, bei der LISA-Film Abbitte zu leisten. Sind deren Filme auch schlecht, teilweise widerlich, und eher bestenfalls versehentlich mal komisch, so können sie doch zumindest als richtige Filme gelten, mit einer Story, diversen Drehorten und Figuren, deren Sinn und Zweck sich dem Zuschauer erschließt – so blöde der auch sein mag. Zuschauer wie Sinn.

Aber das ist natürlich ein Trugschluss. PLEM PLEM macht die Filme der LISA nicht besser, er definiert nur den Bodensatz neu und hebt sie damit in einem cleveren Fall von optischer Täuschung auf ein neues Level.

Es gibt nichts, wirklich gar nichts, was man an PLEM PLEM entschuldigen könnte oder womit diese Travestie zu rechtfertigen wäre. Es ist ein ohne Konzept, ohne Verstand, ohne Charme und ohne Geld herunter gerotztes Trittbrettprodukt, das nicht einmal das Wenige aufbringt, was das Poster verspricht. Wer immer sich das ausgedacht hat, war/ist ein zutiefst zynischer, seine Mitmenschen verachtender Charakter.

Das sonst eher strenge Lexikon Des Internationalen Films urteilt noch viel zu freundlich:

"Klamauk-Komödie, die häufig zur Zote gerät."

Selbst die CINEMA, sonst bei jedem Bumsblödelfilm begeistert dabei, konnte sich kaum zum Jubel hinreißen lassen und bemängelt nicht nur die dürftige Story, sondern auch den offensichtlichen Versuch, sich an GIB GAS zu hängen:

Die Anwälte unter meinen Lesern würde ich bitten, einfach mal zu prüfen, ob man den Verleih für die Behauptung, es handele sich hier um "den größten Kino-Spaß des Jahres", nicht heute noch verklagen kann.

Die Neue Deutsche Welle, die PLEM PLEM vorgeblich bedient, wird weder im Ton noch bei den Figuren irgendwie referenziert. Die sympathische Anarchie, die PENG! stellenweise aufbringen konnte, fehlt völlig. Der Liebesgeschichte von Karin und Jürgen mangelt es auch nur am Versuch einer Entwicklung: sie sehen sich, sie wollen sich, sie kriegen sich, Klappe zu, Affe tot.

Der Film ist so stillos und geschmacksbehindert, dass er nicht mal versehentlich Zeitkolorit einfängt – abgesehen vom schnell unsäglichen "ist ja ätzend, ey" könnte das hier auch 1963, 1973 oder 1993 entstanden sein. Substanzlosigkeit hat keinen historischen Anker.

Ich bin nicht sicher, ob ich mich für die ganzen arrivierten Mimen, die in kalorienfreien Nebenrollen verbraten werden, freuen oder schämen soll. Niemand sollte so etwas wie PLEM PLEM in seiner Vita haben – andererseits haben sie damit (hoffentlich) Geld verdient.

Das abschließende Urteil kann nur lauten: um jeden Preis meiden. Nicht mal als Kuriosität, nicht mal aus der perversen Neugier, eine landesweit bekannte Nacktschnecke gedoubelt zu sehen.

I watched it so you don’t have to.

Um zum Abschluss noch mal ein wenig meta zu werden: Wenn man bedenkt, wie technisch armselig, rückständig, unhandlich und im Ergebnis hässlich die Nutzung einer VCD im Vergleich zur BluRay oder der DVD ist, dann hat PLEM PLEM auf einer solchen genau das angemessene Zuhause gefunden. Jede Aufwertung durch ein besseres Trägermedium würde dem Film einen Bärendienst erweisen – den Zuschauern sowieso.

P.S.: Der Vollständigkeit halber: Es findet sich bei den Pressefotos noch diese Aufnahme einer Szene, die es nicht in den Film geschafft hat:



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Dietmar
28. Januar, 2021 23:49

Den Ohrner scheinst Du nicht so zu mögen, wie?

Ein Glück.

Ich kann mich noch gut nicht an "Das Haus der Krokodile" erinnern, wo er nach meiner verdrängten Erinnerung irgendwie im Frottee-Schlafanzug durch das nächtliche Haus geisterte. Das kam mir so unerträglich dämlich vor, die Serie hat uns so tierisch genervt, dass wir keinerlei Interesse an dem Kriminalfall, oder was das sein sollte, hatten. Diese Gruselerinnerungen an unnötige Fernsehproduktionen kamen im Kino hoch, als Werbung für die Neuverfilmung gemacht wurde. Ich hoffe, sie ist gefloppt. Ohrners angeblich ansteckendes Lachen in "Timm Thaler" ging mir auf den Sack, und sein Ball-Gestakse in "Manni, der Libero" musste ich aufgrund vorübergehender Immobilität wehrlos über mich ergehen lassen. Er und seine Schwester gehören zu den Fernsehgesichtern, die ich nicht gebraucht hätte.

Tut mir irgendwie leid, aber ich mochte die nie. Keine Ahnung, ob sie durch überambitionierte Eltern ins Schauspielfach gedrängt wurden; sieht irgendwie so aus.

Und, Himmel, spricht "Ixi" schlecht! Klingt wie eine Kalkofe-Persiflage.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar
Dietmar
29. Januar, 2021 00:15
Reply to  Torsten Dewi

Wenn Ohrner nicht Timm gewesen wäre – vielleicht. Aber ich konnte ihn wirklich nicht ertragen. Horst Frank fand ich toll. Allein schon wegen der Stimme. Aber ich habe immer nur mal reingeguckt und bin dann gegangen, weil mich das so nervte.

Dietmar
29. Januar, 2021 00:18
Reply to  Torsten Dewi

Der enzyklopädischen Vollständigkeit halber deutsche Kinder/Jugendstars, die ich damals toll fand: Patrick Bach in "Silas" und Michael Ande in "Die Schatzinsel". Die haben mich gefesselt.

Dietmar
29. Januar, 2021 05:13
Reply to  Torsten Dewi

Habe ich nicht geguckt, weil ich da schon aus dem Zielgruppen-Alter raus war und Martz in einem Gastauftritt in "Der große Preis" auf mich tierisch arrogant wirkte. Thoelke fragte ihn so etwas wie, ob er sich über die Rolle freue, weil das seine erste sei. Er antwortete irgendwie, dass er mit dem Ruhm würde umgehen können und damit, dass ihn dann Mädchen toll finden würden.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar
Dinozeros
Dinozeros
29. Januar, 2021 23:38
Reply to  Dietmar

Was nervöse Teenies halt so quatschen. Aber der coole Auftragskiller mit der Magnum-Stimme war der Hammer. PP war großes Fernsehen. Wolfgang Kieling mit Gravitas, zudem sehr dynamische Helikopterstunts. Könnte man glatt neu auflegen – oder mal wieder gucken. Hatte auch einen Öko-Aufhänger, wenn ich es recht erinnere.

Martin
Martin
30. Januar, 2021 00:46
Reply to  Torsten Dewi

Mein Einstieg in die Droge "Weihnachtsmehrteiler". Ich habe es geliebt. Und doch traue ich mich nicht, nach knapp 40 Jahren das Ding in der Mediathek zu schauen.

Dinozeros
Dinozeros
30. Januar, 2021 03:33
Reply to  Martin

Vergessen wollen wir auch nicht das famose Titellied. Einmal gehört, hat man es immer im Ohr.

Patrick, Patrick… Patrick Pacard!

Für mich mit "David Balfour" (überragend: Matthias Habich) der mit Abstand beste Weihnachtsmehrteiler. Ich war begeistert, wie gut deutsches Fernsehen sein konnte.

Dietmar
30. Januar, 2021 07:32
Reply to  Dinozeros

Ich habe in Erinnerung, dass "Die Schatzinsel" ein Weihnachtsmehrteiler, und zwar der erste, gewesen wäre, der diese Tradition durch neues Zeigen in den Siebzigern begründete. Wird aber bei Wikipedia nicht so gelistet, denn da beginnt alles mit "Timm Thaler", also irre ich wohl. Wäre sie einer, wäre das mit unschlagbarem Abstand der beste.

Aber ein Blick auf die Liste zeigt mir sowieso, wie wenig ich von diesen Serien mitbekommen habe! Shocking. "Anna" ist die letzte, die ich bewusst registrierte und "Jack Holborn" die letzte, die mein schwindendes Interesse erweckte.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar
Dinozeros
Dinozeros
30. Januar, 2021 20:01
Reply to  Torsten Dewi

Danke für den Tipp, wird geordert. Ein spannendes Thema. Ich stieß damals etwas später dazu und habe noch so manche Lücke zu schließen. "Tim Thaler" etwa (Asche über mein Haupt). Mal nachgesehen: Patrick Pacards Story ließe sich problemlos modernisieren. Schade, dass es die Weihnachtsmehrteiler nicht mehr gibt. An der Stelle ein Dankeschön an meine Kindheit, dass sie mich so wohlig mit spannenden Geschichten versorgt hat.

Und ein stilles Dankeschön an Dimitri, der so cool war, dass ich eine Karriere als Auftragskiller in Erwägung zog (bis er abgemurkst wurde, dann beschloss ich, doch auf Superheld umzuschulen – man muss flexibel sein).

Dinozeros
Dinozeros
30. Januar, 2021 20:03
Reply to  Dinozeros

Idee: "Wortvogels Weihnachtsmehrteiler!" Knusper sie alle weg, mehrere pro Advent, und lass uns teilhaben. Das wäre hübsch.

Martin
Martin
30. Januar, 2021 00:49

Ach so, ganz vergessen. Ich Weichei konnte nicht anders und hab das Lesen dann gestern noch durchgezogen.

Matts
Matts
2. Februar, 2021 17:02

Au weia! Das ist wohl bisher der Tiefpunkt bei den Filmverbrechen. Sowas von von billig, Body-Double statt Sybille Rauch, UND KEIN ALEXANDER GITTINGER!! 0 von 10 Punkten!!

Kuhbaert
Kuhbaert
3. Februar, 2021 15:41

"… und ich kann euch nur anflehen, diese schmissige Gesangsdarbietung zu genießen:"

Und dafür hasse ich dich!