21
Sep 2020

Fantasy Filmfest 2020 (21): BLOODY HELL

Themen: Fantasy Filmf. 20, Film, TV & Presse, Neues |

Australien/USA 2020. Regie: Alister Grierson. Darsteller: Ben O’Toole, Meg Fraser, Caroline Craig, Matthew Sunderland, Travis Jeffery, Jack Finsterer

Offizielle Synopsis: Nun, der ganze Mist beginnt an dem Tag, an dem Rex Coen einmal den Helden spielen will. Ganze acht Jahre Knast bringt ihm sein Versuch, einen Banküberfall zu vereiteln und seine Flamme Maddy zu beeindrucken. Was da genau schief ging, erfahren wir erst später. Nur so viel: Als seine Strafe abgesessen ist, hat er die Schnauze gründlich voll von seiner Heimat Amerika. Warum also nicht mal richtig weit weg abhauen, zum Beispiel nach Finnland, rät ihm seine innere Stimme. Die hat sonst eigentlich immer die guten Ideen. Aber diesmal eben leider nicht. Finnland erweist sich als extrem folgenreicher und wirklich äußerst schmerzhafter Fehler für Rex. Kaum dass der Pechpilz in Helsinki landet, bricht die pure Hölle über ihn herein.

Kritik: Nach fünf Tagen wäre beim "regulären" Festival nicht mal die halbe Strecke geschafft – 2020 ist nun alles vorüber, ist nun alles vorbei. 21 Filme, aus die Maus. Und nach schwermütigen Geisterhaus-Dramen und überdrehtem koreanischen Splatter ist BLOODY HELL vielleicht nicht der beste Film, aber der perfekte Rausschmeißer.

Es ist DIESE Sorte Film, von der ich mir wieder mehr wünschen würde, von denen es in den 90ern noch deutlich mehr gab (was Einbildung sein mag). Eine klare Prämisse, eine saubere Aufteilung von Gut und Böse – der Rest ist Suspense und Action. Rex hängt im Haus einer Kannibalenfamilie von der Decke und muss flüchten, bevor man ihm die dazu notwendigen Extremitäten abgesägt hat. Ähnlichkeiten mit TEXAS CHAINSAW MASSACRE und MISERY sind weder zufällig noch subtil.

Das bisschen, was Regisseur Alister Grierson an Plot auffährt, füllt er so clever mit Tagträumen, imaginären Zwiegesprächen und fragmentierten Rückblenden, dass von 95 Minuten wirklich keine einzige langweilig ist.

Horrorkino, wie es Spaß macht und über das man hinterher weder nachdenken noch diskutieren muss, getragen vom großartigen Ben O’Toole, der mir schon in NEKROTRONIC positiv aufgefallen war und der sich in meinen Augen als perfekter JACK REACHER für die geplante TV-Serie zur Franchise eignen würde. Der Mann hat Starpower.

Fazit: Sehr straffer und humorvoller Torture/Survival-Spaß mit einem großartigen Hauptdarsteller und ganz dicken Eiern. Sicher nicht das üppigste Mal am filmischen Büffet, aber der perfekte Ausklang für das Festival. 7 von 10 Punkten, je nach Laune auch einer mehr.

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Goran
Goran
28. September, 2020 14:03

In diesem Chaosjahr bringt Deine Besprechung des FF-Programms ein Bischen was Normales zurück.

Möchte mich für Deinen fortgesetzten Einsatz bedanken.