06
Aug 2020

TV-Kritik: STAR TREK – LOWER DECKS

Themen: Film, TV & Presse |

Ich hätt’s fast verpasst – weil’s mich so wenig schert. Aber es ist ja irgendwie meine Pflicht, jede neue STAR TREK-Serie unter die Lupe zu nehmen und im Brustton der Überzeugung zu konstatieren, dass sie nicht so gut ist wie BABYLON 5. Oder THE ORVILLE. Oder FUTURAMA. Nicht mal so gut wie STAR TREK: THE NEXT GENERATION. Oder Gott bewahre: So gut wie die letzte Staffel von STAR TREK: ENTERPRISE.

Ich kenne kaum eine Franchise, die in den letzten Jahren derart vergeigt wurde – und dennoch mehr Geld eingespielt hat als jemals zuvor. Man möchte meinen, dass der Wald & Wiesen-Trekker sich nicht um die Qualität der Storys schert, oder schlimmer noch: dass er das, was uns momentan an STAR TREK präsentiert wird, tatsächlich gut findet. Er ist das Gegenstück zum Bauern aus dem Sprichwort: was er kennt, das frisst er auch.

Brrr….

Rant over and out. Widmen wir uns einer Idee, die ich schon in den 90ern in Ehren gehalten habe – STAR TREK als Zeichentrickserie. LOWER DECKS erzählt die Abenteuer von ein paar minder wichtigen Crew-Mitgliedern auf einem minder wichtigen Schiff der Föderation. Als Comedy.

Nun ist die Idee einer STAR TREK-Zeichentrickserie nicht neu:

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Und die Idee, Storys mal aus der Perspektive des niederen Personals zu erzählen, auch nicht:

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STAR TREK als Comedy – das hat man sich bisher allerdings noch nicht getraut, wenn man den generell humorigen Tonfall von STAR TREK IV: THE VOYAGE HOME mal außen vor lässt.

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Nein, Comedy war nie das Ding von STAR TREK – primär deshalb, weil die Macher und die Fans sich unangenehm einig sind, dass die Franchise auf jeden Fall todernst zu nehmen ist. STAR TREK darf im Maximalfall so witzig sein, dass die Integrität von STAR TREK selbst nicht in Frage gestellt wird. Lachen darf man mit STAR TREK, aber nicht über STAR TREK.

Ein paar Beteiligte von TREK haben sich allerdings mal aus dem Fenster gelehnt:

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Aber kommen wir zu LOWER DECKS:

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Ich gestehe, dass ich komplett darauf eingestellt war, die Serie als schnarchig und feige abzukanzeln. Der Trailer ist bestenfalls mäßig. Der "single white male" ist mal wieder der Depp vom Dienst. Und was kann LOWER DECKS schon leisten, was nicht FUTURAMA und THE ORVILLE bereits ohne das Roddenberry-Gütesiegel geleistet haben?

Das ist alles richtig. Und irgendwie doch falsch. Weil ich nach der Hälfte der gerade mal 21 Minuten Laufzeit feststellte, dass ich mich gut amüsierte. LOWER DECKS beweist schon in der Pilotepisode Qualitäten, die ich bei STAR TREK lange verloren wähnte, wenn sie denn jemals existiert haben. Mal ehrlich: wann hat die Franchise taugliche Pilotepisoden produziert? Bei der ersten TREK-Serie wurde der Pilot gleich eingemottet, "Encounter at Farpoint" bei TNG war so dröge wie später "Caretaker" bei VOY und "Emissary" bei DS9 war bestenfalls eine milde Steigerung. Wenn ich das mental durchgehe, war der bisher straffste, stringenteste und unterhaltsamste Pilotfilm einer TREK-Serie der von ENTERPRISE 2001:

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Aber Tatsache: LOWER DECKS schafft in 21 Minuten mehr, als die Veteranen der Franchise in 90 Minuten geschafft haben. Das Setting wird ordentlich eingeführt, neben den Hauptfiguren lernen wir auch ein paar der Hintergrund-Charaktere kennen, grundlegende Beziehungen und Konflikte werden gesetzt und obendrein gibt es auch noch eine actionlastige Story mit erstaunlich hohem Gewaltgehalt. Alle Trekker, die immer behauptet haben, so eine Serie brauche zwangsweise Zeit, sich zu entwickeln, stehen gerade mit runtergelassenen Hosen da.

Mir gefällt auch der visuelle Stil, der sich an FUTURAMA orientiert und mit klaren Linien 2D- und 3D-Animation verbindet. Die Uniformen, die Raumschiffe, die Aliens – alles 100 Prozent STAR TREK und damit vertraut wie ein alter Schuh.

Und auch das mag ein Schlüssel zum Gelingen von LOWER DECKS sein: im Gegensatz zu den letzten drei Kinofilmen, DISCOVERY und (ja, auch) PICARD versucht die Trickserie nicht, sich von der Original-Franchise abzukoppeln und zu emanzipieren. Das hier ist "vintage TREK" ist Stil von TNG. Man fühlt sich augenblicklich wohl in diesem Universum, zumal die Macher keine Probleme damit haben, den Zuschauer mit In-Jokes und Referenzen zu zu ballern.

Klar, es ist NICHT FUTURAMA, der schiere Wahnwitz und die überbordende Kreativität des SIMPSONS-Ablegers kann und will LOWER DECKS vermutlich auch nicht leisten, Das hier ist "Parodie light" und damit eher THE ORVILLE verwandt. Aber ich verteile Fleißkärtchen dafür, dass man sich sichtbar müht, STAR TREK endlich mal nicht so bierernst zu nehmen und bei aller Albernheit die Figuren doch nicht zu Karikaturen verkommen zu lassen. Es würde nur wenig Dämpfung erfordern, den Pilotfilm auch als Realverfilmung glaubwürdig zu machen.

Also alles goldgepresstes Latinum demnach? Nein. Mitunter sind die Figuren schon etwas schrill, die Auflösung des A-Plots ist viel zu hektisch, die Auflösung des B-Plots absolut vorhersehbar. Aber das ist auch der begrenzten Laufzeit und der Zielgruppe geschuldet.

Ich konstatiere also: Nicht so gut wie BABYLON 5. Nicht so gut wie THE ORVILLE. Nicht so gut wie FUTURAMA. Aber als "classic STAR TREK light" überraschend gelungen und unterhaltsam – wenn sie dieses Niveau halten, haben sie einen dauerhaften Fan gewonnen.



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Dietmar
6. August, 2020 20:32

Trailer gesehen, für gruselig befunden. Echt nicht mein Ding.

DJ Doena
DJ Doena
6. August, 2020 23:42

Grad angeguckt. Bin anscheinend nicht die Zielgruppe, war gelangweilt.

Rqady
Rqady
7. August, 2020 00:37

Habe es mir gerade angesehen. Hat mir sehr gut gefallen.

Und erstaunlich nah an einer klassischen TNG-Folge, wenn auch interessanterweise mit mehr Gewalt und – zumindest für amerikanische Verhältnisse – Nacktheit.

Nur die Hauptfigur könnte ein wenig weniger schrill sein.

Petz
Petz
7. August, 2020 06:34

Fand die Pilotfolge in Ordnung, aber nicht originell. Erinnert sehr an Rick & Morty, was die Charaktere und Story-stil angeht. Könnte sich noch steigern.

Comicfreak
Comicfreak
7. August, 2020 11:22

Werd ich mir ansehen, danke

jimmy1138
jimmy1138
9. August, 2020 11:04

"Ich kenne kaum eine Franchise, die in den letzten Jahren derartvergeigt wurde – und dennoch mehr Geld eingespielt hat als jemals zuvor."

Gibt es da verläßliche Metriken?

  • Kinofilme: Ja, mit weltweiten Einnahmen im Bereich von ca 350 Mio $ für Star Trek (2009) und Beyond bzw ca. 470 Mio für Into Darkness ist Trek sicherlich im Kino so erfolgreich wie noch nie. Nur kam das eben zu einem hohen Preis mit Budgets knapp unter 200 Mio $. Ohne wieder eine Hollywood Accounting Diskussion anzetteln zu wollen – Trek 2009 und Into Darkness haben vermutlich schwarze Zahlen geschrieben, Beyond eher nicht. JJ-Trek wurde (auch durch das Into Darkness Desaster) mMn finanziell in den Sand gefahren, weshalb man beim vierten Film, der überhaupt nicht vom Boden wegkommt, Kosten sparen und das Gehalt von Pine und Hemsworth kürzen wollte.
  • Serien: Wie sagte Red Letter Media so schön in ihrem gnadenlosen Picard Review:"Show us your numbers". Alles ist hinter irgendwelchen Abo-Zahlen – ob CBS All Access, Netflix oder Amazon Prime – versteckt. Indizien über Erfolg bzw Mißerfolg lassen sich eigentlich nur vom Verhalten der Partner ableiten: Nach Discovery wollte Netflix nichts mit Picard zu tun haben, nach Picard Amazon Prime nichts mit Lower Decks.
  • Merchandise: Wie sieht es da aus? Denn das war ja immer ein Pfeiler von Star Trek. Hier wären konkrete Zahlen sehr interessant…
Dietmar
9. August, 2020 16:02
Reply to  Torsten Dewi

Das Ordern der Staffeln und Serien sieht für mich eher aus wie verzweifelte Versuche, die Franchise auszumelken. Star Trek hat maximal die Optik mit Star Trek noch gemein. Sich abklatschende Bros, die sich zum Bier verabreden, Zeichnungen im Kindergartenstil, ein Planet für Romulaner, vor dem ein englischsprachiges rostiges Schild an einer Kette hängt "Romulans only", ein vergnarzter Picard, der sich in Selbstvorwürfen suhlt und Gossensprache der Admiralität? Erschwerend kommt dazu, dass ich das letzte Mal Zeichentrick-Serien gut fand, als ich etwa vierzehn war ("Captain Future"). Mag so aussehen wie Star Trek, ist aber ein anderes Universum.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar
jimmy1138
jimmy1138
9. August, 2020 22:36
Reply to  Torsten Dewi

Daß es keine transparenten Metriken gibt ist nicht nur ein Problem der neuen Trek Serien, sondern von Streaming Diensten generell.
Das Verlängern von Discovery (bzw Picard) könnte zynisch gesehen eine Art "Too big to fail sein" – Discovery war das Flagschiff von CBS All Access, ein Einstellen der Serie würde dann doch einen ziemlichen Gesichtsverlust bedeuten. Picard detto. Was die angekündigten Serien betrifft: Gerade bei der "Konkurrenz" von Star Wars sieht man mMn recht gut, daß Ankündigungen noch nicht viel bedeuten müssen, auch hinsichtlich der Filme gab es zuletzt mehr Ankündigungen als konkrete Projekte.
Insgesamt – und das mag auch für andere Streaming-Dienste und Franchises gelten – kommt mir z.T. der Eindruck, daß nach dem Prinzip "Fake it till you make it" vorgegangen wird. Daß ein künstlicher Hype erzeugt wird, der einen echten Hype auslösen soll.

"So Mainstream war Star Trek noch nie." – Kurz gesagt: Filme ja bis jein, Serien nein. Das ging bei denn Filmen – böse Zungen sprechen da von "Star Trek for and from people who like Star Wars." – auf Kosten der Wirtschaftlichkeit, denn Trek hat zumindest aus meiner subjektiven Sicht nicht das Potential für eine Megafranchise. Die neuen Serien laufen auf irgendwelchen Streamingdiensten, TOS, TNG, DS9 und VOY auf großen Networks. Dazu war TOS in Wiederholungen fast omnipräsent.

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
10. August, 2020 11:08
Reply to  jimmy1138

Die neuen Filme waren definitiv erfolgreich, Star Trek 2009 und Into Darkness haben beide 2,5x ihr Budget eingespielt. Das erklärt aber dann nicht, was die mit Beyond abgeliefert haben. Den habe ich erst letzte Woche noch einmal angeschaut und ich kann es echt nicht fassen wie gut der Film die Charaktere einfängt und gleichzeitig so ein Totalschaden (für Trek) ist. Deswegen überrascht es mich auch nicht, das der nur 1,8x von seinem Budget eingenommen hat. Die alten Filme hatten übrigens einen ausgezeichneten Multiplikator von über 3, abseits der Austand und das gefloppte Nemesis.

Was den Erfolg von Star Trek als Serie angeht. Die erste Staffel von Discovery war definitiv ein Erfolg. Allein schon, weil Netflix mal eben die gesamte Staffel unwissentlich finanziert hatte. Dummerweise hatte der CBS CEO sich dann drüber lustig gemacht und spätestens seitdem bockt Netflix rum, was man zB an den Short Treks sehen konnte (ohne Ankündigung, wurde deren 1. Staffel einfach in die Trailersektion von Discovery gepackt). Ob Netflix selbst mit den Quoten glücklich war, wird man nicht wissen. Allerdings war die Serie zumindest in meinen Recommedations immer recht weit oben, was normalerweise nur bei Serien passiert, die an sich erfolgreich sind. Kann aber natürlich auch einfach nur deren miese Software sein.
Das Picard dann bei Amazon landete, muss nicht unbedingt was heißen, immerhin ist Jeff Bezos auch bekennender SciFi Fan, weswegen der da auch einfach Netflix überboten haben kann. Lower Decks ist als Zeichentrickshow aber definitiv Nische außerhalb der USA, deswegen wundert es mich null, dass die da keinen Vertrieb bisher gefunden haben. Zudem kommen solche Serien auch lieber im Block. Netflix wird jedenfalls sehr genau ihr Angebot machen können, da sie ja Rick & Morty und Bojack Horseman im Angebot haben.
CBS jedoch möchte am liebsten das ganze Jahr über Star Trek. Deren All Access Abos gingen nach Discovery anscheinend drastisch runter. In den USA ist Star Trek immer noch ein definitiver Fanliebling. Deswegen wurde auch Picard und Lower Decks gestartet. So hat man jetzt auch Stolz "24 weeks of Star Trek" verkündet, weil nach Lower Decks direkt Discovery durchstartet. Und deswegen soll auch Strange New Worlds und andere Serien kommen, damit man zumindest ein halbes Jahr lang immer eine Star Trek Show laufen hat. 2021 wird aber dank Corona wohl flach fallen, dafür könnte 2022 ein sehr geschäftiges Trekjahr werden.
Das kann natürlich auch alles Too big to fail sein, aber ich vermute stark, dass das irgendwo in der Mitte ist. Discovery Staffel 3 und Picard Staffel 2 müssen definitiv im Drehbuch überzeugen, sonst können die Trek in die Tonne treten. Strange New Worlds hat definitiv gutes Potential, Prodigy (Kindersendung) könnte, wenn gut, sowas wie Clone Wars fürs Trek Universum werden und Lower Decks scheint ja schon zu klappen.

Nummer Neun
11. August, 2020 13:20
Reply to  jimmy1138

Eigentlich war es von CBS ein interessanter Move, Picard an Prime zu vergeben und so im besten Falle zwei interessierte Abnehmer am Leben zu halten, damit die sich in Zukunft um Star Trek streiten. Bei einer Auktion sind zwei interessierte Parteien immer deutlich besser als nur einer.

Die relevante Metrik bei den Streamern ist ja: Wie viele Abos kann ich damit generieren? Netflix hatte die alten Star Trek Serien ja schon und dazu Discovery. Wie viel mehr hätten sie verkaufen können, wenn sie auch noch Picard genommen hätten? Während Prime sich dadurch sehr viel mehr Neu-Abonnenten erhofft haben dürfte. Ergo sollte Prime auch das deutlich bessere Gebot abgegeben haben.

Dass CBS es allerdings nicht geschafft hat, Lower Decks irgendwo unter zu bekommen – sei es bei den Streamern oder einem linearen Free- oder Pay-Channel, sieht mir nicht danach aus, als hätte man da im Vertrieb einen guten Job gemacht. Oder irgendwas hat den Deal verzögert. Ist ja dann auch immer so ein Spannungsverhältnis, ob man die Serie global verkauft oder sich in jedem Land einen Partner sucht.

Dietmar
11. August, 2020 07:24

Selbstkasteiung: Ich will mich nicht damit beschäftigen, lese oder gucke trotzdem Kritiken. Can´t help myself. Er hier hat mich jedenfalls überzeugt, diese Show keinesfalls zu gucken:

https://www.youtube.com/watch?v=J2S8yhkv70c

Dietmar
11. August, 2020 17:53
Reply to  Torsten Dewi

Er hat in meinen Augen auf jeden Fall damit recht, dass der eigentliche Kern Star Treks mehr als die Optik ist. Worüber sprechen wir hier? Es mag ja eine Minderheiten-Meinung sein, dass es bei Star Trek um eine optimistische Zukunftssicht ging und die Föderation einen moralischen Kompass verkörperte. Wenn man bonbonbunt bombastisches Anime-Gezappel an eine neue Generation verkaufen kann, ändert das nichts an der Richtigkeit der Kritik. Ich sehe da nichts "Toxisches"; die anderen Seiten kenne ich nicht. News sind das eigentlich auch nicht, sondern klar Meinung über Ereignisse in der Unterhaltung.

Dietmar Steinhaus
11. August, 2020 20:37
Reply to  Torsten Dewi

Ich kenne die anderen Seiten nicht. Die Meinung von Nerdrotic finde ich gut begründet. Ich finde den Vergleich mit dem Stürmer nicht begründet, übertrieben hart, denn ich sehe bei Nerdrotic nichts in ähnlicher Weise Verachtenswertes. Aber ich kenne den Kanal eigentlich nicht und ihn auch nicht.

Anime ist nicht meins. Damit hat es "Lower Decks" bei mir schon mal schwer. Das, was ich gesehen habe, hier und da, war mir zudem zu zappelig, zu albern, war nicht Trek.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar Steinhaus
Jake
Jake
12. August, 2020 11:27
Reply to  Torsten Dewi

Mit dem, was Du über Nerdrotic schreibst, hast Du Recht. Du kannst jedoch nicht voraussetzen, dass Dietmar die Ausrichtung von Gary Buechler und dessen Gebahren geläufig ist, da der Kanal eben nicht "Der Stürmer" heißt. Dietmar schreibt ja selbst, dass er die Person bzw. dessen Kanal nicht wirklich kennt. Ich finde Du gehst ihn da etwas zu harsch an.

Ich selbst bin auch nur durch Zufall auf Nerdrotic gestoßen, als PICARD "on air" ging. Ich hatte vorher noch nie von dem Kanal bzw. von Buechler gehört oder gelesen und fand ihn anfangs ganz sympathisch, da er mir mit vielem, was er zu PICARD zu sagen hatte, aus der Seele sprach. Was Phase ist, merkte ich erst, nachdem ich mich näher mit Buechlers Content befasst hatte. Was von dem Kerl zu halten ist, hast Du treffend auf den Punkt gebracht.

Jake
Jake
12. August, 2020 12:08
Reply to  Torsten Dewi

Es geht mir um das abstrakte Prinzip, eine relativ faktenfreie Meinung zu haben und dann jemanden. zu suchen, der sie stützt – unabhängig davon, ob diese Person überhaupt "grata" ist.

Da bin ich bei Dir, das stelle ich auch nicht in Abrede. Es ging mir mehr um Aussagen wie "Es tut mir leid, wenn du allen Ernstes Nerdrotic glaubst". 

Dietmar Steinhaus
12. August, 2020 15:10
Reply to  Jake

Siehste: Das interessiert mich wieder, was er zu "Picard" sagt. Werde ich mir ansehen.

Aber, ohne Dich nerven zu wollen, was genau ist denn das Problem mit Buechler?

Dietmar Steinhaus
12. August, 2020 15:03
Reply to  Torsten Dewi

Stimmt. Anime ist japanischer Zeichentrick. Das ist mir schon klar, und ich dachte, Dir wäre klar, dass mir das klar ist. Anime ist nicht meins, weil mir das alles zu zappelig ist. So wie das, was ich von "Lower Decks" gesehen habe. Verstehe ich Dich richtig, dass der Kern Deines Arguments ist, dass Nerdrotic faktenarm Gerüchte hochjazzt und nicht vertrauenswürdig ist, und ich Dir leid tue, dass ich seine Argumente bezüglich "Lower Decks" treffend finde?

Ich will mich nicht streiten. Das "abstrakte Prinzip einer relativ faktenfreien Meinung und dann jemanden zu suchen, der sie stützt", das wirfst Du mir ernsthaft vor? Ich kann mich ja gerne erklären: Ich habe bei Dir zum ersten Mal davon gelesen. Gefällt mir nicht, denke und schreibe ich. Und dann habe ich mich etwas umgesehen. Nerdrotic sagt das Obige, ich dachte, das würde interessieren. Positives habe ich bisher nicht gesehen. Mag Zufall sein. Ich habe nicht (!) aktiv etwas gesucht, das meine "faktenfreie Meinung stützt".

Mir ist vollkommen klar, dass ich Konsument und kein Kenner oder Kritiker bin. Sollte jemand den Eindruck erhalten haben, ich würde versuchen, diesen Eindruck zu wecken, tut mir das leid.

Mein Fazit: Trek ist im Kern etwas anderes als das; so sehe ich das jedenfalls. Zudem überzeugt mich der Trailer nicht, auch weil Zeichentrick allgemein (Anime im Besonderen) mich eher nervt. In dem Nerdrotic-Video kann ich nichts Fragwürdiges finden, will aber nicht absprechen, dass der Mann vielleicht ein ganz böser Bube ist; weiß ich halt nicht. Ich werde jetzt mal, um mir ein Bild zu machen, wenn ich Zeit habe, mir etwas von ihm ansehen, und teile dann ja möglicherweise Deine und Jakes Meinung. Wäre ja nicht das erste Mal.

Und auch nicht das erste Mal, dass ich mich von Argumenten überzeugen lasse. Das sollte ebenfalls bekannt sein. Da dachte ich (!), wir wären da schon weiter.

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar Steinhaus
Dietmar Steinhaus
12. August, 2020 16:07
Reply to  Torsten Dewi

Mein Geburtstag ist auch zum Vergessen… Ich dachte, läufste mal wieder. Ging ja lange nicht. Jetzt biste ja gesund, dachte ich. Laufen? Das ist eher zügiges Stehen. Und wenn ich das Arschloch erwische, das mir ständig nach zwei Kilometern das Messer in die rechte Wade rammt!

Das Problem ist irgendwie immer: Man muss sich eine Meinung bilden mit dem, was man hat. Ich habe den Trailer. Und nach dem gibt gar keine Möglichkeit, dass der Pilot in meinen Augen gut sein kann! Dieses Bro-Abgeklatsche allein schon würde mir reichen. Dann dieses Gezappel und Geschreie und so weiter. Nach dem, was nach meinem Verständnis Star Trek ist, kann der Pilot auch nicht gut sein. Wenn das wirklich Trolle sind, haben sie an dieser Stelle in meinen Augen Argumente, die über Trollerei hinausgehen.

Kurtzman sagt mir nichts so richtig; irgendwie verbinde ich J. J. Abrams mit Star Trek, aber das google ich mal irgendwann. Den Eindruck, dass Kennedy eher eine Agenda auslebt, als "Star Wars" entwickelt, habe ich allerdings schon. Was die Trolle an ihr aussetzen, weiß ich nicht.

EDIT off topic "Geburtstag": Seit ich gesund bin, also wieder richtig gesund, und aus dem Stress raus, zeigt mein Sport plötzlich wieder Trainingserfolge, die es schon lange nicht mehr gab (war eben offenbar länger ernsthaft krank, ohne es ernst zu nehmen oder zu bemerken). Jedenfalls lege ich Gewicht zu. War nicht das Ziel. Das Ziel war allgemeine Fitness, aber Muskeln schaden ja auch nicht. Ich wiege gerade 88 kg und bewege mich auf 90 zu, was mich völlig überrascht, weil meine Körper"größe" *gnihihi* das ja nun nicht her gibt. Ich also wie so oft mit dem Fahrrad zur Pflege zu meiner Mutter, setze mich an den Tisch. Ich trage, für mich unüblich, ein Muskelshirt. Meine Mutter: "Du wirst dick." – "Was?" – "Du wirst dick! Schau dir doch mal deine Arme an!" – "Äh … das sind Muskeln …" Meine Mutter wegwerfend: "Ach! Das sind doch keine Muskeln!" – "Ähm, doch. Ich mache Sport." Meine Mutter noch verächtlicher: "Ach was! Von Sport wird man schlank! Was soll denn das für ein Sport sein, von dem man dicke Arme bekommt!" So fängt man seinen Geburtstag an -.-

Last edited 3 Monate zuvor by Dietmar Steinhaus
Dietmar
19. August, 2020 07:11
Reply to  Torsten Dewi

Gerade poppte das neueste Video von ihm bei mir auf, und ich habe reingesehen: Dort bezeichnet er die Proteste gegen den George-Floyd-Mord wiederholt als "rioting and looting" und macht diese dafür verantwortlich, dass Los Angeles unsicherer würde. Weiter habe ich nicht geguckt, denn das ist ekelhaft.

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner
14. August, 2020 09:54
Reply to  Torsten Dewi

Nerdrotic halte ich bei diversen Franchises auch für deutlich vorbelastet (ein Lieblingsthema scheint der Nicht-Verkauf von Star-Wars-Figuren zu sein) und wäre nicht meine Quelle für eine "objektive" Bewertung, bei Midnight’s Edge wird meiner Erfahrung nach deutlich zwischen Fakten und Gerüchten unterschieden und bisher hatte ich noch nie das Gefühl, dass die etwas aus Prinzip runtermachen. Wegotthiscovered sagt mir nichts.

Exverlobter
Exverlobter
11. August, 2020 19:20

"Nein, Comedy war nie das Ding von STAR TREK – primär deshalb, weil die Macher und die Fans sich unangenehm einig sind, dass die Franchise auf jeden Fall todernst zu nehmen ist."

Ich gebe zu, dass sich Star Trek ab TNG viel zu ernst nahm, und damit eine lange Zeit ein Spassbremsen-Image hatte. Meines Erachtens unberechtigt.
Denn in der Original-Serie ist davon nichts zu spüren. Und damit meine ich nicht nur offizielle "Comedy" Folgen wie die Tribbles-Episode, sondern im Allgemeinen den lockeren, lustigen Stil der Serie der sich stringent durch alle 3 Staffeln zog. Ok, ok vielleicht nicht ganz stringent, in Staffel3 wurde es sogar oftmals so albern, dass es schon zuviel des Guten war. Und in dieser Staffel oftmals schon fast als Comedy durchgehen könnte. Aber im allgemeinen doch sehr humorvoll wie die zeitgleich laufende Batman-Serie mit Adam West. Das änderte sich erst später.

Exverlobter
Exverlobter
12. August, 2020 08:13
Reply to  Torsten Dewi

Also eine Folge wie "I Mudd", wo Kirks Gelaber dafür sorgt, das Rauch aus den Ohren des Androiden steigt, weil sein Prozessor überlastet, könnte auch gut zur Batman Serie passen 😉

Solus
Solus
12. August, 2020 02:38

Ich fühle mich ja von Rick & Morty meistens gut unterhalten und hatte entsprechend die Hoffnung, dass Lower Decks, wenn die Serie schon kein gutes Star Trek liefert, zumindest unterhaltsam sein würde. Aber seelenlose Charaktere, die sich fast die komplette Folge permanent anschreien, und ansonsten idiotisch bis unrealistisch verhalten? Nee, da bin ich raus. Da kann ich ja auch alte Folgen vom VIVA-Lämmermann gucken. Und so funktioniert Comedy doch auch nicht. Comedy braucht trotzdem immer irgendetwas Ernstes oder Sinnhaftes, an das sie sich reiben kann. Wenn es nur ein bescheuerter Kadett wäre, der immer wieder Mist baut und dann verhindern muss, dass man auf der Brücke davon erfährt, das könnte tatsächlich witzig sein. (Aber auch nur für eine Staffel). Bei Lower Decks bin ich aber tatsächlich jetzt schon nach der ersten Folge raus. Es gibt so viele gute Trickfilmserien, da muss ich mir den ADHS-Zirkus wirklich nicht anschauen.

Matts
Matts
12. August, 2020 13:56

Hm, interessant. Ein so positives Urteil hätte ich nach dem Trailer nicht erwartet.
Vielleicht werde ich irgendwann auch mal reinsehen. Aber erst wenn ich mit Rick & Morty durch bin…

Jake
Jake
14. August, 2020 08:55

Bin ich richtig informiert, dass "ST: LOWER DECKS" aktuell nur auf CBS All Access verfügbar ist und ich diesen Dienst mangels Verfügbarkeit in Deutschland nur mittels VPN nutzen kann? Außerhalb meiner Netflix-, und Amazon Prime-Bubble fehlt mich etwas der Überblick…

Jake
Jake
14. August, 2020 13:42
Reply to  Torsten Dewi

Danke!