03
Jun 2020

Steinzeit Internet: ich glaub', mein Modem pfeift

Themen: Neues |

Keine Sorge, es kommen dieser Tage viele neue Beiträge, ich bin nur gerade beruflich relativ stark eingebunden. Darum sollt ihr heute mal Content liefern, denn ich möchte EURE Erlebnisse hören.

Vor 12 (!) Jahren hatte ich schon darüber geschrieben, wie ich zum Internet kam. Gehört hatte ich davon schon vorher, aber wirklich los ging es im August 1995, als mein neuer Arbeitsplatz bei ProSieben mit einer für damalige Verhältnisse unglaublichen 2Mbit-Standleitung kam. Da gab es keinen Grund, daheim ein Modem fiepen zu lassen. Wo bei anderen die Daten tröpfelten, befand ich mich längst im Digitalstrom.

Wie war das bei euch? Wann ging es los? Early adopter oder Spätzünder? Und was war die primäre Motivation – was habt ihr im Web gewollt?

Zweites Erlebnis, verbunden mit einer Frage: Ich habe mich immer relativ oberflächlich gegen die Gefahren aus dem Netz abgesichert. Einfache Anti-Viren-Software, wechselnde Passwörter, eine gewisse Vorsicht und etwas gesunder Menschenverstand haben ausgereicht, um mich mittlerweile 25 Jahre fast komplett abzusichern.

Mit zwei Ausnahmen. Über eine habe ich vor 11 (!) Jahren bereits geschrieben.

Die andere ist etwas peinlicher: Ich hatte mir ca. Ende der 90er einen neuen Computer zugelegt und wollte mal sehen, was der so kann. Ein paar ältere Spiele sollten die Tauglichkeit der (mageren) eingebauten Grafikkarte testen. Nur weil ich zu faul war, mir beim Saturn eine Box mit "50 GOLD Games" für 20 Mark zu kaufen, verfiel ich auf die Idee, "schnell mal" ein paar Raubkopien aus dem Netz zu laden. Sollte ja nur ein Test sein, kann man auch sofort wieder löschen. Über einen der damals beliebten Download-Clients machte ich eine Datei ausfindig, die nach "Need for Speed II" aussah. Zwei Jahre alt und damit vielleicht auch auf meinem Brot & Butter-PC spielbar. Gerade mal 5 Megabyte, das ließ sich auch flott laden. Ich war jung und dumm…

Ich klickte auf die .exe-Datei zu Installation – nichts passierte. Ich halte mir im Nachhinein zugute, dass ich in dem Moment zumindest schon ahnte, dass ich mir ein Virus eingefangen hatte. Ich schaltete den Rechner sofort "hard" aus, klemmt mir den gesamten Desktop unter den Arm und fuhr zu meinem Kumpel Joe, der als IT-Techniker die Expertise hatte, mich zu "retten". Er stellte die Kiste auf seinen Schreibtisch, plömpelte Tastatur und Monitor ein, fuhr das Betriebssystem hoch und knurrte nach 20 Sekunden: "Scheiße. Ich hoffe, du hast ein Backup. Den müssen wir platt machen."

Ich habe wenigstens draus gelernt. Keine Raubkopien aus fragwürdigen Quellen, mehr Backups, Umstieg auf Mac.

Und nun will ich von euch wissen: Habt ihr euch auch schon mal was eingefangen? Malware, Virus, Schweinkram?



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Skrymir
Skrymir
3. Juni, 2020 14:16

Die wundervolle Zeit der P2P Klienten.

Ja, damals hat es mich auch erwischt, vermutlich mehrmals. Allerdings war mir das mit meinen knapp 13 Jahren nicht so wirklich bewusst.

Ich kann mich noch entsinnen damals allerdings tatsächlich eine Variante von "Black and White" gezogen zu haben die tatsächlich funktionierte, eigentlich schon fast ein Wunder.

Lothar
Lothar
3. Juni, 2020 15:19

Preinternet seit 1990 mit Modem (14,4 kbps, bis rauf auf 56 kbps) unterwegs. Mit Raubmordkopien habe ich schon davor aufgehört, weil ich Handbücher sehr zu schätzen lernte.

Internet kam dann mit dem Beginn des Informatikstudiums "ab Werk" 1994. Dorthin konnte man sich mit besagtem Modem dann auch von zu hause aus einwählen. Einen Internetzugang für Unprivilegierte (sprich ISP für Normalsterbliche) kam dann erst später mit dem Aufkommen von ISDN.

Eingefangen in dem Sinne habe ich mir nicht wirklich was, habe aber auch nie wirklich in den entsprechenden "Kreisen" verkehrt und selten das Hirn ausgeschaltet, wenn es z.B. darum ging, den Liebesbrief des Uniprofessors zu öffnen, den dieser per Mail als Worddokument etwas unerwartet gesendet hat (https://en.wikipedia.org/wiki/ILOVEYOU).

Heino
Heino
3. Juni, 2020 16:10

Definitiv Spätzünder. Ich hatte bis 2000 keinen eigenen Computer, denn ich war kein Gamer und sah keinen Mehrwert in der Anschaffung eines PCs. Das änderte sich, als mir meine Schwester 1999 begeistert vom mir völlig unbekannten Internet erzählte und was man da alles finden könnte. Das habe ich dann bei ihr getestet, landete bei aintitcool und darkhorizons.com und kaufte mir von meiner nächsten Steuerrückzahlung einen eigenen PC.

Was Viren angeht, hatte ich auch immer sehr viel Glück. Lange Zeit hatte ich weder Virenscanner noch eine Firewall installiert, da ich aber bis auf ganz wenige Versuche aus Neugier nie Filesharing betrieben habe, ist dieser Kelch immer an mir vorüber gegangen.

AlphaOrange
AlphaOrange
3. Juni, 2020 16:25

Internet kam bei mir zu Schulzeiten auf, bei meinen Eltern stand dann irgendwann eines der gefährlich beependen und rauschenden 56k Modems, das genaue Jahr lässt sich rückblickend unmöglich noch nennen. Motivation: weil es da war. Ganz einfach. Und nach einer Weile dann natürlich für Raubkopien. Limewire wurde irgendwann mein bester Freund und ich weiß noch, dass Songs bestimmt zehnmal so lange zum Herunterladen brauchten als sie eigentlich Spielzeit hatte, deshalb waren die meisten mp3s auch mit maximal 96kbit/s codiert und klangen entsprechend scheiße.

Spiele hab ich eigentlich nie gesaugt, habe ich mir doch so gerne die großen Pappboxen ins Regal gestellt. Außerdem war die Bandbreite dafür lange Zeit zu schlecht. Musik im Endeffekt auch sehr, sehr wenig.

Als ich ins Studium kam ging das exzessive Herunterladen von TV-Serien im O-Ton los. Davon bin ich auch tatsächlich erst vor wenigen Jahren runter dank Netflix und co.

Ungeziefer habe ich mir trotz zeitweilig großzügiger Nutzung dubiosester Quellen und der völligen Vernachlässigung von Virenschutz eigentlich nie eingefangen, deshalb bin ich auch bis heute nicht aus Schaden klug geworden. Einmal hatte ich einen Wurm (ich glaube der hieß einfach t), der ließ sich nach einiger Recherche manuell entfernen, da war ich ein wenig stolz drauf ^^ Dürfte zusammen mit Pornografie auf die Platte gewandert sein. Dass da nie mehr passiert ist wundert mich ernsthaft.

Ich glaube, gesunder Menschenverstand schützt einen vor dem größten Schaden schon ganz gut. Sowas wie "wenn ich Musik laden will und bekomme stattdessen eine exe-Datei: nicht starten weil a) gefährlich und b) DAS IST EH KEINE MUSIK!". Also vor allem b.

moepinat0r
moepinat0r
3. Juni, 2020 17:30

Apropos Need for Speed: mein Kumpel hatte den dritten oder vierten Teil, aber kein Internet daheim. Irgendwelche Modder haben neue Wagen kreiert, die wir unbedingt fahren mussten, doch wie bekommen wir die auf seinen PC? Meine Familie hatte "zum Glück" schon AOL, mit dem das runterladen zwar ne halbe Stunde gedauert hat, aber vertretbar war, auch wenn das Telefon in der Zeit blockiert war. Das viel grössere Problem war, dass die Autos so um die 3MB(!) gross waren, eine Handelsübliche Diskette aber nur 1.44MB fasst. Zudem hatte ich als armer Schüler nur eine Diskette zur verfügung. Was also tun? Zum Glück haben wir gemerkt, dass man aber mit WinZip (oder doch WinRAR?) Dateien aufsplitten kann. Also haben wir die Datei auf 1.4MB zerstückelt, den ersten Teil auf die Diskette kopiert, sind die Strasse runter gelatscht, haben die Datei rüberkopiert, die Diskette gelöscht, wieder zurück gelaufen, etc. Und wir haben es natürlich nicht bei nur einem Auto belassen. 😀

Andreas
Andreas
4. Juni, 2020 16:00
Reply to  moepinat0r

Jawollo 🙂 LAN-Partys organisiert… und die fanden in einem Saal von einem befreundeten Unternehmer statt. Auf dem Gelände gab es auch Internetzugang im Büro. Netterweise durften wir da Sachen runterladen (hat sich damals keiner Gedanken gemacht, heute wundere ich mich öfter wie das ging).

Natürlich hatten die "Z0ckerrrr" alles auf ihren Rechnern – aber keine Treiber für Netzwerkkarten / Mainboard, dieses Gedöns. Und ihre CDs auch nicht dabei. Aber Win95 und Win98, was damals aktuell war, musste man schonmal neu installieren – und dann stand man ohne die notwendigen Treiber da. Großes Geheule. Also Diskette(n) und ab ins Office. Treiber geladen. Megafette Dinger gewesen (für damals).

Da hab ich gelernt, auszusortieren: wirklich nur die notwendigsten Dateien für Mainboard und LAN zu laden, den Rest konnte man dann bei uns im LAN finden. Irre…

Will Tippin
Will Tippin
26. Juni, 2020 23:14
Reply to  Andreas

Ein Freund von mir kannte seine Windows-Seriennummer auswendig, so oft hatte der neu installiert…

Leunhart
Leunhart
4. Juni, 2020 20:40
Reply to  moepinat0r

Das mit dem Aufsplitten kannte ich auch noch^^ Anfang der 2000er gab’s ne Mod für Gothic 1, die ich unbedingt spielen wollte. Satte 50MB. Dumm nur, dass der internetfähige PC zwei Stockwerke höher stand und der Spiele-Rechner (meines kleinen Bruders) unten. Und weder USB-Stick (gab’s damals ja noch nicht) noch Brenner vorhanden waren. Aber Disketten hatte man, Winzip und viel Geduld…

Meine Jugendsünde waren sonst noch Emulatoren und ROMs (Super Nintendo und Gameboy). So eine ROM brauchte nicht viel Platz – selbst die großen SNES-Roms kamen mit maximal drei MB aus. Die hatte man mit dem 56k-Modem ja in einer hlaben Stunde runtergeladen:-)

DJ Doena
DJ Doena
6. Juni, 2020 18:35
Reply to  moepinat0r

Damals dürfte das noch ARJ oder DOS-RAR gewesen sein. Doch auch ZIP konnte schon Mehr-Disketten-Archive. Der Haken bei letzterem war, dass man das nur erstellen konnte, wenn man direkt auf die Diskette schrieb und die wurde dann immer bis zum Anschlag voll gemacht, was oftmals keine so gute Idee war, die letzten Sektoren sollte man immer freilassen, weil die physikalisch am ehesten die waren, die kaputt gingen (auf den letzten Außenringen der Diskette).

Andreas
Andreas
8. Juni, 2020 11:09
Reply to  DJ Doena

Ja, stimmt – das Splitten von Files. HJSplit hieß dass damals glaube ich. Und ganz heiß war eine Zeitlang WinACE… die Ace-Dateien fand man damals überall. WinZIP war da recht unflexibel, was eigentlich merkwürdig war. Konnten doch ARJ und ähnliche das Aufsplitten und Zusammenfügen schon zu seeligen DOS-Zeiten.
 
Hatte mal von nem Freund in der Berufsschule DOOM auf Disketten erhalten, Natürlich gepackt als LZH Files. Und keinen Plan, wie man das zusammenbaut (nix mit Internet damals 1996). Mann, war ich traurig gewesen 🙂

Michael
Michael
3. Juni, 2020 17:30

So genau kann ich nicht mehr bestimmen, ab wann ich das Internet genutzt habe, weil das zuerst auf der Arbeit bei meinem Vater passierte. Da damals schon große Datenmengen zwischen verschiedenen Standorten hin und her geschickt werden mussten, war die Leitung auch sehr flott bemessen. Ich denke, das muss so 1995/1996 gewesen sein. Mich faszinierte damals die Technik als solches und dass "auf einmal" jeder Hinz und jeder Kunz eine Website zu haben schien – zumindest im Bereich Firmen, Unternehmen, Künstler. Bei Privatleuten dauerte das noch eine Weile.

Den ersten privaten Internetzugang habe ich mir 1998 zugelegt mit dem unschlagbar günstigen (hüstel) Angebot von Planet Interkom (die, glaube ich, über 20 Ecken in O2 aufgegangen sind), für atemberaubende zehn Stunden im Monat zum Preis für nur sechs Mark pro Stunde zu surfen. Entdecke die Möglichkeiten! Schade nur, dass das bei Durchsatzraten von vielleicht 3,6 kb an meiner Leitung gar nicht mal so schnell war.

Am Anfang habe ich das Netz in der Hauptsache zur Information genutzt: Musik, Sport, solche Sachen. Ab ca. 2000 dann zum Austausch mit anderen. Daten und Meinungen. Das kurioseste in Sachen Filesharing war, dass ich mir alte Kinderhörspiele von einem Kollegen auf der Arbeit, der einen der raren Internetzugänge bei uns hatte, von einem Geocities-Server habe herunterladen lassen. Die waren in 64 kbit/s codiert und etwa 5 Megabyte pro Kassettenseite groß. Das hätte daheim ewig gedauert, im Büro nur etwa 20 Minuten.

Meine Güte, war der Kollege immer nervös, dass jemand hereinkommen und sehen würde, was er da treibt. Dabei war das die Zeit, zu der man auf der Arbeit von Dingen wie Zugangsbeschränkungen oder Black-Lists noch nie was gehört hatte. Ich erinnere mich an einen anderen Kollegen, dem der Admin vom Dienst regelmäßig alle paar Wochen seinen Rechner neu aufsetzen musste, weil er sich von irgendeiner Pornoseite irgendetwas eingefangen hatte.

Selber habe ich schon früh, noch weit vor dem Internet, auf Sicherheit geachtet. Einen Virenscanner hatte ich gefühlt immer, auch wenn der meine ersten Rechner arg ausgebremst hat. Hat mir auch einige Male den Hintern gerettet, denn mit Backups war früher nicht viel, aus Kostengründen. Dafür umso mehr mit Raubkopien, aus demselben Grund.

Heute, wo die komplette Musik-, Hörspiel- und DVD-Sammlung nur noch digital existiert, ist jede Datei mindestens zweimal gesichert und ich habe mehr externe Festplatten an Lager als der Media Markt.

Audiogalaxy habe ich auch eine Weile stark genutzt, vor allem wegen der Bootlegs, die es da gab und an die man ansonsten nicht so einfach herankam. Eine Weile bin ich auch auf dem Esel geritten, bis mir die Sache zu heiß wurde und ich von einem Tag auf den anderen alles an Raubkopien usw. verbannt habe. Die Ausgaben stiegen danach zwar sprunghaft an, aber auch das Sicherheitsgefühl. Und heute, in Zeiten von Flatrates und Streaming und Gratisspielen, weiß man sowieso nicht, was man als erstes nicht konsumieren soll.

Oibert
Oibert
3. Juni, 2020 17:48

Also meinen ersten Rechner hab ich 1987 gekauft – damals noch ein C64. Auch da gabs schon Viren, noch ganz ohne Netz. Aber da hab ich mir nichst eingefangen. Und auch seitdem nicht mehr. Und Ende der 90er – frühe 2000er war ich auch bei Kazaa (die wohl übelste Virenschleuder überhaupt) unterwegs. Aber immer schlau genug nicht irgendwelchen Schrott zu ziehen. Das Maximum waren falsch gelabelte Songs und Filme die nicht die Filme waren, die sie vorgaben zu sein.

Virenscanner sind wenn man sich gut genug auskennt eh meistens Bullshit und Schlangenöl – zum Teil ist man mit denen unsicherer als ohne, weil sie eine zusätzlichen Einfallvektor bieten, der in den letzten Jahren auch ausgiebig ausgenutzt wurde.

Ansonsten bin ich da auch eher paranoid im Netz unterwegs, was Absicherung dees Browsers angeht mit Sachen wie den Erweiterungen NoScript, Privacy Badger, Ublock Origin, Cookie Autodelete etc. Plus ein Pi-Hole fürs Netzwerk und ne Firewall und Blokada aufm Handy. Als Rechner seit Mitte 2000 nur noch Mac, was die potentiellen Angriffe nochmal deutlich reduziert. Deshalb auch kein Virenscanner bei mir.

Das einzige wo wirklich mal was war, war der weltweite Angriff über den Windows Update Dienst vor Ewigkeiten, den man sich quasi automatisch eingefangen hat, sobald der Windows Rechner ans Netz ging, sogar bei kompletten Neuinstallationen die noch nicht den aktuellen Patchlevel hatten…

Dietmar
3. Juni, 2020 18:51

Spätstarter. Etwa 1999 mit extrem langsamer Verbindung für E-Mails. Das war es weitestgehend. Virenbefall hatten wir, meint Meike, ich habe es total vergessen, vielleicht ein mal.

Tante Jay
Tante Jay
3. Juni, 2020 21:19

1996 – ich hatte meinen ersten Computer. Und ein Modem. Und AOL. ^^

Ich war neugierig, wollte mal wissen, was denn das eigentlich ist.

Naja. AOL war irgendwann Geschichte (und mein kleiner Zeitvertreib als "Scout" wars auch) und dann kamen Blogs. Und dann Facebook. Und Twitter.

Mal gucken, was als nächstes kommt.

Viren habe ich ganz gut vermeiden können. Was *auch* daran lag, dass ich relativ schnell gelernt habe, wie man das vermeiden kann.

Mein größter Schampunkt? Es gab mal ne von mir gebaute Webseite, so ne "about me" page. Vor den Blogs.

Mit Mucke, Glitzerponies und ner Menge animiertem Kram. Kennst du noch die alten "Myspace"-Seiten?

Erstellt mit Dreamweaver ^^

Jaaaaaaaaaaaa…ich bin recht schnell über diese Phase hinweggekommen ^^

Andreas
Andreas
8. Juni, 2020 11:10
Reply to  Tante Jay

Dreamweaver war toll (also damals). Seufz 🙂

lostNerd
lostNerd
3. Juni, 2020 23:48

Das erste mal Online war ich wohl so 97.

Der Fertigrechner den ich zum Geburtstag bekommen hatte, kam mit einem eingebautem Modem. Ich brauchte dann nur nich eine der unzähligen AOL-CDs einlegen und schon ging es los. Am Anfang wusste ich nur nicht so recht was ich mit diesem Internet anfangen sollte. Habe dann nur manchmal online nach einer Komplettlösung gesucht wenn ich bei einem Spiel nicht weiterkam,

Wirklich spannend wurde das Netz für mich dann erst als ein Kumpel mich mit mit dem Thema Videospielemulation bekannt machte.. Plötzlich waren all die exotischen Spiele, die ich nur aus Magazinen kannte, nur noch ein paar Klicks entfernt. Wobei dann doch leider einige Hürden zu überwinden waren: Ein Rom von dem Neo Geo Titel Metal Slug ist keine 20 MB gross, aber damals bedeutete das selbst bei guten Bedingungen mehrere Stunden Downloadzeit.Leider brachen die Downloads auch nicht selten ab und der IE (keine Ahnung ob der NN das konnte) bot nicht die Möglichkeit einen Download fortzusetzen.

Das wurde erst dann besser als ich den Download Manager Gozilla benutzte. Das Gozilla Gebrüll mit dem jeder abgeschlossene Download "gefeiert" wurde klingt mir noch immer in den Ohren.

Die passenden Emulatoren fand man dann auf davesclassics.com. Diese zum laufen zu bringen war für einen eher unerfahrenene user, wie ich es damals war, aber auch nicht so leicht..

Der ganze Aufwand hat sich trotzdem mehr als gelohnt, wenn dann plötzlich Metal Slug (ohne Ton und mit vielen framedrops) über den heimischen Monitor flimmerte..

.

Last edited 5 Monate zuvor by lostNerd
Trantor
Trantor
4. Juni, 2020 00:37

Kurz mal geschaut: erste Email meines Lebens am 5.4.1995 geschrieben. Am Rechenzentrum der Uni, nach ellenlanger (offline-)Registrierungsorgie für eine Uni-Emailadresse. Mail ging an an nen Kumpel mit Adresse bei @cybercity.de und es ging darum, dass ich mir sein Zyxel-Modem ausleihen wollte, damit ich zum Emailen nicht immer ins RRZ muss sondern endlich mal von zuhause – ach ja, die gute alte Zeit 🙂

PabloD
PabloD
4. Juni, 2020 11:57
Reply to  Trantor

Wo schaut man das denn nach?

Alternativ: Was zum Geier speichern manche Leute alles?

😀

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
4. Juni, 2020 03:49

Ich hatte zu meiner Studentenzeit damals an der Eindeutschung der DVD Fassungen von Wing Commander 4+5 gearbeitet (vor 10 Jahren). Nutzte dazu paar freie Tools, die das Audio von der deutschen Fassung abgriffen, dann noch das Audio anpassten, da die DVD Fassung anscheinend 25 Bilder hatte, die PC Version aber 24. Das wurde dann wieder in die (auf Wing Commander Fanseiten damals downloadbaren DVD Fassung) eingebunden und schon hatte man die (nie veröffentlichte) Deutschfassung von Wing Commander 5. Das gleiche wollte ich auch für Wing Commander 4 machen, aber irgendwie hatte ich mir einen echt miesen Virus eingefangen, der viele der Exe Dateien auf meinem PC infizierte. Nach mehreren Windows Neuinstallationen bin ich dann so verzweifelt gewesen, das ich alle Exe Dateien löschte, die ich hatte. Das war der hartnäckigste Virus den ich je hatte und leider meine Bearbeitung von WC4 stoppte. Zwar nutzte jemand anderes mein Tool von WC5 dann auf WC4, aber war da nie über die Videosynchronität zufrieden, k.a. ob das inzwischen verbessert wurde.

Ich habe auch keine Ahnung wie ich den Virus eingefangen habe, ich vermute aber, dass das einer dieser miesen Viren ist, der sich nur sehr langsam ausbreitet, da ich eigentlich normalerweise sehr vorsichtig bin, ich vermute aber, das ich mir den beim Ausprobieren von geeigneter Software eingefangen habe.

Ansonsten gabs da natürlich noch den scheiß Sasser, der sich aber ja komplett selbst verbreitete. Da war es dann am Ende ein Wettrennen, was schneller ist, den Virus einzufangen oder Windows Update. Ich hatte glaube ich 3-4 Versuche bis Update schneller war.

Olaf
Olaf
4. Juni, 2020 05:32

Zum ersten Male online war ich irgendwann in der zweiten Jahreshälfte 1998 bei meinem damaligen besten Freund. Dort gleich erstmal bei 2 Internet shops geordert. Bei amazon.de zwei Bücher (Christgau’s Record Guide: Rock Albums of the Seventies und Marc Eliot’s – To the Limit – The untold story of the Eagles) und beim damaligen, mittlerweile schon lange pleite gegangenen, BigBag Store aus München (Cd’s von Warren Zevon und J.D. Souther).

Bei uns zu Hause hatten wir Internet ab 1999. Mein Papa hat bei der Telekom gearbeitet. Der konnte da einen Sondertarif bekommen.

Dirk Eggers
Dirk Eggers
4. Juni, 2020 10:56

Hier meine schlimmste Viren-Erfahrung:

Ich bekam Mitte 2006 einen Anruf von der UFA-Personalabteilung, warum ich denen denn meine Steuererklärung zuschicke.

Ein Virus hat diverse Dateien von der Festplatte an diverse Kontakte von mir verschickt, unter meiner email-Adresse. Schluck.

(Gottseidank waren die wichtigsten Dateien verschlüsselt.)

sergej
sergej
4. Juni, 2020 11:28

Internet als Student. Ich bin mir nicht sicher, ob das schon in der ersten Wohnung war oder erst später in der WG. Die Computerräume an der Uni waren aber deutlich schneller als mit dem Modem. Größere Skripte wurden primär da runtergeladen und auf Disketten gepackt mit nach Hause gewonnen. Neben Studienkram wurde das Internet von mir für Nachrichten und Unterhaltung genutzt.

Definitiv eigens Internet hatte ich dann in der WG. Bei 3 Leuten und einem Telefonanschluss führte das zu überraschend wenig Problemen.

Als dann ein neuer Mitbewohner einzog, der ISDN wollte, wurde das Internet schneller. Der ISDN-Vertrag hatte eine Flatrate am WE (oder nur Sonntags?), bei der keine Telefonkosten anfielen. Das konnte man auch fürs Internet übers Uninetzwerk nutzen. Dann noch eine ISDN-Card, bei der man beide ISDN-Leitungen parallel nutzen konnte und es war relativ schnell.

Leichter Neid kam auf die Bewohnern der Studentenwohnheime auf. Die hingen direkt am Uniserver. Das war damals richtig schnell. Da gab es einige, da lief der PC den ganzen Tag für Filme, Musik und Spiele. Da ist es schon mal vorgekommen, dass die einem einen Stapel Cds in die Hand drückten mit allen James-Bond-Filmen (DivX) oder was mit der schmutzigen Gina.

Sachen aus drüben Quellen habe ich so gut wie nie runtergeladen. Ich habe es mal ausprobiert, aber nicht wirklich oft oder viel genutzt.

Einen Virus habe ich meines Wissens noch nie eingefangen.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
4. Juni, 2020 15:08

Müsste in den späten 90ern gewesen sein. Wir haben an einem Pilot-Projekt von AOL teilgenommen, was uns eine ISDN-Flat eingebracht hat – war zwar nicht superschnell, aber da es einen Festpreis gab, war dementsprechend der Freundeskreis zumeist bei uns im Internet (mit teils kuriosen Folgen…). Das Netz wurde primär zum online dillern genutzt, aber auch für die ein oder andere mp3 und obskure Dinge wie "Werbebanner klicken, um Geld zu verdienen"… Den Esel gab es auch eine Zeit lang, war quasi Prä-Netflix um 80er-Schmodder-Filme nachzuholen und die bereits hier angesprochenen Emulatoren. NeoGeo-Spiele sind mit 400+ Mark / Euro – Preisen halt dann doch nicht so erschwinglich :/ Heutzutage alles natürlich brav in diversen Spielesammlungen nachgekauft.

An Viren dürften wir recht viel mitgenommen haben, da mehrere Leute die PCs genutzt haben. Dementsprechend häufig wurden die Kisten wieder neu aufgesetzt 😀 Ätzend war es dann halt, wenn man keinen aktuellen Windows-Build als Installationsgrundlage hatte.

Andreas
Andreas
4. Juni, 2020 15:48

Ja, die wilde Pionierzeit.

Mit Cosmocon Connors Website hatte man einen guten Führer durch die dubiose Welt der 0dayz und WareZ Sites. Im Wbc-Board gab es den heißen Scheiß… aber nicht für mich. Denn ich hatte zwar eine moderne ISDN-Leitung, aber auch Eltern, die es gar nicht witzig fanden, soviel Geld zu bezahlen.

Und für einen halbwegs ansehbaren Release (Matrix 1 for Example) musste man schon so ca 500 MB ausm Netz schaufeln. Per DCC ausm IRC Channel waren das Wochen oder gar Monate. Von illegal übernommenen FTPs ging es schneller, aber immer noch Tage. Also bewunderte ich die "Auslagen" im Wbc-Board und stellte irgendwann fest: das Internet war auch nur n Dorf. Damals…

Es waren die Zeiten, als man irgendwann die "Elite" erkennen konnte (oder die, die sich dafür hielten ^-^). Fairlight oder Ebola Virus Crew? Würde man das als Drehbuch lesen, man würde sich schütteln vor Lachen.

Es waren wilde Zeiten. Langsam durch die Übertragungsgeschwindigkeit. Eingeschränkt durch die HTML-Grundgerüste. Aber auch frei, ungezwungen und vor allem: es war echt Arbeit, etwas zu nutzen oder aufzusuchen. Nix Google – Altavista (oder Astalavista.box.sk für die grauen Seiten). Fireball! Excite!

Nix Facebook oder Twitter. Der mIRC Client war für die geekigen Kontakte, ICQ war für die engeren Freunde und AIM hatten nur die Lamer 🙂 Generell: AOL CDs? Die wurden NIE benutzt 🙂

Auf den Quake MP-Servern waren irgendwie immer diesselben Leute. Da begrüßte man sich bald kurz. Selbst die ersten Counterstrike Server waren irgendwann kleine Chatinseln. Chats waren eh der heiße Scheiß.

Meine erste Chaterfahrung war in einem amerikanischen Chatroom. Ich mit schlechtem Schulenglisch… und mega nette, geduldige User, die dem nichtsblickenden Deutschen mit viel Hingabe halfen.

Das versuch mal heute einer in Facebook & Co.

Last edited 5 Monate zuvor by Andreas
iggypop
iggypop
4. Juni, 2020 16:37

Ich glaube es muss auch so 1995 gewesen sein, da sind ein Schulkamerad und ich zum Rechenzentrum der hiesigen Uni geradelt. Wir waren nicht die besten Freunde, er war neu, aber sein Vater hatte, sofern ich mich richtig erinnere, einen Lehrauftrag dort – und dem Filius das Passwort für den Netzzugang ausgehändigt (was den den Neuen in der Klasse auf einmal sehr sympathisch machte). Während er hauptsächlich am den damaligen Chaträumen interessiert war, war ich total geflasht von den diversen Webcams, die alle paar Minuten ein Standbild von einem Ort irgendwo in der Welt lieferten. Ich kann mich erinnern, dass ich abends total begeistert meiner Mutter erzählte, ich wäre in den USA und in Japan und sonstwo noch gewesen. Auf jeden Fall war mir klar, dass ich das nächste große Ding gesehen habe 🙂

takeshi
takeshi
5. Juni, 2020 07:47

Erster PC um 2000. Damals mit Win98 SE.

Da ich schon immer daran interessiert war, unter die Oberfläche zu blicken, kaufte ich mir den fetten Data Becker "Die besten Windows 98 SE Geheimnisse" und ging das Buch Seite für Seite vor dem PC durch, um an zig kleinen und großen Stellschrauben drehen zu können.

Learning by doing.

Nach 98 SE kam der Wechsel auf XP. Unter beiden Betriebssystemen seit Anfang an immer unterwegs mit Antivirenrogrammen und Firewall.

Dutzende Programme aus Grauzonen ausprobiert, bis ich feststellte, dass in der monatlich erscheinenden PC-Welt oder Chip oft Vollversionen von guten Kaufpogrammen auf CD beigepackt waren. Zwar meist Versionen des vergangenen Jahres, dafür aber für umsonst.

Nächster Schritt war so um 2005 das persönliche Projekt "100% legaler Computer – und stolz darauf." 🙂

Sämtliche gecrackte Software aus den Grauzonen des Netzes wurde vom Rechner verbannt und durch Freeware oder die gerade erwähnten CD-Vollversionen ersetzt. (Unabhängig davon viele Jahre Eseltreiber. Filme abseits des Mainstreams bekam man einfach nicht zu kaufen.)

Fühlte sich gut an, als ich fertig war. Das brachte auch den nächsten Schritt auf den Weg: das Interesse für Freie Software, Open Source und Richard Stallman.

Wieder Lesen, Ausprobieren, Einarbeiten.

Absichern des Rechners nicht mehr durch Snakeoil-Programme, die man laufen lässt und sich in einem falschen Gefühl der Sicherheit wähnt, sondern durch bewusstes Schließen von Ports, restriktive Rechtevergabe etc.

So um 2008 kam dann folgerichtig der Wechsel zu Linux, genauer gesagt zu Ubuntu. Und seitdem der Wechsel auf jede neue LTS-Version.

In diesen 20 Jahren aus Interesse und Testlaune Dutzende Male den jeweiligen Rechner neu aufgesetzt, aber nicht einmal wegen eines eingefangenen Virus oder ähnlichem. Und das trotz in den Nuller Jahren häufigen Besuchen von grauen Software-Seiten u. ä.

Zwei einfache Regeln sollte man immer beherzigen:

  1. Erst denken, dann klicken.
  2. Daten, von denen kein Backup existiert, können als gelöscht betrachtet werden.

Oder wie es Heise vor einiger Zeit so schön (allerdings viel zu klein und auf der falschen Seite) auf eine Tasse schrieb: "Kein Backup, kein Mitleid."

Last edited 5 Monate zuvor by takeshi
DJ Doena
DJ Doena
6. Juni, 2020 18:37

Kopie von Facebook:
 
Ich kann es nicht mehr ganz genau fest machen, aber ich würde behaupten 1995 mit einer AOL CD.
Meine Mutter hatte an ihrem Computer schon seit 1992 ein Modem dran (damals ein 14,4er), mit dem ich mich in lokale Berliner BBS-Systeme (ja ich weiß, ABM-Maßnahme) eingewählt habe. Mein Schulkumpel betrieb auch eins mit 4 Modems(!), wo wir dann des Nächtens gegeneinander 4Gewinnt gespielt haben und ANSI-Arts gemalt haben.
Da hab ich auch das Wort "Reform" kennengelernt. Denn die Telekom hat den Nachttarif von 23 Pfennig je 12 Minuten auf 12 Pfennig je 4 Minuten umgestellt, was den Stundenpreis von 1,15 DM auf 1,80 DM erhöht hat.
Anyway. Irgendjemand hat mir dann so Sachen erzählt vom FIDO Net und dass man sich ins Internet einwählen müsse und ich hab eherlich nicht kapiert, wie das funzen soll. Ein Modem ruft ein anderes an war irgendwie verständlich. Dass ich irgendwie mit einem Computer in den USA reden kann ohne in den USA anzurufen, war mir damals noch zu hoch.
Aber so eine AOL-CD einlegen, das war einfach genug. Aber selbst dann war ich noch nicht wirklich sehr oft IM Internet, sondern eher in der AOL-Wolke und hab in den Bildergruppen (oder wie das damals hieß) briefmarkengroße Bilder von dieser neuen Star Trek Voyager Serie herunter geladen, die ja hoffentlich bald auch nach Deutschland kommen würde (daher weiß ich, dass ich vor Mitte 1996 online war). Die Bilder waren so klein, dass man Darstellernamen (oder Figurnamen?) nur mit viel Glück erraten konnte, so verpixelt war das. Aber aufregend wie nur was!
Im Laufe der Jahre wurden die Modems bis zur 56,6er Generation aufgerüstet und im Herbst 2000 wurde DSL beantragt, nachdem die "Erotik-Flatrates" die Modem-Vieluser gnadenlos gekündigt haben.

DJ Doena
DJ Doena
6. Juni, 2020 18:39
Reply to  DJ Doena

Hier noch ein historischer Bericht zu den oben erwähnten Flatrates: https://www.onlinekosten.de/news/erotik-flatrate-fuer-89-mark_142049.html