09
Apr 2020

Rant: Corona gegen Kapital und Kirche

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Es ist eine bedrückende Zeit. Nicht so bedrückend wie ein Weltkrieg – ich kann wahrlich einen Zwangsaufenthalt auf unserer Dachterrasse nicht mit Dauerbeschuss im Schützengraben vor Stalingrad vergleichen. Wie Gutsch im SPIEGEL neulich schrieb: ich gehöre zur Home Office-Elite und mir geht es schlicht zu gut, um zu jammern.

Das gibt mir auch die Zeit, ein wenig über das "danach" der Krise zu sinnieren. Das ist ja momentan auch so etwas wie ein Volkssport. Wird der ganze niedere Mittelstand mit ein paar Angestellten zusammen brechen, während sich die Mega-Konzerne mit Staatsknete aus der Scheiße ziehen lassen? Wird sich das Home Office durch die Zwangsumstellungen als der neue definierende Arbeitsplatz des 21. Jahrhunderts durchsetzen? Wird das von Faith Popcorn schon für die 90er prophezeite Cocooning die dauerhafte Form des Social Distancing? Akzeptieren wir Videokonferenzen und Online.Seminare als legitimen Ersatz für Meetings, Schulklassen und Face to Face-Kurse? Wird das Ende der physischen Ware (DVD, Buch) und des persönlichen Einkaufs (Supermarkt) beschleunigt? Wird die Krise in einer dauerhaften Wertschätzung von Pflegeberufen und der Wissenschaft enden? Ist Corona letztlich – wie Krieg – eine Aussiebung der Schwachen und Kranken, eine darwinistische Säuberung, die einen gesunderen Volkskörper hervor bringt?

(Ja, der Nazi-Sprech im letzten Absatz ist gewollt – denn ich bin mittlerweile genug Menschen begegnet, deren "einige wenige müssen sich für die vielen opfern"-Rhetorik ich nicht anders interpretieren kann.)

All das… wird man sehen. Ich halte nicht viel davon, in die Glaskugel zu schauen. Zuerst einmal habe ich selber immer total daneben gelegen, wenn es um zukünftige Entwicklungen angeht (Navi braucht kein Mensch, Facebook ist in ein paar Jahren tot, dem Konzept TV-Serie droht der Niedergang, etc.). Aber auch die professionellen Auguren, wie ich neulich am Beispiel von Horx gezeigt habe, liegen konsequent falsch. Nicht mal auf 50 oder nur 20 Jahre – sie versagen schon beim Versuch, die Welt im Jahr 2022 auch nur ungefähr treffend zu prognostizieren.

Spannender als Wahrsagerei finde ich, dass sich jetzt Balancen verschieben, Machtstrukturen zeigen, Schwächen offenbaren, die uns die Hebel an die Hand geben (könnten), unsere Anforderungen an die Gesellschaft neu zu überdenken. Wer hat das Sagen auf der Welt? Wer trifft die Entscheidungen, wer verdient unser Vertrauen?

Ich sehe aktuell drei Bereiche, die sich als durchaus zivilisationserhaltend und vertrauenswert erwiesen haben: Die Politik, die Medien und die Wissenschaft.

Fangen wir mit der Politik an. Es ist natürlich nicht global gleich, es gibt Unterschiede. Jeder Merkel steht ein Johnson gegenüber, jedem Söder ein Bolsonaro. Aber grundsätzlich empfinde ich es so, dass die meisten Regierungen mit der üblichen Anlaufschwäche dann doch ausreichende Maßnahmen ergriffen haben, dass sie Wissenschaft und Wirtschaft am Leben erhalten, dass sie zuerst einmal das Volk schützen. Es wird weitgehend auf Schuldzuweisungen verzichtet, man wägt ab, was getan werden muss, man passt sich neuen Erkenntnissen an. Die Krise erfordert, heute als "zu wenig" zu deklarieren, was man gestern noch "ausreichend" genannt hat. Das fördert eine gewisse Bescheidenheit vor einem Feind, der sich nicht in Talkshows und Umfragen unter den Tisch kehren lässt.

Die USA muss man allerdings von den meisten dieser positiven Aspekte ausnehmen. Dazu kommen wir gleich noch.

Bei der Presse sehe ich es ähnlich. Natürlich gibt es den Bodensatz der Fake News, Verschwörungstheorien sprießen aus dem Boden, die BILD schürt die Angst, statt sie zu dämpfen. Aber soweit es möglich ist, wird Ruhe bewahrt, wird informiert, wird der Mangel an Wissen nicht durch ein Übermaß an Spekulation ersetzt. Man hält sich an das, was man vom RKI hört und in anderen Pressekonferenzen, und diese angespannte Ruhe überträgt man auf die Leser. Ich sehe von den konservativen bis zu den liberalen Blättern kaum Versuche, aus der Krise unangemessen Kapital zu schlagen.

Manchmal würde ich mir aber wünschen, die Schreiber würden die Leistungen unserer Regierung in der Krise so sehr zu würdigen wissen wie die New York Times.

Und dann ist da die Wissenschaft, die in den letzten 50 Jahren immer mehr in den Hintergrund gedrängt und zum Feind der "Natürlichkeit" erklärt wurde, obwohl sie – und nur sie – uns ins 21. Jahrhundert gebracht hat. Tausende von Wissenschaftlern mühen sich, zuerst Antworten zu finden und dann Lösungen. Der Sieg über Corona wird auch ein Sieg der wissenschaftlichen Methode sein.

Wer versagt hat in der Krise, wer uns im Stich gelassen hat trotz allumfänglicher Heilsversprechen, sind der Kapitalismus und die Kirche. Sie, die angeblich alle Antworten haben und jedes Problem "natürlich" lösen können, offenbaren ihre Impotenz, wenn es mal richtig bergab geht, wenn zu beweisen stünde, dass sie tatsächlich Pfeiler und Fundament unseres Wohlstands und Wohllebens sind.

Fangen wir mit dem Kapitalismus an. Neulich schrieb jemand auf Facebook:

Wie kann der Sozialismus das Problem und der Feind sein, wenn er alle zehn Jahre den Kapitalismus aus der Scheiße ziehen muss?

Gemeint sind damit die Krisen der New Media um 2001, die Bankenkrise von 2009 und jetzt Corona. Es ist natürlich eine plakative und wahrlich nicht allumfassend richtige Aussage, aber der Kern ist diskussionswürdig: Wir nehmen hin, dass der Kapitalismus tausende von Milliarden Euro generiert, die eben nicht an die Menschen zurück fließen und den allgemeinen Wohlstand fördern, sondern zuerst einmal die 1 Prozent noch mega-reicher machen, als sie schon mega-reich sind. Die Vorstände, die Aktionäre, die Investoren. Solange der Laden läuft, wird das als legitime Abschöpfung gesehen, schließlich erschaffen und erhalten diese Eliten die Arbeitsplätze, sie treiben die Wirtschaft in immer neue Höhen.

Das Problem: Wenn ich das akzeptiere, muss ich mit der gleichen Selbstverständlichkeit annehmen, dass dieser Kapitalismus auch die Wirtschaft auffängt, wenn es mal nicht gut läuft. Einnahmen privatisieren, Schulden verstaatlichen – in diesen Wochen zeigt sich besonders krass, was immer schon System war: der Kapitalismus ist nicht für den Menschen da, sondern nur für sich selbst. Er wurde in guten Zeiten von uns gefüttert – und nun will er weiter von uns gefüttert werden, nur in viel größerem Umfang. Wenn Adidas bei 2 Milliarden Euro Gewinn entscheidet, für seine Läden keine Mieten mehr zu zahlen, dann ist das kein krankhafter Auswuchs des Kapitalismus – es ist schlicht und ergreifend Kapitalismus: Gewinnmaximierung um jeden Preis und ohne jeden moralischen Anspruch. Und machen wir uns nichts vor: die Rücknahme dieser Maßnahme ist ebenfalls Kapitalismus in Reinkultur, weil Adidas durch den Shitstorm eine Beschädigung der Marke befürchtet, die langfristig mehr Gewinn kostet als die Streichung der Mieten. Das hat mit Einsicht rein gar nichts zu tun. Es ist Kalkül.

Ein System, das nur in rosigen Zeiten dem Menschen hilft und in schlechten Zeiten augenblicklich zum Parasiten degeneriert, ist ungeeignet. Aber ich will mit dem Kapitalismus auch nicht zu harsch ins Gericht gehen, denn man kann argumentieren, dass die Anfälligkeit des Systems auch auf den Belastungen durch den Sozialstaat basiert, die den Kapitalismus immer knapp und verletzlich halten. Ein wahrlich "freier" Kapitalismus könnte ja alle unnötig gewordenen Mitarbeiter einfach folgenlos rauswerfen. Es ist kein schöner Gedanke, aber weil wir von der "freien Marktwirtschaft" verlangen, eben auch eine "soziale Marktwirtschaft" zu sein, legen wir das Fundament, dass diese an unsere Tür klopft, wenn sie hungert.

Es wurde 2010 halbherzig versucht, und ich habe die Befürchtung, es wird auch 2020 wieder bei Ankündigungen und hehren Ansprüchen bleiben: das System muss stabiler gemacht werden, Gewinne dürfen nicht sofort in die Taschen der Investoren fließen, sondern müssen zuerst einmal einen Pool bilden, der Schwankungen oder sogar Krisen abfangen kann. Riesige Konzerne zu kaufen, zu schröpfen und dann schwach und wertlos wieder in den Markt zu werfen, ist keine nachhaltige Strategie – außer für die, die immer wieder davon profitieren.

Ich halte es für blanken Zynismus, wenn Sauga im SPIEGEL ernsthaft fordert, der Kapitalismus, der sich durch die Krise füttern lässt, müsse von der Regierung nach dem Ende der Pandemie augenblicklich "entfesselt" werden – als habe dieser ein Recht, weiter wie bisher zu wirken und sich im Ernstfall nicht selber helfen zu müssen. Als sei die Rettung des Kapitalismus eine Knechtung gewesen und eigentlich nichts, wofür man zuerst einmal dankbar sein müsste und das zum Innehalten motiviere.

Und damit sind wir bei Trumps Amerika. Hier ist ein Turbo-Kapitalist an der Macht, der sich weder als Diener des Volkes sieht noch dem Wohl des Landes verpflichtet. Es ist bezeichnend, dass er genau so versagt wie die Wirtschaft, weil er keine anderen Antworten kennt als "der Markt wird es richten" und "der Staat muss es bezahlen". Die erschreckende Inhumanität, mit der man aufrechnet, dass die ältere Generation bereit sein sollte, für die Wirtschaftskraft der jüngeren zu sterben, folgt einer faschistischen Logik des ungezügelten Marktes. In sich komplett stimmig – wenn man den Mensch als Diener des Systems und nicht das System als Werkzeug des Menschen begreift. Ich sehe in der amerikanischen Politik eine Verrohung und Verholzung des Anstandes, die mich immer wieder aufs Neue überrascht, weil sie immer wieder zu Steigerungen fähig ist, wo der Gipfel der Ekelhaftigkeit längst erreicht sein sollte.

Manche Schreiber mutmaßen, die Corona-Krise trenne die Spreu vom Weizen, entlarve die Diktatoren als hilflose Maulhelden, die keine Strategien für das Volk haben, das sie insgeheim verachten. Das mag richtig sein – ich bezweifle nur, dass es einen Wandel einleiten wird. Ich werde mich schwertun zu  akzeptieren, dass das amerikanische Volk Donald Trump im Herbst vermutlich wieder an die Macht wählt. Es ist nach den Maßstäben des gesunden Menschenverstandes und des zivilen Umgangs nicht erklärbar. Aber es ist die Welt, in der wir leben.

Soviel zur Politik, zur Presse und zum Kapitalismus.

Reden wir über die Kirche.

Der Film IN DEN SCHUHEN DES FISCHERS, wenngleich triviale Belletristik, zeigt sehr schön auf, was die Kirche leisten könnte, wenn es um alles geht: Papst Kiril spendet den Reichtum des Vatikans, um die Hungersnot in China und einen dadurch drohenden Weltkrieg abzuwenden. Das klingt total abwegig – aber warum klingt es total abwegig? Ist das Opfer, die Bereitschaft zur Aufgabe irdischer Güter und die Sorge um den Mitmenschen nicht der Kern der christlichen Botschaft? Müsste die Kirche nicht noch vor Staat und Kapital an vorderster Front stehen, um das Leid zu lindern?

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Stattdessen betet der Papst außerplanmäßig sein urbi et orbi vor leerer Kulisse, als sollte er nicht besser von seinem Gott in der stillen Stube verlangen, mit diesem Unfug aufzuhören und die Menschen zu erlösen. Im frömmelnden Amerika ist es noch schlimmer – hier betet man im TV gegen die Pandemie, weil man danach Spenden einfordern statt selber zum Geldbeutel greifen kann. Das hier ist Kenneth Copeland:

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Wie diese Denke zustande kommt, lässt sich an konkreten Zahlen ablesen:

Wer fragt "der ist so reich, warum spendet der nicht selber sein Geld?", hat die Antwort auf die Frage "warum ist der so reich?" nicht verstanden. Er ist so reich, weil er es nicht tut. Diese "Kirchenoberen" funktionieren nicht wie der Markt, wollen nicht viel verdienen, wenn es gut läuft, und schlecht, wenn es nicht gut läuft. Wie der reine Kapitalismus wollen sie IMMER gut verdienen – sei es an Freud oder Leid der Schäfchen. Und darum sollen die Gläubigen auch nicht glauben, sie könnten in der Corona-Krise ihre Spenden an die Mega-Kirche kürzen. Das ist Sünde.

Das ist das hässliche Gesicht des Wohlstandsevangelikums, einer speziell für den amerikanischen Ego-Kapitalismus herbei gelogenen Interpretation der Bibel. Demnach kommt zwar kein Reicher durch das Nadelöhr in den Himmel, aber für die gibt es einen VIP-Eingang mit Valet Parking.

Dass diese Menschen, vollgefressen, dumm, gierig und in einer selbstzufriedenen Blase gefangen, keinen Grund sehen, sich vor Corona zu fürchten, ist Geschäftsprinzip: Gott wird sie schützen, nur Gott allein, und keine Regierung der Welt hat ihnen Vorschriften zu machen. Und so kann man dann auch gerne mal die Vorschriften missachten, Gottesdienstes illegal abhalten und selbst nach der Verhaftung plärren, es würde einem Unrecht geschehen.

Oder nehmen wir den, der ernsthaft verkündet:

"True Christians do not mind dying. They fear living in fear.”

Sehr offensichtlich ist dabei, dass die Klerikalen wie die Kapitalisten mit denen, die leider vielleicht eventuell doch geopfert werden müssten, niemals sich selbst meinen.

Und solche Prediger gebieren solche Gläubigen:

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Wer nun meint, das beträfe doch nur Amerika und selbst dort nur einen kleinen Teil des Christentums, der irrt – in Deutschland haben wir Ex-heute-Sprecher, die allen Ernstes behaupten, die Kirchen müssten offen bleiben, weil das was mit dem Recht auf Religionsausübung und der Grundversorgung zu tun habe:

"Es sei "pervers", dass in Deutschland Getränkemärkte weiterhin geöffnet hätten, Gotteshäuser jedoch geschlossen bleiben müssten."

Kleiner Vorschlag an Peter Hahne: Drei Monate lang die Supermärkte schließen und gucken, was passiert. Dann drei Monate die Kirchen schließen und gucken, was passiert.

Grundversorgung my ass.

Die wissenschaftsfeindliche und schuldbeladene Grundidee des Christentums unterläuft jedem Versuch, die Pandemie aktiv zu bekämpfen. Sehr schön deutlich wird das an einem Pamphlet, das Leserin Comicfreak dieser Tage im Briefkasten hatte:

Hier findet man Sätze, die für normal denkende Menschen unerträglich sind, ganz abgesehen davon, dass sie keiner logischen oder moralischen Analyse standhalten:

"Mit großer Sicherheit können wir sagen, dass Gott Menschen, die ihm vertrauen, bewahren und durch die größten Probleme ihres Lebens hindurchtragen kann. Doch selbst dann, wenn Krankheit, Leid oder der Tod auf sie wartet, wissen sie genau, dass sie in Gott geborgen sind."

Oder der hier:

"In Anbetracht der Coronavirus-Epidemie sollten wir auch darüber nachdenken, dass es noch ein anderes „Virus“ gibt, das weitaus tragischer als das Coronavirus ist. Das schlimmste „Virus“ ist die „Sünde“. Es tritt manchmal sehr unscheinbar auf und wird deshalb oft zu wenig beachtet."

Ganz genau: Auch 2020 ist nicht das Corona-Virus das Problem, sondern fremdpimpern, Videospiele und zu wenig frömmelnde Beterei.

Das Pamphlet nimmt auch Bezug auf eine weitere Schrift mit dem sehr aktuellen Titel "Warum gibt es so viel Leid?", von der ich mir Klarheit erhoffte:

Spannend, weil zumindest oberflächlich auf das Dilemma von (vermutlich) Epikur Bezug genommen wird:

1) Entweder will Gott das Leid beseitigen, aber er kann es nicht, 2) oder er kann es und will es nicht, 3) oder er kann es nicht und will es nicht, 4) oder er kann es und will es. 

Leider mag sich der Text dann doch nicht damit auseinander setzen, und reduziert das Problem auf den Kampf Evolution vs. Kreationismus, den die Evolution nach Meinung des Autors ja schon verloren hat – er selbst ist Kreationist mit eigentümlicher, Gott beweisender Informationstheorie. Darum darf man hier auch nur die übliche Schwurbelei erwarten:

In den Zellen aller Lebewesen finden wir eine geradezu unvorstellbare Menge an Information. Diese ist erforderlich zur Bildung aller Organe und zur Steuerung aller Prozesse des Lebens. Information aber kann nicht alleine in der Materie entstehen. Mithilfe der Naturgesetze der Information kann das ganze Gebäude der Evolution zum Einsturz gebracht werden. (…). Somit brauchen wir nur noch von (…) der biblischen Lehre auszugehen.

Wir haben nun die Ursache von Leid und Tod herausgefunden: Es ist die Sünde des Menschen seit Adams Zeiten. Damit ist das allgemeine Leid in dieser Welt erklärt. Jede Lehre, die die Welt erklären will und dabei nicht vom Sündenfall ausgeht, ist auf falschen Fundamenten gebaut.

Beide Pamphlete belegen, wie auch die Gebete des Papstes und die Äußerungen anderer Kirchenoberen: Die Kirche hat keine andere Antwort als "selbst schuld". Und wer der Meinung ist, er habe doch gar nicht gesündigt und demnach kein Leid wie Corona verdient, der wird mit "die Wege des Herrn, gell?" abgespeist.

Ich will nun nicht behaupten, nur das Christentum sei so ignorant und damit gefährlich für das Weltwohl. Es ist halt die bestimmende Religion meines Kulturkreises, darum setze ich mich damit auseinander. Ich sehe weder von den Moslems, noch von den Hindus oder Juden konstruktivere Ansätze. Im Gegenteil:

Von der Kirche erwarte ich nichts mehr – keine Antworten, keine Lösungen.

Es bleibt also die Wissenschaft, die uns retten wird. Durch sie wissen wir vom Virus, wissen wir, wie man sich vorerst schützen kann. Mit Milliarden Euro arbeiten Tausende Wissenschaftler im Akkord, um einen Impfstoff zu finden. Es ist eine Frage der Zeit und ein Rennen gegen die Uhr.

Aber am Ende, machen wir uns nichts vor, wird es darauf hinaus laufen:

Sie werden Halleluja schreien, dem Herrn auf Knien danken, den umpfzigsten Beginn der "Endzeit" feiern und am Ende noch mehr Geld für Jets und Villen einfordern.

Vergessen wir das nicht. Vergessen wir das ihnen nicht. Niemals.

Wenn ich am Ende dieses Rants noch mal zusammenfassen darf:

  • Die Kirche ist im Krisenfall bestenfalls impotent, schlimmstenfalls gefährlich
  • Der Kapitalismus muss stärker in die Pflicht genommen werden, sich zu immunisieren
  • Nur Demokratien garantieren den Schutz und die Autonomie der Bevölkerung
  • Eine freie Presse fördert freien Meinungsaustausch, an dessen Ende Konsens steht
  • Die Dummen werden nicht alle

Das alles ist nicht neu, aber vielleicht ist es gut, dass wir daran erinnert werden.



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Kuhbaert
Kuhbaert
9. April, 2020 15:11

Ich muss unbedingt noch mal zum Supermarkt und Popcorn kaufen, das wird bestimmt ein spannendes langes Wochende.
Btw. Danke …

sergej
sergej
9. April, 2020 15:17

(Ja, der Nazi-Sprech im letzten Absatz ist gewollt – denn ich bin mittlerweile genug Menschen begegnet, deren "einige wenige müssen sich für die vielen opfern"-Rhetorik ich nicht anders interpretieren kann.)

Dazu hab ich vor wenigen Tagen diese gelesen:
https://twitter.com/Natascha_Strobl/status/1247191849422458880

takeshi
takeshi
9. April, 2020 18:10
Reply to  Torsten Dewi

Der von mir sehr geschätzte und seit Jahren wöchentlich frequentierte John Oliver hat in seiner "Last Week Tonight"-Show vom 29.03. auch ein paar Beispiele dafür gebracht:

https://www.youtube.com/watch?v=ElIf2DBrWzU

Zu sehen ab 07:40 min.

Christian Siegel
9. April, 2020 16:02

Ich kann dir da in allen Punkten nur zustimmen (wie fad ^^).

Andy Simon
Andy Simon
9. April, 2020 16:39

Es ist trotzdem wichtig, im Auge zu behalten, dass es der Fehler der Kirchen war, Spiritualität zugunsten einer quasi-aufklärerischen Debatte mit der Wissenschaft aufzugeben. Wer fragt, "ist Jesus wirklich über das Wasser gegangen?", hat die Sprache des Mythos nicht verstanden, und wer sich auf eine Diskussion über die Jungfräulichkeit Marias als "Beleg" für die Abstammung des Christus einlässt, ebenso wenig. Die Sprache des Glaubens ist in Bildern,, die, wie Jung’sche Archetypen, direkt zur Seele sprechen. Das Dilemma der Kirchen liegt dort: sie haben sich auf obige Diskussionen eingelassen. Aber damit hat das alles nichts zu tun.

Malicks Satz, "They taught us that no one who loves the way of grace ever comes to a bad end" beantwortet die Theodizee-Frage auf eine andere Weise — nämlich spirituell, aber non-theistisch.

Matts
Matts
9. April, 2020 17:22

Also ist es sowohl in punkto Politik, Wirtschaft und Kirche in den USA am schlimmsten. Mehr denn je bin ich froh, dass ich nicht da lebe…
Und als Wissenschaftler würde ich gerne sagen, dass ich meinen Teil zur Lösung beitrage – aber leider ist das nicht mein Spezialgebiet. Als Ökologe komme vielmehr nicht umhin zu bemerken, wie sich die Natur in mehreren Bereichen seit den Eindämmungsmaßnamen erholt hat.
Also werde ich wohl weiterhin meinen Teil beitragen, indem ich den Eindämmungsmaßmahmen folge…

Zeddi
Zeddi
9. April, 2020 18:18

Da lässt sich nicht nur nichts gegen sagen, letztendlich trifft das ziemlich gut meine eigenen Gedanken zu dem Thema.

Was mir auch immer wieder gut gefällt wenn du über politisches Schreibst, ist das du viele Grau und Zwischentöne zulässt und nicht rein schwarz/weiße Gedanken als das die absolute Wahrheit versuchst darzustellen wie leider viele in dieser Zeit.

Andreas
Andreas
9. April, 2020 18:29

Sehr guter Text, danke für die kluge Einschätzung. Ich bin jeden Tag fassungslos, wenn ich an die USA und deren politische Führung denke, bzw. sehe und höre, was dort passiert. Und es ist genau, wie du schreibst – die Fassungslosigkeit wird jeden Tag wieder übertroffen. Das wird möglicherweise ein trauriger November dort.
Kleine Randnotiz, evt. zum Ändern: Peter Hahne war im ZDF. Heute. Tagesschau war Eva Herman. Keinen Deut besser.

Pascal
Pascal
10. April, 2020 07:34
Reply to  Torsten Dewi

Da wäre noch was … ,, Gemeint sind damit die Krisen der New Media um 2010, die Bankenkrise von 2009 …“ Du meinst sicherlich New Media um 2001, richtig?

Ansonsten wie nicht anders zu erwarten 90% Zustimmung. Als Kirchenkritikbeispiel gerade die reichen evangelikalen U.S.-Prediger zu nehmen weil es so gut zur Kapitalismuskritik passt ist schon etwas überzogen. Auf den Pastor/Pfarrer von nebenan trifft das sicher nicht zu. Dem sterben wenn es tragisch läuft, die alten Gemeindemitglieder weg und er kann ihnen noch nicht mal persönlich die letzte Ölung geben.
Und das sage ich als Fast-Atheist.

Goran
Goran
9. April, 2020 18:41

Diese Predigersäcke sind auch in ihrer Schamlosigkeit nicht zu überbieten.

Ich glaube es war Colbert, der in einer Sendung gezeigt hat, wie selbst finanziell ruinierten und völlig verzweifelten Menschen vom Prediger noch geraten, eigentlich gefordert, wurde, dass sie auch das letzte bisschen Geld noch spenden sollen, denn der Same des Gespendeten würde dann aufgehen und das Geld zu ihnen zurückfließen.

Philipp Seeger
Philipp Seeger
9. April, 2020 18:46

Ich sehe das bei der Kirche doch etwas differenzierter.

Die großen Glaubensgemeinschaften versuchen, Teil der Lösung zu sein oder zumindest auf keinen Fall Teil des Problems.

Die großen christlichen Konfessionen haben von sich aus die Kirchen geschlossen – noch bevor das angeordnet wurde. Die sehr wichtige al-Azhar Uni in Kairo, auf die quasi alle Sunniten sehr genau hören, arbeitet daran, den Ramadan auszusetzen oder zu verschieben oder auf eine Art und Weise begehen zu lassen, die garantiert keine Ansteckungsrisiken erhöht. Die drei jüdischen Konfessionen, die nicht ultraorthodox sind, gehen mit ihrem üblichen Pragmatismus an die Sache ran und betonen, dass als oberstes Gebot der Schutz des Lebens steht, für den man alle anderen Regeln aussetzen darf.

Die Fälle, in denen die organisierte Religion versagt, sind jene, bei der religiöse Fanatiker am Werke sind.
Das ist dann in meinen Augen kein Fall von Versagen der Religion. Sondern ein Fall von Fanatiker machen alles schlimmer. Da ist es reichlich egal, in was man Fanatker ist.

Mencken
Mencken
10. April, 2020 17:44
Reply to  Torsten Dewi

Ist sicherlich auch davon abhängig, welche Gesten und Spenden man als groß genug empfindet, aber zumindest hier machen die Kirchen schon einiges: Lebensmittelspenden, Seelsorge, Einkäufe für ältere und kranke Menschen, Betreuung von Kindern, finanzielle und materielle Unterstützung von Familien,…
Auf lokaler und regionaler Ebene finde ich das schon sehr ordentlich. Darüber wird es dann aber auch schwierig, ich finde es eigentlich richtig, dass man die "große" Organisation den Staat überlässt und da auch keine Ausnahmen für Religionsgemeinschaften macht und ausser Geld geben fällt mir da wenig ein, was ich als unbestellte Aktionsfeld ausmachen würde.
Nebenbei:Meines Wissens sind die Kirchen doch überall geöffnet, nur die Gottesdienste fallen derzeit aus.
Ein Zurückdrängen der Wissenschaft in den letzten 50 Jahren kann ich auch nicht erkennen, eher im Zeitalter der Globalisierung und Fake News sogar eine größere Unabhängigkeit von der Politik und Aufwertung als vertrauenswürdige Institution als jemals zuvor.

Mencken
Mencken
10. April, 2020 19:40
Reply to  Torsten Dewi

Ich sehe da kein Zurückdrängen, bzw. halte diese Strömungen in der Gesamtbetrachtung für unerheblich. Keine dieser Strömungen hat größere gesellschaftliche Akzeptanz und der Bevölkerungsanteil, der solche Positionen vertritt, war früher auch nicht kleiner, dank Social Media können sich die Leute einfach nur bemerkbar machen.
Zudem bemühen sich diese Gruppen ja meist um Glaubwürdigkeit durch die Verwendung (vorgeblicher) wissenschaftlicher Methoden und Argumentationsweisen, was ich eher als Ausdruck der insgesamt gestiegenen Anerkennung von Wissenschaft interpretieren würde. Die meisten Anhänger einer dieser Theorien lehnen zudem ja auch Wissenschaft nicht generell ab, sondern nur in einem spezifischen Bereich, wobei sie gesagt selbst dort meist "wissenschaftliche" Alternativpositionen aufgebaut werden. Oftmals geht es dabei ja auch darum, dass man sich selbst von der dummen Masse abgeben will (und/oder um Aufmersamkeit heischt). Der Umstand, dass man dies mittels Abgrenzung von der etablierten Wissenschaft erreichen will, ist für mich dabei auch eher ein Beleg dafür, dass Wissenschaft eine hohe gesamtgesellschaftliche Akzeptanz hat, ansonsten würde man da andere Angriffsziele sehen.

Bei den Kirchen bin ich nicht sicher, was ein massiver finanzieller Einsatz wäre(oder was jetzt überhaupt ausgegeben wird). Ich glaube aber, bei den derzeitigen Summe könnte die Kirche gar nicht soviel beitragen (relativ betrachtet), die fetten Jahre sind da ja auch schon länger vorbei. Finde die Umsetzung auch schwierig, sollte dem Staat direkt Geld gegeben werden?

Mencken
Mencken
11. April, 2020 20:26
Reply to  Torsten Dewi

Anti-vaxxer und Flat Earther gab es natürlich vor dem Internet in dieser Form nicht, dafür dann aber andere Themen, die bei den dafür anfälligen Personen zogen. Was anderes habe ich aber auch nicht behauptet und die mir bekannte Forschung ist doch ziemlich einig, dass der Anteil dieser dafür anfälligen Personen an der Gesamtbevölkerung ziemlich konstant ist (durch das Internet mögen jetzt vielleicht noch ein paar Narzissten dazugekommen sein, umgekehrt aber auch viele Leute, die sich stärker mit Wissenschaft beschäftigen).
Für entscheidender halte ich da tatsächlich die durch das Internet gegebene Sichtbarkeit dieser Gruppen und die neuen Möglichkeiten, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen, was ebenfalls größere homogene Gruppen vortäuscht.
Selbst wenn ich hier aber von einer absoluten Zunahme ausgehe, folgt daraus ja nicht, dass die Wissenschaft in den letzten 50 Jahren (also schon lange vor Internet und Flat Earthern) zusehends in den Hintergrund gedrängt wurde. Das ist auch kein Widerspruch um des Widerspruchs willen, sondern ich halte das einfach für eine ziemlich gewagte These, für die ich wenig an Belegen sehen kann
Im Gegenteil, verglichen mit den seinerzeitigen Debatten um z.B. Waldsterben, Ozonloch, Gefahren der Atomkraft, Rauchen, das Bermuda Dreieck usw. vor fünfzig Jahren sehe ich heute eine insgesamt weitaus höhere Akzeptanz der Wissenschaft. Auch die Flat Earther nimmt ja niemand ernst (und viele Flat Earther sagen ja sogar selbst, dass die das eher aus Spaß/zum Trollen machen), die öffentliche Reaktion ist für mein Empfinden sogar viel schärfer als seinerzeit z.B. bei den Esoterikern in den 70er und 80ern.
Zudem bezweifle ich auch, dass man z.B. jedem Flat Earther generelle Wissenschaftsfeindlichkeit unterstellen kann. Auffällig ist doch auch , dass sich alle diese Gruppen um einen wissenschaftlichen Anstrich und "wissenschaftliche Argumente" bemühen. Beides Verhaltensweisen, die vor fünfzig oder vierzig Jahren eben nicht vorhanden waren (da wurde die westliche Wissenschaft ja tatsächlich komplett abgelehnt und jede Diskussion "zu ihren Konditionen" verweigert), was für mich auch eher auf gestiegene Akzeptanz hindeutet.

Dietmar
12. April, 2020 22:59
Reply to  Torsten Dewi

Das möchte ich stützen: In meinem Heimatort bietet eine von diesen total netten alternativen "Heilern" sogar Schröpfen an! Das wird heftig verteidigt. In meinem vorigen Orchester war die zweite Vorsitzende Hardcore-Homöopathie-Anhängerin und warb dafür, als mein Sohn erkrankte. Als ich informiert widersprach wurden alle Register gezogen, um diesen Schwachsinn zu verteidigen und ich wurde von mehreren Anhängern vereinsöffentlich lächerlich gemacht, was auf fruchtbaren Boden fiel, weil ich für "Schulmedizin" war. Mein Neffe wurde zur "alternativen" Waldorf-Schule geschickt, obwohl es im öffentlichen Schulsystem die Binnendifferenzierung gibt. Meine Schwägerin war aber nicht bereit, auf eine andere öffentliche Schule zu gehen, weil das, tatsächliche und von mir auch so beurteilte, Versagen der Lehrerin und Schulleitung nicht an diesen Personen liege, sondern natürlich "am System". Also macht er jetzt vier Jahre Heitdiedeitie und bekommt den Kopf mit Steiner-Ideologie gefüllt.

Der Klopfer kam von meinem Instrumentenbauer, als ich noch als Musiker aktiv war: Ich war mit meinem Instrument bei ihm und ließ eine kleine Wartungsarbeit machen. Als das Gespräch auf die Erkrankung meines Sohnes kam, erklärte er mir, dass seine Frau als Homöopathin ihn heilen könne und die "Schulmedizin" ihn nur krank mache. Auf meine Erklärung, was zu seiner Erkrankung führte, erklärte mir der Instrumentenbauer (!), das sei falsch. Denn mein Sohn sei krank geworden wegen eines Schocks als frühkindlicher Erfahrung. Vermutlich habe er mich mal nackt gesehen. Und wenn ich ihn nicht in Behandlung bei seiner Frau gebe, würde ich unverantwortlich handeln und sein Leben aufs Spiel setzen.

Nach meiner Einschätzung ist der "Verseuchungsgrad" viel höher als früher. In den 70-ern gab es ein Theaterstück des "Ohnsorg-Theaters". "De Spökenkieker" hieß das, meine ich. Ich kann mich erinnern, wie wir uns über Heidi Kabel kaputt lachten, die als Wahrsagerin Unfug trieb. Da lachte man über Aberglauben im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Vor jetzt etwa 15 Jahren lief auf dem KIKA (!) ein Beitrag, wie toll Homöopathie wäre, der NDR bringt im Radio einen Beitrag über den "Erfinder der Alternative zur Medizin" Samuel Hahnemann und die AOK bietet Homöopathie und Akupunktur in ihrem Leistungskatalog an.

Es liefen "Unser Kosmos" und "Querschnitte". Heute läuft auf History-Channel Schwachsinn über Alien-Besuche und Geisterjagd.

Dietmar
10. April, 2020 23:19

Amen, Bruder. Auf den Punkt gebracht, Kompliment.

Moepinat0r
Moepinat0r
11. April, 2020 14:03

Kann ich im grossen und ganzen nur zustimmen. Und ich lass mal das hier, weil’s grad so schön passt 😉 : https://i.imgur.com/N1DLHbR_d.webp?maxwidth=640&shape=thumb&fidelity=medium

Tante Jay
Tante Jay
11. April, 2020 18:14

Danke für den Text.

Andreas
Andreas
12. April, 2020 04:43

Leider genau auf den Punkt,

Martin Däniken
Martin Däniken
12. April, 2020 06:31

Denke auch das nach der Krise alle aussm Gebüsche gehüpft kommen, die jetzt eher ruhig sind und irgenswas mit organisierter Gläubigkeit zutun haben!
Wenn von denen nicht Zuviele über den Jordan gegangen sind…weil sie gemeinsam gebetet haben!!!
Für das Heil der Welt…
Ob wir Corona dafür nützen sollten/werden über unsere kapitalistische Welt nachzudenken -Sicher doch.
Werden wir etwas ändern-Sicher nicht!
Nur wo der Virus wirklich zugeschlagen hat,
wo für mindestens ne Generation Schäden angerichtet wurde,
wo man nicht mit Technologie kompensieren kann,
wo es zu kostenintensiv ist und sich eh keiner interessiert.
Es wäre zu schön wenn die Rüstungsbranche ordentlich "bluten" müsste…
Da rechne ich eher mit Gewinnzuwächsen obwohl es weniger Menschen gibt.
"Das wenige das wir haben muss noch besser geschützt werden! Um jeden Preis!"
Interessant wird es andererseits wenn die ganzen Paketlieferdienst keine Leute mehr haben…
nagut evtl auch weniger Kunden…
könnte sich ausgleichen…
Und was das Filmgeschäft angeht,Hhhmmmm…
Also Porno bleibt erfolgreich! Ohne Frage!
Und diese Branche wird weiterhin am ehesten erfühlen /einführen,
was nötig ist um erfolgreich zubleiben.

Slavoj Zizek hat Corona mit 5-Finger-Death-Punch verglichen mit Bezug auf den Kapitalismus:
"Er kann noch ein paar Schritte machen und dann ist Sense."
Und ich sollte mal wieder den Schockwellenreiter von John Brunner lesen 😉

Dietmar
12. April, 2020 10:27

Kommentator auf YouTube zu der Jesus´-Blut-Tante:

"Stay indoors" the Mayor said.
"No thanks. Jesus will save me" replied the lady.
"Keep social distancing." said the Governor.
"No thanks. Jesus will save me" she repeated.
"Avoid public gatherings." said federal health officials.
"No thanks. Jesus will save me" she insisted.
One month later… at the pearly gates…
"Jesus, why didn’t you protect me?"
"Seriously?" Asked Jesus, "I send guidance through every channel of government and health sectors. Next time listen!!!!"

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