Da schau her, es gibt mal wieder eine neue Space Opera. Eine Koproduktion der Amerikaner, Kanadier und Südafrikaner für den Syfy-Channel. Da kommen sofort Erinnerungen hoch an DARK MATTER & KILLJOYS, die letzten beiden Versuche, preiswert in einem Genre zu wildern, für das man bei BATTLESTAR GALACTICA und FARSCAPE noch richtig Geld ausgegeben hat.

Worum geht’s? Elida ist die rechtmäßige Königin eines nicht näher definierten Teils der Galaxis, der von einer faschistischen "Republik" übernommen und seither mit harter Hand regiert wird. Statt sich mit Rebellen wieder an die Macht zu putschen, hält sich Elida lieber raus und sucht als Scavenger nach Relikten, die sich zu Geld machen lassen. Als die Schergen der Republik dahinter kommen, wo sie sich versteckt, muss sich Elida auf die Hilfe neuer und alter "Freunde" verlassen, um an Bord der Winnipeg zu flüchten und am Ende vielleicht doch den Kampf aufzunehmen…

VAGRANT QUEEN basiert auf einem eher nischigen Comics, zeichnerisch mäßig und erzählerisch dünn, dennoch unterhaltsam – das erste Heft findet ihr kostenfrei hier.

Tatsächlich zeigt die daraus resultierende Serie zuerst einmal alle Merkmale einer preiswerten internationalen Koproduktion: Ruinen und Industriebrachen müssen als Locations her halten, die Darsteller sind weitgehend unbekannt, die CGI ist mit "ausreichend" teilweise noch freundlich beschrieben und die meisten Aliens müssen mit spitzen Ohren und/oder Hörnchen auf dem Kopf auskommen. Komplexes "world building" sucht man hier vergeblich, so wie die Requisiten und Kostüme sind auch die Story-Elemente aus der Grabbelkiste: ein Haufen Star Wars, ein bisschen Farscape, zusammen gehalten von Guardians of the Galaxy-Kleister.

Das ist wahrlich kein großes Tennis, eher Ping Pong mit billigen Schlägern.

Aber warum macht es dann so verflucht viel Spaß?!

Ganz einfach: VAGRANT QUEEN ist sich genau bewusst, dass es in der trashigen B-Liga spielt. Alles wird auf 11 gedreht: die Dialoge, die Darsteller, der Humor.

Und dann diese Bilder! Statt auf die übliche graublaue Entsättigung zu setzen, mit der man in billigen Serien üblicherweise ein trostloses Weltall darstellt, fährt VAGRANT QUEEN alle Regler nach oben, kreiert eine Farbpalette irgendwo zwischen 80er-Neon, Daft Punk und Anime. The future’s so bright, I gotta wear shades:

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Natürlich macht die blanke Übertreibung aus VAGRANT QUEEN immer noch keine gute Serie im Sinne von gut, aber nach PICARD ist das hier genau der Schuss Adrenalin, den ich gebraucht habe – hier wird in der Pilotepisode mehr Plot und Backstory durchgekauft als bei PICARD in zehn Stunden. Horizontal storytelling for the win! Und Sonequa Martin-Green könnte sich von Adriyan Rae durchaus abschauen, wie man als schwarze Hauptdarstellerin einer Weltraumoper ein bisschen Spaß an der Sache zeigt.

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Matts
Matts
31. März, 2020 19:17

Das sieht wirklich gar nicht schlecht aus! Wie erwähnt, fühle ich eine Menge Galaxy-Quest-Vibes, und außerdem auch welche in Richtung "Firefly". Und beides kann ich nur begrüßen!

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
1. April, 2020 15:27

Atmet ein wenig die Luft von "Future Man" – das ist auch cheesy ohne Ende und recht preiswert produziert, aber schwer unterhaltsam 😀

deckard
deckard
19. April, 2020 03:38

Billiger Mix aus GUARDIANS OF THE GALAXY, FIREFLY und etwas Wakanda-Afro Futurismus. Die feministischen Untertöne (Frau kann alles besser und ist immer toller als Männer) sind abgeschmackt. Nee so wird das nix. Wenn man nicht auf "Lesben im Weltraum kann", sollte man die Serie eher skippen. Da können selbst die Visuals nichts raushauen,das ist einfach zu wenig.

Dietmar
19. April, 2020 09:27
Reply to  deckard

Dieser Kampf-Feminismus im Kino, der Unterhaltungsindustrie und der Gesellschaft insgesamt geht mir zunehmend auf den Sack.

Dietmar
19. April, 2020 16:04
Reply to  Torsten Dewi

Rey ist eine Superfrau, jung, die alles sofort kann und Luke einfach so überlegen ist, Bond wird von seiner Nachfolgerin quasi entmannt, Ghostbusters sind alberne, pausenlos "lustig" quatschende Frauen und wenn man den Film doof findet, ist man misogyn, female Batman, female Thor, "Charmed" goes feminin power, unbesiegbare Captain Marvel (hatte ich in der Aufzählung gerade vergessen) …

Doch, mir geht das auf den Sack. Und das als Fan von Ripley und Sarah Connor (die mit der Wumme).

heino
heino
19. April, 2020 18:48
Reply to  Dietmar

Bey Rey und Ghost und Charmed kann ich nichts sagen, da ich die nicht gesehen habe, aber Female Thor zu kritisieren, ohne ihn gesehen zu haben, halte ich für grundsätzlich falsch und Captain Marvel ist vom Level der Besiegbarkeit her auch in der Vorlage so ziemlich das Höchste, was Marvel zu bieten hat, daher fand ich das okay. Dass die Marvel-Filme generell ein Problem mit schwachen Antagonisten haben, ist ja nun wahrlich keine Neuigkeit. Viel nerviger fand ich die aufgesetzten "die weiblichen Helden retten den Tag"-Shots in "Avengers Endgame", weil die einfach nicht durch die Handlung gedeckt waren.

Den Trailer hier finde ich gut, das sieht einfach nach einer moderneren Version von "Flash Gordon" oder den "Ice Pirates" aus. Ob die Serie das auch einlöst, bleibt abzuwarten, aber erstmal hat sie mein vorsichtiges Wohlwollen.

Dietmar
19. April, 2020 23:10
Reply to  heino

Ich will nicht kleinkariert herumstreiten, nur klar stellen, dass ich female Thor inhaltlich nicht kritisiert habe. Ich wollte mit der Aufzählung verdeutlichen, was mich so nervt. Batman ist ein Charakter, Thor ist ein Charakter. Thor sogar eine mythologische Figur. Wie wäre es denn mit female Tarzan, female KingKong? Was gewinnen die Figuren, wenn man sie auf Frauen umschreibt? Ich habe nichts gegen Wonderwoman. Sie ist ein eigener und starker Charakter. Nichts gegen Ripley und Connor. Nichts gegen Catwoman. Nichts gegen "Charmed" oder Buffy. Mir ist sogar klar, dass es feminisierte Versionen der Superhelden bereits in den Comics gab – wenn einem sonst nichts mehr einfällt.

Aber dieses Das-ist-jetzt-eine-Frau-und-die-ist-total-super-Ding ist entsetzlich nervig. Die feministische Motivation trieft diesem Quark aus allen Poren. Das ist auf intellektuellem Teletubbies-Niveau.

Es gab immer und zu allen Zeiten starke Frauen-Figuren in der Kunst. Vor zwei Jahren beschäftigte ich mich mit meinem Orchester mit Bizets "Carmen": Eine starke, sexuell selbstbestimmte, im Grunde sogar rücksichtslose Frau. Sie wird umgebracht von einem ihr eindeutig unterlegenem Mann, der mit der Zurückweisung und Ausnutzung nicht zurecht kommt. In der griechischen Mythologie bestimmen weibliche Götter das Schicksal Trojas. Julia ist aktiv und kein passives Opfer und Romeo gleichgestellt. Maria hält, nachdem Tony auf dem Weg zu ihr erschossen wurde und in ihren Armen stirbt, den idiotischen Jugendlichen der verfeindeten Gangs und den Erwachsenen mit dem Revolver den Spiegel vor. Melanie Daniels ist aktiv, als sie sich an Mitch Brenner heranmacht und die Vorgänge sich entfalten und bricht erst zusammen, als sie bei der Vogel-Attacke fast zu Tode kommt. Kriemhild überlebt den Helden Siegfried nicht nur, sondern betreibt aktiv den Untergang des Burgunden-Geschlechts.

Haufenweise kann ich starke Frauenfiguren in der darstellenden und bildenden Kunst finden. Zu allen Zeiten! Der Unterschied zu Rey und female Batman und, ich bin sicher, female Thor ist, dass das echte Charaktere mit Fehlern sind, mit denen man sympathisiert, die einem etwas erzählen und geben. Nicht dieser Holzhammer-die-Frauen-sind-eigentlich-die-Stärkeren-Dreck. Und, wie gesagt, sind das derartige Holzschnitt-Charaktere ohne Tiefe, als würde man KIKA und "H20-Plötzlich Meerjungfrau" gucken; wobei ich denen wohl sogar noch unrecht tue.

"The force is female" my ass.

Heino
Heino
20. April, 2020 17:50
Reply to  Dietmar

Ohne das weiter vertiefen zu wollen, nur mal ein Hinweis zu Thor: sowohl im Comic als auch im Film existieren die männliche und weibliche Version nebeneinander. Zumindest zeitweise, bis Jane Foster im Comic stirbt. Ob das im Film auch passiert, bleibt abzuwarten. Hemsworth will auf jeden Fall Thor bleiben und bei seiner Beliebtheit glaube ich nicht, dass Marcel ihn dauerhaft durch Natalie Portman ersetzen wird

Dietmar
20. April, 2020 18:41
Reply to  Heino

Danke für die Info! Ich will mich da nicht weiter in Details verlieren, weil ich das, was ich sagen wollte, hinreichend dargestellt habe, meine ich.

Dietmar
20. April, 2020 01:02
Reply to  heino

Er spricht mir gerade aus der Seele: https://www.youtube.com/watch?v=VlGQgfXtC40

Dietmar
20. April, 2020 13:42
Reply to  Torsten Dewi

Luke verliert gegen Vader klar. Er wird von Vader nur nicht getötet, weil Palpertine Luke als Vaders Nachfolger haben will und Vader seinen Sohn vor sich hat. Luke versagt und geht in den vermeintlichen Tod. Rey tritt gegen Kylo Ren an und schlägt ihn ohne jedes Training nahezu. Nach dem Unterricht bei Luke schlägt sie auch ihn.

Logik oder fehlende Logik ist nicht das Problem. Das Problem ist, dass hier ein quasi unbesiegbares Mädchen aufgestellt wird. Wäre sie ein unbesiegbarer Junge wäre es genauso langweilig (und war es ja auch in Episode I). Hier kommt aber eindeutig eine Agenda dazu, die mich nervt.

(Wie kann man einen fiktiven Charakter "bashen"?)

Dietmar
20. April, 2020 14:41
Reply to  Torsten Dewi

Natürlich kann man einen fiktiven Charakter "bashen"

Das liegt fern meines Verständnisses von sinnvollem Tun. Aber ich habe das ja auch nicht getan.

Dann wären wir aber z.B. bei Superman und Thor an der richtigen Adresse.

Und trotzdem sind die phantastischen Fähigkeiten in eine fiktive Welt eingebunden. Bei Star Wars ist sie: Es gibt die Macht, sie ist eine Art Begabung, die verschieden stark ausgeprägt sein kann und Schulung erfordert, um sie zu entwickeln und nicht der dunklen Seite anheim zu fallen. Leistungsstärkster Jedi war Yoda, hochbegabter Schüler und quasi schicksalhaft Auserwählter war Luke. Der ist dummerweise ein Heißsporn, weil er mit kohärenten Charaktermerkmalen ausgestattet ist, und schließt seine zu spät begonnene Ausbildung nicht ab, weshalb er Vader zu früh konfrontiert. Er ist Yoda unterlegen, Palpertine unterlegen, Vader unterlegen und muss echte Widerstände überwinden. Rey dagegen versohlt Kylo Ren den Hintern, setzt Luke auf den Hintern und halbiert Snoke.

Ich unterstelle bei Star Wars auch keine Agenda.

Unterstelle ich auch nicht: Ich habe sie gesehen. Als Mark Hamill auf der Promotour von der Produzentin unter auslachendem Sow-Clap des Autors und Regisseurs gesagt bekommen hat, Luke sei der am wenigsten wichtige Charakter des Films und sie sich mit ihrem, weiblichen, Stab hat ablichten lassen, während sie alle strahlend T-Shirts mit dem Aufdruck "The force is female" tragen. Da steht eine Agenda hinter und Rey ist eine Mary Sue.

Dietmar
20. April, 2020 15:07
Reply to  Torsten Dewi

Tut mir leid, ich dachte, ich hätte argumentiert. Macht aber nichts. Will ich das arme Mädchen mal in Ruhe lassen. Denn ich bin ihr hoffnungslos unterlegen 😉

jimmy1138
jimmy1138
22. April, 2020 10:33
Reply to  Torsten Dewi

Bei der Altersfrage hinsichtlich Jedi-Ausbildung geht es mWn nicht darum, daß jemand die Fähigkeiten nicht erlernen kann, sondern soll – deshalb wurde Anakin zuerst die Ausbildung verweigert, weil der Jedi-Rat – im Nachhinein gesehen zurecht – gefürchtet hatte, daß er zur Dunklen Seite wechseln könnte.
Wie lange dauert das Training Reys bei Luke? Ich hatte nie den Eindruck, als ob das mehr als zwei, drei Tage gewesen wären – zumindest soferne nicht der Schnitt Westworld-Staffel-eins-artig ist, gibt es ja konkrete Angaben, was den Plot um den Treibstoff betrifft.
Luke bei Yoda könnte eventuell Wochen gedauert haben (wie lange parallel die Reise vom Asteroidenfeld nach Bespin mitm kaputten Hyperdrive gedauert hat, läßt sich da schwer sagen).
Gegen Vader hat er selbst nach Jahren Ausbildung erst eine Chance, als er aufgrund der Bedrohung gegen Leia in Rage gerät und ihn überrumpelt. Gegen den Imperator schon gar nicht.
Reys Entwicklung wäre mMn deutlich plausibler, wenn sie eine Art Vorausbildung als Kind gehabt hätte – wie viele nach TFA spekuliert haben. In TLJ hats Johnson nicht einmal versucht und dann noch den Broom Boy eingeführt – in TROS kam dann die Erklärung mit der Force-Diad. Okay, kann man so akzeptieren.

Der Vergleich mit Superman und Thor unten ist mMn aber passend – beide sind aufgrund ihrer gottähnlichen Kräfte so langweilig, daß der typische Plot sich darum dreht, ihnen etwas wegzunehmen: ihre Kräfte, Familie, Dinge, wieder ihre Kräfte…

Und hinsichtlich dieses angebliche oder tatsächliche Muster "starker" Frauenfiguren ist es mMn wie bei optischen Täuschungen – once you’ve seen it you can’t unsee it. Rey, Michael Burnham, Jyn Erso, ?Dr. Who?, Captain Marvel,Dolores/Maeve… – ein gewisser Trend läßt sich in meinen Augen nicht verneinen.

Zu Vagrant Queen selbst: Vom Comic, den keiner liest, zur Serie, die keiner schaut – nach drei Folgen schon den Sendeplatz verloren. Aber gut, bei Syfy wundert mich bald gar nichts mehr.

Dietmar
22. April, 2020 16:20
Reply to  Torsten Dewi

Macht es uns sensibler oder überempfindlich?

Das ist eine berechtigte Frage. Der Topos "Mary Sue" ist ja nun auch schon etwas älter und Pappcharaktere dieser Art gibt es dementsprechend ja auch schon vor diesen Filmen. Ich würde beispielsweise Diana in "Wonderwoman" nicht als solche bezeichnen, weil sie Widerstände überwinden muss, innere Konflikte hat, sich irrt, und es ihr beispielsweise nicht gelingt, Steve zu retten. Aber das ist, wie immer, keine Polarität, sondern ein Kontinuum. In dem wäre Diana mehr ein solcher Pappcharakter als beispielsweise Ripley.

Ich glaube nicht, dass wir darüber streiten müssen, dass nicht nur Rey sondern die meisten Charaktere und der Plot schwach entwickelt sind. Dir würde besseres einfallen. Zur Hölle: Mir (!) würde besseres einfallen! Was soll der Tod Han Solos, wenn er keinerlei (!) ernsthaften Effekt auf Luke hat bzw. dieser nicht gezeigt wird? Warum wird dieser Tod nicht ausgenutzt, um mit Lukes Charakter etwas zu tun? Warum wird nicht er Zeuge des Todes? Warum kommt er nicht zu spät, um seinen Freund zu retten und so weiter und so fort? Weil er laut Kathleen Kennedy der "am wenigsten wichtige Charakter des Films ist". Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dafür eine dramaturgische Rechtfertigung gibt, außer man hat eine Agenda und will "originell" sein. Kennedy hat eine Agenda: "The Force is female", stand auf ihrem T-Shirt und dem ihres weiblichen Stabs. Rian Johnson wollte die Erwartungshaltung unterlaufen, originell sein. Anstatt auf das Gegebene aufzubauen und Charaktere zu entwickeln, die Chemie der alten Charaktere zu nutzen und ihre Motivationen auszubauen, wird ein unausgebildetes Mädchen zur Superheldin. Und alles, was diesen neuen Charakter durch die Filme tragen soll, ist, sie ist superbegabt mit der Macht.

Wir haben uns oft, nicht oft genug, über Film und Schreiben unterhalten und ich habe einiges von Dir gelesen und gelernt. Nun sage mir bitte nicht, dass Du nicht, aus dem Stegreif (!), mit tragfähigeren Konzepten kommen könntest, um diese Saga mit neuen Charakteren weiterzuführen! Und sage bitte nicht, dass Du nicht mühelos einen weiblichen Charakter entwerfen könntest, der weniger flach ist als Rey!

Ich bin sicher nicht überempfindlich. Das ist alles Unterhaltung und ich nehme das nicht sonderlich ernst. Ernst nehme ich ganz andere Dinge. Aber ich diskutiere ernsthaft; nicht verbissen: Die Trilogie um Rey ist ebenso unausgegoren und im Grunde verräterisch an dem Original wie "Stirb langsam 6" den Charakter McClane und die ganze Reihe verrät. Darüber habe ich auch geschimpft. Nur mit anderen Argumenten. Denn da wurde McClane nicht einfach durch eine noch taughere Polizistin ersetzt, die ihren Abschluss mit 16 machte und ein total hübsches Waisenkind ist oder so. Wäre das so, hätte ich das kritisiert. Hier aber ist das so, und das kritisiere ich.

jimmy1138
jimmy1138
22. April, 2020 17:23
Reply to  Dietmar

"The Force is Female" war mWn eine Nike Kampagne, die T-Shirts sind eben von Nike und das Bild könnte eventuell falsch verstanden worden sein – sagen zumindest Verteidiger von Kennedy.
Die Mängel an der Sequel Trilogie liegen in meinen Augen mehr an offensichtlichen – wie wir das in der Softwarebranche nennen – "Requirements": Han Solo stirbt in Teil eins (v.a. seitens Harrison Ford), die neuen Charaktere stehen im Vordergrund, ein möglichst sicheres Ding, das Bekanntes (auch visuell) wiederkäut. Dazu noch mußte der Film raus, so schnell es nur ging.
Mit welchen Demographien man die einzelnen Rollen besetzt war da eher nebensächlich.

Und hinischtlich Mary Sue bin ich schon gespannt auf Dune und die Reaktionen. Denn mWn hat Herbert Paul Atreides bewußt als Mary Sue geschrieben – im Lynch Film gibt’s ja Szenen, wo Paul in Michael-Burnham-artiger Manier verehrt wird.

Dietmar
22. April, 2020 17:43
Reply to  jimmy1138

"The Force is Female" war mWn eine Nike Kampagne…

Ach so, das ist also reiner Zufall, dass diese Kampagne auf "Force" abhebt, wenn ein neuer Star-Wars-Film rauskommt. Das ist überraschen und gut, dass Kennedy-Verteidiger das klar gestellt haben. 🙂

Alexander Freickmann
Alexander Freickmann
23. April, 2020 04:24
Reply to  Dietmar

Nur als Addendum, da zu spät eingestiegen:
Man kann sich ziemlich sicher sein, dass Natalie Portman nur unterschrieben hat, weil ihr der hochoffizielle Exit angeboten wurde mit dem Film. Sie hat mehrmals ihre Abneigung zu den Thor Filmen geäußert, das hat Harrison Ford Ausmaße. Sprich, da gabs noch einmal fett Kohle, Kinder müssen ja versorgt werden.

Rey vs Luke Ausbildung: Lukes Ausbildung mit Obi Wan ist wirklich nur kurz, minimal einige Stunden bis zu ein paar Tagen (je nachdem wie lang der Falke nach Alderaan brauchte). Dementsprechend kann Luke auch nix am Ende außer auf die Macht zu hören, weil er weiß, dass das Gefühl die Macht ist. Das Training, was er dann auf Hoth zeigt ist dann relativ konsequent nur Sachen, die man sich eben selbst beibringen kann in 3 Jahren. Das mit dem Force Pull vom Laserschwert kann auch als Verzweiflungstat angesehen werden, anstatt einer eingeübten Bewegung. Das Training von Yoda kann auch wieder länger gedauert haben als man denkt. Mindestens ein Tag, aber wohl eher mehrere Wochen – der Falke hatte seinen Hauptantrieb kaputt und war dadurch recht lahm unterwegs. Yoda als Meisterlehrer brachte ihm dann zumindest das wichtigste bei und Luke hatte ein weiteres Jahr bis er sich dem Imperator gestellt hat.
Rey hat eigentlich nix als ihr Gefühl als sie Kylo gegenübersteht. Sie hat zumindest kein sichtbares Schwerttraining, sie ist aber zumindest im Stabkampf geübt. Das sie dabei aber ne Chance gegen einen ausgebildeten Kämpfer hat… ist Zufall. Man kann es einfach auf die Überheblichkeit und dann das Kindergeplärre von Kylo schieben. Ihr Training mit Luke kann nicht lange sein, da der sich definitiv länger als Yoda weigert, gleichzeitig beginnt die Flucht der Resistanz gegen die First Order. Der Hauptteil von Episode 8 ist definitiv nur über ein paar Stunden verteilt, und die First Order braucht sicherlich auch nicht zu lange ihre Flotte neu zu ordnen und die Resistanz zu jagen, wohlwollend bei den Geschwindigkeiten, die besonders in Episode 8 gezeigt werden, maximal 1-2 Wochen. Somit bleibt auch Rey maximal so viel Zeit Jedi Basics von Luke zu lernen und sie ist wirklich schnell dabei. Episode 9 spielt dann maximal 1 Jahr später, Leia ist zwar da, aber sie ist auch nur in den Basics trainiert. Trotzdem kann sie dem Imperator gegenüberzustehen und Force Heal wirken, etwas, was Luke und (der junge) Obi Wan definitiv nicht konnten.

tldr: Luke hatte 4 Jahre Zeit zu trainieren, sogar in relativ sicherer Umgebung. Zudem Training von zwei Jedi Meistern mit Lehrerfahrung.
Rey lernt alles innerhalb von einem Jahr, dabei größtenteils auf der Flucht und stark eingeschränkt. Ihre Lehrmeister haben maximal wenig Lehr/Machterfahrung.

Reys Kräfte haben mich persönlich noch mit am wenigsten an den neuen Episoden gestört. Es reiht sich nur gut in die anderen Probleme ein, die die Filme haben.