Ahhh, Netflix! How much do I love you? Let me count the ways: Stranger Things, The Crown, Black Mirror, GLOW, Mindhunter, Dark, Altered Carbon, Chilling Adventures of Sabrina, Umbrella Academy, Love Death & Robots, Dark Crystal, Lost in Space.

Ich werde niemals Netflix bashen. Ich werde niemals Disney+ oder CBS All Access das Wort reden. Netflix ist alpha. Netflix ist omega. Netflix definiert, was eine TV-Serie im neuen Jahrtausend sein kann und sein sollte.

Und jetzt das hier.

Dachte ich schon, ZOMBOAT! sei ein launiger Blick auf die Zombie-Apokalypse, musste ich mich von DAYBREAK belehren lassen – SO macht man das richtig. FERRIS MACHT BLAU trifft MAD MAX, mit ein bisschen THE WARRIORS, ZOMBIE LAND und Retro-Style à la TURBO KID und RIOT GIRLS untergemischt. Hip und witzig, vollgepackt mit Referenzen und massiver Awareness der eigenen Fiktion.

Im Mittelpunkt steht Josh, ein kanadischer Highschooler in Glendale. dem die atomare Apokalypse mit anschließender Zombie-Seuche gerade recht kommt, war er in der Schule doch eh nicht sonderlich beliebt. Mit seinem gesunden Menschenverstand und einem gewissen Survival-Instinkt ist er in der lebensfeindlichen Hölle, die einmal LA war, allerdings genau richtig. Zusammen mit der psychopathischen zehnjährigen Angelica und dem etwas schrägen „Samurai“ Wesley navigiert Josh die einzelnen „Stämme“, die die Stadt unter sich aufgeteilt haben, auf der Suche nach Sam Dean, seiner großen Liebe. Hält der Untergang der Zivilisation ein Happy End bereit?

Das ist SEHR lustig, SEHR gut gemacht, erstaunlich im Aufwand und sympathisch bei den Charakteren. Es ist auch deutlich smarter, als es zuerst den Eindruck macht: Obwohl die Story zwischen hanebüchen und behämmert schwankt, hat alles eine Logik, die Bewegungen der einzelnen Fraktionen sind nie willkürlich, die emotionalen Beats immer stimmig. Gerade angesichts der Tatsache, dass aktuell viele Serien mit Drama und Plot überladen werden, freut bei DAYBREAK die demonstrative Lässigkeit.

Es gibt wirklich keinen Grund, das hier nicht toll zu finden.

Fazit: Highschool-Comedy in der Zombie-Apokalypse – besser, als so ein absurdes Konzept sein dürfte. Binge-Empfehlung.



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Dietmar

Junior hat Netflix. Er lässt uns nie mitgucken. Wahrscheinlich die Rache für eine verkorkste Erziehung. Lümmel, der! 🙂

Jake
Jake

Sehr schön, kommt umgehend auf meine Watchlist. Bei Netflix habe ich eh längst den Überblick über sehenswerte Serien-Neuerscheinungen verloren.

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner

2,5 Folgen soweit gesehen – ja, die Zutaten würde ich auch in etwa so identifizieren, die Beurteilung weniger.

Zum einen stört mich, dass es allen Überlebenden komplett am Arsch vorbeigeht, dass alle Erwachsenen mehr oder weniger tot sind, zum anderen, dass das Überleben vom technischen Standpunkt (Essen, Energie etc) offensichtlich auch kein Problem darstellt, und erst recht, dass ich die Charaktere ziemlich durchgängig unglaubwürdig und/oder nervend finde…

Wenn man den IMDB-Bewertungen folgt, ist der Nerv-Faktor offensichtlich sehr individuell, aber freut mich für dich, dass es bei dir geklickt hat, bei mir leider absolut nicht.

Seb

Habe nur aufgrund Wortvogels Empfehlung reingeschaut… und es nicht bereut!. Danke für den Tipp, ich stimme der Bewertung uneingeschränkt zu. Ein irrwitziges Vergnügen!

Marsel
Marsel

Abgesehen davon, dass das Setting noch unglaubwürdiger ist als bei den üblichen Apokalypsen, fand ich es weder lustig noch spannend, dafür aber kindisch. Parker Lewis macht Mad Max? Muss nicht sein. Dafür bin offenbar dann doch zu erwachsen. Will sagen: Schnauze voll nach einer Folge. Lieber noch einmal Zomboat! von vorne.