Ich habe mich in den ersten Jahren dieses Blogs sehr viel mit der BILD auseinander gesetzt – mit ihren Lügen, Hetzkampagnen, Anstachelungen, Selbstbesäufnissen. Dann installierte die Webseite einen Adblocker-Blocker und zu meiner eigenen Überraschung war ich raus. Das Springer-Blatt war mir nicht mal wert, den Adblocker für die Seite zu deaktivieren. Und es war… befreiend. Tatsächlich ist es so, dass man besser damit lebt, bestimmte Dinge einfach nicht zu wissen. Zumal Julian Reichelt es scheinbar mühelos schafft, noch einen Tacken skrupelloser und zynischer den Volkszorn zu befeuern als sein Vorgänger Kai Diekmann.

Aber die BILD hat mich eingeholt. Weil ich morgens, wenn ich Brötchen kaufe, in „meinem“ Supermarkt am Zeitungsstand vorbeikomme. Dann schaue ich natürlich nach der Schlagzeile. Und rege mich auf. Die BILD hat mittlerweile das System perfektioniert, den Hass der Menschen aufeinander hochzupeitschen und sich dann erschrocken über die resultierende (verbale wie tatsächliche) Gewalt zu echauffieren. Sie ist der Brandstifter, der die Arbeit der Feuerwehr kritisiert.

Und so habe ich mich entschlossen, ab heute mal etwas Neues zu probieren – ich eröffne den BILD-Pranger. Jedes Cover, das ich für aufrührerisch, propagandistisch, hetzend oder menschenverachtend halte, werde ich zeitnah hier posten. Kein Kommentar, keine weiterführenden Erklärungen, nur ein regelmäßiges:

Julian Reichelt, das hier haben SIE zu verantworten:



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Jake
Jake

Dann installierte die Webseite einen Adblocker

Wohl eher einen Adblocker-Blocker, oder? 😉

DMJ

Wow, wahrlich auffällig widerwärtig er Aufmacher!
Besonders schön der Kontrast zu dem klitzekleinen Kästchen zu Becker daneben.

(Klar, man kann die Fälle nicht vergleichen, aber … es fällt schon auf, wie der große Zorn sich aufs kleine Ziel fokussiert.)

Uli
Uli

„Dann installierte die Webseite einen Adblocker-Blocker und zu meiner eigenen Überraschung war ich raus.“

Lustig, genau so ging es mir auch. Fast muss man Springer dankbar sein.

Joris
Joris

Ja immer die kleinen gegen die kleineren. Wird schon schiefgehen.

Dietmar

E-kel-haft.

Thomas H.
Thomas H.

Echt ekelhaft. Aber solche Menschen gibt es leider wirklich, auch wenn den hier wahrscheinlich die BILD erfunden hat.

Howie Munson
Howie Munson

Klar gibt es Menschen, die wirklich nur das System ausnutzen wollen. Aber denen sind die Sanktionen eh wurscht, weil sie wisssen, wie sie die vermeiden. Von echten Betrügern ganz zu schweigen.

BILD will aber ALLE Bedürftige über diesen groben Kamm scheren, damit sich das Druckerzeugniss gut verkauft und Friede bloß nicht mehr Steuern zahlen muss.

Dietmar

BILD will aber ALLE Bedürftige über diesen groben Kamm scheren

So traurig und widerwärtig wie wahr.

Comicfreak
Comicfreak

.. Und die Hetze wirkt.
In einer spargruppe hat ein Mitglied gepostet, dass er neben Hartz IV einen nebenjob hat und fast das ganze Geld gespart hat.
Ihr glaubt nicht, wieviel Hass sich über den Ersteller gekübelt hat

Dietmar

Ist ja auch eine Sauerei, mit Harz IV reich zu werden! (Ironie; falls jemand das nicht bemerkt)

Als die Agenda 2010 von Schröder startete, war meine Erinnerung an meine Arbeit als Hauptsachbearbeiter im Sozialamt noch sehr frisch. Ich kann mich gut daran erinnern, wie die Narrative geschwungen wurde, man müsse die Sozialhilfe reformieren, um Missbrauch zu sanktionieren. Es gab Politiker, die ihr Wahlprogramm darum herum strickten. Der Punkt ist: Diese Sanktionen gab es schon immer. Und sie wurden auch angewendet. Ich wendete sie an. Nur war ein Großteil der Sozialhilfeempfänger nicht die durchtriebenen Betrüger, sondern allein erziehende Mütter.

Geist&Reich
Geist&Reich

Und allein erziehenden Müttern ist es verboten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen? Das ist auch so ein Narrativ, das es zu hinterfragen gilt.

Ich kenne drei alleinerziehende Mütter. Alle drei arbeiten. Keine bezieht, außer Kindergeld, Leistungen vom Staat. Es handelt sich aber natürlich um Frauen, die einen Schulabschluss und eine Ausbildung haben. Dass es ohne schwierig wird, ist klar, ist aber kein Politikversagen, sondern das Versagen dieser Frauen.

Dietmar

Und allein erziehenden Müttern ist es verboten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen?

Ich kenne Dich nicht, aber in aller vorauseilender Vorsicht und möglicher Freundschaft möchte ich doch darauf hinweisen, dass Leute, die meinen, mir mit Strohmann-Argumenten kommen zu können, von mir den Arsch aufgerissen bekommen. Ich habe auf so einen Scheiß keinen Nerv.

Jetzt bist Du ja auch Deinen misogynen Schwachsinn losgeworden, da stellt sich die Frage: Irgendetwas Inhaltliches zum Artikel, oder geht dieser Quatsch weiter? Lass mich raten: Als nächstes erklärst Du uns, dass an allem die Flüchtlingspolitik schuld ist.

Geist&Reich
Geist&Reich

Interessant. Wo genau liest du die Frauenfeindlichkeit raus, und wie kommst du dazu, dich zu erdreisten, mich dann auch noch mal eben so in die rechte Ecke zu stellen?

Wenn das die Vorgehensweise ist, mit denen du anderen – hoffentlich nur verbal – den Arsch aufreißt, dann solltest du diese vielleicht noch mal überdenken.

Dietmar

Was ich eben vergaß wahrscheinlich hoffnungslos in Deinem Fall zu wiederholen: Schuld ist kein sozialhilferechtlich relevanter Begriff. Wenn Du in ein Spielcasino gehst, Dein Geld verzockst, auf den Kartentisch pinkelst, von dem Türsteher vermöbelt und rausgeworfen wirst, wird dafür gesorgt oder man ist bemüht, dass Du nicht auf der Straße liegen bleibst und ohne Hilfe zugrunde gehst. Du hast Schuld, aber trotzdem wird Dir geholfen.

Deshalb ist dieser ganze Unsinn „die Frauen haben auch selbst Schuld“ eben dies: Unsinn. Misogyne Moralapostelei. So etwas macht man entweder aus religiösen oder faschistoiden Beweggründen.

Oder: Weil man trollt.

Wobei: Da schließt sich dann der Kreis, denn diese Leute fallen oft auch in diese Kategorien.

Howie Munson
Howie Munson

Dass es ohne schwierig wird, ist klar, ist aber kein Politikversagen, sondern das Versagen dieser Frauen.

Und Versager sollten eigentlich komplett entfernt werden, aber da das ja noch nicht gesellschaftfähig ist, muss man sie wöchentlich demütigen und unter Druck setzen, bis sie es selbst einsehen, was „das beste für alle ist….“

Strohmannargumente sind schon was tolles….. NICHT!

Howie Munson
Howie Munson

Ich dachte es wäre deutlich, dass ich das nicht ernst meinte…. sorry…

Dietmar

Ja, da gehe ich ein wenig steil.

Dietmar

Natürlich komme ich runter. In der Sache beharre ich aber darauf und sage das auch, dass der Kommentar da oben misogyn und insgesamt Hilfeempfänger diskreditierend ist.

Dietmar

Nichts an dem Kommentar von „Geist&Reich“ ist solches. Dass gerade Mütter, die alleine sind, auf soziale Hilfe angewiesen sind, was früher in der Sozialhilfe eingegliedert war, rechtfertigt in keiner Weise solch einen Blödsinn, wie der Kommentator dort abgesondert hat. Meine Fälle waren Mütter, die gerade Neugeborene zuhause hatten, manchmal gerade frisch von ihrem Mann/Partner getrennt waren und kein anderes Einkommen erhalten konnten, oft Frauen, die ihren Unterhalt für sich und die Kinder nicht bekamen, Frauen, die sich mit geringfügiger Beschäftigung oder im Niedriglohnsektor abarbeiteten und ergänzend Hilfe erhielten. Die meisten Fälle waren in der Regel eine begrenzte Zeit in der Sozialhilfe und verließen sie, wenn sich die Frauen selbst versorgen konnten.

Diese flachen Angriffe („selbst schuld“) kotzen mich buchstäblich an, weil sie die Hilfeempfängerinnen pauschal diskreditieren und, mag überraschend für den Kommentarhelden da oben sein, „Schuld“ kein Beurteilungsfaktor in der Hilfe eines Sozialstaates ist und sein kann! Wenn ein Idiot mit überhöhter Geschwindigkeit schuldhaft an einen Baum fährt, hilft man dem. Es ist vollkommen egal, ob die Frau selbst „schuld“ war! Wie soll diese „Schuld“ auch aussehen? Sich dem Mann nicht genügend zur Verfügung gestellt? Sich nicht prostituiert, um Geld zu verdienen? Den Säugling nicht alleine zuhause gelassen, um irgendwo zu putzen?

Schuld ist ein straf- und ordnungsrechtlicher, kein sozialhilferechtlicher Begriff. Und er ist ein religiöser Begriff. Moralisch müsste man von Verantwortung sprechen.

Diese Frauen erhielten für begrenzte Zeit erforderliche Hilfe, um sie und ihre Kinder zu versorgen. Gleichzeitig mussten sie solche Idioten-Attacken wie die da oben aushalten.

Dieses „Die Frauen müssen ihren Hintern hochkriegen, damit ich sie respektiere“ ist unfair, weil sie genau das in der Regel tun.

Dietmar

Das sind so Dinge, die mir keine Ruhe lassen, wenn ich zur Ruhe kommen will:

Ich kenne genug, die das gänzlich ohne Fremdhilfe durchziehen (meine Mutter war eine). Das verdient Respekt.

Richtig. Sehe ich auch so. Meine Mutter flüchtete als Jugendliche unter entsetzlichen Bedingungen und mit Erlebnissen, die niemand haben sollte. Sie baute mit meinem Vater ein kleines Haus, in das etwas später auch ihre Eltern einzogen. Dann starb ihr Erstgeborener einjährig im Krankenhaus; sie fuhr nach seiner Erkrankung bis zu seinem Tod wochenlang täglich zweimal mit dem Fahrrad 20 km eine Strecke zum Stillen da hin und dann wieder zurück, um auf unseren Selbstversorgerhof zu arbeiten. Sie entband allein und ohne jede Hilfe meine älteste Schwester im tiefsten Winter in dem fast ungeheizten Neubau, während mein Vater versuchte, sich zu Fuß durch Schneewehen kämpfend den vier Kilometer entfernten Ort durch den Wald zu erreichen, um den Arzt zu holen. Meine Schwester und mein Bruder begleiteten sie, wenn sie als Lohnkraft für örtliche Bauern auf dem Feld arbeitete; sie saßen stundenlang spielend im Gras. Als wir vier Kinder waren, starb mein Vater schlagartig und unerwartet mitten im Satz, als er seine Kolonne auf der Baustelle einwies. Meine Mutter arbeitete mehr, um uns über Wasser zu halten, denn weil mein Vater durch Diphtherie-Folgen viel krank war und relativ wenig gearbeitet hatte (immerhin hat er es trotzdem zum Schachtmeister einer Baufirma gebracht), war die Rente zu klein für die Familie. Nach vier Jahren kam mein Ziehvater (ein Typ wie ein Westernheld: Wortkarg, derber Humor, Gefühle zurückhaltend und wenn er in einer Kneipe zulangte, das machte er selten, aber doch immer mal, war es auf der anderen Seite buchstäblich schlagartig still) und damit ihr zweiter Mann in unser Leben. Meine Mutter und er wollten heiraten. Es gab ein Gespräch mit dem Pastoren (Kemner hieß der und ist der Gründer des „Geistlichen Rüstzentrums Krelingen“; da werden auch schon gerne mal amerikanische geistliche Wunderheiler eingeflogen. So einer war das). Der meinte, er würde keine Frau trauen, die herumhure. Witwe sei Witwe. Meine Mutter hatte Angst, dass mein Ziehvater ihn niederschlagen würde. Aber er lachte ihn lauthals aus, was dem Mann, der so viel auf Respekt hielt, gar nicht gefiel, sie gingen und heirateten nie. Mein jüngerer Bruder wurde geboren, meine Mutter war erneut mit einem Mädchen im 6. Monat schwanger, da verunglückte mein Bruder 17-jährig als Beifahrer tödlich. Meine Mutter fuhr mit meinem Ziehvater zum Unfallort, mein Bruder saß immer noch unverletzt scheinend tot mit offenen Augen im Fahrzeugwrack, der wenige Wochen ältere Fahrer und Schulfreund aus unserem Dorf war buchstäblich zerfetzt und nicht mehr identifizierbar. Einen Tag nach den Beisetzungen brach meine Mutter zusammen und verlor das Kind. Meine Großmutter wurde bettlägrig, meine Mutter pflegte sie jahrelang und arbeitete gleichzeitig im Vogelpark als Küchenhilfe. Es gab schwere Unfälle in unserer Familie, mein Großvater wurde Pflegefall, meine Mutter pflegte ihn ebenfalls jahrelang neben der Arbeit im Vogelpark. Als die Mutter meines Ziehvaters alterskrank wurde, wollten seine Geschwister keine Pflege übernehmen, also kam sie zu uns und meine Mutter pflegte sie neben der Arbeit ebenfalls bis zu ihrem Tod über Jahre. Mein Ziehvater erkrankte an Krebs, sie pflegte ihn, bis er starb. Keiner musste in ein Pflegeheim, das machte alles sie. Meine Schwester erkrankte an einem inoperablen Hirntumor, meine Mutter und ich waren an ihrem Sterbebett alleine, als sie ging. Unserer Mutter Stimme war das Erste, was meine Schwester hörte und das letzte.

Sozialhilfe hat meine Mutter nie beantragt. Der Anspruch wäre da gewesen. Ich habe nicht nur bildlich gesprochen viel auf die Fresse gekriegt, weil uns anzusehen war, aus welchen finanziellen Verhältnissen wir stammten. Meine andere Schwester war immer tougher als ich und kam damit besser klar, konnte aus wenig viel machen, war/ist hübsch, kleidet sich geschickt, war immer sozial kompetent und hatte viele Freunde. Ich war ein verratzter, kleiner, denn ich war der jüngste, scheddriger, verängstigter, traumatisierter Rotzlöffel und Einzelgänger. Aber Sozialhilfe kam nie in Frage. Nach dem Tod meines Vaters hat es Monate gedauert, bis der Rentenanspruch meiner Mutter geprüft wurde. Sie hat aber bis zum Umfallen gearbeitet und ist nicht zum Amt gegangen.

Jedes ihrer Erlebnisse war traumatisch. Die Kriegserlebnisse sind für ein Kind und junges Mädchen hoch traumatisierend. Die Todesfälle in meiner Kindheit gingen an mir, weil ich ich meinen Bruder vergötterte und Großeltern liebte, nicht spurlos vorbei. Sie hatte nie die Gelegenheit, sie zu verarbeiten und musste irgendwie immer weiter machen, was ebenfalls Spuren bei uns hinterließ.

Sich nie helfen lassen, alles alleine schaffen, stark sein. Das ist eine unfassbare Lebensleistung und trotzdem nennt der Pastor (!) sie eine Hure.

Das, genau das ist die Haltung, die Müttern, die diese Hilfe zurecht (!), und ich finde, meine Mutter hätte das auch tun sollen, ohne ihr einen Vorwurf zu machen, denn ich bewundere sie dafür, mit solchen Kommentaren wie dem, den ich so attackierte, entgegen schlägt.

Deshalb gehe ich steil.

Geist&Reich
Geist&Reich

Du hast alles Recht, „steil zu gehen“. Das nehm ich dir auch gar nicht übel. Aber vielleicht solltest du vorher kurz schauen, gegen wen.

Ich würde die Aussage, dass zwischen „Alleinerziehend“ und „Sozialleistungen“ kein ursächlicher Zusammenhang besteht, jederzeit wiederholen. Wie gesagt: Ich kenne keinen Fall, in dem das zusammenhängt. Und kann man in den Fällen, in denen das so ist, nicht von einem Versagen sprechen, wenn kein Lebensentwurf gewählt wurde, der selbstfinanziertes Leben auch ohne Partner ermöglicht oder der bestehende Lebensentwurf nicht entsprechend angepasst werden kann? „Versagen“ im Sinne von: Etwas falsch machen, falsche Entscheidungen treffen. Nicht im Sinne von: die Verachtung aller verdienen und für immer und ewig geächtet bleiben.

Letztere Komponente hast du in meinen Beitrag reininterpretiert.

Übrigens habe ich an keiner Stelle Sozialleistungen in Frage gestellt.

Aber, mal ehrlich, warum diskutiere ich eigentlich mit jemandem, der sich da in etwas dermaßen hineinsteigert und der mich wegen eines komplett sachlichen Beitrags als Frauen- und später dann spekulativ noch als Fremdenfeind darstellt? Komm doch mit deinem Zorn alleine klar, ist bestimmt schwer genug.

Dietmar

Auch diesen Kommentar würde ich Dir tatsächlich gerne auseinander nehmen. Aber es ist spät, ich bin müde, hatte einen schweren Tag. Sollen das andere machen. Oder es liegen lassen.

Aber vielleicht solltest du vorher kurz schauen, gegen wen.

Kurz geschaut: 1. Es ist egal „gegen wen“, weil die Argumente zählen und nicht die Person, die sie vorbringt. 2. Ich habe keine Ahnung wer hinter dem Nick steht. Kennen wir uns? (Und, wie gesagt, wenn, ist das unerheblich.)

Geist&Reich
Geist&Reich

O.K., beschließen wir die Sache hiermit. Mit jemandem, der erst kräftig austeilt, dann weiteres kräftiges Austeilen nur antäuscht, um sich dann mit Verweis auf das gar so schwere wahre Leben zurückzuziehen, mag ich nicht reden. Ich empfinde es als bestenfalls unredlich: einen Schuss abgeben und wegrennen.

Versuch mal, deinen Rausch auszuschlafen. Nein, keinen vom Alkohol. Dir genügt deine eigene Güte, um dich an ihr zu berauschen.

Dietmar

um sich dann mit Verweis auf das gar so schwere wahre Leben zurückzuziehen

Naja: Ich habe derzeit viel zu tun, weil ich mich beruflich umorientiere und mich in neue Fachgebiete einarbeiten muss. Darüber bin ich nicht traurig, das ist nicht unfair oder hart. Hart war, dass ich im Juni fast aufgrund der Arbeit gestorben wäre. Jetzt ist alles tippitoppi. Ich war eben nur zu müde, um mich mit Dir zu beschäftigen. Blöd für Dein Ego, ich weiß.

Es kommt schon mal vor, dass ich wenig und sogar gar keine Zeit im Netz verbringe. Sehr regelmäßig steuere ich aber diesen Blog an und lese mindestens. Manchmal sage ich auch etwas, manchmal etwas mehr und manchmal zu viel. Und wenn es nur ist, dass ich gerade nichts sagen möchte, weil ich gerade müde bin.

Ich empfinde es als bestenfalls unredlich: einen Schuss abgeben und wegrennen.

Ad-Hominem-Attacken sind immer, wirklich immer, ein deutliches Zeichen, für Trollerei. Aber ich bin heute nicht müde. Ich habe mein Pensum abgearbeitet, einen kleinen Artikel auf meine eigene weitgehend unbeachtete Homepage/meinen Blog gestellt und jetzt Laune, hier etwas meinen Senf dazuzugeben.

Versuch mal, deinen Rausch auszuschlafen. Nein, keinen vom Alkohol. Dir genügt deine eigene Güte, um dich an ihr zu berauschen.

Ja: Troll. Macht nix. Ich gehe trotzdem mal sachlich argumentativ an Deinen Text. Auf geht der wilde Ritt:

Du hast alles Recht, „steil zu gehen“.

Richtig. Habe ich. Vor allem, weil Du hinreichend Anlass bietest, wie wir gleich, noch einmal, sehen werden.

Das nehm ich dir auch gar nicht übel.

1. Ist es mir wurscht, ob Du mir etwas übel nimmst. 2. Siehst Du meine Reaktion nur als willkommene Munition und nimmst sie deshalb „nicht übel“.

Ich würde die Aussage, dass zwischen „Alleinerziehend“ und „Sozialleistungen“ kein ursächlicher Zusammenhang besteht, jederzeit wiederholen.

1. Hast Du das nicht gesagt. 2. Ist es egal, ob Du das gesagt hast. 3. Hat niemand das gesagt. 4. Hat niemand behauptet, Du hättest das gesagt. Vierfacher Strohmann. Kompliment.

Wie gesagt: Ich kenne keinen Fall, in dem das zusammenhängt. Und kann man in den Fällen, in denen das so ist, nicht von einem Versagen sprechen, wenn kein Lebensentwurf gewählt wurde, der selbstfinanziertes Leben auch ohne Partner ermöglicht oder der bestehende Lebensentwurf nicht entsprechend angepasst werden kann? „Versagen“ im Sinne von: Etwas falsch machen, falsche Entscheidungen treffen. Nicht im Sinne von: die Verachtung aller verdienen und für immer und ewig geächtet bleiben.

Letztere Komponente hast du in meinen Beitrag reininterpretiert.

Äh, ja. Schön. Wenn ich das nächste Mal wissen möchte, wie man nichts mit Wörtern ausdrückt, von denen man sich einen geistreichen Anschein erhofft, gucke ich hier noch einmal rein. Sachlich zu argumentieren gibt es da nichts, weil die sachliche Aussage fehlt.

Wo genau liest du die Frauenfeindlichkeit raus,

Du musst Dich schon etwas bemühen! Ich habe es erklärt. Aber gerne noch einmal neu:

Und allein erziehenden Müttern ist es verboten, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen? Das ist auch so ein Narrativ, das es zu hinterfragen gilt.

Niemand verbietet Frauen, einer Erwerbstätigkeit nachzugehen (= Strohmann). Tatsache ist:

1. das erzielte Einkommen reicht oft nicht aus und wird nur ergänzt
2. die Hilfeempfängerinnen sind in der Regel vorübergehend in der hilfsbedürftigen Lage
3. die Überspitzung, Erwerbstätigkeit sei nicht verboten, sagt, dass allein erziehende Frauen arbeiten dürfen, aber nicht wollen (= frauenfeindliche Unterstellung)

Der Satz, den ich jetzt neu zitiert habe, „das ist auch so ein Narrativ, das es zu hinterfragen gilt“, ergibt keinerlei Sinn. Pseudointellektuelles Wortgeklingel. Immer ein deutliches Zeichen von sachlicher Inkompetenz.

Dass es ohne schwierig wird, ist klar, ist aber kein Politikversagen, sondern das Versagen dieser Frauen.

Und Du kannst oder willst Dir keine Umstände vorstellen, die es Frauen unmöglich gemacht haben könnten, eine entsprechende Qualifikation zu erlangen? Da helfe ich doch gerne mit Beispielen aus meiner Erfahrung im Sozialamt (tatsächliche Beispiele):

– als Kind missbraucht, 14-jährig schwanger geworden

– „Die Frau gehört an den Herd“ wird durchgesetzt (doch, gibt es noch)

– keine Qualifikation aufgrund gesellschaftlich/religiöser Hinderung

– geistige Behinderung

– mentale Erkrankungen

– Trennung in der Schwangerschaft (wahlweise mit obigen Komponenten gemischt)

Diese Fälle fallen mir gerade so ein. Teilweise noch mit Namen, obwohl das schon etwa zwei Jahrzehnte zurückliegt. Man vergisst das nicht. Letztes Jahr versuchte ein Vater eine meiner Schülerinnen zwecks Zwangsheirat aus der Schule und aus meinem Unterricht zu entführen. Doch, so etwas gibt es, auch wenn Du es Dir nicht vorstellen kannst/willst, auch in Deutschland.

und wie kommst du dazu, dich zu erdreisten, mich dann auch noch mal eben so in die rechte Ecke zu stellen?

Weil Misogynie, egal, wie sehr Du versuchst, sie als Argumentation zu tarnen, mit rechten und fundamentalen Ansichten einhergeht.

Gehab Dich wohl. Weitere Antworten bekommst Du nicht. War weit mehr, als Dein Quatsch es wert war.

Jürgen März
Jürgen März

Dass es ohne schwierig wird, ist klar, ist aber kein Politikversagen, sondern das Versagen dieser Frauen.

Das erinnert mich an einen Roman den ich mal gelesen habe : Pharmakos – Wenn in dir die Bombe tickt.

Ich denke ,man kann auch nicht ungelernten pauschal Schuld zuweisen.
Sicher gibt es extreme Fälle …..aber das werden Einzelfälle sein.

Dietmar

Danke, exakt richtig!

frater mosses von lobdenberg

Hat sich der Reichelt schon für die Reichweite bedankt, dieDu ihm schenkst?

sergej
sergej
Oliver
Oliver

Deutschland kippt den gesunden Menschenverstand.

Deutschlands dümmste Zeitung jubelt
„Jetzt gibt es Dummbrotschlagzeilen auf dem Silbertablett.“