Ahhh… Creepshow. Da werden Erinnerungen wach. Stephen King und George Romero. Der erste Film, der dem Grusel der alten EC-Horrorhefte wirklich adäquat zu huldigen wusste. Was war das für ein Spaß in unserer Pubertät in den 80ern! Und was war das Sequel für eine mittelmäßige Enttäuschung. Und was war der dritte Teil… nein, es gibt keinen dritten Teil. Das ist Konsens. Es gibt keinen dritten Teil.

Man muss allerdings eingestehen, dass KEINER der Creepshow-Filme wirklich gut gealtert ist. Zu TALES OF HALLOWEEN habe ich vor ein paar Jahren geschrieben:

„Letztlich nicht der neue „Creepshow“, aber wenn man sich den noch mal ansieht – nicht mal der alte „Creepshow“ taugt mehr zum neuen „Creepshow“…“

Klar hat das Original einen erfreulich kunterbunten Stil und ein paar großartig überdrehte Performances, aber inhaltlich ist das (wie viele der Geschichten aus den EC-Heftchen) über den Ekel und den vorhersehbaren Twist hinaus eher dünn. Die Serie TALES FROM THE CRYPT hat das ein paar Jahre später deutlich besser gemacht und generell lag die Stärke dieser Franchise nie in den durchdachten Plots und den cleveren Charakteren – das hier war nie die Twilight Zone, sondern bestenfalls verfilmte Achterbahn. Da wächst man irgendwann raus.

Vielleicht war das auch mein Fehler. Vielleicht hätte ich vom Grusel-Streaming-Sender Shudder keine ausgefeilte Horror-Anthologie erwarten sollen, von denen es augenblicklich ja einige auf dem Markt gibt, sondern ganz im Spirit des Originals einfach pubertären Unfug mit ein bisschen Splatter und Dosenbier-Humor. Dann hätte es mich vermutlich weniger überrascht und enttäuscht, dass CREEPSHOW primär auf pubertären Unfug mit ein bisschen Splatter und Dosenbier-Humor setzt.

Es ist halt eine sehr billige Angelegenheit, der man die zusammen geschusterten Sets im Studio oft schmerzhaft ansieht, deren Crypt Keeper-Figur schlecht animatronisch umgesetzt wurde und deren Drehbücher gerade mal das Niveau der alten Gespenstergeschichten-Comics halten können – wenn überhaupt. Neben weitgehend unbeleckten TV-Darstellern geben sich ein paar „Veteranen“ wie Adrienne Barbeau und Jeffrey Combs die Klinke in die Hand, aber es wird nie so schräg, so witzig oder so clever, dass es im Jahr 2019 noch ’ne Mumie aus dem Sarg locken könnte.

Egal. Es herrscht ja kein Mangel. Bleibt lieber bei TWILIGHT ZONE, BLACK MIRROR, INTO THE DARK, AMERICAN HORROR STORY oder LOVE, DEATH AND ROBOTS.

Punktabzug obendrein für das nicht eingelöste Versprechen, Stephen Kings grandiose Kurzgeschichte „Der Überlebenstyp“ für die Pilotepisode filmisch umzusetzen.

 



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heino
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Creepshow 1 habe ich vor über 30 Jahren mal auf Video gesehen, wusste bisher aber gar nicht, dass es Fortsetzungen gab. Und ehrlich gesagt war ich als King-Fan doch von den Umsetzungen sehr enttäuscht. Inzwischen kann ich mich kaum noch an den Film erinnern, den müsste ich tatsächlich mal wieder sehen