12
Sep 2019

Fantasy Filmfest 2019 Tag 8, Film 3: 47 Meters down: Uncaged

Themen: Fantasy Filmf. 19, Film, TV & Presse, Neues |

Großbritannien 2019. Regie: Johannes Roberts. Darsteller: Nia Long, Sophie Nelisse, Sistine Stallone, Corinne Foxx, John Corbett, Brianne Tju, Davi Santos

Offizielle Synopsis: Vier junge Amerikanerinnen entdecken beim gemeinsamen Tauchgang eine versunkene Maya-Stadt. Doch das Staunen über die unerforschten Ruinen bleibt ihnen schnell im Halse stecken – die Unterwasserstadt entpuppt sich nämlich als Jagdgebiet gigantischer weißer Killerhaie. Ein Katz-und-Maus-Spiel mit dem Schrecken des Ozeans beginnt. Während die Sauerstoffversorgung immer knapper wird, müssen sich die Mädels aus dem Unterwasserlabyrinth voll enger Höhlen und unheimlicher Tunnel einen Weg an die Oberfläche erkämpfen.

Kritik: Nächster Totalausfall der Inhaltsangabe – die Mädels entdecken die Ruinen nicht. Sie WISSEN, dass die Unterwasserstadt dort liegt. Genau darum tauchen sie.

Ich werde langsam warm mit Johannes Roberts. Konnte ich mit STORAGE 24 noch eher wenig anfangen, sah ich bei F zumindest das Potential. Der erste 47 METERS DOWN war gut gefilmt, aber inhaltlich schwach – bei STRANGERS: PREY AT NIGHT platzte dann aber der Knoten. Roberts nimmt das Genre ernst, er verweigert sich der Ironie und der Brechung, sieht sich selbst (wie er in einem Intro auch sagte) eher als Schüler von Carpenter denn als Teil der neuen, hippen Horrorwelle.

Nun gibt es Hai-Horrorfilme wahrlich genug, die meisten davon scheiße:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Es stellte sich die Frage, wie Roberts da zum zweiten Mal Saft draus pressen will. Angekündigt war der Streifen ja mit dem launigen Nonsens-Titel 48 METERS DOWN. Luft nach unten ist bekanntlich immer.

Siehe da: Roberts probiert es ganz anders. Der erste Film wird zurückgelassen und ein neuer Cast findet sich in einem Umfeld wieder, in dem man Haie eher selten vermutet. In einer versunkenen Stadt. Man könnte also durchaus sagen, dass hier Haie durch die Straßen schleichen. Ist das Monster von Loch Ness womöglich Jack the Ripper?

Die schräge Ausgangsidee setzt Roberts sehr konsequent und fettfrei um, viele echte Unterwasser-Sets lassen nie das Gefühl aufkommen, sich in einer CGI-Welt zu bewegen. Und die Attacken der Haie sind hart und knapp genug, um nicht als offensichtliche Tricks erkennbar zu sein. This is not SHARKNADO, folks.

Natürlich ist der Film nicht perfekt. Nach Logik darf man nicht fragen, weder beim Sauerstoffverbrauch, noch bei der Unterwasserstadt oder der Evolution der blinden Haie. Das Skript würde keinen Faktencheck von Wikipedia überleben.

Die Mädels gehen uns ziemlich auf den Sack, vor allem, weil sie sich ja selber in die Gefahr begeben und durch gänzlich strunzdummes Verhalten den Tod durchaus verdient haben. Immerhin konzentriert sich die Kamera gerne auf den wenig bedeckten Hintern der durchaus ansehnlichen Stallone-Tochter, die allen Ernstes nach der Sixtinischen Kapelle benannt ist.

Und im Mittelteil wird es immer mal wieder so hektisch und blubberig, dass man kaum einordnen kann, was da auf der Leinwand eigentlich passiert.

Aber zum dritten Akt hin fängt sich 47 METERS DOWN: UNCAGED wieder und es gibt ein so richtig schönes Nagelbeißer-Finale. Man geht zufrieden aus dem Kino.

Ordentlich gemachter Haihorror im Jahr 2019 – wer hätt’s gedacht?!

Fazit: Sauber gemacht und mit vielen neuen Ideen, so dass man Logiklöcher und eine gewisse Hysterie durchaus verzeiht. 7 von 10 Punkten.

Philipp sagt: "Spannend, gute Schauwerte. Scheiß auf Realismus."

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden



Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
4 Comments
Oldest
Newest
Inline Feedbacks
View all comments
Dr. Acula
12. September, 2019 17:02

"st das Monster von Loch Ness womöglich Jack the Ripper?"

Bullshit – or not?

Marcus
Marcus
21. September, 2019 15:49
Reply to  Dr. Acula

Peinlich, aber wahr – ich las das da oben, überlegte kurz, grinste, dachte mir, hey, wie in Amazonen auf dem Mond, und hätte fast einen klugscheißernden "das war doch auch so, wie man sieht in…"-Kommentar geschrieben, bis mir aufging, dass der Vogel das selbstredend weiß und das von Anfang an als Anspielung auf exakt diesen Film gedacht hat.

Wortvogel
Wortvogel
21. September, 2019 16:09
Reply to  Marcus

Ich erwarte auch mittlerweile von meinen fortgeschrittenen Lesern, dass ich ihnen nicht jede Pointe vorkauen muss. Wer’s versteht, hat einen Bonus.

Marcus
Marcus
21. September, 2019 15:47

Sehr geiler kleiner Monsterfetzer. 8/10.