USA 2018. Regie: Julian Richards. Darsteller: Kayleigh Gilbert, Barbara Crampton, Michael Paré, Chaz Bono, Rae Dawn Chong, Monte Markham u.a.

Offizielle Synopsis: Als ein totgeborener Säugling durch einen Blitzeinschlag in der Leichenhalle wieder zum Leben erwacht, nimmt ein Assistent das Mädchen heimlich mit nach Hause und zieht es abgeschieden von der Außenwelt bei sich auf. An ihrem 16. Geburtstag kann Tess ihrem Entführer allerdings entkommen und macht sich auf die Suche nach ihrer leiblichen Mutter. Die kämpft als Schauspielerin mit emotionaler Blockade jedoch mit ihren eigenen Dämonen. Bald darauf zieht Tess, die im Gewitter auch die Fähigkeit erlangte, Elektrizität zu kontrollieren, eine Blutspur durch die Stadt. Alle, die ihrer Wiedervereinigung im Weg stehen, räumt sie gnadenlos aus dem Weg.

Kritik:

Barbara RE-ANIMATOR Crampton!

Michael STRASSEN IN FLAMMEN Paré!

Rae Dawn PHANTOM KOMMANDO Chong!

Monte AIRPORT III Markham!

Chaz EX-TOCHTER VON CHER Bono!

Wheeeeeee!!! Was für ein B-Cast! Da wurden locker 30, 40 Dollar investiert, um ein paar Darsteller vor die Kamera zu holen, die ihr Geld heutzutage eher mit Con-Auftritten verdienen. REBORN ist gewollter Retro-Grusel, dessen Besetzung an Abende auf versifften Sofas vor Röhrenfernsehern und VHS-Rekordern erinnern soll, an erste Zigaretten und staunende Blick in Ausgaben von Fangoria und Playboy (in beiden war Barbara Crampton zu finden). Damit ist er dem anderen Crampton-Vehikel BEYOND THE GATES von 2016 nicht unähnlich.

Der reduzierte Anspruch, ein nostalgisches B-Movie zu produzieren, wird weitgehend erfüllt: in so einem Kontext dürfen einige Nebenrollen wackelig besetzt sein, der Plot sehr durchsichtig und die Effekte sehr preiswert digital. Größere Locations sieht man einmal von außen, dann wird an offensichtlich anderen Locations innen weiter gedreht. Wir brauchen ein Polizeirevier? Na ja, wir hätte da eine Teeküche und eine Ecke in einem Großraumbüro…

REBORN ist genau das, was Leute wie Jim Wynorski und Fred Olen Ray zu ihren „Glanzzeiten“ gedreht haben, als der potente Videomarkt noch akzeptable Renditen versprach und man im Großraum Los Angeles aus hunderten von abgehalfterten Ex-Stars wählen konnte, die für eine warme Mahlzeit vorbeischauten, um die Nase in die Kamera zu halten. Was hier Monte Markham ist, wäre damals Adam West gewesen, die Rolle von Paré hätte mit ziemlicher Sicherheit Jan-Michael Vincent gespielt. Barbara Crampton? Stella Stevens vielleicht oder Karen Black.

Zum „Charme der alten Zeit“ gehört übrigens auch, dass die erste Szene mit einer „Skalpierung“ und Boobies einsteigt. Im Gegensatz zu LIGHT OF MY LIFE weiß REBORN, wie man ein Publikum bei der Stange hält.

Das ist alles basic, aber solide inszeniert und die beeindruckend aussehende Kayleigh Gilbert kann sich neben den Veteranen durchaus behaupten.

Natürlich ist REBORN kein Knaller, dafür ist er zu billig und seine verwendeten Tropen zu abgehalftert. Er oszilliert unentschlossen zwischen Mutter/Tochter-Drama und CARRIE-Abklatsch und weiß manchmal nicht, ob er nun eher der Mutter oder der Tochter Sympathien generieren soll. Hinzu kommt, dass die telepathischen Kräfte von Tess komplett unerklärt und reingedengelt wirken, als wäre ursprünglich nur geplant gewesen, sie als „normale“ Killerin zu erzählen. Das paranormale Element scheint einem hastigen Rewrite geschuldet, um das Label HORROR deutlicher zu rechtfertigen.

Ich bin da milde. Ich habe meine Teenager-Jahre mit den Schrabbelfilmen von Wynorski und Ray verbracht, ich habe ein Herz für die alternden Helden unseres Genres. Und sie mühen sich hier wirklich. Mit Ausnahme von Paré allerdings, der kaum mehr als anwesend wirkt und nicht mal mit passenden Klamotten oder einer Rasur auch nur den Anschein geben möchte, tatsächlich ein Cop zu sein. Der ist vermutlich morgens zum Set gefahren, hat sich Polizeimarke und Requisiten-Colt gegriffen, einmal in die Hände geklatscht und verkündet „wo soll ich stehen, was soll ich sagen?“. Wer z.B. HAUNTING FEAR durchlitten hat, sieht selbst das als Jan-Michael Vincent-Gedächtnisperformance. Ruhe in Frieden, Stringfellow Hawk.

Ich habe übrigens einen Namen aus der offiziellen Cast-Liste des Festivals gestrichen, weil ich euch diese Überraschung im Epilog nicht verderben möchte. Ihr werdet staunen.

Fazit: Ein Film für Freunde des B-Movies aus der direct to video-Ära der 80er/90er Jahre, mit vielen „Stars“ dieser Zeit, aber auch einigen der Schwächen, die diese Schnellschüsse mitbrachten. 7 von 10 Punkten.

Philipp sagt: „Solider Grusel, der gegen Ende etwas abrupt das Happy Ending vermeidet.



avatar
1 Comment threads
0 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
1 Comment authors
S-Man Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
S-Man
S-Man

15 Minuten länger, um die abrupte Wesensänderung etwas besser herauszuarbeiten und glaubhafter zu gestalten.