Japan/GB 2019. Regie: Takashi Miike. Darsteller: Masataka Kubota, Nao Ōmori, Shōta Sometani, Sakurako Konishi, Becky, Jun Murakami, Sansei Shiomi, Seiyō Uchino

Offizielle Synopsis: Als der hochgehandelte Nachwuchsboxer Leo eine auf der Straße an ihm vorbeistürmende Prostituierte vor ihrem Verfolger rettet, ahnt er noch nicht, dass in der folgenden Nacht die japanische Yakuza, chinesische Triaden und korrupte lokale Cops die Jagd auf das junge Paar eröffnen werden…

Kritik: 103 Filme. Und man darf sich ruhig mal wieder Fragen, wie Miike das macht. Üblicherweise kann man viele oder gute Filme drehen. Corman oder Coppola. Aber derart viele und derart gute – das kann nur Miike. Mit Ausnahmen.

Deshalb kommt auch jeder neue Miike mit einer gewissen Erwartungshaltung – wie crazy ist der Meister diesmal, welches Genre nimmt er auf die Hörner? Von dieser Seite aus ist FIRST LOVE eine totale Enttäuschung, denn Miike beackert ein ausgelaugtes Feld: Das hier haben wir alles schon vor 11 Jahren in LIKE A DRAGON gesehen, und noch dazu besser. Was bei anderen Regisseuren ein Thrillride wäre, ist im Oeuvre von Miike bestenfalls solides Handwerk.

Klar sind die Charaktere crazy, die Wendungen unvorhersehbar, die Stränge clever verwoben und die Action reduziert, aber überzeugend. Es ist nur nichts Neues und nichts Unerwartetes von einem Filmemacher, der synonym für Neues und Unerwartetes steht.

Wer auf diese Form von nächtlicher Großstadt-Odyssee mit skrupellosen Gangstern und zarter Liebe zwischen Losern steht, der wird gut bedient. Aber Meister Miike kann viel mehr – kann man also nicht auch mehr von ihm erwarten?

Respekt allerdings für die Eier, die einzige große Stuntszene mangels Budget einfach als Zeichentrick umzusetzen. DAS ist echt 100 Prozent Miike.

Fazit: Ein durchaus unterhaltsames Ensemble-Stück über eine Nacht in der japanischen Unterwelt. Aber für Miike ist das fast schon zu bieder. 7 on 10 Punkten.

Philipp sagt: Routiniert und erstaunlich normal. Einfach ein solider Actionfilm.



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Hat mich angenehm an die alten japanischen Gangsterfilme aus den 60ern erinnert, und viel besser gefallen als seine letzten „überdrehten“ Filme, die auch mal richtig scheiße waren.