Irland/Belgien 2019. Regie: Mike Ahern, Enda Loughman. Darsteller: Will Forte, Maeve Higgins, Barry Ward, Claudia O’Doherty, Terri Chandler

Offizielle Synopsis: Früher war die gutherzige Fahrlehrerin Rose ein bekanntes Medium, heute will sie mit allem Übersinnlichem nichts mehr zu tun haben. Nach dem Tod ihres Vaters, für den sie sich die Schuld gibt, ignoriert sie so gut es geht ihre Fähigkeit, mit Geistern zu kommunizieren. Als der sympathische Witwer Martin sie um Hilfe bittet, seine besessene Tochter zu retten, muss Rose sich nicht nur ihrer Vergangenheit stellen, sondern auch den Ex-Rockstar Christian Winter bekämpfen, der mit Martins Tochter wahrhaft Teuflisches vorhat.

Kritik: Das wurde als Highlight angekündigt, das sah nach Highlight aus. Von den Iren kommen ja immer mal wieder schräge, rustikale Komödien – sicher auch befördert durch sehr aktive steuerliche Anreize, auf der Insel zu drehen.

Nur leider kann EXTRA ORDINARY die Versprechen des Trailers und des Konzepts nicht ganz einlösen. Die ganze Geschichte, so abstrus sie auch sein mag, birgt einfach wenig Überraschungen: Rose und Martin müssen das Ectoplasma von sieben Geistern besorgen, um das Satansopfer von Christian Winter zu verhindern. Das läuft dann immer recht gleichförmig ab, Barry Ward darf ein wenig grimassieren und unvermeidlicherweise verlieben sich Rose und Martin dabei auch noch ineinander.

Es ist nur… weder besonders witzig noch besonders romantisch.

Auch wenn EXTRA ORDINARY ein paar hübsche Einfälle hat und einige gute Oneliner, so fehlt dem Film doch der letzte „pull“, der wirkliche Antrieb. Es plätschert vor sich hin und alles passiert irgendwie, ohne dass die Figuren sichtbaren Anteil daran nehmen. Das ist nicht lakonisch, das ist sediert.

Hinzu kommt, dass ich die Romanze zwischen Rose und Martin an keiner Stelle glauben konnte. Die irische Komikerin Maeve Higgins besitzt nicht das Schauspieltalent oder das Aussehen für einen „romantic lead“ (ja ja, soll sie hier ja auch nicht, aber das ist ein Argument ohne Wert). Zwischen ihr und Barry Ward ist keinerlei Chemie spürbar. Ich kam die ganze Zeit nicht von der Idee runter, dass Terri Chandler, die Higgins‘ Schwester spielt, erheblich besser für die Hauptrolle geeignet gewesen wäre.

Eine Komödie, die nicht witzig genug ist, eine Romanze, die nicht romantisch genug ist – EXTRA ORDINARY kocht am Ende doch leider sehr auf Sparflamme. Und US-Import Will Forte (den ich nie wirklich leiden konnte – was genau genommen sein „shtick“ ist) gibt den üblichen Clown ohne jede Nuance. Ich hätte es z.B. erheblich lustiger gefunden, wenn Christian Winter die satanischen Praktiken nur als Show-PR betreibt und keine Ahnung hat, dass er damit tatsächlich die Hölle öffnet. Aber nun ja.

Fazit: Eine eher potenziell drollige Geisterkomödie, die nie wirklich in Schwung kommt und deren Hauptdarstellerin einfach nicht überzeugt. Eher was für Zuschauer, die lieber schmunzeln als lachen. 5 von 10 Punkten.

Philipp sagt: „Niedliche Komödie. Aber nichts besonderes.“



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MarselGoranStefanWortvogel Recent comment authors
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Stefan
Stefan

Also ich hab einige und oft laut lachen gehört im Publikum 😉 Ja, der Film ist nicht perfekt und insgesamt eher gehobener Durchschnitt, aber auch nicht so unlustig und unglaubwürdig wie beschrieben. Für mich war es gerade die Hauptdarstellerin, die ich interessant fand, eben weil sie in keine Schublade passt und zudem sehr liebenswert, fast naiv ankommt. Manchmal und vor allem gegen Ende wird der Film allerdings wirklich etwas zu albern. Für mich reicht es insgesamt noch für 6,5 / 10 Punkten.

Goran
Goran

Beschaulich, betulich.

Mit der Hauptdarstellerin bin ich ja noch etwas mehr warm geworden, als der Vogel, aber mit ihrem Love Interest hat die einfach null Chemie. Ich nehm den Beiden weder ihr Meet Cute, noch die folgende Annäherung ab.

Es hilft auch nicht, dass die Hälfte der Witze kaum trägt und eher zum Müde lächeln, als zum Lacher, langt.

Das Publikum um mich herum hat gelegentlich aufgelacht, aber für eine Komödie passiert da doch zu wenig.

Ganz ehrlich, wenn man das bischen Splatter rausnimmt und den einen Sexgag aus dem Finale durch was Harmloseres ersetzt, kann das Ganze vermutlich im Vorabendprogramm weggesendet werden.

Nichts zu sehen, weitergehen.