07
Jun 2019

Kino Kurzkritik: X-Men – Dark Phoenix

Themen: Film, TV & Presse, Neues |

Angesichts des Urlaubs hier nur eine kurze Kritik zu "X-Men: Dark Phoenix" (den ich nur gesehen habe, weil ich unbedingt mal ins schöne Rigoletto-Kino in Stockholm wollte).

Nach einem soliden Start der Quadrilogie und einem absoluten Rocker als Teil 2 hatte die X-Men-Saga mit dem letzten Teil ja ziemlich abgebaut. Generischer ging’s nimmer, da musste sich im Vergleich nicht mal DC schämen. "Dark Phoenix" reißt es zwar auch nicht mehr raus, erfüllt aber wenigstens den Anspruch des zweitklassigen Plots und der blassen Protagonisten im Stile eines straffen TV-Films. Abgesehen von Hoult geben sich die Darsteller null Mühe, quarkige Dialoge hätten dringend nochmal überarbeitet werden müssen und jeder Versuch, am Ende da zu landen, wo der erste "X-Men" begann, sind in den Wind geschossen.

Was das "endgame" von Jean Gray und/oder Aliens ist? Ebenso unklar wie die an den Haaren herbei behaupteten Konflikte der Figuren. Ein paar #metoo-Albernheiten lassen facepalmen und ich habe selten so desinteressierte Darstellerinnen wie Jennifer Lawrence und Jessica Chastain gesehen – das grenzt schon an Leistungsverweigerung.

Gehen Sie weiter – es gibt hier nichts zu sehen.

Autor/Regisseur Simon Kinberg ist für mich neben Akiva Goldsman, Zack Snyder und David Goyer der vierte Reiter der Apokalypse des Superheldengenres. Arbeitsverbot für dieses Quartett und alles wird besser. Aber wie gesagt: das hier ist zumindest im Rahmen seiner Möglichkeiten ansehbar und hinterlässt damit nicht den kloakigen Nachgeschmack von "X-Men: Apokalypse".

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Fazit: Allenfalls auf B-Niveau spielender, passabler Abschluss einer Quadrilogie, die irgendwann mit dem wachsenden Anspruch an das Genre nicht mehr mithalten konnte.



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Teleprompter
Teleprompter
7. Juni, 2019 11:16

Ja, schade, war zu befürchten. Nach dem Fox/Disney-Deal war das aber auch ein totes Rennen.

Btw: Was hat den Akiva Goldsman im Bereich des Superheldengenres verbrochen, um so ein harsches Urteil zu verdienen ? Winter’s Tale war zwar in der Tat eine Beleidigung speziell für die Leser der Vorlage, aber weitab vom Genre; gleiches gilt für seine gesammelten Drehbücher von Lone Survivor bis Dark Tower, über deren Qualität (oder die der darauf basierenden Filme) man streiten kann, aber die die Kinowelt jetzt auch nicht dem Untergang näher gebracht haben.

Wortvogel
Wortvogel
7. Juni, 2019 17:10
Reply to  Teleprompter

Batman Forever, Batman & Robin, Titans…

Teleprompter
Teleprompter
8. Juni, 2019 11:19
Reply to  Wortvogel

Zu Titans sagt sein deutscher Wiki Eintrag jetzt allerdings nichts. Die uralten Batmanner habe ich ehrlicherweise schon verdrängt, die würde ich zur Not auch als Jugendsünde durchgehen lassen, zumal er in dem Alter (33) bei der Produktion kaum den Ton angegeben haben dürfte. Waren auch irgendwo Kinder ihrer Zeit, und die beiden anderen, nicht von ihm geschriebenen, waren (meine Meinung) vielleicht anders, aber zumindest aus heutiger Sicht auch nicht besser.

Wortvogel
Wortvogel
8. Juni, 2019 11:21
Reply to  Teleprompter

Dass du dich nicht dran erinnerst oder dass der Wiki-Eintrag unvollständig ist, ändert nichts an den Fakten. Batman & Robin gilt zu Recht als einer der schlechtesten Superheldenfilme aller Zeiten. Und Sachen wie "Lost in Space" hat Akiva ja auch verkackt.

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner
8. Juni, 2019 12:11
Reply to  Teleprompter

Bei solchen Fragen ist in deutscher Wiki Eintrag nicht wirklich aussagekräftig, laut IMDB: Ausführender Produzent bei beiden Staffeln Writing-Credits bei 13 Folgen und Regie bei einer. Bei "Transformers: The Last Knight" hat er auch zum Drehbuch beigetragen. Und auch wenn die ersten beiden Batman-Filme ihre Schwächen haben, sind seine beiden wirklich um Klassen schlechter ausgefallen.

Goran
Goran
7. Juni, 2019 13:39

Warum man Kinberg nochmal auch nur in die Nähe der X-Men, oder überhaupt eines Films, gelassen hat, ist mir ein Rätsel? Ist der verwandt/verschwägert, bester Blowjobber der Welt?

Ich kann auch kaum erwarten, dass die GoT-Popularität nicht mehr reicht, um Schauspieler zu Hauptrollen zu verhelfen.
Das mag am Ende eine der positiven Folgen der Staffel 8 sein.

Marcus
Marcus
10. Juni, 2019 10:30
Reply to  Goran

Hehe. Ich war gestern dreimal hintereinander im Kino, und jeder Film hatte einen GoT-Alumnus.

Godzilla 2: Charles Dance.
Dark Phoenix: Sophie Turner.
John Wick 3: Jerome Flynn.

Thomas G. Liesner
Thomas G. Liesner
7. Juni, 2019 18:38

Hm, die schauspielerischen Leistungen wurden von diversen US-Kritiken noch für am besten befunden, Hauptprobleme eher Drehbuch und Dark Phönix auf Sparflamme ausgeführt – aber den schaue ich eh irgendwann von Silberscheibe mit minimalen Erwartungen, schlechter als Apocalypse erwarte ich aber zumindest nicht. Mal sehen, wieviel Karenzzeit Disney/Marvel den X-Men geben, bis sie im MCU auftauchen, allzu schnell muss nicht sein, FF fände ich erst mal interessanter, die hatten noch keinen guten Film bekommen…

Dietmar
9. Juni, 2019 05:24

Bis auf "Logan" hat mich kein X-Men-Film irgendwie angesprochen; abgesehen davon, dass ich Wolverine eindrucksvoll finde. Die Neuauflage habe ich komplett ausgelassen.

Aber zumindest scheint der Cast beim Promoten hier gute Laune zu haben und zu verbreiten: https://www.youtube.com/watch?v=e-Fnp3i2GuE

Marcus
Marcus
10. Juni, 2019 10:43

Im Großen und Ganzen richtig. Der Film ist guckbar, langweilt nicht, aber in einer Welt, in der es THE DARK KNIGHT, WONDER WOMAN und das MCU (und, wie du richtig sagst, DAYS OF FUTURE PAST) gibt, sitzt DARK PHOENIX halt am Kindertisch. Zu unspektakulär, zu wenig dramatisch für ein großes Serienfinale, über weite Strecken zu tranig (auch wenn das einer der seltenen Filme ist, die nicht stark anfangen und dann verkacken, sondern umgekehrt mit fortschreitender Laufzeit immer besser werden – die erste halbe Stunde ist wirklich ein großes "gar nichts").

Und es hilft halt nicht, wenn sich eigentlich nur zwei Leute (Hoult und Turner) Mühe geben. Chastain spielt so entrückt, wie das im Drehbuch steht, was es aber nicht besser macht, McAvoy bringt bestenfalls sein B-Game (was bei ihm aber immer noch ganz gut ist), J-Law und Fassbender sind sichtbar franchisemüde und machen das, was der Anglophone "phoning it in" nennt, und die restliche im letzten Film eingeführte Truppe ist blass ab Werk geliefert worden.

Aber dennoch, es hätte schlimmer kommen können. Wenigstens isses nicht so eine leblose CGI-Materialschlacht wie es APOCALYPSE gewesen ist. 7/10. Nicht-Comicaffine mögen einen Punkt abziehen.

Matts
Matts
10. Juni, 2019 13:10

Dem ist nicht wirklich was hinzuzufügen. Die große Actionszene am Ende hat meine Meinung von dem Film noch mal gehoben, aber insgesamt ist das alles bestenfalls Durchschnitt. Und in einem Kino-Sommer, der mit ENDGAME begonnen hat, stinkt das natürlich umso mehr ab.
Tja, jetzt wo der Laden auch zu Disney gehört, bleibt nur noch die Frage: Wie lange bis zum Reboot?

invincible warrior
invincible warrior
14. Juni, 2019 04:28

Wegen da enden, wo X-Men 1 gestartet ist:
Days of future past haben klargestellt, dass die Filme 1-3 geretconned wurden. Die finale Minute, da wo Wolverine aufwacht, sind ja alle wieder da, auch Cyclops, der in 3 pulverisiert wurde. Und in Apocalypse hatte sich Mystique ja auch endgueltig fuer die X-Men entschieden, was definitiv gegen den bisherigen Kanon sprach, was davor passiert war, haette man schon irgendwie hinbekommen. Auch war Jean Greys Geschichte, wie sie zu den X-Men kam, anders, in X-Men 3 gab es keine Andeutungen, dass sie einen Autounfall verursacht hatte. (Dofp spielte 73, Unfall 75)

Natuerlich sind die Charaktere alle immer noch relativ aehnlich, weswegen es zu aehnlichen Resultaten kommt, aber definitiv eine andere Zeitlinie.

Wortvogel
Wortvogel
14. Juni, 2019 09:35

Das ist schon klar, ich habe die Filme ja auch alle gesehen. Aber es gab bei vielen Fans doch immer die Hoffnung, die würden irgendeinen Dreh finden – was natürlich allein angesichts der Tatsache, dass sie die Dark Phoenix-Sage nochmal erzählt haben, unmöglich gemacht wurde.

jimmy1138
jimmy1138
15. Juni, 2019 08:59

Angeblich soll ja ein "Kinberg-Cut" existieren mit einem komplett anderen Ende des Films, wo die Skrulls die Bösen gewesen wären und der Film, der ursprünglich vor Captain Marvel rauskommen sollte, ein sehr ähnliches Ende wie Captain Marvel gehabt hätte.

heino
heino
14. Juli, 2019 18:18

Tja, was soll ich sagen. "Solide" ist wohl noch das beste Urteil, das man hier fällen kann. Chastain und Turner hatten sich im Nachgang ja auch darüber beschwert, dass Kinberg quasi täglich mit umgeschriebenen Szenen angekommen sei, und genauso wirkt der Film auch. Vieles sieht nach erster, unredigierter Drehbuchfassung aus, das Ende im Zug ist zwar wirklich packend, aber gegen den ursprünglich geplanten Zweiteiler mit kosmischem Finale dürfte es kräftig abstinken, und der ganze D`bari-Subplot ermöglicht es zwar, Phoenix als kosmische Entität darzustellen, aber wirklich interessant ist das nicht. Die jungen Darsteller tun mir leid, sie haben so gar keine Möglichkeit, hier zu glänzen. Die Chastain war eh nie mein Fall, Frau Lawrence hat sich schnell rausschreiben lassen, bevor es peinlich wurde, und der Rest blamiert sich zumindest nicht. Schade drum, das hätte ein fulminanter Abgang werden können, aber FOX hat mal wieder am falschen Ende gespart.

trackback

[…] War der erste WONDER WOMAN noch halbwegs ordentlich inszeniert, zeigt sich bei WW84 sehr schmerzhaft, dass der inszenatorische Köcher von Patty Jenkins nur eine begrenzte Menge an Pfeilen bereit hält: bei der Action sklavisch auf CGI und die immer gleichen Kamera-Setups setzend, stellt sich schnell Langeweile ein. Da fehlt jeder Pfiff, jedes Gespür für Wahnwitz und das richtige Quentchen "over the top". Es hauen sich Render-Figuren frisch von der Festplatte. Das ist Dienst nach Vorschrift im Stil von GREEN LANTERN und X-MEN: DARK PHOENIX. […]