2013 war ich das erste Mal bei den Nights. Bis dahin hatte ich gedacht, das „große“ Fantasy Filmfest Festival einmal im Jahr sei genug. Da ich (Ehe, Beruf und zwei Katzen sei Dank) daheim aber einfach nicht mehr so viel dazu komme, „meine“ Filme anzuschauen, nehme ich mittlerweile soviel FFF mit, wie ich kann.

Nürnberg ist bekanntermaßen neben Berlin mein liebster Festival-Spielort, auch wegen der Kumpanei vor Ort mit Doc Acula von den Badmovies. Der fällt leider kurzfristig wegen heißer Scheißerei aus. Schade. Wer mich in Nürnberg kennt, mag und sieht, kann mich also durchaus ansprechen, meine „dance card“ ist noch nicht voll.

Ich habe wieder mal keine Ahnung, was läuft (eine Aussage, die viele Menschen bei mir generell für passend halten). Nur soviel: es ist wohl ein neuer Film von Craig Zahler dabei, dessen letzte drei Filme ebenfalls auf dem FFF liefen und der mit „Bone Tomahawk“ und „Brawl in Cell Block 99“ zwei moderne Klassiker des gewalttätigen Männerfilms abgeliefert hat. Ich freu mich drauf.

Der Ablauf ist wie immer: Ich schaue heute den ganzen Tag, mache morgen vormittag die Reviews, schaue dann wieder den ganzen Tag – und reiche den zweiten Packen Reviews zeitig nach. Ein bewährtes System.

In eigener Sache

Wer mir auf Facebook folgt, wird es gemerkt haben: der „NostalGeeks!“-Podcast ist bereits wieder stillgelegt worden. Über „persönliche Differenzen“ hinaus will ich mich dazu nicht äußern, es sei denn, man nötigt mich. Bis hierher hat’s mir viel Spaß gemacht und ich habe andere Multimedia-Projekte bereits in Planung. Wer die bisherigen Folgen noch haben will, sollte sie an diesem Wochenende downloaden, danach werden sie gelöscht.

Und weil es wegen der Einstellung des Projekts vielleicht nicht alle mitbekommen, schiebe ich hier ganz kurz die Kritiken aus der aktuellen Folge in Schriftform nach.

Shazam!: Sehr unterhaltsamer Comedy-Superheldenfilm, der es mal anders probiert als der Rest der DC/Marvel-Welt. Hadert mit einem schwachen Bösewicht, ein paar tonalen Schwankungen und besonders der Tatsache, dass der muskulöse Captain Marvel sich eben nicht wie Billy Batson benimmt, sondern wie ein rotziger Achtjähriger. Trotzdem sehenswert für die ganze Familie, besonders wegen des Finales. Zwei Nachspann-Sequenzen, also sitzenbleiben!

Pet Sematary: Das im Vorfeld hochgelobte Remake entpuppt sich als Rohrkrepierer – zu schwach in den Charakteren, zu wenig überzeugend bei den Darstellern, technisch teilweise sehr schwachbrüstig und nie wirklich gruselig. „Auf dem Niveau von 1989“ kann 2019 kein Lob sein. Mit den Änderungen der Story (inklusive des Endes) konnte ich aber sehr gut leben.

Twilight Zone 2019: Hier andersrum – die Serie wurde im Vorfeld schwer kritisiert, sollte weder mit Peeles Filmen wie „Wir“ noch mit aktuellen Anthologie-Serien wie „Black Mirror“ mithalten können. I call Bullshit. TW19 ist eine hervorragende Gruselserie im besten Sinne des Wortes mit klar erzählten Geschichten und einer einzigartigen visuellen Signatur (Unschärfen an den Bildrändern, harte Nahaufnahmen, moderige Farbchoreographie), die auch sich klar auf die Originalserie aus den 50er und 60er Jahren bezieht, diese aber sorgsam modernisiert.

Ultraman: Die ANDERE Mega-Franchise aus Japan, die es im Gegensatz zu Godzilla nie erfolgreich in den Westen geschafft hat, wird nun als Anime für Netflix erneut gepusht. Zugegeben, technisch ist das ein Knaller, butterweich und straff animiert, aber die Veränderungen von Ultraman (zumindest am Anfang erinnert er eher an Iron Man als an seine Vorgänger) sind gewöhnungsbedürftig. Trotzdem einen Blick wert.

What we do in the Shadows: Die Vorlage war eins der Highlights des Fantasy Filmfest 2014. Nun hat man aus der Vampir-Comedy eine TV-Serie mit anderen Darstellern gebaut (schon der zweite Ableger – der erste war das weitgehend übersehene „Wellington Paranormal“). Schon sehr lustig und insbesondere von Matt Barry hinreißend gespielt, aber man merkt die Mühen des mangelnden Budgets – hier wird primär in pudrig eingerichteten Räumen launig diskutiert. Es ist nicht „Ash vs. The Evil Dead“, soviel steht fest.



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Moepinat0rWortvogelDietmarhiltiAndy Recent comment authors
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Andy
Andy

Schade mit dem Podcast…. hatte mich schon gewundert als bei Dir hier die Folge nicht erschienen ist.
Erst dachte ich hoffentlich nichts passiert Krank/Unfall? oder doch ärger in Paradies?
Ansonsten freue ich mich auf die neuen Reviews vom Fantasy Filmfest Nights 19.
Viel Spaß.

Moepinat0r
Moepinat0r

Da schließe ich mich an. Die Nostalgeeks waren zwar immer lang, aber nie weilig. Echt schade, ich hab alle Folgen mit Freude gehört. 🙁

hilti
hilti

Schade drum, habs gern gehört.

Dietmar

…dass der muskulöse Captain Marvel sich eben nicht wie Billy Batson benimmt, sondern wie ein rotziger Achtjähriger.

Nicht, um zu widersprechen, sondern ergänzend: „Half in the Bag“ betont interessanter Weise, dass der Schauspieler es deutlich besser als Tom Hanks in „Big“ schaffe, dem Alter des Jungschauspielers entsprechend zu agieren. Tom Hanks wäre eher ein Fünfjähriger, während Levi das weit besser mache.

Eine Interessensfrage: Das Superhelden-Kostüm sieht ja offensichtlich absichtlich kitschig und nach „zuviel“ aus. Obwohl Levi fit ist, die Muskeln scheinen Fake. Ist das falsch?