USA 2018. Regie: Darren Lynn Bousman. Darsteller: Sabrina Kern, Carolyn Hennesy, Courtney Halverson, Seth Michaels, Trin Miller, Lindsay Seim, Shaun Fletcher

Offizielle Synopsis: Mary ist am Tiefpunkt. Mittellos, schwanger und von ihrem Trickbetrüger-Freund getrennt, sucht sie Obdach und Schutz bei der katholischen Schwesternschaft Sisters of Divinity. Gemeinsam mit den anderen Konvent-Bewohnerinnen unterwirft sie sich der strengen Regentschaft der Mutter Oberin. Es wird die Hölle auf Erden.

Kritik: Meine Herren (und Damen), mit Darren Lynn Bousman werde ich nicht mehr warm. Der Mann hat drei „Saw“-Teile gedreht, gilt als Teil des gewaltgeilen, aber innovationsarmen „Splat Packs“ und kann mich einfach nicht davon überzeugen, dass in seinen rudimentär inszenierten Horrorschinken ein Talent steckt, das sich entwickeln ließe. „Repo! The Genetic Opera“ hatte mich irrigerweise glauben lassen, Bousman bräuchte nur die richtigen Projekte, um als Regisseur zu punkten. Aber „Abattoir“ und jetzt „St. Agatha“ machen den Deckel drauf: der Typ dreht nicht nur billige Filme, er dreht sie auch billig.

Es erschüttert mich, dass einer der Hauptakteure der „Saw“-Reihe nicht mal das Budget zusammen bekommt, um so einen Klosterschul-Grusler ordentlich umzusetzen. „St. Agatha“ wirkt wie die Asylum-Version eines Blumhouse-Nonnenthrillers. Hier glaubt man wirklich gar nichts: das Kloster ist ein normales Wohnhaus, das zugehörige Straßenschild fast schon niedlich handgemalt, die Splattereffekte kümmerlich, und die überfilterten Rückblenden müssen immer wieder vor schwarz spielen, weil man offensichtlich kaum Requisiten von 1957 ranschaffen konnte.

Es ist einer dieser Filme, in denen eine Tür einen fast zehn Zentimeter hohen Bodenspalt hat – damit die Hauptdarstellerin drehbuchgewollt drunter durch linsen kann. Kann man machen, ist aber albern.

Inhaltlich braucht man sich denn auch gar keinen Hoffnungen hinzugeben: Was im Kloster vor sich geht, wissen wir (im Gegensatz zur Hauptfigur) nach fünf Minuten und die Machtverhältnisse der Personen bleiben bis zum Finale unangetastet. Die sadistische Oberin gegen die rebellische Mary – das wird eher pflichtschuldig durchgekaut als spannend eskaliert. Klischees müssen reichen.

Der Anspruch der Kamera, mit entsättigten Farben und langsamen Dollyfahrten so etwas wie Atmosphäre aufzubauen, wird vom kruden Skript konterkariert, das keine Klasse besitzt. Leider bedeutet das umgekehrt, dass sich die Kamera auch nie auf den Trashwert des Inhalts einlässt und „St. Agatha“ dadurch zwischen allen Stühlen sitzt: optisch zu schick, um richtig auf die Kacke zu hauen, inhaltlich zu schlampig, um als Edelgrusler zu funktionieren.

Wo ist Jess Franco, wenn man ihn mal braucht?! Tot. Klar.

Fazit: Ein technisch wie inhaltlich billig zusammengeschusterter Nonnen-Thriller ohne Thrill. Nonnsens, quasi. Nuns with shotguns. Nunsploitation mit Non-Sploitation. Suspense? Nun. 3 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Kein Trailer

Philipps zweite Meinung:

„Halbwegs spannend, aber die Dümmlichkeit der handelnden (und nicht handelnden) Personen nervt.“



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S-Man
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Ich sagte das schon gestern: Der nervigste Soundtrack seit The Machinist

Marcus
Marcus

Darsteller super, schick anzusehen, aber inhaltlich unfassbar unausgegorener, schlecht durchdachter und hysterisch überzogener Cheese. Und der Soundtrack nervt wie Sau. Aber sagt, was ihr wollt – langweilig ist das alles nicht. 6/10.