Philippinen 2018. Regie: Erik Matti. Darsteller: Anne Curtis, Brandon Vera, Victor Neri, Arjo Atayde, Levi Ignacio, Nonie Buencamino, Lao Rodriguez, Alex Calleja

Offizielle Synopsis: Eine philippinische Spezialeinheit hat einen großen Drogenboss am Haken. Seine Festnahme soll ein Maulwurf bei einem „BuyBust“ ermöglichen. Nur die besten Leute kommen in die Einheit, darunter die resolute Anna, die nicht gerade als Teamplayer gilt. Der Auftrag führt die Truppe tief in die Slums von Manila. Lebend herauskommen werden nur wenige.

Kritik: Ich erwähn’s nur der Vollständigkeit halber – laut IMDB heißt die Hauptfigur nicht Anna, sondern Nina. Und genannt wird sie im Film ausschließlich Manigan.

Ja, genau das fehlte mir auf dem Festival heuer noch – der Asiakracher. Wenn von zu vielen existenziellen Dramen der Stoffwechsel in den Keller geschraubt wurde, dann helfen Filme wie „Clash“, „Shockwave“ und „Train to Busan“, den Adrenlinpegel wieder auf Spur zu bringen. Wenn bunt und laut die Knochen brechen, kann man von Entertainment sprechen.

Dieses Jahr sind die Philippinen für den Action-Quotienten verantwortlich und „Buybust“ gibt sich auch gar nicht erst die Mühe, groß an einer Story zu basteln: der Film präsentiert keine Story, sondern ein Ereignis. Nach kurzem Setup geht’s ins Ghetto und dann bricht die Hölle los. Schluss ist, wenn alle tot sind. Noch reduzierter als bei „The Raid“ oder meinetwegen auch „Die hard“ wird hier auf alles verzichtet, was dem Remmidemmi im Wege stehen können. Das bisschen Plot und die grob geschnitzten Charaktere kann man auch zwischen pfeifenden Kugeln erzählen. Feuer frei!

Das ist hochoktanige Unterhaltung extrem polierter Art, die ausnahmsweise nicht auf überkandidelte Martial Arts setzt, sondern auf beinharte Prügeleien im SEK-Stil. Hier ist jeder Kampf „auf Leben und Tod“, es zählt ausschließlich, wie schnell und effektiv man den Gegner ausschalten kann. Was anfangs noch unelegant und prollig wirkt, entwickelt schnell seine eigene Choreographie der Gewalt und gipfelt in einigen Kampfszenen, die zum Besten gehören, was ich in den letzten Jahren gesehen habe. Manigans Fight auf den Hüttendächern dürfte in die Actionfilmgeschichte eingehen.

Problematisch finde ich nur die politische Einordnung von „Buybust“. Die Philippinen werden aktuell von einem autokratischen Schlagetot regiert, der Dealer größeren und kleineren Formats der Einfachheit halber von Spezialeinheiten wie in diesem Film abknallen lässt. Und es ist nicht leicht zu beurteilen, ob „Buybust“ für diese Zero Tolerance-Politik Propaganda betreiben will oder ob der Film diese radikale Vorgehensweise letztlich als sinnlos demaskiert, weil Politik und Verbrechen viel zu verzahnt sind, um das Problem mit Polizeieinsätzen nachhaltig zu lösen.

Fazit: Rasantes und extrem professionelles Action-Epos, in dessen Verlauf dem ein ganzes Armenviertel von Manila in Schutt und Asche gelegt wird. Wer „The Raid“ und „Clash“ mochte, der findet hier ein neues Highlight. 8 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji findet:

Philipps zweite Meinung:

„Mir zu wenig Handlung und zu unlogisches Polizeivorgehen. Aber für Freunde von Schießerei und Prügelei sehenswert.“



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jimmy1138Mattsmilan8888JakePascal Recent comment authors
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Markus

„Wenn bunt und laut die Knochen brechen, kann man von Entertainment sprechen.“ Okay – JETZT gibt’s aber Wortvogel-T-Shirts.

Pascal
Pascal

😁👍

Jake
Jake

Würde kaufen!

milan8888
Matts
Matts

Bin absolut derselben Meinung. Harte und kompromißlose Action die glänzend inszeniert ist. Ich kann dem Film wirklich kaum etwas vorwerfen, außer dass er meine Happy-go-Lucky-Attitüde nach „Heavy Trip“ eiskalt erledigt hat. Aber sei´s drum…
Was die politische Message angeht, hab ich ebenfalls nachher überlegt, ob der Film sich hier in Propaganda oder Demaskierung versucht. Ich muss sagen, ich tendiere mehr zu Letzterem. Allerdings ist es definitiv nicht so plakativ, als dass Duterte beim gucken dieses Filmes nicht doch einer abgehen würde, schätze ich.

jimmy1138
jimmy1138

Gibt’s übrigens aktuell auf Netflix…