Argentinien/Frankreich/Chile 2018. Regie: Alejandro Fadel. Darsteller: Esteban Bigliardi, Francisco Carrasco, Tania Casciani, Romina Iniesta, Victor Lopez, Sofia Palomino, Jorge Prado, Stéphane Rideau

Offizielle Synopsis: Eine abgelegene Region in den argentinischen Anden wird von einer bizarren Mordserie erschüttert. Der Haufen an kopflos zurückgelassenen Frauenkörpern wächst immer weiter. Während der örtliche Polizist Cruz den Ehemann seiner Geliebten verdächtigt, schiebt dieser die Schuld an den Enthauptungen auf ein angeblich in der isolierten Berggegend umgehendes Monster.

Kritik: Ich führe immer wieder gerne Argentinien als eins der Länder an, die auf dem FFF überraschen können. Da erwartet man nix, da ist ein plötzliches Highlight wie ein nasses Handtuch um die Ohren. In Maßen genossen lasse ich mir auch gefallen, dass Filme aus Non-Hollywood-Regionen auf technischer oder narrativer Ebene etwas eigenwilliger (respektive schnarchiger) ausfallen. Cineastische Entwicklungsländer sind nicht die Brutstätte für die nächste Generation Michael Bay, Sam Raimi oder Roland Emmerich.

Aber es gibt auch Grenzen. Wenn ein Film so gar keine Anstalten macht, den Arsch hochzukriegen, wenn „Kamera aufstellen und record drücken“ die einzige Regie zu sein scheint und die Darsteller permanent wirken, als habe man sie bei der entspannten Zigarettenpause heimlich gefilmt, dann ist mein filmischer Geduldsfaden schnell durchschnitten. Mag ja sein, dass der ländliche Argentinier nicht so der feurige Gaucho, sondern eher so der lethargische Brüter ist, aber es füllt halt keinen Film.

„Murder me, Monster“ schleppt sich unfassbar behäbig über 109 Minuten, die sich wie zwei Wochen anfühlen. Die Suche nach dem Monster ist komplett nebensächlich, weil alle Figuren elend das eigene Schicksal beklagen. „Jammerlappen – Der Film“. Und wenn das Monster dann doch eher zufällig gefunden wird, kommt es zu einer denkbar bizarren, hypersexualisierten Begegnung – die vielleicht irgendwas über Geschlechterrollen oder das Patriarchat in Argentinien aussagen soll, aber nix Genaues weiß man nicht. Nachspann. Endlich.

Fazit: Ein unfassbar dröger, farbloser Film über phlegmatische Menschen, dessen „Monster“ in der Tat so bizarr wie einzigartig ist – aber dafür sollte man dann vorspulen. 2 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Was will mir dieser Film sagen? Wahrscheinlich, dass ich lieber einen anderen hätte sehen sollen.“



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Man kann zumindest nicht behaupten das der Trailer falsche Erwartungen weckt.