USA 2018. Regie: Dean Devlin. Darsteller: David Tennant, Kerry Condon, Jacqueline Byers, Robert Sheehan, Lisa Brenner, Carlito Olivero

Offizielle Synopsis: Eigentlich ist das „Geschäftsmodell“ von Sean und Derek ziemlich clever. Als Parkplatzwächter wissen sie genau, wann die Leute nicht zuhause sind, und der Fahrzeugschein im Handschuhfach verrät die Adresse. Schnell ist das Haus ausgeraubt und das Alibi perfekt! Doch wenn man den Krug zu oft zum Brunnen schleppt, bricht er. Es kommt, wie es kommen muss: Sean und Derek geraten in das Heim (und die Fänge) eines waschechten Psychokillers. Und der erweist sich als um einiges ausgefuchster als die beiden Taugenichtse.

Kritik: Ich gestehe, dass ich ein wenig skeptisch bin, wenn ich den Namen Dean Devlin lese. Der hat seine gesamte Karriere darauf gebaut, der Partner von Roland Emmerich zu sein, und sich erst in den letzten Jahren etwas freigeschwommen – allerdings mit nichts, was mir allzu positiv im Gedächtnis geblieben wäre. Seine Spezialität ist Kommerz ohne Handschrift, gerne gekennzeichnet von dummen Skripts und mehr Hose als Eiern.

„Bad Samaritan“ passt in die Schublade, denn was genauso gut ein Low Budget-Thriller hätte sein können, wird hier mit einigem Aufwand zum Edel-Reißer aufgeblasen und als deutlich mehr verkauft, als eigentlich drin ist. Für jede smarte Idee gibt’s eine strunzdumme obendrauf, und jeder authentische Spannungsmoment ist eingepackt in hanebüchene Logikfehler, die verhindern, dass wir das Universum des „Bad Samaritan“ jemals glauben können.

Natürlich hat David Tennant Spaß daran, nach „Jessica Jones“ wieder einen totalen Psychopathen zu spielen, der unseren depperten Protagonisten an Geld und Intellekt weit überlegen ist. Und manche seiner Ideen, Sean das Leben zur Hölle zu machen, sind ausgenommen perfide. Aber genau so viele seiner Strategien sind eben nur deshalb erfolgreich, weil das Skript es so will – es mag als Überraschungsmoment funktionieren, dass er ganze Räume seiner Villa in Minuten umdekorieren kann. Aber es drückt sich um die Frage, wie er das gemacht hat…

Hinzu kommt, dass der ganze Plot nur deshalb über die Ziellinie humpeln kann, weil sich wirklich ALLE Autoritätspersonen wie Vollspacken verhalten. Nicht Erendreich ist so brillant – alle anderen sind so ignorant.

Vielleicht „lese“ ich das aber auch falsch. Vielleicht war von vorne herein die Absicht, sich im Spannungsaufbau nicht von Plausibilität behindern zu lassen. Vielleicht hat man darauf vertraut, dass die Geschichte den Zuschauer so fesseln würde, dass er selbst die gröbsten Schnitzer nicht hinterfragen würde. Zumindest bei mir hat das allerdings nicht vollständig funktioniert. Ich habe immer im Saal gesessen und gedacht „boah, da hätte man viel mehr draus machen können.“

Fazit: Comic-esk brutale und schwarzhumorige Psychokiller-Groteske, die mit zunehmender Laufzeit immer mehr ins Absurde abrutscht und damit viel tatsächliches Potenzial dem billigen Entertainment opfert. Trotzdem locker 7 von 10 Punkten. Doctor Who-Fans dürfen einen Gedächtnispunkt addieren.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Spannend, unterhaltsam – dreht aber ein paar mal zu sehr unnötig auf 11.“



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Jake
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Die offizielle Synopsis erinnert ein bisschen an „Don’t breathe“. Kommt auf meine Watchlist, allein wegen David Tennant (ich find‘ den gut).