Indonesien/Südkorea 2017. Regie: Joko Anwar. Darsteller: Tara Basro, Bront Palarae, Dimas Aditya, Endy Arfian, Nasar Anuz, Muhammad Adhiyat

Offizielle Synopsis: Im Zentrum der Gruselmär steht die sterbenskranke Schlagersängerin Mawarni, deren Familie nicht ahnt, welch blanker Horror nach dem Tod der Mutter über sie hereinbrechen wird. Denn dann kommen die Kreaturen des Teufels und holen, was ihm zusteht.

Kritik: Ich bin jetzt nicht DER Experte für den indonesischen Horrorfilm, kenne nur ein paar krude Heuler aus den 80ern, die kulturell bedingt für Indonesier schauerlich sein mögen, hierzulande aber eher peinlich berührtes Gekicher hervorrufen. Vielleicht tue ich damit aber der ganzen Kultur Unrecht. Besonders, weil „Marlina the Murderer in four acts“ 2017 ja ganz großartig war.

„Satan’s Slaves“ versucht denn auch, an die Tradition des indonesischen Horrorfilms anzuschließen, in dem er 1981 spielt und die Motive der spukigen Heimsuchung aufgreift. Für unsere Ohren mag der Titel sehr aufgeblasen schlüpfrig wirken, aber es ist offensichtlich, dass die Befürchtung, ein Sklave Satans zu sein, in Indonesien tatsächlich zu den großen Phobien gehört. Satan is for real, y’all!

Storytechnisch wird erwartungsgemäß nicht das große Rad gedreht, genau genommen wird sogar der gleiche Kram erzählt wie in „Our house“: die Toten kehren als Geister wieder, aber ihre Absicht ist nicht die friedliche Kontaktaufnahme mit den Hinterbliebenen. Türen knallen, Gestalten tauchen auf und ab, Gegenstände rütteln. Der Groschenroman-Horror treibt fröhliche Urstände.

Was „Satan’s Slaves“ dabei relativ sympathisch macht, ist das perfekte Zeitkolorit, mit dem er bis in die kleinsten Requisiten die frühen 80er abbildet – eine frische Umgebung auch für eine etwas angeranzte Geschichte. Und auch die Familienbande, die ein Schlüssel zur Auflösung des Mysterys sind, wirken authentisch gebaut. Wir reden hier von Menschen, die arm sind, aber nicht verzweifelt, und die jederzeit für einander einstehen. Dass die Geister genau dieses Band zerreißen wollen, ist vermutlich der genuin indonesische Aspekt der Sache.

Das macht aus „Satan’s Slaves“ aber noch keinen guten Film. Letztlich fahren die Spannungsmomente immer auf Bremsschaum, es wird viel „buh!“ gemacht und gerade Hauptdarstellerin Tara Basro ist zwar hübsch, wirkt aber sehr distanziert, als habe sie während der Dreharbeiten schon bereut, sich für einen Horrorfilm anheuern zu lassen. Da werden die 106 Minuten doch relativ zäh.

Fazit: Ein authentisch in den 80ern verwurzelter und angesiedelter Geisterfilm, der für westliche Augen und Ohren mitunter etwas geisterbahnig wirkt. 6 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Eine liebenswerte Mischung aus Oldschool-Elementen und einer frischen Note durch schönes Lokal-und Zeitkolorit.“



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