USA 2018. Regie: James Franco, Bruce Thierry Cheung. Darsteller: James Franco, Milla Jovovich, Lucy Liu, Suki Waterhouse, Snoop Dogg, Jeffrey Wahlberg

Offizielle Synopsis: Die Mitglieder einer Motorradgang suchen die postapokalyptische Einöde nach der stillgelegten Androidin Ash ab, die dem sadistischen Anführer Warlord fortan als treue Sexsklavin und Auftragskillerin dienen soll. Als Ash aber ein Bewusstsein entwickelt, wird die Hatz durch die Wüste zu einer gnadenlosen Jagd.

Kritik: Ich bin nicht naiv in diesen Film gegangen. James Franco wandelt seit einigen Jahren den schmalen Pfad zwischen inspiriertem Wahnwitz und totaler Dumpfigkeit. Der dreht, was er will – und manchmal dreht er auch durch. Prinzipiell ist das zu begrüßen – es gibt zu wenige Schauspieler, die ihren Wohlstand nutzen, um wirklich auf die Kacke zu hauen und Hollywood als ihren eigenen Spielplatz zu sehen, ohne dabei auf ihren guten Ruf zu achten.

Nehmen wir „Future World“: Es ist ein postapokalyptischer Actioner – aber keiner, der „Mad Max“ nacheifert, sondern dessen vielen Epigonen aus den Philippinen, Kanada und Italien. Er möchte nicht Blockbuster sein, sondern Mockbuster – „Rush“, „Stryker“, „Neon City“, „Cyborg“ und „Battletruck“ sind seine Vorbilder. Dazu äfft er die kostensparenden Maßnahmen jener Filme nach: ein bisschen Stock Footage, Industriebrachen als Locations, viel Wüste, Lumpenklamotten und ein paar Motorräder. Der Rest des Geldes geht für ein wenig Splatter und Platzplatronen drauf.

Ich kann mir allerdings nicht vorstellen, dass es auch Francos Absicht war, die Scheißigkeit der Vorlagen so genau zu imitieren, über weite Strecken sogar zu überbieten. „Future World“ wäre selbst 1988 nicht unter die Top 20 der besten „Mad Max“-Ripoffs gekommen und zeigt keine Anstalten, das Subgenre auf seine besten oder wenigstens unterhaltsamsten Elemente zu reduzieren.

Es hat einen Grund, warum die Hauptfigur des Films, der „Prinz“, in der obigen Inhaltsangabe gar nicht erwähnt wird – sein Charakter und sein Quest sind zwar Kern des Films, aber total impotent und langweilig. Dieser schnöselige kleine Scheißer mit dem Mama-Komplex gewinnt keinen Kampf, lässt sich permanent verhauen und gefangen nehmen und bekommt am Schluss nicht mal das Mädchen.

Roboterin (oder Androidin –  man scheint sich da nicht sicher) Ash ist nicht weniger dürftig: da sie praktisch keinerlei nennenswerte Kräfte besitzt, reduziert sich ihr Nutzen für die Dramaturgie auf „die blonde Ische, die mitläuft und auf die jeder scharf ist“. Als tatsächlicher Katalysator für die Handlung ist sie wertlos und langweilig.

Wir könnten auch mal thematisieren, wie billig frauenfeindlich der Film ist – aber das wäre ungefähr so sinnvoll wie sich über die Manieren von Klaus Kinski zu echauffieren.

„Future World“ ist primär daran interessiert, ein paar Schauspielern ein Showcase zu geben – quasi verfilmter Karneval. James Franco lässt die Sau raus, Snoop Dogg ist NATÜRLICH auch in dieser Welt der souveräne Pimp, Lucy Liu liegt nur dekorativ auf einem Sofabett und sogar Rumer Willis schaut mal kurz vorbei. Fehlt eigentlich nur noch Udo Kier. Da hat Franco wohl im Freundeskreis getrommelt.

Einzig Milla Jovovich hat verstanden, in was für einer Gurke sie da gelandet ist. Mit sichtlicher Spielfreude und Leichtigkeit reißt sie jede Szene an sich und zeigt den Beteiligten, was Starpower ist. Schade, dass „Future World“ kein schräger offizieller Spinoff von „Resident Evil“ sein darf.

Aber ansonsten – was für eine tranige Gurke! Ich bin nicht mal sicher, ob ich das als Midnight Movie durchgehen lassen würde.

Fazit: Möchte den schrammeligen Post-Apoklyptern philippinischer Provenienz und diversen Albert Pyun-Heulern der 80er und 90er huldigen – und scheitert selbst an dieser niedrigen Messlatte. 2 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Unsägliche Scheiße. Eine Wurst als Hauptfigur, langweilige Nebenpersonen. Milla Jovovich ist die einzige, die irgenwas rauszuholen versucht. Aber hier ist nichts zu retten.“



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