Island/Dänemark/Schweden 2018. Regie: Börkur Sigþórsson. Darsteller: Gísli Örn Garðarsson, Baltasar Breki Baltasarsson, Anna Próchniak, Marijana Jankovic

Offizielle Synopsis: Kurz vor der Landung in Reykjavik kotzt Sofia ins Flugzeugklo und verliert dabei eines der heruntergeschluckten Kokainpakete. Den Drogenschmuggel hatten sich die ungleichen Brüder Erik und Atli wirklich leichter vorgestellt! Neben der isländischen Polizei ist ihnen nach Sofias Missgeschick noch eine konkurrierende Gang auf den Fersen und Sofia selbst vegetiert vor sich hin, weil die Restpakete einfach nicht aus ihrem Körper herauswollen.

Kritik: Ich werde der Diskussion müde, was nun genau zum Fantasy Filmfest passt und was nicht. Das wird nächste Woche sicher auch noch mal Thema sein, wenn ich mich an die diesjährige Statistik gebe. Fantasy ist streng genommen beschränkt auf Horror, Fantasy und SF, aber die Veranstalter haben die Klammer ja immer schon breiter gesetzt, was durchaus in Ordnung ist – man hätte sonst viele großartige Asia-Streifen und Psycho-Dramen verpasst. Darum ist eine exakte Grenze auch nicht wirklich zu ziehen. Und trotzdem überschreitet „Vultures“ diese Grenze. Es ist ein Krimi, der weder auf Suspense, Thrill oder Action setzt. Zwei ungleiche Brüder vergeigen einen großen Deal, eine Polizistin ist ihnen auf den Fersen – und um ein konkretes Ende drückt man sich, als hätte der Projektor hintenraus aus Versehen 5 Minuten abgeschnitten.

Kurios ist das auch, weil „The Mule“ 2014 viele der gleichen Themenideen präsentierte – aber in seiner schrägen, brutalen und eigenwilligen Art dann doch wieder zum FFF passte. Ein Film muss etwas mitbringen, was das Interesse des FFF-Zuschauers triggert, was seine Erwartungen an ein Fantasy-Filmfest bedient, auch wenn es keine Monster oder Raumstationen oder Serienkiller gibt. „Vultures“ verzichtet darauf. Es ist ein nüchterner Streifen, der einen nüchternen Einblick in das Drogenbusiness gibt, auf die Schuldigen und die Unschuldigen, die Reichen und die Armen. Warum jemand dafür allen Ernstes 11 Euro ausgeben sollte, erschließt sich mir nicht. Um so etwas zu finden, kann man an jedem beliebigen Abend durchs Programm zappen.

Fazit: Ein Drogenkrimi, wie er auch im ZDF laufen könnte – halbwegs spannend und gut inszeniert, aber auf einen FANTASY Filmfest komplett deplatziert. 5 von 10 Punkten.

Edgar das Ekel-Emoji meint:

Philipps zweite Meinung:

„Nach sprödem Beginn steigert sich der Film merklich. Dabei bleibt er in vielen Dingen angenehm plausibel.


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Fazit: Ein Drogenkrimi, wie er auch im ZDF laufen könnte

Ne, der lief schon… *scnr*
https://www.fernsehserien.de/notruf-hafenkante/folgen/288-innere-werte-1128162