Die LvA und ich haben uns in den letzten Wochen eine Form des „slow binging“ angewöhnt: Wir schauen nicht wie andere Leute neue Serien im Marathon, sondern mit einer Folge pro Abend. Zehn Tage für „Altered Carbon“ und jetzt zehn Tage für „Lost in Space“ in der 2018er-Version.

Dazu ein bisschen Background für alle, die ganz frisch sind, was die Franchise angeht. Das Original „Lost in Space“ startete 1965, also noch vor „Star Trek“, und basierte auf einer Comicserie von Gold Key. Anfänglich ging man die Sache noch mit dem gebotenen Ernst (und in schwarzweiß) an, allerdings mit deutlich mehr Remmidemmi als Trek:

Mit dem Umstieg auf Farbe wurde die Serie zunehmend alberner. „Lost in Space“ war deutlich mehr für Kids und Familien entwickelt, konzentrierte sich auf einfache, oft hanebüchene Abenteuerplots und verzichtete auf dramatische SF-Geschichten. In Deutschland lief sie unter dem Titel „Verschollen zwischen fremden Welten“.

Auch wenn die Serie nie den Kult von „Star Trek“ erreicht hat, war sie zumindest bei der Erstausstrahlung erfolgreicher – man schaffte mit 83 Episoden (plus ein unausgestrahlter Pilotfilm) genau vier Folgen mehr als Roddenberrys Zögling.

Ähnlich wie bei „Star Trek“ versuchte man auch bei „Lost in Space“, den Live Action-Abenteuern in den frühen 70ern eine Zeichentrickversion folgen zu lassen:

Es blieb allerdings bei dem einen Special. 25 Jahre lang ging „Lost in Space“ schlafen.

1998 kam es zu einem großen Kino-Remake, das eigentlich schon dem Untergang geweiht war, als klar wurde, dass Akiva Goldsman („Batman forever“) das Drehbuch schreiben würde. Entsprechend wurde der Film eine flaue Nummer und kein großer Erfolg, spielte bei 80 Millionen Dollar Budget mit 136 Millionen weltweit kaum Produktionskosten und Marketing wieder ein.

Es sei aber erwähnt, dass damals eine ziemlich geile Uhr als Pressegeschenk verteilt wurde, von denen ich gleich mehrere bekam:

Nächste Haltestelle – wieder Zeichentrick. 2003 wurde Pitch-Reel produziert, das die Möglichkeiten einer animierten Serie präsentieren sollte. Leider kam das Projekt nie über dieses Stadium hinaus:

Weil es wohl weiterhin Leute gab, die an die Franchise glaubten, wurde 2004 immerhin von John Woo ein zweistündiger Pilotfilm einer neuen Serie für den SciFi-Channel gedreht. Die Besetzung war allerdings relativ fade, mit Ausnahme der bezaubernden Adrienne Palicki (links), die mittlerweile bei „The Orville“ untergekommen ist.

Der Pilotfilm geriet so blass, dass sich der Sender entschied, ihn gar nicht erst auszustrahlen. Wer ihn unbedingt sehen will, der kann ihn in einer schlechten Videokopie auf YouTube finden.

Erneute 15 Jahre Funkstille. Aber es war im „new golden age of television“ nur eine Frage der Zeit, bis auch diese Franchise wieder ausgebuddelt wurde. Netflix gab 10 Folgen in Auftrag, die ab Mitte April 2018 komplett im Streaming landeten.

Kosten und Mühen hat man sichtlich nicht gescheut – schon der Trailer sieht deutlich mehr nach dem Kinofilm als nach den bisherigen TV-Inkarnationen aus:

Und damit sind wir in der Gegenwart angekommen und bei der Frage – taugt’s was?

Die Kritiken sind erstaunlich gemischt, es scheint keinen wirklichen Konsens zu geben – bei Metacritic steht die Serie bei mauen 58 Prozent, Rotten Tomatoes wertet mit 69 Prozent und einer Userwertung von 74 Prozent etwas besser. Besonders harsche Verrisse habe ich von Leuten gehört, die dem Original nostalgisch verbunden sind. So wird oft moniert, dass die Serie zu „düster“ sei und zu „brutal“ – was ich gerade nach „Star Trek Discovery“ und dem direkten Vergleich damit für kompletten Unfug halte.

Ich habe also jetzt alle Folgen durch und mein Urteil lautet: nicht gut. Nicht sehr gut. Auch nicht toll. Sondern: hervorragend. Besser: herausragend. „Lost in Space“ ist eine Serie, die so viel anders macht als der aktuelle Stand der Fernseh-SF und dabei derartig homogen und selbstbewußt wirkt, dass ich nur meinen Hut ziehen kann.

Kurz zur Story: Nach einem mysteriösen Meteoriteneinschlag ist das Wetter auf der Erde außer Kontrolle geraten, die Atmosphäre vergiftet. Wer kann, versucht einen Platz auf dem Kolonistenschiff Resolute zu ergattern. Maureen und John Robinson haben es geschafft, wenn auch nicht immer mit sauberen Mitteln. Zusammen mit ihren Kindern und einem kleinen Raumer namens „Jupiter 2“ wollen sie in eine neue Zukunft aufbrechen. Doch die Resolute wird von einer unbekannten Macht angegriffen und fast vollständig zerstört, die Ablegerschiffe müssen auf einem unbekannten Planeten notlanden. Hier entdeckt der kleine Will Robinson einen seltsamen Roboter, der ihm in der Folge nicht mehr von der Seite weicht. Gemeinsam versuchen die Kolonisten einen Weg zu finden, rechtzeitig dem instabilen Planeten zu entkommen.

Das ist nur der grobe Rahmen, in dem die ersten 10 Folgen erzählt werden.

Fangen wir mit den Darstellern an. Der Brite Toby Stephens spielt im Vergleich zu William Hurt oder Brad Harris in einer ganz anderen Liga. Er ist gleichzeitig ein liebender Vater UND ein knallharter Soldat – vielleicht mit einem Geheimnis. Die kanadische TV-Veteranin Molly Parker ist als Maureen Robinson sogar noch einen Tacken besser und für mich das perfekte Vorbild – eine brillante Wissenschaftlerin, eine starke Mutter, eine echte Kämpferin. Und selbst die drei Robinson-Kinder sind absolut überzeugend und charakterstark besetzt. Parker Posey als böse Dr. Smith? Gekauft.

Diese Schauspieler übernehmen nicht die Rollen der alten Serie – sie übernehmen völlig neu gestaltete Figuren, die weit über das hinaus gehen, was die bisherigen „Lost in Space“-Versionen bieten konnten. DIESE Robinsons sind eine verschworene Gemeinschaft, die irgendwann zu bröckeln begonnen hat. John und Maureen haben sich nichts mehr zu sagen und wollen sich scheiden lassen, Penny und June sind einander fremd, und Nesthäkchen Will hadert mit den sehr erwachsenen Ansprüchen an alle Kolonisten. Die Gefahren, denen sie ausgesetzt werden, schweißen sie zusammen – erst aus Notwendigkeit, und dann aus der Erkenntnis, die Maureen so formuliert: „We Robinsons live together – or we die together.“

Ebenso deutlich mehrspuriger angelegt: Der Roboter und Dr. Smith. Während der Roboter als praktisch stummes Alien-Lebewesen mit Wildfeuer-Gesicht (Bonus-Referenz FTW!) von Haus aus eine Sackladung Backstory für zukünftige Episoden mitbringt, ist Dr. Smith diesmal nicht nur eine Frau, sondern eine hoch motivierte noch dazu. Sie ist nicht evil im Sinne von eeevil, sondern eine gebrochene Seele mit einem unproportionierten Überlebensdrang. Was sie tut, tut sie für sich selbst – und was sie tut, kennt keine moralischen oder persönlichen Grenzen. Trotzdem wirkt sie unglücklich, verloren und letztlich selbst als Opfer.

Die Komplexität in der Konstruktion der Figuren (es gibt auch noch diverse Leichen im Keller) ist eine Abkehr von den bisherigen Versionen, und sie ist nötig, denn die Neuauflage wird sehr stark vertikal erzählt. Für die 1965er-Version, in der die Familie jede Woche auf eine neue außerirdische Gefahr stieß, waren interne Konflikte nicht nötig. Hier sind sie unabdingbar, um zehn Folgen zu tragen, die sich im Grunde genommen zu nicht mehr addieren als einem SEHR langen Pilotfilm.

Aber es funktioniert. Die inneren Konflikte sind allemal ausreichend, um die Serie zusammen mit ein paar externen Problemen (wir stecken fest, wir brauchen Treibstoff, wir haben Verletzte) locker über die 10 Stunden zu tragen. „Lost in Space“ erinnert an die großen Miniserien der 80er, die sich auch eher als „verfilmte Romane“ verstanden.

Das liegt auch daran, dass „Lost in Space“ extrem viel in Bewegung ist, die Figuren auf dem Planeten immer wieder hin und her schiebt, um sie auf Trab zu halten. Wir sehen Eiswelten, Wüsten, Waldgebiete, Bergketten. Eine breite Leinwand, auf der mit großem Pinsel gemalt wird. Der Kampf der Kolonisten ums Überleben hat dabei zwei direkte Wurzeln – die alten Pioniergeschichten aus dem Wilden Westen und Stephen Spielbergs missglückte SF-Saga „Earth 2“, der bei allen oberflächlichen Ähnlichkeiten und Anstrengungen der emotional Kern fehlte – die Familie Robinson:

Alles, was „Earth 2“ in den 90ern versprochen hat, wird von „Lost in Space“ gehalten. Es ist die dicht gestrickte Überlebensgeschichte einer klassischen „american family“.

Klar ist das nicht Star Trek oder Battlestar Galactica – weil es das nicht sein soll. Hier geht es um Abenteuer, nicht um Action. Die Robinsons sind nicht im Krieg und haben keine Erzfeinde. Und darum ist die Serie auch zutiefst human, kann den Figuren Raum geben, wirklich menschlich zu sein. Die wenigen Figuren, die wir sterben sehen, machen wirklich einen Unterschied – der Tod ist in dieser Welt nicht normal und er trifft die Menschen. Das ist so unfassbar erfrischend weit weg von der Kanonenfutter-Mentalität der neuen Star Trek-Serie, in der weggephasert wird, was nicht bei 3 auf den Bäumen ist. „Lost in Space“ ist – obwohl hochmodern erzählt – sehr bodenständig.

Gerade weil bekannt ist, dass ich mit „Star Trek Discovery“ nicht glücklich bin, kann ich hier noch mehr Vergleiche ziehen. „Lost in Space“ verwendet viel Mühe darauf, Szenerie und Effekte perfekt zu integrieren. Der Look könnte nicht weiter von Star Trek entfernt sein. Hier gibt es keine auffälligen CGI-Konstruktionen oder einen permanenten Kamera-Filter, der allen Dingen einen seltsam unwirklichen Schein verleiht. Die Kamera wackelt nicht permanent hin und her und Lensflares sind auch nicht an der Tagesordnung. „Lost in Space“ will real aussehen – von den Kostümen über die Requisiten bis hin zu den „Chariot“-Wagen. Es ist fast unmöglich, hier zwischen „gebaut in Werkstatt“ und „gebaut im Desktop“ zu unterscheiden.

Und schließlich durchdringt der Wille zur Authentizität auch noch die Geschichte, denn „Lost in Space“ ist seit langem die erste Serie praktisch ohne Technobabble. Selbst aufwändige Systeme werden mit klaren, verständlichen Begriffen versehen und die technischen Probleme haben immer nachvollziehbare Lösungen. Das erhöht die Spannung in den vielen, vielen haarigen Momenten ganz enorm.

Einen nicht geringen Teil am Erfolg haben sicher auch die Regisseure, zu denen u.a. Neil Marshall („Dog Soldiers“, „The Descent“), Vince Natali („Cube“, „Nothing“) und David Nutter (so ziemlich alle relevanten Drama-Pilotfilme der letzten 20 Jahre) gehören. Das sind echte Profis, die hochkarätig arbeiten.

Das alles macht „Lost in Space“ zu einer Serie, in der wir die Figuren, die Welt UND die Konflikte glauben können – und das habe ich schon sehr lange nicht mehr gesehen. Es setzt die Produktion ab von überkonstruierten, in CGI ersaufenden und mit immer neuen abstrusen Wendungen hurenden Angeberserien – wie eben „Star Trek Discovery“.

Ist „Lost in Space“ was für jeden Geschmack? Sicher nicht. Einigen Leuten mag das zu wenig „hard sf“ sein, andere mögen sich daran stören, statt einer militarisierten Crew einer tatsächlichen Familie ins All zu folgen. Müsste ich etwas kritisieren, wäre das allenfalls und ausgerechnet die (in zwei Teile gesplittete) Pilotepisode, die in einer Eiswelt spielt und damit deutlich artifizieller wirkt als die folgenden Teile. Hier bekommt man einen falschen Eindruck von der Serie.

Dass ausgerechnet aus einer alten, viel verschmähten Kinderserie eine der erwachsensten neuen SF-Sagen der Gegenwart wird, hätte ich absolut nicht erwartet. Es ist bezeichnend, dass „Lost in Space“ die erste SF-Serie überhaupt ist, die die LvA begeistert mit mir zusammen geschaut hat.

„Lost in Space“ ist besser als „Star Trek“ – wer hätte das gedacht?!

Ich für meinen Teil kann kaum erwarten, wie es weitergeht – und will mir gar nicht vorstellen, dass Netflix eventuell keine zweite Staffel bestellt.

P.S.: Nächster Trip – vier Tage mit „The City and the City“:



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„„Lost in Space“ ist besser als „Star Trek“ – wer hätte das gedacht?!“

Das werden wohl viele (nicht alle) SF-Fans unterschreiben, es gehört aber auch nicht besonders viel dazu. Ein wenig unfair ist der Vergleich überdies auch, so ein bisschen in die Richtung „die Junior-Tüte vom Maces ist aber besser als das blutige Steak vom Argentinier“. Wenn ich da schon eine Hitliste ohne Rücksicht auf echte Vergleichbarkeit aufstellen wollte, würde ich feststellen, das LiS ganz passabel ist, aber von „The Expanse“ nicht einmal den entferntesten Schimmer des Heckantriebs sieht.

Vielleicht liegt meine mangelnde Begeisterung auch daran, das ich nicht zur Kernzielgruppe gehöre. Das ist schon ganz ordentliches Familenentertainment mit ansehnlichem Aufwand, ein bisschen unblutiger Action und genau so viel Sinn und Verstand in den Büchern, um sich nicht für dumm verkauft vorzukommen. Aber es verlässt die genrenotwendigen Pfade auch nie oder nur millimeterweise; die Ehe von Mr. und Ms. R ist zwar scheinbar zerrüttet, aber wirklich streiten tut man sich nicht und natürlich rauft man sich im Angesicht der Gefahr zusammen. Der Junior ist zwar durch die Tests gefallen, aber trotzdem superschlau und rettet den Tag ein ums andere Mal. Und die Töchter sind natürlich wunderschön und auch hochintelligent, aber wenn die passende Boys in der Nähe sind, ist dann doch wieder Hormontime, wie in hunderten Sitcoms oder praktisch jedem CitW-Slasher. Und überhaupt Boys, wieso ist man eigentlich „Lost“ in Space, wenn sich da Dutzende andere Menschen tummeln, war das in den früheren Versionen auch schon so ?

Ist aber vielleicht eine Nebenwirkung des „Golden Age of TV“, dass man auch immer kritischer wird. Oder dass es mittlerweile für fast jeden Horizont und Anspruch eine eigene Serie gibt.

Thomas Hortian

Nichts für mich. Ich wollte schon beim Kartenspielen ganz zu Anfang alle Charaktere möglichst schnell sterben sehen. Nach 15 Minuten war dann endgültig aus für mich, mit der Mutter und auch dem Sohnemann konnte ich absolut nichts anfangen, nett gesagt. Ich weiß, ist etwas schnell, um darüber zu entscheiden und es einfach zu verdammen und links liegen zu lassen. Es gibt aber soviel zu glotzen bei viel zu wenig Zeit, da muss ich einfach möglichst schnell einschätzen, was mich interessiert und was nicht. Und hier fand ich es halt sehr schnell unglaublich unerträglich. Und ich bin nun kein großer Verehrer der alten Serie, da ich nur sehr wenige Episoden aus den sonntäglichen frühen Morgenstunden aus der damaligen Kabel 1 Ausstrahlung kenne.

Fabian Neidhardt

Ich habe die Serie sehr gespalten gesehen, einerseits stimme ich dir in vielem zu und bin bei vielem gern dabei, aber Dr. Smith konnte ich überhaupt nicht abkaufen. Ich konnte sie eben nicht als die gebrochene Seele sehen, als die du sie beschreibst. Ich empfand sie als plump und sehr einseitig angelegt und fand auch alle anderen Figuren (die ich sonst sehr mochte) in Bezug auf sie sehr ‚dumm‘. Als weniger emphathisch, als sie sonst die ganze Serie über reagieren.

Nummer Neun

Das ist tatsächlich das euphorischte Review, was ich zur Serie gelesen habe. Hatte es bisher eher als „nice to see“ auf meine Liste gesetzt.

Zum Slow Binging: Das finde ich eigentlich als die perfekte Mischung. Es wird nicht stupide weggeguckt, sondern man gibt den einzelnen Folgen – die ja im Golden Age of Television nach einer Staffel kaum noch unterscheidbar sind – wenigstens etwas Zeit, sich zu setzen und bestenfalls die Vorfreude auf die nächste Folge zu steigern.

Stefan
Stefan

Ich habe die folgen fast alle am Stück gesehen. Earth 2 in geil 😉 wobei ich earth2 auch toll fande aber ich bin da als sci-fi nerd kein Maßstab. Wobei ich das Tempo der Serie etwas hoch fande. Ich hätte mich über mehr Hintergrund gefreut. Die flashbacks sind ja sehr rar gesäht. Aber eine wirklich gute Serie, die man nicht schnell vergisst.

Udo

Mir hat Earth 2 damals auch gefallen. Vielleicht gebe ich LiS mal eine Chance. 🙂

HomiSite

Huch, dass dem Wortvogel die neue LOST IN SPACE-Serie so gefallen wird, hätte ich nicht gedacht! Aber ich muss zugeben: Auch ich hatte sie schnell weggeschaut – dramaturgisch ist die Serie wohl ziemlich clever aufgebaut und wenn man nicht von vornherein die Familie hasst (schwer bei den Darstellern), dürfte man am Haken sein. 🙂

Wobei LiS wenig vom Zuschauer fordert: Es ist Wohlfühl-SF (trotz des Szenarios) mit großem Budget und wenn überhaupt nur kleinen Überraschungen. Hier und da mag zwar die Logik zwicken, aber geschenkt. Auch der kleine und zum Glück kaum altkluge Sohn ist ziemlich ausgeglichen sowohl Problemlöser als auch -verursacher.

Tatsächlich überzeugte mich die böse Doktorin auch nur bedingt. Es war immer etwas too much, wie sie unbehelligt aus dem Hintergrund beobachtet, ihre verschlungenen Manipulationen strickt und dann die Kolonisten trotz vieler Indizien erst spät 1 und 1 zusammengezählen.

Ach so: Gut, dass es andere Kolonisten gibt, erhöhte die Abswechslung sehr.

Staffelende
ich bin skeptisch, ob die Familie anscheinend allein in Staffel 2 funktionieren wird

Auch wenn eigentlich viele Eskalationen der Serie von extrem lockeren Sicherheitsmaßnahmen herrühren 😀 (unerträglich wie in ALIEN: COVENANT ist’s zum Glück nicht).

Marcus
Marcus

„Neal Marshall („Dog Soldiers“, „Decent“)“

Das kommt davon, wenn man sowas ohne Recherche runterschreibt – zwei (wenn man ganz streng sein will, drei) Fehler in vier Wörtern muss man auch erst mal hinbekommen. 😉

Gruß, der Lektor

Mr. Fox
Mr. Fox

Ach, da bin ich jetzt fast überrascht über deine überdeutlich positive Sicht. Fand die erste Staffel auch sehr unterhaltsam. Ein paar Dinge (die Love-Interests, die Rivalitäten, die unvermeidlichen Monster) waren mir zusammen mit dem etwas dicken Pathos (der heroenhafte Archetyp des US-Siedlers lässt grüßen) an manchen Stellen ein bisschen viel des Guten.
Auf der Haben-Seite gibt es trotz Sci-Fi-Thema kein übermäßiges Tot-Labern von technischen Details, keine endlosen Güfühlsduseleien (trotz durchaus packender emotionaler Konflikte), keine nervigen Kinderfiguren und ein extrem geschickter Einsatz von erzählerischen Ellipsen. Ich war vorab sehr kritisch aber nun freue mich sehr auf eine zweite Staffel!

Und ich stimme auch zu – im Gegensatz zu STD haben wir hier interessante UND glaubwürdige Figuren, stimmige Dramaturgie und eine durchgänige spannende Story.

Dietmar

Junior hat Netflix und lässt uns nicht mitgucken!

Kluges Kind 🙂