Wo waren wir stehengeblieben? Ach ja – LAS VEGAS!!!

Das letzte Mal war ich 2003 hier. Die Stadt wird immer kompakter, immer chaotischer, immer mehr Vergnügungstempel quetschen sich aneinander, als ginge es darum, die Menschen in eine Art analoge virtual reality zu zerren, aus der Augen und Ohren keinen Ausweg finden. Alte Hotels werden abgerissen, der Strip verlängert nach Norden, „hyper hyper“ ist die Devise. Es ist deshalb so spannend, weil Las Vegas gleichzeitig versuchen muss, Oasen der Ruhe zu schaffen, um die Besucher nicht zu überfordern:

Erkennbar viele Restaurants setzen auf Abschottung, auf Isolierung, auf Reduktion in Sachen Stil und Ausstattung. Eine Umkehrung setzt ein: man lockt die Menschen nicht mit Licht und Lärm, sondern mit Schummerstimmung und Stille. Das geht nur halb auf: wenn es voll ist, ist es voll.

Las Vegas „rotiert“ – was gestern modern war, ist heute veraltet, wo man gestern noch Premium zahlte, herrscht heute Ausverkauf. Die hohe Frequentierung beschleunigt den Alterungsprozess. Waren in den 90ern noch das Luxor, das Bellagio oder das Paris die Spitze der Exzesse, so findet man die echten High Roller heute im Wynn, Vdara oder Aria. Es ist kurios, dass meine Lieblingshotels auf diversen Webseiten mit dem Zusatz „in die Jahre gekommen“ geführt werden – aber genau genommen bin ich das ja auch. Es wird aber auch immer wieder runderneuert und modernisiert.

Schwer vorstellbar, wie sehr Las Vegas sein Geld mittlerweile mit „Bonus“ verdient, also nicht mit den vier Grundpfeilern Show, Hotel, Essen und Glücksspiel. Event ist der Schlüssel, und den hat jedes Hotel zu bieten. So kann man im Mandalay Bay einen sehr üppigen Aquazoo besuchen:

Haie, Rochen, Meeresschildkröten, Piranhas – alles da. Ob so etwas in ein Casino-Hotel gehört, ist nicht das Thema. Neben ein paar regulären Besuchern trafen wir dort auch ganze Schulklassen an, die durch die Gänge geführt wurden und Multiple Choice-Tests ausfüllen mussten. Whatever works.

Und da kommen wir zum Haken: Events kosten Geld in Amerika. Viel Geld. In meinen Augen unverschämt viel Geld. Ob Helikopter in den Grand Canyon, Sightseeing-Bus durch San Francisco, Gondelfahrt im „Venetian“ oder eben der Aquazoo im „Mandalay Bay“ – alles unfassbar teuer. Hier wird richtig zugelangt. Mit „einer Handvoll Dollar“ braucht man gar nicht erst losziehen.

Wir hatten uns aber diesmal entschieden, nix auszulassen – also sind wir mit einem opernsingenden Gondoliere durchs „Venetian“ geglitten und haben am Abend die Vegas-Legende David Copperfield besucht, der im MGM ein eigenes Theater besitzt, satte zwei Shows pro Tag absolviert und dessen Statue von asiatischen Touristen ehrfürchtig bestaunt wird:

Nun gehört der Mann auch zu den Vegas-Institutionen, die „in die Jahre gekommen“ sind (angeblich ist er 61, ich halte ihn für älter). Er versucht gar nicht erst, mit der jungen Konkurrenz wie Criss Angel mitzuhalten. Die Show ist in Nachtklub-Atmosphäre gehalten, sehr plauderig und arbeitet viel mit „Telepathie“ und „Telekinese“. Genau zwei Tricks sind „groß“ im klassischen Sinne – und machen wirklich baff.

Die LvA war zu meiner Freude angemessen beeindruckt von Vegas – bis auf die Nummer hier:

Kleine Unachtsamkeit beim U-Turn – doppelter Blechschaden. Ich will keinen Stereotypen das Wort reden, aber ich sagte Britta sofort, dass ich unterstelle, dass die junge Dame im anderen Wagen einen normal klingenden, aber absurd zu buchstabierenden Vornamen haben wird. Und was stand hinterher auf dem Polizeiprotokoll? Myshell.

In so einem Moment ist man auch wieder froh, die moderne Kommunikationselektronik dabei zu haben. Wir konnten die Polizei rufen, alles fotografisch dokumentieren, die nächste Sixt-Filiale ausfindig machen und den Navi dorthin programmieren. Alles kein großer Stress mehr, zumal der gerufene Motorrad-Cop deutscher Abstammung war und sich sehr plaudernd mit uns unterhielt („this is nothing compared to what I usually have to deal with“).

Insgesamt blieben wir drei Tage in Vegas, was ich generell für die richtige Dauer halte – kürzer ist zu schade, länger nervt.

Von Vegas aus dann nach einem üppigen Frühstück bei Denny’s gen Norden. Hier legte ich noch mal eine kurze Foto-Tour ein, denn hier findet man phantastische alte Motels und Kapellen, teilweise seit Jahren verlassen, die wohligen Schauer verursachen. Ich vermute mal, dass die in zehn Jahren alle abgerissen sind, um „New Vegas“ Platz zu machen. Eigentlich schade.

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Genug Vegas. Weiter nach Norden auf der 95 Richtung Amargosa Valley und Beatty. Dann links ab ins Death Valley. Das perfekte Kontrastprogramm – kilometerweite Sicht, keine Menschenseele, trockener Boden und Sandstürme:

Das holt einen wieder runter, erinnert einen daran, dass Amerika größtenteils eben nicht Vegas ist, sondern endlose Weite und viel Steppe.

Und wenn man an einem Tag schon diesen Kontrast genießen kann, kann man ihm auch gleich noch einen drauf setzen – drei Stunden später herrschen am nächsten Zielort beißende 17 Grad unter Null, der Boden ist vereist, am Wegesrand türmt sich der Schnee. Willkommen im Skigebiet Mammoth Lake:

Hier steigen wir in der sehr rustikalen Tamarack Lodge ab und genießen das riesige Kaminfeuer in Foyer. Eigentlich war Schnee gar nicht vorgesehen, das liegt nur an der Jahreszeit. Aber wir freuen uns über die Abwechslung.

Nun sind wir weder Skifahrer noch Bergwanderer, darum ist Mammoth Lake nur eine kurze Etappe für uns. Wir wollen nach Sacramento – nur ein Behelf, denn EIGENTLICH wollen wir nach San Francisco. Aber der direkte Weg durch den Yosemite Nationalpark ist im Winter gesperrt. Wir müssen also so weit nach Norden, bis die erste Passstraße über die Sierra Nevada wieder frei ist. Und dann macht es Sinn, in Sacramento noch mal zu übernachten. Kenne ich ja auch nicht, ist vielleicht spannend.

Nicht auslassen will ich auf dem Weg dahin den Mono Lake mit seinen faszinierenden natürlichen Skulpturen. Ähnlich wie das Death Valley hat man den in dieser Jahreszeit fast für sich allein:

Das ist nicht nur ein tolles Erlebnis sondern auch gänzlich kostenlos.

Die Sierra Nevada entlang kommt man auch wieder viel durch „Americana“, eine gleichzeitig rustikale und anachronistische Welt:

Wir finden schließlich – einen Walmart. Mitten in der Pampa, aber gigantisch groß und sehr modern. Da kaufen wir Getränke und Snacks, „bewundern“ die totale Organisation dieses Retailriesen. Es sieht so aus, als würden hier die Menschen aus 100 Meilen Umgebung herpilgern.

Die Überquerung der Sierra Nevada entpuppt sich als schwieriger, als ich dachte. Die LvA hat ein bisschen Sorge, dass wir im Schneesturm stecken bleiben, ich will aber den Umweg nicht noch weiter über Norden fahren. Was soll ich am Lake Tahoe? Also wagen wir es und fahren eine Stunde lang durch Schneetreiben, aber bei relativ trockenen Straßen über den Pass. Danach wird das Wetter schlagartig besser.

Sacramento.

Zu wenige Leute wissen, dass Sacramento tatsächlich die Hauptstadt Kaliforniens ist. Mir schwant allerdings, dass man mehr auch nicht wissen muss. Es ist eine gepflegte mittelgroße Stadt, in die augenscheinlich Geld fließt und die viel Kultur importiert. Für die Touristen gibt es am Hafen „old town“, eine Ansammlung aus Geschäften mit Nippes, die Westerncharme simuliert:

Das verbuche ich auch unter „kann man mal anschauen, muss man aber nicht“. Architektonisch und fotografisch schön finde ich die goldene Brücke:

Wir machen uns wieder auf den Weg – auf der Westseite der Sierra Nevada ist das Wetter deutlich milder. Unzählige Obstplantagen säumen den Highway nach Frisco, auf großen Schildern werden sackweise Früchte für Spottpreise angeboten.

Und dann:

If you’re going to San Francisco…

Natürlich eine tolle Stadt und da es für die LvA der Erstbesuch ist, planen wir das komplette Touri-Programm: Chinatown, Fisherman’s Wharf, Presidio, Golden Gate Park, das Hippie-Viertel Haight-Ashbury. Angesichts der Entfernungen und der Parkplatz-Problematik lohnt sich die Nutzung eines Sightseeing-Busses:

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Krass ist allerdings, dass das Bettler-Problem hier noch deutlich offensichtlicher als in Los Angeles oder Las Vegas ist. Rund um den Union Square wird man im Minutentakt belästigt, nicht selten sogar körperlich (ein Schwarzer rempelt uns mit rudernden Armen an und röchelt immer wieder „cash! cash!“). Einige Bewohner erzählen uns, dass das besonders seit dem 50jährigen Jubiläum des „Summer of Love“ 2017 so schlimm sei, das große Mengen an Obdachlosen in die Stadt gespült habe, die dann nicht wieder gegangen sein. Als Europäer sehe ich da primär ein MASSIVES Versagen der staatlichen Betreuungssysteme, insbesondere bei den mental Geschädigten.

Trotzdem ist San Francisco schön, das Wetter gut und wir freuen uns auf die Rückfahrt nach LA am Pacific Coast Highway entlang. Erster Stopp: Monterey.

Ein gemütliches, wenn auch sehr auf Ausflügler ausgelegtes Küstenstädtchen, bekannt geworden durch Steinbecks „Die Straße der Ölsardinen“. Den dortigen, weltberühmten Aquazoo schenken wir uns allerdings, da ich den schon kenne und die Einzelkarte über 50 Dollar kostet. Ich hatte es ja schon erwähnt.

Bei der Ausfahrt aus Monterey wollen wir wieder Getränke und ein paar Kekse für die Fahrt. Zu meiner Freude findet sich ein Trader Joe’s Supermarkt:

Warum ich das erzähle? Kommt gleich. Schaut euch dazu auch mal das rustikale Innere des Filialisten an:

Gekauft habe ich dort Mandelcreme – aber nicht wie bei uns, sondern gestampft wie Erdnussbutter. Mit Salz. Sehr lecker.

Erinnert ihr euch an die ALDI Süd-Filiale, die ich euch im ersten Teil in Los Angeles gezeigt habe? Man würde es nicht glauben, aber Trader Joe’s ist ALDI Nord.

Von Monterey geht es weiter nach Carmel, wenn auch nur über Mittag. Dieses kleine Hangstädtchen mit den eng aneinander geschmiegten Luxushäuschen, die teilweise nur die Größe von Schrebergärten haben, ist nicht ohne Grund ein Rückzugsort der Reichen und Wichtigen: unfassbar tolle Aussicht auf den Pazifik, traumhafte Strände und exzellente Restaurants machen die Kleinstadt zu einer echten Oase:

Es lohnt sich wirklich, eine Stunde lang die kleinen Gassen abzufahren und nur Häuser zu fotografieren:

Ehrlich? Hier würde ich locker mal eine Woche über airbnb was mieten und einfach ausspannen. Gerne.

Neben der Schließung der Sierra Nevada stehen wir nun vor unserem zweiten Routenproblem: Eine fette Schlammlawine hat im Mai 2017 einen Teil des Pacific Coast Highway unter sich begraben. Damit ist die pittoreske Straße zwar nur auf ein paar Hundert Metern gesperrt, es gib aber keine Umfahrung in der Nähe. Alle Kartensysteme empfehlen automatisch, auf den langweiligen Highway 101 auszuweichen. Nun will ich der LvA aber unbedingt die Schönheit von Big Sur zeigen. Google Maps verrät mir (nicht freiwillig) einen Workaround: direkt vor der Schlammlawine gibt es eine Bergstraße zurück ins Landesinnere.

Einfach hinter Lucia in die Berge schlagen – als hätte mir nicht klar sein müssen, dass die Navi-Systeme diese Strecke aus gutem Grund nicht vorschlagen. Es handelt sich um eine unbefestigte Passstraße, ohne Leitplanken, die sich in wilden Kurven an hunderte Meter tiefen Abgründen entlang schlängelt. Da muss man das richtige Auto haben und der richtige Fahrer sein. Aber umdrehen ist was für Pussys und der Wortvogel ist einer, der lieber stirbt als einen Fehler zuzugeben. Also schön langsam die Bergstraße hoch, dann lang und dann runter. Abgesehen von der Sorge der LvA, man würde vermutlich in 20 Jahren unsere Leichen in einem verrosteten Wrack in einer Schlucht finden, ist es ein tolles Erlebnis. Man kann förmlich spüren, dass hier vor 150 Jahren die Planwagen langgerappelt sind. Und hinter der Bergkette fährt man auch noch durch ein Übungsgebiet der US Army, sieht Panzer und Kampfhubschrauber.

Zum Sonnenuntergang haben wir es geschafft und eine große Farm belohnt uns noch mit dem Anblick Dutzender verrostender Agrargerätschaften:

It’s a long road, indeed:

Meine brillante Idee, die Bergstraße zu nehmen, hat uns in der Tat tolle Aussichten auf den PCH und den Pazifik geschenkt. Nun ist es aber ziemlich spät und ich muss beim Hotel anrufen, dass wir auf jeden Fall noch kommen. Außerdem muss sichergestellt werden, dass die Küche noch offen hat. Aber kein Problem: Das Ragged Point Inn ist sehr gastfreundlich und nicht sonderlich belegt, weil man quasi auf der anderen Seite der Schlammlawine und damit nicht mehr an einer Durchfahrtsstraße liegt.

Das Zimmer hier ist erstaunlich groß und mit einem schönen Kamin ausgestattet:

Jetzt ist der richtige Moment, um ein paar Worte über das Wetter zu verlieren. Das war eigentlich meine einzige Sorge gewesen. Ich wollte der LvA einen tollen Urlaub bieten, mit den Zielen kannte ich mich weitgehend aus. Aber Kalifornien und Nevada im Februar – das kann wettertechnisch auch in die Hose gehen. Und tatsächlich sagte die Wettervorhersage immer wieder aufziehendes schlechtes Wetter voraus. Zu unserer Freude immer falsch. Es blieb den ganzen Urlaub über strahlend sonnig mit vielleicht nicht immer frühlingshaften, aber sehr aushaltbaren Temperaturen.

Mit dieser einen Ausnahme am Ragged Point – es schüttet die ganze Nacht und auch am nächsten Tag ist es fies nieselig. Aber das nimmt man dann halt hin. Zumal es sowieso primär ein „Fahrtag“ sein wird. Wir springen also erneut in den Wagen und machen uns auf den Weg in Richtung Hearst Castle. Das will ich mir nicht zum dritten Mal entgehen lassen:

Leider ist der Himmel derartig grau und verhangen, dass das Schloss selbst im Nebel liegt. Es macht schlicht keinen Sinn. Wir fahren unverrichteter Dinge weiter.

Dafür am Strand ganz in der Nähe – die hier ständig faulenzenden und blökenden Seelöwen:

Wir sehen auch diverse Kite-Surfer, die vom wilden Wind profitieren:

Und damit weiter nach Santa Barbara. Dort geben wir uns primär kulinarischen Genüssen hin. Immerhin gibt es hier ein „Hoffman Brat Haus“:

In diesem kleinen Kaff treten sogar Größen wie Tom Jones auf – zu blöd, dass wir dafür ein wenig zu früh da sind. Dafür shoppen wir noch ein bisschen.

Was ich mir aus perversem Interesse aber noch ansehen muss: den 1 Dollar Laden. Ich finde diese Shops faszinierend und in Santa Barbara kann man dort alles kaufen, was man auch im heimischen Großmarkt findet, inklusive Tiefkühlkost und Gemüse:

Auch Santa Barbara ist eine kurze Episode, schließlich müssen wir noch mal nach Los Angeles. Also winken zum Abschied:

Erfreulicherweise wird das Wetter dann wieder richtig schön und wir können uns überlegen, womit wir die letzten 48 Stunden LA verbringen wollen. Dass es nicht die letzten 48 sein sollen, wissen wir zu dem Zeitpunkt ja nicht…

DAS Foto wollte ich immer mal haben – ich bin ja tatsächlich Mitglied in dem Verein:

Und ja – man sieht mir die zwei Wochen dann doch schon ein wenig an.

Weil mir die Bergstrassen der Sierra Nevada und am PCH noch nicht genug waren, fahre ich mit der LvA abends noch den Mulholland Drive ab, eine legendäre Serpentinenstraße, die von David Lynch im gleichnamigen Film verewigt wurde. Hier sieht man nicht nur fantastische Villen von LA-Bonzen, sondern auch das Universal Gelände, das Griffith-Observatorium, den Hollywood-Schriftzug und Downtown LA:

Damit wollen die Reise dann auch abschließen. Wir shoppen noch ein wenig (wobei der Fairness halber erwähnte werden soll, dass ich deutlich mehr als die LvA einkaufe). Ich treffe mich auf ein Taco mit Charles Bands Hausautor Shane Bitterling. Wir speisen exzellent in Santa Monica.

Gepäck ordentlich in die Koffer stopfen, Hotel auschecken, Mietwagen abgeben.

Und dann das:

Maschine ausgefallen, totales Chaos. Weil: Das Gepäck am Flughafen lassen ist nicht möglich, man muss es auschecken. Und dabei kommt es zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Nach drei Stunden habe ich endlich wieder unsere Koffer. Dass die LH unfähig ist, ordentlich zu kommunizieren oder Unterbringungen zu organisieren, muss wohl nicht extra erwähnt werden. Wir verhalten uns autonom, rufen beim Motel vom Vortag an und reservieren erneut. Ein Mietwagen für 24 Stunden ist auch zu kriegen. Wir machen das Beste draus, essen gute Pizza und schlafen den Schlaf der Gerechten. Der nächste Tag schenkt uns vier weitere Stunden in Freiheit, die wir erneut am Venice Beach bei bestem Wetter verbringen:

Ein kurioser Nebeneffekt ist, dass wir damit am Abend der Oscar-Verleihung in LA sind, wo ein Deutscher für Beste Spezialeffekte von „The Shape of Water“ ausgezeichnet wird. Der ist beim Ausweich-Rückflug dann auch gleich samt Statuette mit an Bord, wird per Sprechanlage herzlich begrüßt und lässt sich geduldig mit allen Passagieren fotografieren. Außer mit mir. Weil ich sowas nicht mache. Aus Prinzip.

Nun sind wir mit 24 Stunden Verspätung wieder in der Luft, haben eine lange Heimreise vor uns. Aber bei Zeus, aus den 14+ Tagen haben wir echt was rausgeholt.

Und damit schließe ich das Fotoalbum dieser Reise, beende meine Anekdoten und verweise nur noch darauf, dass ich vielleicht irgendwann noch eine Bildergalerie mit humorigen Kuriositäten aus dem Urlaub online stellen werde.

Es wird nicht unsere letzte Amerika-Reise gewesen sein. Sicher nicht.

 



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Rudi RatlosmmS-ManChristiansergej Recent comment authors
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Dr. Acula

Bis auf Sacramento ja fast meine 99er-Route 🙂

Brr, wenn das in SF mit den Obdachlosen noch krasser geworden ist… ich will’s mir kaum vorstellen, ich fand das schon damals extrem.
Kein Trip ins Napa Valley?
Carmel ist in der Tat toll. Da hat sich der olle Eastwood schon nen schönen Ruhesitz ausgesucht.

mm

Napa Valley machen wir wahrscheinlich, wenn wir mal ab San Francisco nach Norden bis Kanada touren. Da wollen wir auch Zeit für ein paar Weinproben haben – hicks!

Dr. Acula

Das muss auch sein 🙂 Aber vielleicht nicht vier am Stück wie ich damals 🙂

PabloD
PabloD

Beim erstmaligen Lesen des „Trader Joe’s“-Satzes dachte ich noch: „Hey – die heißen ja genauso wie die ALDI-Eigenmarke.“…
LIDL scheint ja in den USA enorme Schwierigkeiten zu haben, hätten die ihre Buden mal „McEnnedy“ genannt. 😀

Und hier

In diesem kleinen Kaff treten sogar Größen wie Tom Jones aus – zu blöd, dass wir dafür ein wenig zu früh da sind.

hoffe ich einfach mal auf einen Tippfehler. Für euch und für Tom Jones.

sergej
sergej

auftreten, austreten, Hauptsache nicht abtreten

Christian

Deine Berichte machen super Laune zu lesen – vielen Dank dafür!

S-Man
S-Man

Vllt zu pingelig. Aber bist du sicher, dass das Seelöwen waren, zumindest bei dem einen in der Mitte würde ich auf einen See-Elefanten tippen, oder irre ich mich?

mm

Mag sein. Ich bin Blogger, kein Biologe.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Toller Reisebereicht, der tatsächlich ein wenig Lust auf ‚murrica macht 🙂