Pyewacket

Kanada 2017. Regie: Adam MacDonald. Darsteller: Nicole Muñoz, Laurie Holden, Chloe Rose, Eric Osborne

Offizielle Synopsis: Seit dem Tod ihres Vaters ist das Verhältnis der jungen Leah zu ihrer Mom nur noch die Hölle. Halt und Trost sucht sie bei ihren Freunden, Heavy Metal und okkulter Literatur. Als die Mutter plötzlich die wahnwitzige Idee hat, raus aus der Stadt in ein einsames Haus im Wald zu ziehen und Leah von ihrer Clique wegreißt, eskaliert es zwischen den beiden völlig. Im Affekt erfleht Leah dunkle Mächte herbei. Und der Dämon Pyewacket antwortet.

Kritik: Die Kanadier, so sympathisch mir Volk und Land auch sein mögen, produzieren Genrefilme leider gerne nach dem Motto „lang und weilig“. Die Farbpalette des Great White North scheint primär aus Braun- und Grautönen zu bestehen, das Wetter ist durchgehend „bewölkt bis nieselig“ und selbst über den Geräuschen liegt ein dämpfender Schaumstoff, als wäre tatsächlich bunte, adrenlingeschwängerte und vorwitzige Unterhaltung irgendwie unangemessen und darum besser den Amerikanern zu überlassen.

„Pyewacket“ ist ein schönes Beispiel für diese Sorte beiger Horrorfilm. Das Problem ist nicht, dass er eine schon tausend Mal gesehene Geschichte wiederkäut. Blumhaus macht mit dem Prinzip Milliarden an den Kinokassen. Das Problem ist, dass er diese Geschichte so bedächtig wie möglich erzählt und in den Spannungsmomenten so vorsichtig, als habe er regelrecht Angst, das Publikum tatsächlich zu erschrecken. Viele Szenen werden auf einen Effekt hin inszeniert, nur um dann schlagartig und folgenlos zum nächsten Tag zu schneiden.

 

Es dauerte die Hälfte der Laufzeit, bis überhaupt erstmals was passiert. Bis dahin begleiten wir ein Leah durch die Highschool und durch Streits mit der genervten Mama. Hui, sie ist heimlich in Aaron verknallt. Guck mal, ist die Mama nervig. Der Papa ist wohl verstorben – wie traurig. Kaum hat Leah (endlich!) den Pyewacket-Fluch gesprochen, bereut sie es auch schon. Kein Wunder, der ist ja auch kanadisch grausam: es polterte in bisschen auf dem Dach und in der Diele liegt plötzlich Dreck auf dem Boden. Das kann einen schon schwer aus der Fassung bringen.

Ich weiß, das klingt unpassend sarkastisch und gemein, aber es ist schiere Selbstverteidigung. „Pyewacket“ kommt so gar nicht in die Puschen und scheint in Sachen Schauspieler, Kameraarbeit, Dramaturgie und Spannung immer beim Level „okay“ gedacht zu haben „okay, das reicht“.

Und weil die Sache mit dem Fluch nie wirklich eskaliert, ist das Ende dann auch total Banane und hingeworfen. Mir ist schon klar, dass versucht werden soll, dem Ganzen einen „Ist das vielleicht alles nur in Leah’s Kopf passiert?“-Twist aufzutackern, aber das funktioniert leider nicht, weil diverse Szenen davor schon klar gezeigt haben, dass es um einen tatsächlichen Fluch geht.

Es passt ins Bild, dass es keinen „Pyewacket“-Mythos gibt, den der Film irgendwie bedient. Der Begriff wirkt in der Beschwörung seltsam nachträglich reingepfriemelt und taucht im Rest des Films nur ein einziges Mal in einer Offscreen-Bemerkung auf. Ist es eine übernatürliche Macht? Ein Dämon? Der Name des Fluchs? Your guess is as good as mine. Meine Vermutung: Der Film handelte ursprünglich von einem generischen namenlosen Fluch, bis jemand den Regisseur in der Postproduktion darauf hinwies, dass sich die ganze Nummer mit einem konkreten Dämon sicher besser vermarkten lässt. Und so wurde das nachträglich noch grob und folgenlos eingeflochten.

Fazit: Ein fußlahmer und selten unentschlossener Geisterfilm, der angesichts Dutzender besserer Exemplare dieses Subgenres keinerlei Empfehlung verdient und nach Möglichkeit gemieden werden sollte. 3 von 10 Punkten – ich brauche heute noch Luft nach unten.

Hagazussa

Deutschland/Österreich 2017. Regie: Lukas Feigelfeld. Darsteller: Aleksandra Cwen, Celina Peter, Claudia Martini, Tanja Petrovsky, Haymon Maria Buttinger

Offizielle Synopsis: Ein abgeschiedenes Alpendorf im 15. Jahrhundert: der ideale Nährboden für fromme Verblendung. Der Aberglaube richtet sich gegen die Einsiedlerin Albrun, die in ihrer Isolation mehr und mehr Paranoia und Halluzinationen verfällt. Keine Frage: Die junge Ziegenhirtin muss eine Hexe und mit bösen Mächten im Bunde sein! Zunächst ist Albrun die Zielscheibe der Dorfjugend. Doch die Übergriffe bleiben nicht bei Jungenstreichen.

Kritik: Ich bin froh, dass ich seit letztem Jahr mit „Figaro’s Wölfe“ und „Schneeflöckchen“ zwei Extreme in Sachen deutscher Film habe, die mir die Bewertung weiterer Kandidaten deutlich erleichtern. Was immer man künftig schreibt, man kann immer auf die Phrasen „Wenigstens nicht so schlecht wie Figaro’s Wölfe“ und „Aber nicht so gut wie Scheeflöckchen zurückgreifen. Die passen immer. Wobei „Hagazussa“ (ein weiterer Berliner Abschlussfilm) sich redlich müht, das eine Ende des Spektrums für sich zu reklamieren.

Zuerst einmal muss man ganz klar anmerken, dass diese Alpen-Gruselmär aus dem 19. Jahrhundert technisch auf einem hohen Niveau spielt. Die Kameraarbeit ist makellos, überzeugt mit satten, plastischen Bildern, die nie gekünstelt wirken und der archaischen Bergwelt angemessen sind. Auch das bisschen, was der Film in Sachen Ausstattung braucht (Kostüme, Requisiten) wirkt authentisch rustikal, zerlebt und zerlumpt. Die Gesichter der Darsteller, ihre geschundenen Hände, ihre lederne Haut – das erzeugt einen passend grobschlächtigen Rahmen.

 

Aber leider ist auch der Rest des Films angepasst an das Leben in den Alpen vor 200 Jahren – er bewegt sich mit der Geschwindigkeit der Jahreszeiten. Ich habe schon schneller schmelzende Gletscher gesehen. Gefühlt läuft der Film in diesem Moment immer noch. Eine endlose Ansammlung von ausdruckslosen Gesichtern, die in die Gegend starren, Aufnahmen von den Bergen, in Echtzeit die Alm rauf und runter, schweigend auf dem Hocker sitzen, ein bisschen Masturbation beim Ziegen melken (I shit you not).

Irgendwie halten die Dörfler Albrun wohl für eine Hexe wie ihre Mutter. Vielleicht ist sie das auch. Vergewaltigung, sie ersäuft ihr Kind. Am Schluss brennt was. Ich hab’s nicht verstanden.

Es ist kaum zu vermitteln, wie monoton dieser Film ist, wie sehr er keine Anstalten macht, im Rahmen entsprechender Szenen auch nur für einen Moment das Tempo anzuziehen. Alles läuft mit bleierner Schwere ab. Man hätte jede Szene um die Hälfte kürzen können, in dem man in jeder Einstellung 25 Prozent vorne und hinten abschneidet. Dann noch den Rest 25 Prozent schneller durch den Projektor laufen lassen – das wäre ungefähr auf Kino-Geschwindigkeit gewesen. Und eine gute halbe Stunde lang.

Ich kann schwer sagen, was die Ursache ist. Betrachtet der Regisseur die Verweigerung von Rhythmus und Tempowechsel als Rebellion gegen das schnöde Unterhaltungskino? Kann er es nicht besser? Wenn ja – wieso hat keiner im Schnitt mal das Maul aufgemacht und gesagt „Alder, du produzierst da einen Sahne Schnarcher“?! Oder sind die Macher so von sich besoffen, dass sie kein belichtetes Bild im Schneideraum opfern wollten?

„Hagazussa“ ist eine Geduldsprobe, ein Vorbeiziehen minimal animierter Wallpaper zum Thema Alpentradition. Was da an Story vielleicht mal drin steckte, wird zu Unkenntlichkeit zerdehnt, bis jedes Leben raus ist. Und die Brummtöne, die hier über weite Strecken als Soundtrack angeboten werden, machen den Deckel drauf.

Fazit: Unsäglich langsam abgefilmtes Berggruseldrama, dem nur die professionelle Optik und ein paar technische Details die Ehrenrettung 2 von 10 Punkten sichern. Nicht nur nicht gucken – aktiv meiden.

The Strangers: Prey at night

USA 2018. Regie: Johannes Roberts. Darsteller: Bailee Madison, Christina Hendricks, Lewis Pullman, Martin Henderson, Damian Maffei, Emma Bellomy

Offizielle Synopsis: Die Eltern Cindy und Mike schleppen ihre wenig begeisterten Teenager-Kinder Kinsey und Luke auf einen Campingtrip. Außerhalb der Saison kommen sie spät in der Nacht auf dem völlig verlassenen Trailerpark-Gelände an, und soeben im Ferienheim eingerichtet, da klopft es an der Tür. „Ist Tamara da?“, fragt ein unheimliches Mädchen und verschwindet in der Dunkelheit – um im nächsten Moment schon wieder mit zwei maskierten Kumpel und einer Axt in der Hand auf der Matte zu stehen.

Kritik: Boah, vor dem hatte ich Angst. Weil ich die Filme von Johannes Roberts immer thematisch und technisch gut finde, in Regie und Drehbuch aber meistens enttäuschend. Der Mann ist ein eifriger, aber leider relativ untalentierter B-Filmer, der seine offensichtlichen Vorbilder (besonders Carpenter) niemals erreichen wird.

Hinzu kommt, dass ich wirklich in Abrede stelle, dass die Welt ein Sequel zu „The Strangers“ braucht, der für sich genommen schon ein schwaches Remake des großartigen Home Invasion-Streifens „Ils“ war. Den Bildern nach roch das wieder nach so einer „Purge“-Nummer, wo amoralische Jungmenschen in Masken Jagd auf brave Bürger machen.

 

Zumindest im letzten Punkt habe ich Recht behalten.

Ich kann verkünden, dass „Strangers: Prey at night“ vermutlich DIE Überraschung des Festivals ist, ein extrem solider und hochspannender Slasher ganz im klassischen 80er Jahre-Stil mit großartigem Soundtrack (symphonisch UND Pop-Klassiker). Die Schocks, die Fights, die Verfolgungsjagden sitzen nicht nur – die knallen rein. Roberts beweist ein bisher unbekanntes Talent dafür, die „hack & slash“-Highlights so lange rauszuziehen, bis es richtig weh tut – und dann zeitig genug zu beenden, bevor es aufdringlich wird.

Der Trailer Park als Schauplatz ist eines der großen Pfunde, mit denen „Strangers: Prey at night“ wuchern kann. Er ist wie ein abgschottetes, verlassenes Wohnviertel im nächtlichen Dunst und dem Licht trüber Straßenlaternen. Hier kann – wie bei einem Video Game – an jeder Ecke ein wertvolles Werkzeug liegen. Oder ein Killer warten. Das perfekte Spielfeld für die maskierte Bande, die aus Laune heraus alles abschlachtet, was ihr über den Weg läuft.

Gerade im Vergleich zur Kröte „Downrange“ zeigt „Strangers: Prey at night“, wie professionell und überzeugend Darsteller die Todesangst und Hysterie in einer so gänzlich unerwarteten und überfordernden Situation darstellen können.

Und bevor die Frage kommt: Natürlich hat das alles nix und null mit dem ersten „Strangers“ oder der Vorlage „Ils“ zu tun – und das „based on a true story“ im Vorspann darf man sicher auch mit Humor nehmen.

Fazit: Der dritte „must see“-Film des Festivals und neben „Revenge“ ein Streifen, der das ramponierte Image des Fantasy Filmfest ein wenig aufpoliert. Mr. Roberts, John Carpenter und die 80er wären stolz auf sie. Vermutlich. Locker 9 von 10 Punkten.

Brawl in Cell Block 99

USA 2017. Regie: S. Craig Zahler. Darsteller: Vince Vaughn, Don Johnson, Jennifer Carpenter, Marc Blucas, Tom Guiry, Rob Morgan, Udo Kier

Offizielle Synopsis: Der nach einem schiefgelaufenen Drogendeal im Knast gelandete Bradley wird von seinen ehemaligen Geschäftspartnern erpresst: Entweder lässt er sich in den berüchtigten Zellenblock 99 verlegen und tötet dort eine ihm unbekannte Zielperson, oder seine hochschwangere Frau Lauren erwartet ein grausames Schicksal …

Kritik: Was mich hier störte: „Brawl in Cell Block 99“ ist für Festivalverhältnisse eigentlich längst „durch“, hätte 2017 schon laufen können. Im Rest der Welt ist er auf Scheibe und als Streaming ebenfalls teilweise seit Dezember 2017 im Programm. Der ist einfach nicht „neu“. Was mich reizte: Es ist der neue Film des Regisseurs von „Bone Tomahawk“, und der hatte mir ja bekanntermaßen extrem gut gefallen.

Mit über 130 Minuten ist „Brawl“ der längste Film der diesjährigen Nights, der Marathon. Aber er ist auch ein schöner Beweis, dass Zeit relativ ist, denn gefühlt gehört er zu den kürzesten Filmen im Programm.

Das soll nicht heißen, dass der Film wahnsinnig temporeich wäre – er hat nur sehr viel zu erzählen, was er auch spannend und sich stetig steigernd tut. „Brawl“ ist letztlich die Odyssee eines Mannes, sein Abstieg in die Unterwelt, in die Hölle. Bradley ist jemand, der es gut meint, der gut sein will, dem das Schicksal aber nie eine Chance gibt. Und je mehr ihm das Lebens ins Kreuz tritt, desto enger wird sein Fokus: bald geht es nicht mehr um Gerechtigkeit, nicht mehr um ein gutes Leben, nicht mal mehr um ihn selbst – er will nur noch das Leben seiner Frau und seiner ungeborenen Tochter retten. Und dafür ist er bereit, wirklich jede Grenze mit stoischer Miene und eisenharten Fäusten zu überschreiten. Er ist die sprichwörtliche „unstoppable force“.

Das könnte nun eine simple Rache- oder Knastgeschichte sein, in der wir begeistert mitjohlen, wenn der Held die Bösen verhaut. Aber Bradley ist nicht der Held, und was er tut, ist nicht selten schrecklich und eigentlich unentschuldbar. Mangels Alternativen greift er zu Mitteln, die sich für Protagonisten eigentlich verbieten – und uns mehr entgeistert als anfeuernd zurücklassen.

Craig Zahler ist ein Meister darin, den Film absolut folgerichtig eskalieren zu lassen, und was als „slow burner“ beginnt, entwickelt sich im Verlauf des zweiten Akts zu einer aussichtslosen Reise ins Unglück, die in dem titelgebenden Kampf in Zellblock 99 gipfelt. Und wer dachte, der Horrorfilm hätte schon alle Arten ausgelotet, wie man Knochen brechen und Fleisch zerfetzen sehen kann, der darf sich hier eines Besseren belehren. Zahler setzt noch einen drauf.

Jede Generation hat ihre prägenden Knastfilme: „Der Gefangene von Alcatraz“, „Flucht von Alcatraz“, „Papillon“, „Penitentiary“, „Lock up“, „The Story of Ricky“, „Shawshank Redemption“, „Green Mile“. „Brawl“ ist der nächste Klassiker des Subgenres.

Fazit: Die Sorte Film, die Bruce Willis vor 20 Jahren hätte drehen sollen – und eine Wiedergeburt von Vince Vaughn. Ein Männerdrama, das in eine Gewaltspirale eskaliert, die man sehen muss, um sie zu glauben. Fassungslose 9 von 10 Punkten.

Ruin me

USA 2017. Regie: Preston DeFrancis. Darsteller: Marcienne Dwyer, Matt Dellapina, Chris Hill, Eva Hamilton, John Odom, Cameron Gordon, Sam Ashdown

Offizielle Synopsis: Eine Gruppe Fremder wird mit verbundenen Augen mitten im Wald ausgesetzt. Dort liegt für jeden ein Rucksack bereit, ausgestattet mit jeweils einem speziellen Gegenstand, der im Laufe des Spiels zur Anwendung kommen soll. So sitzt die arme Alex dank ihres Freundes Nathan nun also mit einem Haufen Gruselfreaks fest, die untereinander über Filmzitate und Horror-Klischees fachsimpeln. Und selbst für die Geeks sind Realität oder Fake in diesem Schreckszenario kaum zu unterscheiden, so unglaublich einfallsreich und perfekt in allen Details ist das Event gestaltet. Aber darum geht der Spaß ja auch, oder? … WRONG!

Kritik: Zum Abschluss noch mal ein richtiges Midnight Movie. „Ruin me“ nutzt den ausgelutschten „Eine kleine Gruppe geht in den Wald“-Ansatz, denkt diesen aber neu: Was, wenn alles nur ein Spiel ist, Teil eines „slasher sleepout“ für gelangweilte Großstädter, die schon alle „escape rooms“ durch haben? Der Meta-Ansatz gibt dem Film durchaus neuen Pfiff, denn es stellen sich ganz neue Fragen: Welche Gefahren sind echt und welche inszeniert? Wer von den Protagonisten ist Teilnehmer und wer bezahlter Darsteller? Kunstblut oder Menschenblut?

Bis zur halben Laufzeit funktioniert das ganz prima, unsere Helden gehen auf Splatter-Schnitzeljagd und man möchte sowas glatt auch mal machen. Aber dann eskalieren die Macher die Psycho-Spielchen nicht, sondern überdrehen sie. „Ruin me“ betritt plötzlich „Lost“-Territorium, auch wir Zuschauern können nicht mehr erkennen, ob das Geschehen real ist oder ein bizarrer Traum. Die Ereignisse werden immer trippiger, immer irrealer. Irgendwann kann das alles kein inszeniertes Spiel mehr sein – oder?

Das geht zu weit, das wird zu viel. Am Ende ist die Aufklärung keine Aufklärung, weil sie elementare Fragen offen lässt und weil die Motivation der Beteiligten irgendwann überhaupt keinen Sinn mehr ergibt. Und so zerfällt die zweite Hälfte in unschöne Wirrnis, die nicht mehr wirklich mitreißt. Ich sage das selten genug, aber „Ruin me“ hätte es gut getan, mal den Fuß vom Gas zu nehmen.

Nichtsdestotrotz funktioniert der Streifen als nette Meditation über Slasher-Klischees und dürfte gerade zu später Stunde im dunklen Saal seine Fürsprecher finden.

Fazit: Eine nette Grundidee, die in der zweiten Hälfte leider aus dem Ruder gerät und sich rettungslos verstolpert. Trotzdem anders genug und spannend genug, um als Midnight Movie zu überzeugen, darum immer noch 6 von 10 Punkten.



8
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
4 Comment threads
4 Thread replies
1 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
5 Comment authors
MenckenWortvogelFantasy Film Fest Nights 2018 – diesmal in Hamburg « flippahThiesRudi Ratlos Recent comment authors
  Subscribe  
neuste älteste beste Bewertung
Benachrichtige mich zu:
sergej
sergej

„Ein abgeschiedenes Alpendorf im 15. Jahrhundert:…“
„…dass diese Alpen-Gruselmär aus dem 19. Jahrhundert…“
Wenn man 4. Jahrhunderte erzählt, ist es doch klar dass der Film Längen hat.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Bei „Pyewacket“ hast du das Plakat von „Ruin me“ eingebunden, dachte erst, dass wäre der englische Titel 😀

Vielen Dank für die Reviews, hilft mir eine Menge Geld zu sparen – zumal sowohl „Isle of Dogs“ (wie du ja richtig bemerkt hast) als auch „Strangers II“ regulär im Kino laufen – da muss ich keine 10€ für ’n Festival-Ticket raushauen, da tut es auch ein Kinodienstag…

Und was bleibt noch? „Revenge“ liest sich gut, ebenso „Brawl in…“, aber das ist insgesamt dann schon ein wenig dünne. Würde mich ärgern, wenn ich eine Dauerkarte hätte.

Thies
Thies

„Pyewacket“ hatte mich schon vom Festivaltext her nicht angesprochen. Das waren die üblichen allzu vagen Beschreibungen die vermuten liessen, dass echte Thrills hier eher klein ausfallen.

„Hagezussa“ hatte in Hamburg den Regisseur zu Gast und dessen Ausführungen über die Enstehung des Films und der Hintergründe des Stoffes waren wesentlich spannender als der Film selbst. Ich musste gerade in der ersten Hälfte öfters gegen den Sekundenschlaf ankämpfen – hätte ich in einem der Liegesessel in der ersten Reihe Platz genommen wäre ich gnadenlos weggeratzt. So spärlich die Vorstellung aber auch besucht war – ich würde auf ein Drittel des Saals tippen, was für einen Sonntag Nachmittag beim FFF ein Witz ist – um so lebendiger war das Q&A hinterher. Der Regisseur nannte auf Nachfrage Andrei Tarkowski als eines seiner Vorbilder, was zumindest das mehr als schleppende Erzähltempo erklärt.

„Brawl in Cell Block 99“ war dann mein Abschluss für dieses Wochenende und ich habe Deiner Kritik wenig mehr als absolute Zustimmung hinzuzufügen. Wie die Ansagerin bei uns ankündigte: „ein richtiges Brett von einem Film“:

Mein Fazit dieser Nights: mit zwei Hits und zwei Graupen war die Ausbeute recht ausgewogen. Trotzdem bleibt – gerade nach dem Lesen Deiner Kritiken – bei mir ein flaues Gefühl zurück. War das wirklich das Beste was dieses Frühjahr zur Verfügung stand? Und wenn jetzt sogar schon ZDF-Krimis eine Option sind, was kommt als nächstes: „Rosamunde Pilcher – Ein Traumurlaub im Spukschloss“?

trackback

[…] Platte Figuren, die sich ohne Motivation so verhalten, dass der dünne Plot irgendwie herauskommt. Der Ausfall des Tages. 2/10. Torsten fand den gut. […]