Okay, es gibt noch ein paar Eindrücke zu sammeln und zu teilen. Heute erzähle ich mal von den größeren Orten, an denen wir waren, von den Erlebnissen. Es war zugegeben ein sehr touristisches Programm – aber die LvA hatte die Westküste noch nie gesehen und da wollte ich ihr ein zweiwöchiges „best of“ bieten – nur die Highlights.

LA war Start- und Endpunkt der Reise. Ich kann der Stadt bekanntermaßen nicht viel abgewinnen, aber wenn das Wetter gut ist und die Stimmung auch, dann kann man zumindest viel zeigen. Mit dem Wagen durch Beverly Hills gondeln, vom Mulholland Drive den Hollywood-Schriftzug fotografieren, Shopping in der Grove-Mall, am Muscle Beach die Muskelmonster begaffen und Skateboarder bewundern:

Überrascht war ich, dass die gesamte Santa Monica Mall vor einigen Jahren mit großem Aufwand runderneuert wurde – das Dach ist weg, eine offene Struktur passt sich deutlich mehr an das umliegende Shopping-Erlebnis auf der Third Avenue an, eine riesige Terrassenfläche bietet die Möglichkeit, unter kalifornischer Sonne die Speisen vom Food Court entspannt zu verzehren. Man hat auch einen sehr schönen Blick auf die Third Avenue mit ihren Shops und Straßenmusikanten:

Man kann natürlich auch ganz andere Sachen in LA machen – z.B. ALDI Süd besuchen. Einfach so, um mal deren Ladenlokal und Sortiment zu begutachten:

Sehr aufgeräumt, wenig brachial, sehr deutsch. Es zeigt sich erneut die fehlende „Mittelklasse“. Der Amerikaner kennt im Supermarkt eigentlich nur den billigen Mampf und das teure Delikatessen-Essen. Beleg: Bei ALDI gibt es nur entweder 5 Kilo Kartoffeln für 1,99 Dollar oder 550 Gramm Edel-Kartoffeln für 2,99 Dollar.

Allgegenwärtig – Werbung für neue Kinofilme und TV-Serien. Das kann sehr aufdringlich, aber auch sehr lustig sein:

Hübsch auch immer, auf unerwartete Details zu achten, z.B. wenn an den legendären Chinese Theaters die Werbeanzeige abgestürzt ist und das System dahinter entlarvt:

Erstmals besucht habe ich diesmal die Venice Canals, eine Reihe künstlicher Wasserstraßen, an denen früher die Künstler, heute eher die Begüterten ihre ruhig gelegenen und abwechslungsreichen Luxushäuser bewohnen:

Sehr, sehr empfehlenswert für einen entspannten Spaziergang.

Heuer sind wir erstmals zu den La Brea Tar Pitts gefahren. Mitten in einem Business-Viertel liegt ein Park, in dem kochender Asphalt aus dem Boden gluckert. Hintergrund: unter der Oberfläche befindet sich eine heiße Ölquelle. Als man dort den Belag für die Straßen des jungen Los Angeles vor 100 Jahren abschöpfte, fand man tonnenweise Skelette von Urzeittieren, die einst in den Pits verendet waren. Und so ist das Gelände heute Freizeit- und Erlebnispark in einem:

Es war erklärtes Ziel der Reise, der LvA nicht nur meine persönlichen Favoriten zu zeigen, sondern gemeinsam auch neue Dinge zu erleben. Also nahmen wir diesmal nicht die direkte, vierstündige Route nach Las Vegas, sondern machten einen langen Abstecher süd- und ostwärts über Arizona.

Von Los Angeles sind es nur knapp zwei Stunden nach Palm Springs. Dort hatten in den 60er Jahren Stars wie Frank Sinatra, Cary Grant und Bing Crosby ihren Zweitwohnsitz, auch heute noch ist der Ort ein Mekka von Millionären und reich gewordenen Künstlern. Die erhaltene Midcentury-Bauweise vieler Villen macht den Ort für Architektur-Freunde interessant, auch wenn einige der spannendsten Straßen als Privatbesitz leider gesperrt sind. Trotzdem stößt man immer wieder auf eigenwillige Anwesen wie dieses hier:

Putzig fanden wir beim Abendspaziergang die Wachmannschaft einer geschlossenen, aber immer noch beleuchteten Galerie:

Und dann dieser Wagenhändler. DIESER Wagenhändler! Der hatte so unfassbar geile „classics“, dass ich mich nur schwer hätte entscheiden können – Gesetz dem Fall, jemand hätte von mir eine Entscheidung verlangt. Schaut euch diese Prachtstücke an:

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Unfassbar. Einfach unfassbar. Was sind eure Lieblinge?

Danach ging es dann schon ab zum Grand Canyon. Auf dem Weg dorthin fährt man nicht nur gut ausgebaute Highways, sondern auch so manche staubige Landstraße. Teilweise ist kilometer kein Verkehr zu sehen und es schleicht sich das Gefühl ein, man könnte im Falle einer Panne hier prima von Cowboy-Kannibalen kalt gemacht werden:

Und nicht jede Raststätte entpuppt sich als entspannter Ort zum Tanken & Speisen:

Man ist auch vor anderen Überraschungen nicht sicher: Mitten am Highway plötzlich Stacheldraht & Panzer! Krieg ausgebrochen? Kampf gegen grenzspringende Mexikaner?

Mitnichten. Es handelt sich um ein Freiluft-Kriegsmuseum zum Andenken von General Patton. You can’t make this shit up.

Wie zum Ausgleich wird man aber auch mit tollen Sonnenuntergängen belohnt:

Vor allem, wenn doch langsam der Sprit zur Neige geht, wird man latent nervös und versucht, das die LvA nicht merken zu lassen. Aber am Ende schafften wir es dann doch zur Grand Canyon Western Ranch und damit in unsere rustikale Hütte:

Jau, da lässt es sich schon ausführlich „Yee-Haw!!!“ machen – besondern, wenn der hauseigene Cowboy am Lagerfeuer eine breites Spektrum an Country & Western aus der Klampfe leiert und Marshmallows geröstet werden:

Ein Knallerspaß und der ideale entspannte Abend vor dem Trip in den Canyon. Dazu muss man allerdings wissen, dass es sich um Indianergebiet handelt – und die haben aus einem der geologischen Weltwunder eine echte Touri-Abzocke gemacht. Die „Westernstadt“ ist in Sachen Authentizität dem Pendant im Phantasialand unterlegen, man bringt kleinen Kindern bei, Schießeisen zu schwingen (Platzpatronen!) – und an jeder Ecke drängt sich ein Souvenirshop auf. Alles, wirklich ALLES muss teuer bezahlt werden, und auch wenn wir den Helicopter-Flug klasse fanden, war er doch absurd überteuert und dafür auch noch zu kurz (hier der Anfang des Rückflugs):

Kurz: Ja, es ist toll, den Grand Canyon mal gesehen zu haben. Nein, gesehen haben MUSS man ihn nicht – vor allem nicht, wenn man so eine Reise auch nach finanziellen Gesichtspunkten plant. Man kann mehr Entertainment anderswo preiswerter haben.

Vom Canyon nach Vegas sind es dann wieder nur zwei Stunden. Bis man zum Highway 99 kommt, durchfährt man allerdings wieder ein paar Kuhkäffer, in denen man spontan abgefuckte Horror-Roadmovies drehen möchte:

Der wirkliche Hammer kommt dann aber hinter Dolan auf dem 99er. Wer in dieser Raststätte mit Maschinengewehr-Freiluft-Schusspark keinen „MURICA!!!“-Boner bekommt, dem ist nicht zu helfen. Allein für dieses Stück Redneck-Kultur hat sich ganze Reise eigentlich schon gelohnt:

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Ich wollte hier unbedingt auch essen, aber die LvA hat sich geweigert.

Einer der Vorteile, wenn man vom Grand Canyon in Richtung Las Vegas fährt – man spart später einen Tagesausflug, weil die Route sowieso am Hoover Damm vorbei führt. Also kurz rausfahren und eines der architektonischen Meisterwerke des frühen 20. Jahrhunderts live und schwindelfrei bestaunen:

Es ist wirklich ergreifend und zumindest für mich nicht weniger beeindruckend als der Grand Canyon (noch dazu kostenlos).

Noch eine gute halbe Stunde und wir hatten es zum nächsten Etappenziel geschafft: Las Vegas. Stadt der Lichter, Stadt der Spieler, Stadt der Träume.

Aber jetzt wird das alles doch ein wenig länger, als ich geplant hatte – auf den Rest dieses Reiseberichts müsst ihr deshalb noch etwas warten…



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KaiheinommRudi Ratlos Recent comment authors
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Rudi Ratlos
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Tolle Bilder! Und sehr geile Autos – leider schlecht zu erkennen: Wo lagen die denn preislich?

heino
heino

Also, mit Autos kann man mich gar nicht locken, die interessieren mich einfach nicht. Und dieser Schießstand für Leute mit Maschinengewehren ist ebenso faszinierend wie beängstigend.

Kai
Kai

…und? Mal ne Runde geballert? Ich hätts gemacht. Nach 30 Jahren endlich mal wieder ein MG in der Hand. 🙂

Ich war ’87 als Frisch-Abiturient am Grand Canyon. Ein Hubschrauberflug kostete damals 50 Dollar, den wir Sparbrötchen natürlich nicht machten. Ich kann mir denken, das es heuer mehr kostet.