Eigentlich wollte ich jetzt schon den nächsten größeren Blog-Beitrag schreiben – aber es soll nicht sein. Weil ich mich geärgert habe. Und besonders „gerne“ ärgere ich mich ja über die richtige Seite, also prinzipiell erstmal „unsere“. Wenn kluge und gute Menschen dumm und böse reagieren, dann kriege ich – wie wir Rheinländer sagen – so’n Hals.

Also nochmal zurück zu der Geschichte von der Bloggerin, die auf die Nase gefallen ist, weil sie ausgerechnet ein Hotel um Gratis-Zimmer angegangen ist, das sich einen Spaß daraus macht, in der Social Media-Sphäre Rabatz zu machen.

Egal, wie man zu der Sache steht, es sind sich eigentlich ALLE Kommentatoren einig: Das Mädel hätte man zwar nicht derart vorführen müssen, aber nervig, blöd und anspruchsberechtigt (um endlich mal einen deutschen Begriff für „entitled“ zu haben) kommt die schon rüber.

Das ist Konsens. Aber der reicht nicht.

Auf Facebook wird die Sache natürlich auch kommentiert und gerade bei Leuten, die ich eigentlich schätze, werden nun die ganz großen Keulen rausgeholt. Primär basierend auf der Annahme „Wenn ich die nicht kenne, kann die auch nicht prominent sein“.

Alle nachfolgenden Kommentare stammen aus EINEM Facebook-Strang und sind nicht nach Verwertbarkeit aus verschiedenen Quellen zusammen geklaubt.

„Das Mädel denkt doch tatsächlich, nur weil sie irgendwas „total wichtiges“ auf YouTube macht, das sie doch nichts zahlen müsste. Ich meine, sorry, aber was leistet die denn bitte?“

„Irgendwann fragte ich mich: „Was labern die da für einen Schwachsinn über Influenza?“ ich bin für diese Shopping-Gesellschaft wohl zu intellektuell…“

„Ich verstehe echt nicht wieso, so ein Scheiß (sorry, aber was besseres fällt mir nicht dazu ein) für so toll erachtet wird.“

„Wenn ich von dieser „ wichtigen Person“ noch nie etwas gehört habe, was bin ich dann?“

Das ist natürlich eine krasse Fehleinschätzung. Es gibt Megastars in Asien und Südamerika, von denen ich noch nie gehört habe. Kann jemand von euch aus dem Stand den populärsten TV-Moderator Afrikas nennen? Das größte Supermodel Indonesiens?

Eben.

Zu glauben, dass etwas, das ich in meiner Blase nicht wahrnehme, keine Relevanz besitzt, ist unfassbar dumm. Ich selbst habe noch keinerlei Videos von Gronkh, Bibi oder PewDiePie gesehen, aber trotzdem ist mir bewusst, dass diese Leute nicht nur ein Millionenpublikum erreichen, sondern auch beeinflussen. Ich schaue auch kein „Dschungel-Camp“ und gröle trotzdem nicht in die Gegend „Wenn ich das nicht kenne, kann das auch nix taugen“. Diese Scheuklappigkeit ist gerade in einem Medium, in dem täglich alles an einem vorbei fließt, so erschütternd wie ernüchternd.

Aber die stolz proklamierte Ignoranz reicht natürlich nicht. Man muss sich auch noch menschlich, moralisch und gerne äußerlich über die junge Dame erheben. Hier ein paar weitere Kommentare aus dem gleichen Thread:

 „Einfach krank, wenn es ne Leistung sein soll, blöd daher zu quatschen.“

„Dämliche unverschämte Göre.“

„Social media star ! Die E F G Promitussen schlafen sich ihren Weg wenigstens noch hoch…“

„Diese wichtigen Schnösel zählen sich dann zu den Z bis A Prominenten und verteilen an jeder Ecke Autogramm Karten.“

„Armes, jetzt schon zu oft operiertes, zu oft zu dick aufgetragen geschminktes Mädchen.  Mein Mitleid hält sich arg in Grenzen.“

„Ab ins Dschungelcamp sag ich, da können sie Scheiße fressen.“

Ich muss das wohl noch mal betonen: Es handelt sich nicht um einen Thread aus dem Dunstkreis der Dortmunder Starkbierfreunde – das sind Leute, die u.a. den Humanisten von Michael Schmidt-Salomon folgen und sich in der Kreativbranche tummeln.

Und wenn wir gleich dabei sind, können wir ja auch gleich den gesamten Restmüll in die Diskussion kippen, der uns so einfällt:

„Wer sich von so ’nem Müll „influencen“ lässt, der wählt auch Grabscher Trumpel zum Präsidenten, oder Erdo, oder die afden.“

Mein Favorit in Sachen Abstrusität kommt dann aber erst noch:

„Stephen King, alias Richard Bachmann, hat dies schon vor mehr als zwanzig Jahren, in seinen Büchern beschrieben! Schockiert mich jetzt nicht wirklich!“

Zumindest hier hakt mal jemand nach:

„Hallo, ich kenne alle früheren King und Bachmann Bücher, in welchem war das?“

Die Antwort – ich könnte sie mir nicht mal als Satire vorstellen. Hirn aus, Arsch auf:
„Wir sind von “Running Man“ und “ Todesmarsch “ nicht mehr weit entfernt! Es geht um das Prinzip und nicht um die 1:1 Umsetzung eines Romans !“

Um die großartige ShoeOnHead zu zitieren: I just can’t. I can not. I have lost the ability to can.

Und während ich das hier schreibe, eskaliert die Sache immer weiter. Es nimmt Dimensionen an, die ich nicht mal theoretisch für möglich gehalten hätte.

Tatsächlich habe ich im Strang nichts von diesem Dummfug kommentiert. Ich habe mich – ungewöhnlich, ich weiß – rausgehalten. Eben weil es Dummfug ist und man meiner Erfahrung nach keinen dieser Dummfugger überzeugen wird, einen Gang runter zu schalten. Vergebene Liebesmüh.

Aber dann wird unter meinem Link zu meinem Artikel eine ganz neue Dimension eröffnet – und zwar vom „Besitzer“ des Kommentarstrangs:

„Diese Frau hat ganz offen gefragt: magst Du mich bestechen, damit ich für Dich ne tolle Werbung sende? Das ist kein Deal, das ist nah am Betrug.“

Betrug sind laut Wikipedia „Verhaltensweisen, mit denen jemand einen anderen durch Tücke dazu bewegt, sich selbst in seinem Vermögen zugunsten des Täters oder eines Dritten zu schädigen.“

Das kann es ja nicht sein, oder? Aber es geht noch dicker, wie der nächste Kommentator beweist:

„Kein Betrug. Eher Erpressung.“

Jahaaa, da ist man sich schnell einig:

„Betrug an den Followern. Erpressung gegenüber dem Hotel.“

Das ist dann der Punkt, an dem ich mich doch mal zu Wort melde, um die Sache wenigstens wieder auf das Level ungesunder Empörung herunter zu kochen:

„Das stimmt jetzt so auch nicht, die junge Dame hat ausführlich erklärt, dass sie das Hotel auf allen Kanälen „featured“. Der Begriff Review war nur einer von vielen und ich glaube nicht, dass sie überhaupt weiß, was das genau bedeutet. Sie hat dem Hotel nicht mit Erpressung gedroht. Erpressung lt. Wikipedia: „Bei der Erpressung versucht jemand, sich selbst oder Dritte rechtswidrig durch Gewalt oder durch Androhung eines empfindlichen Übels zu Lasten eines anderen zu bereichern.““

Das sind doch recht klare Aussagen, oder? Eher so unmissverständlich, oder?

Mitnichten. Irgendwer antwortet mir nun:

„Torsten Dewi ebent! Merken Sie auch, gelle?“

Und der Strang-Besitzer pflichtet bei:

„Die Drohung ist implizit.“

Ich bin konsterniert, aber nicht sprachlos:

„Welche Drohung?“

Der Chef ahnt die Sackgasse, also antwortet er knapp:

„Na, was wohl?“

Damit lasse ich mich nicht abspeisen:

„Ähhh… wie bitte? Nein?“

Wortvogel-Veteranin Silke springt mir vorsichtig bei:

„Sie hat nicht gedroht, etwas über jedes Hotel das nicht zustimmt zu schreiben.“

Was macht man, wenn man argumentativ im Kindergarten hockt? Man schmeißt mit Schippchen:

„Ok, dann ist sie ein ganz super tolles Mädchen, das alleine ihr natürliches Recht, alles umsonst zu kriegen, genutzt hat. Entschuldigung, dass ich so ein Verhalten scheiße finde.“

Ich WILL das nicht eskalieren lassen, ich WILL eigentlich nur, dass die Erkenntnis blüht, dass hier eine etwas extrovertierte junge Dame über Gebühr angegangen wurde:

„Boah, Alter, komm mal runter – was soll denn das?! JEDER findet das Mädel scheiße. Das steht auch ganz klar in meinem Artikel. Aber das rechtfertigt nicht so abstruse Behauptungen wie die, dass sie das Hotel erpresst hätte. Und der Umkehrschluss auf den Hinweis darauf ist auch nicht, dass wir sie für „super toll“ halten. Was sollen diese albernen Extreme? Das ist ’ne blöde Kuh, die dachte, sie könnte für lau was abgreifen. Da sind wir uns alle einig. Warum ihr versucht, hier irgendwelche Streits anzuzetteln, erschließt sich mir nicht.“

Das mit der Deeskalation muss ich wohl noch lernen:

„1. das mit der Erpressung kam nicht von mir, ich habe von „nah am Betrug“ gesprochen.
2. ist es klar, dass es sich nicht um Begriffe im strafrechtlichen Sinn handelt. Wir sind keine Strafrechtler, soviel ich weiß. 
3. gehen mir diese Wortklaubereien unglaublich auf die Nerven, weil das Thema dabei komplett aus dem Focus verschwindet. Ebenso Whataboutismen – worum es mir persönlich in dieser Sache geht, habe ich mehrfach beschrieben. Warum ich das kritisiere.
Darüber kann man gerne diskutieren. 
Ich werde mich mit dem Begriff der Erpressung nicht weiter aufhalten.“

Zu Punkt 1 – der gleiche Kommentator ein paar Stunden zuvor:

Erpressung gegenüber dem Hotel.“

Zu Punkt 2 – schon klar: wenn man keine Ahnung hat, was ein Begriff bedeutet, kann man ihn natürlich beliebig verwenden.

Zu Punkt 3 – ebenfalls klar: einfach dem Gegenüber Wortklaubereien und Whataboutismus vorwerfen (Letzterer kam in dem ganzen Strang an keiner Stelle vor). Nur nicht über die eigenen Fehler nachdenken.

Er versucht noch einmal, sich argumentativ ins rechte Licht zu stellen:

„Aber man sollte bedenken: der Hotelier hat den Namen der Vloggerin, wenn ich recht informiert bin, nicht erwähnt. Sie ist darauf eingestiegen und hat ihr Leiden öffentlich gemacht, vielleicht in der irrigen Annahme, Unterstützer zu finden, vielleicht in der Hoffnung, dass der Hotelier öffentlich niedergemacht wird.“

Das ist falsch. Das Hotel hat – wie eigentlich in jedem Beitrag zu dem Fall erwähnt – den Namen der Bloggerin nur so dürftig geschwärzt, dass man ihn mit einer Justierung der Helligkeit problemlos sichtbar machen konnte. Ein Schelm, der Absicht dabei denkt. Als ich darauf hinweise, ist zumindest ein Anschein von Reflexion erkennbar:

„Ok, es reicht mir jetzt, ich bin raus aus der Diskussion. Hab Besseres zu tun. Ok, ich nehm’s zurück. Dann hab ich offenbar zu schnell gelesen. Noch was zum Thema?“

Einsicht. Guter Ansatz. Ich versuche es nun mit der persönlichen Ansprache, weil man damit vielleicht wieder eine gemeinsame Ebene finden kann:

„Ich bin jetzt auch raus – nur das noch: Ich bin sehr enttäuscht von dir. Hässliche Angriffe, ungerechtfertigte Vorwürfe, haltlose Behauptungen. Und das alles wegen einer kleinen Bloggerin, die versucht hat, ein Hotelzimmer kostenlos zu bekommen. Hier ist in einem Maße jedes Maß verloren worden, dass es mich gruselt.“

Das Gegenteil ist der Fall – es brennen endgültig alle Sicherungen durch:

„Sorry, dass ich mich in EINEM PUNKT GEIRRT HABE. Ich bin ja der Einzige, dem so was passiert! Wahnsinn, Hammer, ich bin ja soooo ein mieses Arschloch!!!“

Ich weiß nun endgültig: Da ist nichts mehr zu retten. Endgame. Letzter Versuch:

„Hörst du dich eigentlich selbst, wenn du so etwas schreibst?!“

Einsatz von CAPS LOCK voraus!

„Noch was zum THEMA, oder geht es jetzt nur noch darum, mich anzukacken??? ICH HABE HIER MEHRFACH GESCHRIEBEN, WAS GENAU MICH AN DER GESCHICHTE STÖRT. WENN ES DAZU NOCH WAS ZU SAGEN GIBT, GERNE, ANSONSTEN LÖSCHE  ICH DEN GANZEN POST, DAS IST NÄMLICH GENAU DIE ART DISKUSSION, DIE MICH DAZU BEWEGT, NICHTS MEHR AUF FACEBOOK ZU POSTEN.“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Eine junge Frau hämisch bepöbeln und ihr kriminelle Handlungen unterstellen, das ist ganz prima. Sich Fehler in der Argumentation aufzeigen zu lassen, DAS ist die Art Diskussion, wegen der man eigentlich Facebook aufgeben möchte. Und ich fürchte, dass er das genau so meint.

Die sanfte Silke versucht auch noch mal, den Mann runterzukochen. Vergebens.

Eine Minute später – ich habe den Strang gerade ahnungsvoll nach Word kopiert – werde ich geblockt. Wenig überraschend.

Es wirkt jetzt vielleicht ein wenig ab vom Thema, wenn ich darauf verweise, dass ich heute morgen diese Werbung im Gmail-Posteingang hatte:

Was das mit den obigen Diskussionen zu tun? Ich betrachte beides als Zeichen dafür, dass wir am Ende unserer zivilisatorischen Möglichkeiten angelangt sind – jetzt können wir eigentlich den Laden zumachen und das Experiment Menschheit als gescheitert abhaken.



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Benachrichtige mich zu:
Udo

Ich frage mich bei sowas ja immer, ob die Leute nur herumtrollen möchten, ober ob sie tatsächlich so blöd sind. Leider stimmt Letzteres immer häufiger.

Udo

Die Hosen gefallen mir aber…..ok, i’ll show myself the exit…

Marcus
Marcus

Zuhause ist dagegen auch nix zu sagen. Sonst gilt, was Karl Lagerfeld (glaub ich, dass der das war) mal gesagt hat: Wer in Trainingshosen auf die Straße geht, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.

Udo

Meine auch für daheim. 🙂

Comicfreak
Comicfreak

..es tut mir leid, dass das so zögerlich von mir gekommen ist.
Ich bin feige.

Ich hatte den ganzen Thread gemieden, weil die immer so voll an die Wand fahren. Solang der Zug am rollen ist stoppt den nichts.

Dietmar

„Ich bin jetzt auch raus – nur das noch: Ich bin sehr enttäuscht von dir. Hässliche Angriffe, ungerechtfertigte Vorwürfe, haltlose Behauptungen. Und das alles wegen einer kleinen Bloggerin, die versucht hat, ein Hotelzimmer kostenlos zu bekommen. Hier ist in einem Maße jedes Maß verloren worden, dass es mich gruselt.“

Damit hast Du sachlich eindeutig recht, nichts hängt im luftleeren Raum und Deine Vorwürfe sind konkret und begründet, keine Frage. Dass bei dem Kommentatoren da die Sicherungen durchgeknallt sind, kann ich allerdings menschlich nachvollziehen: Er findet seine Kommentierungen gerechtfertigt, auch wenn sie es nicht sind, meint, er ist unter sozusagen Gleichgesinnten, wo man losfeuern kann. Wenn dann gesagt wird, ich bin enttäuscht von dir, ist das hart. Soll es ja auch sein. Nur eben für ihn zu hart.

Zu dem Experiment Menschheit: Ich finde den kritischen Blick auf das „eigene Lager“ wichtig. Wie gesagt passt das hier auch und ich kritisiere nichts. Aber ich hätte mal eine weit in der Vergangenheit, mehrere Jahre, zurückliegende Internet-Geschichte, die vielleicht illustriert, wo ich das persönliche Problem mit diesen Internet-Debatten habe, das so groß geworden ist, dass ich nach gemeinsamen Lesen jüngster Auseinandersetzungen mit meiner allerliebsten und persönlichen Meike und ein paar Freundinnen (eine war die, die den Wolf in Winsen fotografierte und die ich dann auf Facebook heftig verteidigte, weil sie keinen Account mehr hat und mir schon lange sagt, ich sollte das lassen) einen persönlichen Riegel vorgeschoben habe.

Die Geschichte: Ich habe immer wieder mal auf einem Wissenschaftsblog kommentiert. Jetzt weiß ich nicht mehr genau, mit dem ich mich auseinandersetzte, aber meine, das war „Hans“ und wenn nicht dieser, dann ein ähnlich wirren Kram Redender. Dieser Hans vertrat, auf einem Wissenschaftsblog (!), die Meinung, dass Dämonen unser Seelenleben steuern und man sie austreiben müsse. Ich war um Sachlichkeit bemüht. Irgendwann kam heraus, dass man nach seiner Meinung Dämonen nicht nachweisen könne, was in seinem Sinn praktisch ist. Ich argumentierte mir den Wolf und irgendwann fing ich dann eben an seine Haltung zu karikieren, nachdem er mich etwas persönlicher anging. So in etwa, dass kleine Engelein die Buchstaben auf den Bildschirm zaubern, aber man könne sie nicht sehen. Mitkommentatoren fanden das gar nicht gut. Hans sei ein ansonsten sehr vernünftiger Kommentator und so dürfe man mit ihm nicht umgehen. Dann schaltete sich der Blogbetreiber, den ich auch heute noch toll finde, ein und schoss in meinen Augen den Vogel ab: Er gab den mich kritisierenden Kommentatoren recht, woraufhin ich mich aus der Debatte artig zurückzog, denn er ist der Chef. Damit war das aber nicht abgehakt. Er diskutierte mit diesen Kommentatoren mein Diskussionsverhalten und erklärte ohne meinen Namen zu nennen unter beifälligen Bestätigungen der Kommentatoren, dass jemand, der so diskutiert wie ich, wörtlich „nur zufällig auf der richtigen Seite“ wäre. Also nicht etwa infolge von Bildung oder so.

Und da landen wir letztlich immer: Bei der Debatte über die Debatte und bei eben doch persönlichen Angriffen, die einem keine Chance lassen. Wie soll ich denn auf so etwas antworten? „Zufällig auf der richtigen Seite“!? Ich habe nach einer Weile das Kommentieren dort eingestellt.

Und jetzt kann man sich aussuchen, ob man sich Waldorf oder Statler vorstellt, wenn man an mich denkt. Ich gucke zu und denk´ mir meinen Teil.

Manu

Das sind genau die Erfahrungen, die ich nicht nur bei Facebook, sondern auch im Privatleben leider zu häufig gemacht habe. Menschen sind eben in den seltensten Fällen einsichtig. Auf anderen rumhacken, herumzupöbeln ist für solche Menschen immer in Ordnung, Kritik an der eigenen Person dagegen eine Einschränkung der Grundrechte. Jeder Diskussionsansatz ist da verloren, weil viele Menschen das Diskutieren nicht beherrschen, ganz zu schweigen von Reflexion.

Sigur Ros
Sigur Ros

Auf anderen rumhacken, herumzupöbeln ist für solche Menschen immer in Ordnung, Kritik an der eigenen Person dagegen eine Einschränkung der Grundrechte.

Das bringt die Mentalität eine Großteils nicht nur der heutigen internet-Nutzer, sondern auch gewisser Politiker und Aktivisten aus den rechten Spektrum perfekt auf den Punkt: Austeilen ist überhaupt kein Problem, aber sobald man selbst kritisiert wird, wird sofort „Zensur“, „Meinungsfreiheit“ und „Das wird man jawohl noch sagen dürfen“ geplärrt und der Untergang der Demokratie heraufbeschwört.

Nico
Nico

Ich fühle mich spontan an meine Ex-Freundin und ihre Familie erinnert.

Peroy
Peroy

Was genau überrascht dich jetzt daran?

Mencken
Mencken

Das Problem scheint mir hier einfach darin zu liegen, dass es eben keine „klugen und gute“ Menschen sind, selbst wenn sie aus der Kreativbranche kommen und auch gerne den Humanisten von Michael Schmidt-Salomon folgen.