USA 2017. Regie: Rian Johnson. Darsteller: Daisy Ridley, John Boyega, Oscar Isaac, Benicio del Toro, Adam Driver, Mark Hamill, Carrie Fisher, Lupita Nyong’o, Laura Dern, Kelly Marie Tran u.a.

Story: Es sieht schlecht aus für den Widerstand – die Erste Ordnung fährt einen Sieg nach dem anderen ein, eine letzte kleine Flotte von Rebellen ist auf der Flucht vor Snokes persönlichem Zerstörer. Während Finn versucht, eine Schwachstelle des Raumschiffs zu knacken, legt sich Poe mit der kommissarischen Leiterin des Widerstands an. Rey ist derweil auf der Suche nach Meister Luke Skywalker, der allerdings so gar nicht ihren Erwartungen entspricht. Entgeistert stellt sie fest, dass ein telepathisches Band sie mit Kylo Ren verbindet, dessen letztendliche Ziele weiterhin unklar sind…

Kritik: Es ist 3 Uhr morgens, ich bin müde, in ein paar Stunden geht der Flieger nach London – aber das hier muss jetzt sein. Man verzeihe mir allerdings, wenn ich die Kritik relativ knapp halte. Ich will ins Bett.

„The Force Awakens“ war ein Knaller, keine Frage. Ein schnittiges, modernes Stück Abenteuer-SF, das alles ungeschehen machte, was George Lucas der Saga mit der zweiten Trilogie angetan hatte. Der einzige häufig geäußerte Kritikpunkt war, dass J.J. Abrams für diese Rückführung derart stoisch auf Variationen der Konstellationen und Konflikte der ersten beiden Filme setzte, dass man sich fast in einem „best of“-Remix wähnte. Den Figuren und der Handlung neue Ziele zu geben, das traute sich Abrams für den Reboot dann doch nicht. Angesichts des rasanten, unterhaltsamen und mit viel gelungenem Interplay ausgestatteten Ergebnis bekam er dafür zumindest von mir grünes Licht.

„Die letzten Jedi“ muss jetzt aber andere Akzente setzen, darf nicht mehr das Bekannte lediglich neu anrühren. Und weil man mit dieser Erwartung ins Kino geht, macht sich während der ersten Hälfte eine gewisse Unruhe breit. Der Film scheint nämlich nach dem sehr homogenen Vorgänger etwas zu zerfasern. Dem knalligen Intro folgt eine Aufsplittung der Handlung in drei, vier separate Stränge, das Imperium wird mal wieder auf eine Vernichtungswaffe mit bequemem eingebauten Fehler reduziert und jeder tut, was er kann: Leia redet weise, Rey hadert mit ihren Fähigkeiten, Finn ist überfordert und Poe besteigt jedes Cockpit, das nicht bei 3 auf den Bäumen ist.

Kennen wir das nicht alles schon? Sind das nicht alles WIEDER nur Bestandteile der ersten beiden Star Wars-Filme? Rey geht bei Luke in die Lehre wie Luke einst bei Yoda, eine Rebellenbasis wird attackiert wie auf Hoth, Kylo Ren will Rey im Auftrag seines bösen Chefs Snoke zur Dunklen Seite verführen, was in einem Laserschwert-Duell kulminiert – wahrlich, das haben wir alles schon gesehen. Selbst Canto Bight wirkt wie eine Variation der Wolkenstadt Bespin.

  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):

Aber dann dreht „Die letzten Jedi“ langsam ab, führt den Zuschauer auf gefährliche Abwege, lässt Figuren unerwartet agieren und stellt vor allem das bei Star Wars immer sehr klare Gut & Böse-Schema in Frage. Luke wird zum impotenten Ex-Meister mit düsterer Vergangenheit, die Rebellion zu einem Spielball kommerzieller Interessen, Poe zur Gefahr für die Menschen, die er beschützen soll. Die Ziele verschwimmen, und mit ihnen die Möglichkeiten, sie zu erreichen. Was kann Freiheit erreichen in einem Universum, das auch im besten Fall von Macht und Gier regiert wird? Erzeugt das Gute auch das Böse, weshalb nur das Ende der Jedi auch das Ende der Dunklen Seite bringen kann? Wie naiv darf Rey sein, wie naiv muss sie sein?

Hier betritt „Die letzten Jedi“ für Star Wars neues Territorium und zerschlägt eine Menge Porzellan, um neue Fundamente für neue Konflikte zu legen. Es zieht eine Ambivalenz ein, eine Opferbereitschaft, die Schmerz und Niederlagen mit sich bringt. Die klar strukturierte Märchenwelt mit ihren vorhersehbaren Abläufen weicht einem facettenreichen, fast von wagnerischer Tragik durchdrungenen Epos, das schwarz und weiß gegen grau eintauscht. Keiner kommt hier lebend raus.

Die Herkulesaufgabe, Star Wars von den Vorlagen zu emanzipieren, ohne diese dabei zu verraten, löst Rian Johnson mit Bravour. Die drei, manchmal vier parallelen Handlungsstränge bremsen sich nicht aus, sondern ergänzen sich zu einer vielschichtigen Saga innerhalb der Saga, mit knackigen Actionszenen und einem gute Auge für heroische Bildkompositionen. Die ständige Variation bekannter Star Wars-Themes triggert den Fan auf unterbewusster Ebene, ausreichend Humor sorgt dafür, dass „Die letzten Jedi“ nicht endgültig in schwermütiges Melodram kippt. Sogar die gleich drei niedlichen Alien-Tierarten, die offensichtlich zur bewussten Stimmungshebung entwickelt wurden, funktionieren, weil Johnson sie dem Plot nicht aufdrängt, sondern sie nur vorsichtig einwebt.

Dass der Film sich nicht auf den Lorbeeren des Vorgängers und seinen doch recht simplen Story-Mechaniken ausruhen will, erkennt man auch daran, dass viele Fragen, die nach „Das Erwachen der Macht“ als furchtbar wichtig galten, hier nonchalant beiseite gewischt werden, z.B. die Identität Snokes und der Verbleib von Reys Eltern. „Die letzten Jedi“ schert sich nicht darum – es gibt Wichtigeres.

Das ist die eine Seite. Es gibt aber auch eine andere (dunkle?) Seite.

  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):
  • Bildgalerie (anklicken):

In seiner Schwere und seinem Anspruch mag  „Die letzten Jedi“ neben „Das Imperium schlägt zurück“ der beste Star Wars-Film sein, aber Johnson zahlt dafür einen Preis: „Das Erwachen der Macht“ war vielleicht leichtgewichtiger, aber eben auch leichtfüßiger, war deutlich straffer und lebte von der Interaktion des neuen Heldentrios Rey/Finn/Poe, die hier zu lange getrennt sind. Das shakespeare’sche Drama mit seinen multiplen faustischen Pakten lässt den Film zudem in der Mitte etwas durchhängen, bevor er im dritten Akt alle Figuren für den großen Showdown wieder zusammen bringt.

Als wirklich ärgerlich habe ich allerdings nur die Tatsache empfunden, dass der tatsächliche Plot, bei Star Wars immer schon eine Sammlung kruder McGuffins und technischer Bequemlichkeiten, hier noch weiter reduziert wird und letztlich zur Skizze verkommt. Jenseits der persönlichen „Nebenquests“ unserer Helden sehen wir zweieinhalb Stunden lang einer Flotte von Rebellenschiffen zu, wie sie mit mäßiger Geschwindigkeit vor einem Sternenzerstörer flieht, bis der Sprit ausgeht. Und für jede überlegene Waffe der Ersten Ordnung gibt es augenblicklich einen analogen Fehler im System, einen Off-Schalter, für den es lediglich einen mutigen Helden braucht, der ihn drückt. Da würde ich in Teil 9 gerne etwas mehr echte Handlung sehen.

Nichtsdestotrotz: Man bleibt geflasht zurück, baff und aufgekratzt. Noch nie war Star Wars so wuchtig, so wütend, so entschlossen. Man hat von „Game of Thrones“ gelernt und trägt der Tatsache Rechnung, dass das Publikum der vorherigen Trilogien älter geworden ist und sich nicht mehr mit den Cowboy & Indianer-Spielen von George Lucas abspeisen lassen will. An Stelle des Kampfes zwischen den Guten und den Bösen tritt der Kampf Gut gegen Böse innerhalb der Figuren. Das entwickelt eine unheimliche Sogkraft und es ist ein Beweis, wie schnell und sehr uns auch die neuen Charaktere ans Herz gewachsen sind.

In einer Ära der Comic-Blockbuster und ewig gleichen Action-Plots mit übermenschlichen Bösewichten auf der Suche nach Allmacht geht Star Wars weiter seinen eigenen Weg, setzt stärker auf vertikales Storytelling und begeistert nicht durch Materialschlachten, sondern durch frisches Blut in einem kulturprägenden Universum.

Wer gedacht hat, mit der Übernahme durch Disney drohe die Trivialisierung oder dass Star Wars endgültig ausgelutscht und altmodisch sei – suck on this.

Fazit: Während die erste Hälfte noch erwartungsgemäß Storybeats von „Das Imperium schlägt zurück“ recycelt, hebt die zweite Hälfte den Film, die Figuren, die moralischen Konflikte und nicht zuletzt das gesamte Star Wars-Universum auf ein neues Level. Die Sage wird erwachsen – auch wenn der opernhafte Bombast manchmal auf Kosten des smoothen Entertainments geht, das den Vorgänger auszeichnete. Ein neuer Meilenstein ist gesetzt – und das Finale kann nicht schnell genug kommen.

 



Hinterlasse einen Kommentar

Benachrichtige mich zu:
avatar
Sortiert nach:   neuste | älteste | beste Bewertung
Goran
Goran

Ich bin auch hier, wie bei vielen anderen Kritiken, überrascht, wie begeistert über diesen Film geschrieben wird.

Die Fehler werden aufgelistet, aber dann als nur gering empfunden.

Ja, der eigentliche Kernfilm um Rey und Ben ist gut, hat großartige Momente, aber die anderen zwei Nebenstränge bewegen sich zwischen öde und so scheiße, dass mir gerade der Thesaurus fehlt, um die richtigen Worte zufinden.

Das Skript versucht uns totales Versagen als emotional smart zu verkaufen und die Basis vieler handlungsdefinierenden Elemente wird komplett ignoriert.

Nein, wir brauchen keinen detaillierten Lebenslauf von Snoke, aber wir bräuchten schon mal die Info WIE er denn an Ben herangetreten ist.

Der war halt irgendwie so da ist doch Müll.

Genauso wie die Erste Ordnung. So da, plötzlich riesig, oder immer schon? Hä?

Kein Wort dazu vom Film.

Peroy
Peroy

Ach, Dewi… 🙁

Markus
John
John

Es ist spät,darum kurz: 7/10 von mir. Einen unter Force Awakens, gleichauf mit Return of the Jedi. Wahnsinnig problematischer Film – so sehr ich Johnson für sein Fandom Getrolle liebe. Wahnsinnig viel Potenzial in den Ofen geworfen, Kylo Ren bleibt der einzige wirklich runde Charakter der neuen Figuren. Niemand braucht diesen Fin, diesen Poe oder diese Rose. Mehr Porgs!! Immerhin: einige wirklich tolle Momente (Salzfeld, der Lichtschwert-Kampf mit der Garde, die komplett „stille“ Explosions-Szene gegen Ende…).

SteffKo
SteffKo

Im Vorgänger Film wurde Han Solo getötet. Sakrileg….

Dr. Acula

Kann auch nicht über 7/10 und das Fazit „schwächer als TFA und Rogue One“ hinaus. Ja, ich respektiere, dass der Film in vielerlei Hinsicht mit der Erwartungshaltung der Fans bricht (wobei Hamill ja schon angeteasert hatte, was mit Luke sein wird), aber er hatte mir zu viele Längen, zu viel, was die Macht auf einmal kann und noch nie etabliert wurde, ein Giganto-Plothole (sofern ich nicht eingeschlafen bin oder der Vorführer ein paar Chapter übersprungen hat) und ja, der zentrale Kniff der „slow chase“ ist ein bisschen albern.

Ich fühlte mich unterhalten, aber nicht so weggeflashed wie nach TFA und zumindest ansatzweise nach Rogue One (ohne sagen zu wollen, dass der Infinity-War-Trailer das Beste am Kinoabend war :)).

#teamporg

Peroy
Peroy

Der war nicht beschissener als „Rogue One“…

DJ Doena
DJ Doena

Hab den Film noch nicht gesehen, aber schon viele verschiedene Stimmungslagen wahrgenommen. Dann hab ich doch mehr oder weniger ausversehen dieses Review hier aus Australien gelesen, worauf hin ich mir jetzt auch Dewis Meinung eingeholt habe.

Zumindest bin ich jetzt wieder genau so schlau wie vorher, da die beiden Reviews ja genaue Gegenteile voneinander sind.

DJ Doena
DJ Doena

Hier ist ein Video-Review von Mundane Matt, dem ich schon seit Jahren folge. Auch wenn ich in 50% alle Fälle seine Meinung nicht teile, so gestehe ich ihm doch zu, dass er Filme immer von einer sehr emotionalen Seite betrachtet und es ihm wirklich in der Seele weh tut, wenn ein Film nicht gut ist.

Sein Review: https://www.youtube.com/watch?v=uiixTU3RhfQ

Exverlobter
Exverlobter

Update Ranking

9. Attack of the Crap
8. Revenge of the Shit
7. The Phantom Menace
6. The Force Awakens
5. Rogue 1
4. Return of the Jedi
3. The Last Jedi
2. Empire strikes back
1. A new hope

TFA war ein unoriginelles Retro-Nostalgie-Fest, TLJ hingegen beschreitet endlich neue, unerwartete Wege. Anfangs ging ich davon aus, dass er die meisten FAans begeistern wird, er scheint aber nach Sichtung einiger REviews das Fandom zu spalten. Was der Bauer nicht kennt…

Peroy
Peroy

„TFA war ein unoriginelles Retro-Nostalgie-Fest, TLJ hingegen beschreitet endlich neue, unerwartete Wege“

Nee, eigentlich nicht…

heino
heino

Eben gesehen und ich kann die allgemeine Lobhudelei noch weniger verstehen als bei TFA. Wo der nur Ep. 4 channelte, aber wenigstens noch unterhaltsam war, käut TLJ nur Ep. 5 und 6 wider, ist aber hauptsächlich langweilig und die neuen Protagonisten verursachen zumindest bei mir nichts als Desinteresse. Dazu kommen viele absolut sinnlose bis alberne Szenen und teilweise wirklich üble Dialoge. Und wie ein dermaßen inkompetenter Haufen wie das First Order – die in inzwischen 3 Filmen nicht eine fähige Person hervor gebracht haben – die ganze Galaxis erobern konnten, erschließt sich mir nicht. Positiv sind mir eigentlich nur die meist guten Gags (die allerdings das beabsichtigte Drama unterminieren) und die neuen Geschöpfe aufgefallen. Das war es jetzt für mich, ich werde mir keinen weiteren SW-Film mehr im Kino ansehen. 5 derbe Enttäuschungen sind genug.

Peroy
Peroy

Ich kack‘ mal mein Facebook-Geschreibsel auch hier rein, was soll’s…

„Kino: „Star Wars: Episode VIII – Die Letzten Jedi“ (** von ****)

Nachdem ich „Das Erwachen der Macht“ als Reparatur-Film, der die Marke „Star Wars“ nach den Prequels wieder kitten sollte, eher wenig überwältigend und nur ganz okay fand, bin ich mit der festen Absicht ins Kino gegangen, den neuen besser zu finden… leider war hinterher das Gegenteil der Fall, ich finde „Die Letzten Jedi“ sogar noch deutlich schwächer. Nach dem Quasi-Remake von „Krieg der Sterne“ vor zwei Jahren hechelt dieser nun erwartbar den Story-Aufbau und die Plot-Points vom Original-Trilogie-Mittelteil „Das Imperium schlägt zurück“ durch (Jedi-Training auf irgendeinem Arsch-der-Welt-Planeten, Familien-Gedöns im Hintergrund), immerhin wird wenigstens noch an einigen Stellschrauben gedreht und ein paar Zuschauer-Erwartungen werden auch bewusst unterlaufen, sonst wäre die Chose in ihrer Gesamtheit noch langweiliger. „Die Letzten Jedi“ ist zudem sehr slapsticky, stellenweise wird es in einigen eingeschoben wirkenden Action-Szenen gar unangenehm prequelig (die Verfolgungsjagd auf dem Casino-Planeten mit den Ersatz-Pferden für kleine Mädchen, und der Fight Finn gegen Phasma im brennenden Raumschiff wecken unangenehme Erinnerungen an den Effekte-Overkill von „Episode III“). Man lässt auch keine Gelegenheit ungenutzt, um irgendwo ’nen Gag oder einen „lustigen“ Reaction-Shot reinzudrücken, was im Saal aber zumeist mit Gelächter quittiert wurde, auch wenn es die stellenweise angestrengt heraufbeschworene Ernsthaftigkeit unterminiert. Wirklich funny war nur ein einziger Witz kurz vor’m Showdown, der hat wirklich gut funktioniert und hätte auch für den gesamten Film gereicht. Handlungsmäßig ist das alles ziemlich dürftig, man hat den Eindruck, dass die Geschichte niemals so richtig von der Stelle kommt, und das bei zweieinhalb Stunden Laufzeit, von denen es dreißig oder vierzig Minuten weniger auch gemacht hätten. Gelungen und wirklich entertaining sind unter’m Strich eh nur die Luke Skywalker-Szenen mit Mark Hamill, es ist eh nice, den nochmal auf ’ner Kino-Leinwand zu sehen. Insgesamt war das aber so underwhelming, dass ich ernsthaft überlegen muss, ob ich für „Episode IX“ in zwei Jahren auch noch extra ins Kino gehe, oder ob da wie bei „Rogue One“ nicht auch die DVD reicht…

Mehr SPOILER-Gedanken zu „Die Letzten Jedi“…

Nachdem ich jetzt ’nen Tag drüber schlafen konnte, bin ich eigentlich noch weniger angetan von dem Film, und das, obwohl ich ihn direkt im Anschluss in Relation zu dem völlig indiskutablen „Rogue One“ setzen konnte, den Vergleich gewinnt „Die letzten Jedi“ dann natürlich auch, aber nicht so haushoch, wie man meinen könnte. In der Retrospektive fällt auf, wie unangenehm man sich da stellenweise in Sachen Humor und Action den Prequels annähert, die gesamte Casino-Planet-Sequenz hätte mit ihrer Computer-Kacke-Action genausogut aus „Episode I – III“ stammen können, das ist einfach nur eine halbe Stunde Scheisse, die man mittels Rewrite aus dem Skript hätte tilgen müssen (damit hätte man die passende Laufzeit erreicht) und die nur dazu da ist, weil irgendein Disney-Komitee gesagt hat, dass man im zweiten Akt noch ein bisschen Remmidemmi braucht und damit Benicio del Toro mitspielen und den Calrissian geben kann. Damit nähert man sich mit dem späteren Verrat von der Story-Struktur nur noch weiter „Das Imperium schlägt zurück“ an, auch wenn man mittelprächtig versucht, dessen Handlung ein wenig subversiv auf links zu krempeln und man dann noch Elemente aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ mit einbringt, die dafür sorgen, dass sich dieser Mittelteil der aktuellen Trilogie bereits wie das Finale anfühlt. Beim Gucken ist es mir weniger sauer aufgestoßen, aber inhaltlich ist das alles ganz schön dünn ünd letzten Endes ist man nach zweieinhalb Stunden nicht viel weiter angekommen als da, wo man angefangen hat. Die kleine Asiatin ist leider eine völlig überflüssige Scheiss-Figur, und die Schauspielerin ist auch nicht gut, gerade wenn man sich dagegen anguckt, was für eine Chemie die Ridley mit Mark Hamill und Adam Driver hat, und wie die drei immer die Scheisse aus ihren gemeinsamen Szenen rausacten. Apropos Hamill, der ist wirklich unglaublich gut, und sämtliche Szenen mit Luke Skywalker sind in der Nachbetrachtung die einzigen Highlights und auch so ziemlich alles, was hängengeblieben ist. Ich weiß nicht, ob ein anderer Schauspieler das Dinosaurier-Melken so hätte verkaufen können, ohne seine Würde zu verlieren, da sei ihm das Alters-Comeback gegönnt. Der häufigste Kommentar, den ich übrigens heute zu dem Film im wahren Leben vernommen habe, war der, dass man ihn komplett auf der Insel hätte spielen lassen sollen und alle Weltraum-Szenen beschissen wären. Dem muss ich mich anschließen. Die Meinungen sind auch ausschließlich negativ, soviel dazu. Das ist auch leider ein Film, der anschließend nicht mehr viel Sinn macht, weil er voller Pläne steckt, über die die Charaktere, die sie ausführen sollen, nicht informiert sind, mal abgesehen davon, dass ich auch nicht gerafft habe, warum Leute mal in den Weltraum rausgesogen werden, wenn ein Loch im Raumschiff ist, und mal nicht. Die Macht™ erfüllt dafür nun situationsabhängig jede beliebige Funktion, die der Drehbuchautor gerade benötigt, egal ob man sich jetzt per Force-Pull wieder aus dem Vakuum an Bord ziehen muss oder sein eigenes Hologram einmal quer durch die Galaxis projizieren will… ich persönlich hab‘ dann am Ende auch nicht spontan kapiert, warum Luke sich dann doch auflöst, da musste mir meine Begleitung erst erklären, dass er sich so ausgepowert hat, dass er hopps gegangen ist. Dann hätte er auch gleich mit’m Raumschiff fliegen können, der Idiot. Nee, das ist leider kein guter Film, und wahrscheinlich nicht mal ein wirklich akzeptabler, was einige gelesene, übertrieben lobhudelnde Reviews voller nichtssagender Allgemeinplätze à la „Man bleibt geflasht zurück, baff und aufgekratzt“ (nö) oder „Die Sage wird erwachsen“ (Bullshit) nur noch bizarrer erscheinen lässt. Wenn das tatsächlich der Fall gewesen sein sollte und das nicht, wie ich vermute, wieder in den Bereich „böswillige Täuschung“ geht, dann sei dem Kritiker mein Neid versichert, ich persönlich bin über den Punkt raus, dass mich „Star Wars“ juckt, und nach den bisherigen drei Filmen eher der Meinung, dass man die Chose für so ein bescheidenes Ergebnis nicht hätte reanimieren müssen.“

heispeed
heispeed

Lese seit 10 Jahren Wortvogel (-Kommentare) und hätte nicht gedacht, dass ich (zwar nicht in der verbalen Heftigkeit, dennoch inhaltlich voll) mit Peroy mal einer Meinung bin.

Peroy
Peroy

Je mehr ich über den Film nachdenke, desto schlechter finde ich ihn (die First Order verfügt über genügend Firepower, um mehrere Planeten am Stück zu sprengen, aber schafft es nicht, ein furziges Widerstands-Raumschiff wegzulasern…? Echt…? „Jedi-Schriften“…? WTF! Ein “ Star Wars“-Film, der mit einem „Deine Mudda“-Witz beginnt…?!?)… also werde ich das nun sein lassen…

Peroy
Peroy
Jake
Jake

Bei ihrem Nerd Crew-Video von letzter Woche hab ich mich weggeschmissen. Und dann noch die vielen „Daumen runter“-Bewertungen getriggerter SW-Fans. Einfach herrlich…

SteffKo
SteffKo

Sie haben Han Solo getötet. Die Filmreihe ist für mich beendet……

lucabrasi
lucabrasi

Kann die negative Stimmung gegen den neuen Film nicht verstehen.
Verglichen mit den Prequels von Onkel George ist dies ein Meisterwerk.
Schade das die Figur von Snoke ein Ende hat.Genial gespielt von Andy Serkis.
Die Szenen mit Carrie Fisher zerreissen einem das Herz.

Peroy
Peroy

Verglichen mit den Prequels ist mein Morgenschiss ein Meisterwerk…

Howie Munson
Howie Munson

Die Hexen von Dathomir sind auch ein Meisterwerk verglichen mit den Prequels….