05
Okt 2017

Kino Kritik: Blade Runner 2049 (spoilerfrei)

Themen: Film, TV & Presse |

USA 2017. Regie: Denis Villeneuve. Darsteller: Ryan Gosling, Harrison Ford, Jared Leto, Robin Wright, Ana de Armas, Sylvia Hoeks, Dave Bautista u.a.

Offizielle Synopsis: 30 Jahre nach den Ereignissen des ersten Films fördert ein neuer Blade Runner, der LAPD Polizeibeamte K, ein lange unter Verschluss gehaltenes Geheimnis zu Tage, welches das Potential hat, die noch vorhandenen gesellschaftlichen Strukturen ins Chaos zu stürzen. Die Entdeckungen von K führen ihn auf die Suche nach Rick Deckard, einem seit 30 Jahren verschwundenen, ehemaligen LAPD Blade Runner.

Kritik: Ehrlich gesagt finde ich ein Sequel zu "Blade Runner" ungefähr so notwendig wie weitere Sequel zu "Alien" – und Interesse konnte dieses Projekt bei mir erst wecken, als klar wurde, dass Ridley Scott diesmal nicht auf dem Regiestuhl sitzen würden, sondern der durchaus stilbewusste Denis Villeneuve. Die Trailer (siehe unten) verkauften uns denn auch eine optisch spektakuläre Fortsetzung, die das Original zwar fortschreibt, aber in dessen Parametern bleibt.

Und so kann man sich irren.

Die Trailer von "Blade Runner 2049" sind primär interessiert, ein jugendliches Sommerpublikum ins Kino zu ködern, in dem mit schnellen Schnitten und ineinander geschnittenen Explosionen ein Blockbuster im Stil des diesjährigen "Ghost in the Shell" suggeriert wird. Großer Wow-Faktor, Ryan Gosling, Retro-Begeisterung dank Harrison Ford, viel Westworld-Atmosphäre mit nackten Roboterleibern.

Tatsächlich ist "Blade Runner 2049" aber ein erstaunlich aus der Zeit gefallener, ambitionierter utopischer Film im besten Sinne, den an der Replikanten-Geschichte weniger die Schauwerte als die thematischen Implikationen interessieren. Es werden ähnliche Konzepte wie in "Alien: Covenant" angesprochen, es geht um Identität, um das, was uns unterscheidbar macht, menschlich. Um die Frage, was Menschsein noch bedeutet, wenn das Maschinesein alles Menschliche perfektioniert hat. Im Gegensatz zu "Alien: Covenant" macht "Blade Runner 2049" das allerdings erheblich erfolgreicher, weil schon das Original in diese Richtung philosophierte und die Meta-Ebene in diesem Fall nicht gewaltsam aufgepfropft werden musste.

So, wie sich die Welt in den letzten 30 Jahren weiterentwickelt hat, hat sich auch der thematische Ansatz von "Blade Runner" weiterentwickelt. Konzepte des Originals werden umgedreht, umgedeutet, zur körperlichen Replika des Menschen gesellt sich die emotionale in Form von AI-Hologrammen. All das ergänzt die Diskussion in und um "Blade Runner" nicht nur, es kontrastiert sie sogar, stellt in Frage, was als gesichert galt. Leider kann ich um der Spoiler wegen nicht konkreter werden.

Kein verkleidetes Remake – eine echte Fortsetzung.

Die Mensch/Maschine-Problematik pinselt Villeneuve dabei in knapp drei Stunden auf die ganz große Leinwand, zeigt eine Zukunft, die nach "Blade Runner" noch mal einen Absturz hingelegt hat. Permanenter Regen, dann wieder glühende Trockenheit, eine von den zerfallenden Resten der Menschheit erstickte Erde, in der nur noch der Untergang verwaltet wird, weil das System auch ohne Hoffnung weiter läuft. Das ist spektakulär und manchmal atemberaubend, wohl kaum ein Film in den letzten 20 Jahren hat so viele Panoramen für Bildschirmhintergründe und Poster geliefert wie dieser. In seiner zugleich opulenten wie allgegenwärtigen Trostlosigkeit erinnert er zeitweise an Andrei Tarkowski oder den überraschend gelungenen "Autómata" (der mich wiederum an "Blade Runner" erinnerte – alles ist ein Kreis).

Nicht nur inhaltlich, auch technisch ist "Blade Runner 2049" entschlossen, das Rad der Science Fiction zurück zu drehen, das Genre der pubertären Oberflächlichkeit der YouTube-Generation zu entreißen. Es ist ein erwachsener Film, mit erwachsenen Darstellern, in dem Szenen nicht durchhetzt werden, der sich Zeit für Pausen und verzweifeltes Schweigen nimmt. Die gesamte Welt des Jahres 2049 ist in angekratzt, verstaubt, jenseits des Modernitätswahns unserer Zeit – und darum ist es auch mehr als konsequent, dass die Effekte unter Zuhilfenahme von Computern entstanden sind, dies aber an keiner Stelle wirklich offensichtlich ist. Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt einen derart analog wirkenden Film gesehen. Die Landschaften, die fliegenden Wagen, die Explosionen – alles wirkt so vertraut handgemacht, dass man angesichts des in der Luft liegen Staubes manchmal husten möchte.

Die Darsteller schlagen sich erstaunlich gut, Ryan Gosling gibt einen überzeugend stoischen Blade Runner, Ana de Armas ist bezaubernd als Liebes-Hologramm, Harrison Ford jenseits aller Zweifel und Sylvia Hoeks kompetent als Asskickerin. Und bei Gott – ich glaube mittlerweile, Dave Bautista könnte noch zum Charakterdarsteller wachsen. Einziger Fehltritt ist in meinen Augen wieder mal Jared Leto, der seine vergleichsweise kleine Rolle mit seiner typisch affektierten Eitelkeit füllt, so dass man ihn nicht wegen seiner bösen Taten, sondern nur wegen seiner Schnöseligkeit verachtet. Ich werde mit dem Mann nicht warm – und hier schon gar nicht.

Und wo wir gerade bei den Defiziten sind. Es gibt genau EINE Szene, die sichtbar und damit irritierend auf CGI zurückgreift – ihr werdet wissen, was ich meine, wenn ihr es seht. Das hätte nicht sein müssen. Noch nicht und nicht schon wieder.

Natürlich hätte man den Film, wenn man seine einzelnen Szenen straffer und nach moderneren Anforderungen geschnitten hätte, locker um eine Stunde kürzen können, ohne ihn inhaltlich zu verknappen. Villeneuve lässt gerne in Echtzeit ablaufen, was man um der Dramaturgie sonst kürzer gefasst hätte. Aber eine kommerziellere Fassung von "Blade Runner 2049" würde vermutlich viel von ihrem Pathos, ihrem gemächlichen Prunk verlieren. Dies ist kein Film, in den man wie ins kalte Wasser springt. Er ist eher wie Sonnencreme, die man langsam einziehen lassen muss.

So ist "Blade Runner 2049" überlang, übervoll, überladen, oft überragend und in seiner pastoralen, elegischen Art zu entschlossen, sich nicht dem blanken Kommerz auszuliefern. Es ist ein Film, der in meinen Augen an dem Publikum, das er mit einem Mega-Budget von 185 Millionen Dollar anziehen muss, scheitern wird. Denn für die colaschlürfende Smartphone-Jugend bietet er einfach zu wenig Spektakel, zu wenig Eye Candy, zu wenig Erregung. Ich hoffe, dass ich mich irre – weil "Blade Runner 2049" es verdient hätte, als erwachsene, meditative Science Fiction erfolgreich zu sein. Vielleicht wird es ihm gehen wie dem Vorgänger: beim Kinostart unter den Erwartungen geblieben, in den folgenden Jahren aber zum Kultfilm gewachsen. Es wäre passend.

Fazit: Große Konzept-Science-Fiction, die mit ihrer Verweigerung von Blockbuster-Remmidemmi und einer Fülle grandiosen Bildern und Themen punktet, manchmal aber unter ihrer ikonographischen Schwere ächzt und mehr beeindruckt als begeistert.

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P.S.: Erste Vorstellung des Film im Baden-Badener Cineplex. 16.30 Uhr. 7 Leute.



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Markus
5. Oktober, 2017 21:39

Bin gespannt. Das mit Dave Bautista sehe ich ähnlich – erstaunlich cleverer, talentierter Typ.

Peroy
Peroy
5. Oktober, 2017 21:48

Ist er besser als das Original?

Peroy
Peroy
5. Oktober, 2017 22:15
Reply to  Torsten Dewi

Ich bin ein alberner Mensch.

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2017 15:54
Reply to  Peroy

Auch wenn ich nicht weiß, was an der Frage albern sein soll… als ob "Blade Runner" so’n sakrosanktes Meisterwerk wäre, an dem sich jedwede Kritik verbietet. Gerade jetzt, wo sich gezeigt hat, wie Shitley Schrott wirklich tickt (DAS war albern!)… :/

invincible warrior
invincible warrior
11. Oktober, 2017 05:31
Reply to  Peroy

Ich fand ihn persönlich besser, für Teil 1 brauchte ich drei Anläufe um den zu schätzen zu lernen. Teil 2 ist da mehr konzentriert auf Gosling, während 1 mir zu viel zwischen den Figuren wechselt.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
11. Oktober, 2017 11:31

Seh ich komplett andersrum und kann die euphorischen Kritiken nicht nachvollziehen – war Teil 1 schon keine Ausgeburt an Geschwindigkeit, definiert der zweite Teil langsames Erzählen neu und im Gegensatz zu Ti West und Konsorten, die mit ihren seeeehr langsam erzählten Horror-Filmen (ich weiß, anderes Genre, aber das Erzähl"tempo" ist ähnlich) wenigstens für Spannung sorgen, liefert Villeneuve hier seinen bisher schwächsten Film ab. Das Ding ist mindestens ’ne Stunde zu lang und hat für die Laufzeit eigentlich kaum Fleisch auf den Rippen. Pfannkuchengesicht Gosling schläft irgendwann einfach das Gesicht ein, Leto schwurbelt sich Glückskekssprüche aus dem Leib und abseits der schicken Szenarien bietet der Film eigentlich nichts, was der Vorgänger nicht besser gemacht hat.

Peroy
Peroy
11. Oktober, 2017 16:07
Reply to  Rudi Ratlos

Wer die Worte "Ti West" und "Spannung" in einem Satz nennt, gehört geschlagen bis er Blut kotzt.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
12. Oktober, 2017 10:53
Reply to  Peroy

Dann kannst du dir den neuen BR komplett sparen ;P

Sebastian
Sebastian
5. Oktober, 2017 22:21

Okay – Stichwort offensichtliche CGI: wen haben sie von den Toten auferstehen lassen? Eldon Tyrell oder Rachel?

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2017 00:56
Reply to  Torsten Dewi

Hoffentlich Rutger Hauer…

invincible warrior
invincible warrior
11. Oktober, 2017 05:21
Reply to  Peroy

Um ehrlich zu sein, konnte ich keinen Unterschied erkennen zum Original. Die Person bewegt sich ja recht steif und der Ort der Begegnung ist jetzt auch nicht der am besten ausgeleuchtete Ort. Für mich hat es eindeutig gereicht. Es hat aber auch geholfen, dass der Schauspieler noch nicht tot ist, was für mich Tarkin kaputt gemacht hat.

Dietmar
6. Oktober, 2017 01:42

Tja, ich habe auch eine Frage. Eine peinliche: Habe Blade Runner nie gesehen. Immer verpasst, wollte ihn einmal leihen, da war aber keine Kopie mehr da und wenn der im Fernsehen lief, war ich unterwegs. Muss man ihn gesehen haben, um hier mitzukommen?

Wolfgang
7. Oktober, 2017 14:09
Reply to  Dietmar

Läuft diesen Sonntag (7.10.) ab 20.15 Uhr bei uns (ARTE).

Dietmar
9. Oktober, 2017 12:45
Reply to  Wolfgang

Na super: Das habe ich am Wochenende übersehen…

Thies
Thies
9. Oktober, 2017 22:14
Reply to  Dietmar

Der Film ist leider nicht in der Mediathek abrufbar. Die begleitende Doku zu Philip K. Dick dagegen schon. Sicherlich ein Ansehen wert, denn der Mann hat mit zahlreichen Kurzgeschichten und Romanen ein Werk hinterlassen, das nicht umsonst immer wieder von Hollywood als Vorlage herangezogen wird. Wie gut die Adaption jeweils ausfällt steht natürlich auf einem anderem Blatt, bzw. bei "Next" auf einem anderen Planeten. 😉

heino
heino
6. Oktober, 2017 07:21

Verdammt, ich wollte den eigentlich boykottieren. Der erste Teil ist in der Kinofassung eine gute Umsetzung des Buches (die anderen Schnittfassungen verdrehen die Aussage der Vorlage ins Gegenteil) und benötigt nun wirklich keine Fortsetzung. Aber jetzthast du mich neugierig gemacht, obwohl ich weder Ryan Gosling noch Jared Leto was abgewinnen kann…

Jake
Jake
6. Oktober, 2017 08:46

Wie schaut’s denn mit Harrison Fords Screentime aus? Spielt er neben Gosling eine tragende Rolle in dem Film?

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
6. Oktober, 2017 15:07

Die Besucherzahl kann aber auch der Zeit geschuldet sein, wer kann denn schon um 16:30 Uhr ins Kino gehen 😉

Jake
Jake
6. Oktober, 2017 15:29
Reply to  Rudi Ratlos

Geh in drei Wochen mal in die Nachmittags-Vorstellung von "Fack ju Göhte 3" (gleiche Altersfreigabe wie "Blade Runner 2049"), dann siehst Du, wie viele Leute da Zeit haben. 😉

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2017 18:22
Reply to  Jake

Wenn man "Fack Ju Göhte 2" als Maßstab nimmt, würde ich davon abraten…

invincible warrior
invincible warrior
11. Oktober, 2017 05:41
Reply to  Peroy

So als Benchmark aus Singapur, letzte Woche Kingsmen 2 um 8:50 am Kinotag (4Euro die Karte, kaum Werbung), zweite Woche, nahezu ausverkauft.
Blade Runner 2049, 1 Woche, Kinotag 6:40, konnte noch locker gute, Karten in der Mitte bekommen, nur die besten Reihen waren ausverkauft.

Singapur ist dabei knallhart, die meisten Filme machen ihren Umsatz in der ersten Woche, alles unerfolgreiche wird in der Woche (erst recht Kinotag) unschaubar für arbeitende Bevölkerung. Man muss dabei auch erwähnen, dass für Singapur normale Startzeiten für die Abendvorstellungen 6:30-7 und 9 Uhr sind.

Tim
Tim
6. Oktober, 2017 18:32

@torsten: Hast du Arrival gesehen, den Vorgängerfilm Villeneuves, und wenn, würdest du sagen, stilistisch ("Handschrift des Regisseurs") sind beide ähnlich? (Ich fand Arrival überbewertet und habe deswegen Bedenken bezüglich Blade Runner)

Peroy
Peroy
6. Oktober, 2017 18:36
Reply to  Tim

Ich fand "Arrival" war der größte Haufen Scheisse, den ich in den letzten Jahren im Kino gesehen habe, aber ich finde "Prisoners" und "Sicario" grandios, von daher bin ich optimistisch…

Flossensauger
Flossensauger
7. Oktober, 2017 00:35

Oh, kein 2D in meinen -sinnvoll- erreichbaren Kinos?

Na dann halt nicht. 3D funktioniert bei mir nicht.

Thies
Thies
7. Oktober, 2017 00:54

Ich muss die Flut an Eindrücken erst einmal für mich sortieren. Rein gefühlsmäßig ein reicher, komplexer Film der die Themenwelt des Originals ausweitet und bis auf wenige Anspielungen nie in Gefahr läuft alleine von dessen Klassiker-Status zu zehren.

Aus Ridley Scotts lebendigen Tableaus ist hier eine komplett lebensfeindliche Umwelt geworden. Eine öffentliche Ordnung scheint nur noch als Illusion zu existieren und Menschen wie Replikanten versuchen mit künstlichen Mitteln ihre emotionalen Bedürfnisse zu befriedigen, da Beziehungen in dieser Umwelt noch seltener zu finden sind als Bäume. Aber wenigstens wird nicht ganz soviel gesoffen wie im Original – einen Supercut dazu lieferte kürzlich der "Honest Trailer":

Zum Trailer: auch ich dachte schon während der Sichtung mehrmals, dass dieser einen völlig anderen Film verkauft hat, nicht nur durch den Schnitt sondern auch durch Dialoge die im Film gar nicht vorkamen, Ob sich das an der Kinokasse rächen wird bleibt abzuwarten, aber für einen Blockbuster erscheint er mir dann doch zu sperrig. Die im Netz zu lesenden Meinungen sind immerhin überwiegend positiv – vielleicht schaukelt er durch Mundpropaganda mit Ach und Krach über die Gewinnschwelle. Wenigstens dürfte er weitaus weniger Hass auf sich ziehen, wie von den Zuschauern die in Erwartung eines Star-besetzten Mistery-Thrillers in "mother!" gelandet sind.

Zu Jared Leto: neben seiner Darstellung hat mich auch die Figur die er spielte am meisten gestört. Seine Dialoge waren bis über jedes verständliche Maß in verschachtelten Metaphern ertränkt, so dass mir bis zum Schluss unklar blieb, was eigentlich seine Motivation und sein Masterplan war.

P.S. Savoy, Hamburg, Abendvorstellung, beinahe ausverkauft. 3D vollkommen unnötig wenn nicht sogar störend.

Peroy
Peroy
8. Oktober, 2017 08:17
Jake
Jake
8. Oktober, 2017 08:29
Reply to  Peroy

Nur drei Dinge auf Erden sind und ganz sicher: Der Tod, die Steuer und Peroys "Half in the Bag"-Links.

Peroy
Peroy
8. Oktober, 2017 11:03
Reply to  Jake

Spreading the word…

jimmy1138
jimmy1138
8. Oktober, 2017 19:45
Reply to  Torsten Dewi

Der Vorgängerteil hatte in 2017er Geld umgerechnet ca 86 Mio $ – wird sich am Ende auch in der Gegend einpendeln. IMDB Score ist recht gut mit 8.6, Cinemascore A- (übrigens "Mother!" mit einem F! Erst der 19. Film, der das "geschafft" hat). Da könnte man vielleicht noch hoffen, daß da Mundpropaganda was bewegt.
Ich weiß auch nicht, ob es für Cyberpunk (abseits von "The Matrix" und "Total Recall") das große Publikum gibt – "Ghost in the Shell" ist heuer auch ziemlich abgesoffen…

Goran
Goran
9. Oktober, 2017 10:30
Reply to  jimmy1138

Ghost war aber auch nicht gut.

Bin aber kaum überrascht, dass sich verkopfter Cyberpunk nicht für die Masse eignet, besonders, da sich der Film traut seine Zusammenhänge oft nicht offen zu erklären.

Es hilft dabei auch nicht, dass der Film seine Fragen an Indentität und Selbstbestimmung zwar erweitert, aber eben kein Fazit ziehen will.

Es fehlt das Feels Good eines "Nr. 5 lebt".

jimmy1138
jimmy1138
9. Oktober, 2017 11:36
Reply to  Goran

Das sollte auch Leuten eine Warnung sein, die eine Live Action Adaptation von "Akira" auf die Leinwand bringen möchten – das wird mMn ein ähnliches Desaster an den Kinokassen werden…

Thies
Thies
9. Oktober, 2017 22:25
Reply to  jimmy1138

Wann auch immer zu "Akira" eine neue Meldung aus der Development Hell erscheint, denke ich mir: lasst es doch einfach. Zwischenzeitlich war das anvisierte Budget soweit runtergekürzt worden, dass es wahrscheinlich nicht mal für ein Text-Adventure gereicht hätte. Aber selbst wenn man James Cameron mit 300 Millionen ausstatten würde: wie wahrscheinlich ist es, dass am Ende ein Film herauskommt, der der Vorlage gerecht wird und trotzdem sein Geld wieder einspielt?

Matts
Matts
13. Oktober, 2017 12:56
Reply to  Thies

Immerhin hat James Cameron weitere Avatar-Sequels lang genug liegen lassen, um endlich die "Battle Angle Alita"-Adaption zu drehen, die er immer machen wollte. Da kann man doch gespannt sein.

Matts
Matts
13. Oktober, 2017 13:02
Reply to  Torsten Dewi

Hier in Budweis war das Kino gestern leider auch nicht sonderlich voll. Es war zwar schon die 2. Woche, aber trotzdem…
Ich bin froh, dass wir von der Arbeit mit einer großen Gruppe reingegangen sind und unseren Teil beigetragen haben. Und praktisch alle waren schwer beindruckt was der Film bietet: Ein Fest für Augen und Ohren und sichtbares Verständnis für den Geist des Orginals.
Denis Villeneuve ist endgültig in die Riege meiner Liebingsregisseure aufgestiegen. Und ist nicht sein nächstes Projekt ein "Dune"-Remake? Mein lieber Schwan!

Andy Simon
Andy Simon
25. Oktober, 2017 13:43

Der Film hat jetzt, vor dem Start in China, mit 194M-US$ sein Budget wieder drin. Es ist klar ersichtlich, dass ohne den internationalen Markt der Film an der Kasse ein Disaster gewesen wäre (klopfen wir uns dafür doch mal auf die Schulter), aber es ist abzusehen, dass es nach einem Jahr spätestens die schwarze Null schreibt. Dass er überhaupt als "Flop" verkauft wird, liegt mMn daran, dass ein Branchenblatt ihm ein Startwochenende von 50M prophezeit hat, das dann nicht kam. Realistisch gesehen war doch schon anhand der Laufzeit klar, dass hier keine Blockbusterrekorde gebrochen werden.

invincible warrior
invincible warrior
26. Oktober, 2017 04:14
Reply to  Andy Simon

Immerhin kann man davon ausgehen, dass nicht zu viel Kohle in das Marketing gesteckt wurde, immerhin liest man ueberall, dass zu wenig Marketing betrieben wurde. Daher mag der Film wirklich noch ins Plus kommen, der Megaerfolg wirds aber sicher nie. Aber man kann hoffen, dass da ein Produzent ein Fan ist und wenn der Film zuindest kein minus macht am Ende, zumindest aehnliche Projekte durchgewunken bekommt.

Teleprompter
Teleprompter
26. Oktober, 2017 11:17
Reply to  Torsten Dewi

Vor allem behalten die Kinos selbst ja noch mal einen ordentlichen Bazen – 50 % ist die Faustformel; beim Kinostart des letzten "großen" Star Wars wurde den Betreibern iirc ein für sie eher ungünstiger Deal von 47% aufs Auge gedrückt.
Noch geringer ist der Rückfluss aus dem Ausland, vom "lukrativen" China-Geschäft kommen maximal 25% beim Produzenten an. So gesehen ist ein Film auch mit Einspiel= 2xBudget nicht mal bei der schwarzen Null, frühestens bei 2,5x gibt es vermutlich erste leichte Entspannung bei den Finanziers, Gewinn geht dann vielleicht bei 3x los.

trackback

[…] Carbon“ ist nicht weniger als „Blade Runner 2049“ der spirituelle Erbe von Ridley Scotts Klassiker. Nicht nur die visuellen Keys sind an „Blade […]

Jake
Jake
4. Juni, 2018 14:57

Der hat mir leider nicht so zugesagt. Die Kulissen, die Darsteller, die Effekte, die Musik – alles super. Für meinen Geschmack ist der Film aber ZU langsam erzählt und auch zu lang. Im Kino hätte ich vermutlich einen Kampf mit dem Sandmännchen ausfechten müssen. Der erste Teil ist einer meiner all-time favorites und wandert bei mir immer mal wieder in den Player. Den Nachfolger werde ich mir wahrscheinlich nicht noch einmal zu Gemüte führen.

Es gibt genau EINE Szene, die sichtbar und damit irritierend auf CGI zurückgreift – ihr werdet wissen, was ich meine, wenn ihr es seht. Das hätte nicht sein müssen. Noch nicht und nicht schon wieder.

Wahrscheinlich war es auf der Kinoleinwand deutlicher erkennbar, aber daheim vor der Glotze war das CGI-Stelldichein für mich weder sichtbar noch irritierend. Unabhängig davon war der Auftritt aber völlig unnötig und ohne Mehrwert. Es wirkte eher so, als hätte man den Gastauftritt nur deshalb eingebaut, weil man’s kann und es "alle anderen ja auch machen".