Dies ist kein Review, eher eine Würdigung. Ich kann euch nicht mal sagen, wo ihr diese hübsche Doku von 2003 anschauen/laden könnt.

„Immer wieder sonntags – 50 Jahre Internationaler Frühschoppen und Presseclub“ ist so bezaubernd, dass ich fast nicht glauben mag, dass die Sendung für das deutsche Fernsehen produziert wurde. Die Macher haben sich augenscheinlich die Mühe gemacht, hunderte Stunden Archivmaterial durchzuackern, um teilweise sekundenkurze Ausschnitte zu finden, mit denen sie nicht nur die Historie, sondern auch die Exzentrismen und Eigenheiten von Werner Höfers legendärer Gesprächsrunde bebildern und damit auch sanft ironisch kommentieren können:

So erwartet den Zuschauer neben der üblichen Aneinanderreihung von „talking heads“ ein launiges Clip-Kaleidoskop, das in seiner schieren Fanbegeisterung dem Thema wirklich gerecht wird. Der Schwere der Sendung setzt man eine federleichte Betrachtung entgegen – und genau das sitzt.

Erfreulich außerdem: Die in meinen Augen sehr würdelose Abservierung von Höfer nach 34 Jahren als Moderator wird thematisiert und sogar leicht kritisiert.

Ein echter Horror ist die Doku zudem als Rückblick auf zeitgenössische Frisuren- und Mode-Debakel – hier wurde wirklich die creme de la creme der Männerwelt präsentiert:

Kurzum: „Immer wieder sonntags“ entspricht genau dem Fernsehkult, den ich vor unglaublichen zehn Jahren eingefordert habe und der angesichts des Personals und der Archive der Öffentlich-Rechtlichen Sender erheblich häufiger produziert werden sollte.



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