Okay, zweite Runde. Ich lasse 4 Bilder 1 Wort aus, weil es ein Klassiker ist, den ich schon mehrfach erwähnt habe. Seit ich alle Rätsel gelöst habe, hat der Reiz auch schwer nachgelassen. Das sehr simple, aber spaßige Mini-Autorennspiel Wild Road von Mercedes Benz handle ich mit diesem Satz kurz ab, weil es nicht mal einen Trailer gibt.

Wenn man mit dem Tablet spielt, um den Zauber früherer Konsolen wieder aufleben zu lassen, dann sollte man mal Castle of Illusion starring Mickey Mouse probieren:

Die wunderhübsch aufgebohrte Version eines alten Sega-Hits von 1990 erinnert an Donkey Kong Country und begeistert mit perfekter Spielmechanik und toller Grafik. Ein besseres, professionelleres Spiel kann man sich für umme kaum wünschen.

Bei sogenannten Wimmelbild-Spielen bin ich immer etwas skeptisch. Die liebe ich eigentlich – aber nur auf einem ausreichend großen Bildschirm. Vor Jahren habe ich mal versucht, Das Geheimnis des Haus Grisly auf meinem ersten Smartphone zu spielen – es war eine Quälerei. Aber dank höherer Auflösung und größerer Bildschirmdiagonale wird dieses spannende Genre langsam auch touchscreentauglich:

Ich wage die Vermutung, dass sich die Spiele dank einheitlicher Entwicklungsumgebung leicht für alle möglichen Systeme anpassen lassen – sonst wäre die aktuelle Flut von Titeln auch für Android kaum erklärbar.

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem. Ich habe immer ein oder zwei Spiele auf dem Tablet, mit denen ich kleinere Kinder ruhig stellen kann. Das hat sich auf Reportagereisen bewährt. Im Fall der kostenlosen, gewaltfreien und abwechslungsreichen Sendung mit der Maus-App habe ich sogar selber mal ein launiges Stündchen investiert:

Erfreulich, wie genau hier Look & Feel der Sendung getroffen werden. Dafür darf der WDR gerne meine Gebühren ausgeben.

Ein zweites Spiel, das ich Eltern und Pateneltern ans Herz legen kann, ist übrigens Shaun das Schaf: Ein Lernspiel für Kinder. Auch hier kann gepuzzelt, gemalt und gerätselt werden, bis der Quengeldrang nachlässt.

Kostenlos zum Download, aber mit „in game“-Einkäufen versehen ist Star Trek: Trexels, ein in zweierlei Hinsicht bezauberndes Retro-Strategie-Adventure:

Zuerst einmal wird der Spieler in die Welt der klassischen Star Trek-Serie zurück versetzt. Der Ton und die Dramaturgie der alten TOS-Episoden wird punktgenau getroffen. Außerdem nutzen die Macher den Charme der alten 8 Bit-Abenteuer aus NES-Zeiten, um dem altgewordenen Geek wohlige Schauer über den Rücken zu jagen. Im Gegensatz zu den anderen hier vorgestellten Spielen muss man sich in Trexels allerdings richtig einarbeiten, denn es gibt VIELE Buttons mit VIELEN Funktionen. Schon klar, so eine Enterprise steuert sich schließlich nicht von allein und die Crew will auch mit Nahrung versorgt werden. Aber in diesem Fall lohnt die Mühe – es macht Spaß.

Das genaue Gegenteil von Trexels ist iLovecraft, denn hier muss man gar keine Spielmechanik lernen – weil es genau genommen kein Spiel ist, sondern „nur“ eine multimedial und minimal interaktiv aufgearbeitete Sammlung von Kurzgeschichten ist:

Das erinnert mich sehr stark an meine Living Text-Idee. Tatsächlich ist der Mehrwert durch die Grafiken, die Sounds und die Bewegungen begrenzt, aber unbestreitbar. Es wäre sicher mal interessant zu sehen, wie ein ganze Band „Harry Potter“ in diesem Stil ankommen würde. Angesichts der Tatsache, dass die Macher hier allerdings auf kostenfreie Lizenzen zurück greifen, lässt das sehr unwahrscheinlich erscheinen.

Ehrlich gesagt halte ich mittlerweile die Tablets für die legitimen Nachfolger von Spielekonsolen wie SNES und Mega Drive, aber auch von tragbaren Konsolen wie dem Gameboy Advance und der Playstation Portable. Die meisten Spiele sind massentauglich und einsteigerfreundlich, erfreuen mit bunten Grafiken und poppigem Sound. Man bekommt sie preiswert und hat sehr lange Spaß daran. Außerdem sind sie bequem transportabel, damit lassen sich schnelle Spielrunden auch in der S-Bahn oder im Wartezimmer vom Zahnarzt durchziehen. Der einzige Haken sind die fehlenden Steuerungselemente wie D-Pad und physische Knöpfe, die bestimmte Sorten von Spielen massiv erleichtern würden. Andererseits verstehen es die Designer immer besser, den Touchscreen zu einer veritablen Alternative zu machen. So würden sich Card Crawl und diverse Wimmelbild-Spiele mit traditionellen Controllern nicht ansatzweise so gut spielen lassen. Erfreulich.

Das ist der Punkt, an dem ich immer nach eurer Meinung zum Thema frage – in diesem Fall kombiniert mit der Neugier, was ihr auf dem Tablet so zockt.



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Alph
Alph

Ein sehr feiner und auf den ersten Blick sehr simpler Knobel-Verkersmanager ist Mini Metro. Man baut darin ein Nahverkerssystem von verschiedenen realen Städten auf in eigentlich recht einfach gehaltener Optik die rein aus Symbolen und Linien besteht. Sehr sehr gut und süchtig machend.

Einen Haken hat das Spiel: Es ist nicht kostenlos.

Einen kleinen Tipp am Rande habe ich noch: Mit der offiziellen Google Umfrage App kann man sich immer wieder mal ein paar Cent und Euro Playstore Guthaben dazu verdienen, in dem man einfachste Fragen beantwortet (wo man z.B. in letzter Zeit Einkaufen war, welche Verkehrsmittel man nutzt etc.). Klar, man gibt etwas von sich Preis, aber es sind nicht super persönliche Fragen, man kann man jede Frage überspringen und es zwingt einen niemand da auch wahrheitsgemäß zu antworten. 😉 Bei mir kamen in den letzten 3 Jahren etwas über 50 Euro zusammen, davon ließen sich schon die ein oder andere App kaufen und ein paar Filme leihen.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

„Der einzige Haken sind die fehlenden Steuerungselemente wie D-Pad und physische Knöpfe, die bestimmte Sorten von Spielen massiv erleichtern würden.“

Das ist auch der Grund, warum Handy und Tablet zwar nette Ergänzung zum Zockeralltag sind, aber für mich auf gar keinen Fall einen vollwertigen Ersatz zum 3DS, der Vita und demnächst der Switch darstellen. Zum flinken Spielchen für Zwischendurch sind die Dinger aber durchaus nett, zumeist spiele ich dann irgendein F2P-Aufbauspiel, in dem man eh nur zwei bis drei Minuten aktiv spielen kann und dann wieder x Stunden warten muss, bis es weitergeht (Geld wird für den Quatsch keins ausgegeben)

mob
mob

@Rudi: Dir ist bekannt, dass man an jedes halbwegs moderne Smartphone bzw. Tablet einen Controller via USB oder Bluetooth anschließen kann? Die Auswahl ist riesig, PS4 Controller funktionieren z.b. auch für jede Menge Spiele.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

@Mob: Das mag sein, wird das Handy dann aber eher in Richtung Switch umwandeln (Bildschirm auf den Ausklapptisch im Flieger/Bus/Bahn und Controller in der Hand), einen 3DS oder eine Vita ersetzt das aber nicht. Und die meisten „richtigen“ Spiele gibt es halt einfach nicht für Handys, da nützt dir auch die beste Controller-Unterstützung nichts 😉

Thies
Thies

Empfehlen könnte ich noch Wortschmied, dass vom Prinzip her dem hier schon mal erwähnten PC-Spiel Bookworm ähnelt. Einziger Haken: in der kostenlosen App wird nach ca. jedem zweiten Spiel ein 30 Sekunden langer Werbeclip für andere Spiele gezeigt, der sich nicht überspringen lässt. Die kaufbare Version kostet nicht die Welt, soll aber laut User-Bewertungen öfters mal hängenbleiben.

gerrit
gerrit

Wordfeud. Ist ne scrabble-Variation, aber im Vergleich zum Original besser. Dieses lädt ewig, hängt sich gerne auf und für den vollen Spielspass sind inapp-Käufe nötig. wf in kostenlos ist prima, die Kaufversion (wenige Euro) bietet Statistiken. Es gibt auch einen Ligabetrieb, (wordfeud league of honor, kurz wloh) wer Geld lassen möchte, kann das tun, muss aber nicht.

Nico
Nico

Mein Go-to-Spiel auf dem Tablet für lange Zugfahrten und ähnliche Situationen ist 80 Days. (Edit: auf dem Telefon genauso gut spielbar).

https://en.wikipedia.org/wiki/80_Days_(2014_video_game)

Im Prinzip wird in einer streckenweise steampunkig angehauchten Welt die Jules-Verne-Geschichte neu erzählt: wir müssen in 80 Tagen um die Welt. Start- und Endpunkt ist London, das sind die einzigen Konstanten. Wie die Rundreise abläuft, basiert auf strategischen Entscheidungen bezüglich der nächsten Station und dem Transportmittel sowie Reaktionen auf Situationen, die an den jeweiligen Zielorten entstehen.

Ich kann nichts spoilern, weil jede Reise anders abläuft. Ist im Prinzip ein „Choose your own adventure“-Buch auf Steroiden mit einer hervorragenden Schreibe.

Nico
Nico

Das Spiel gewinnt IMO durch Maussteuerung nicht viel dazu: die Entscheidungen, die zu treffen sind, kann man auch mit dem Finger treffen anstatt mit dem Trackpad oder der Maus und das Tablet hält sich meistens leichter. Ist auch nicht so grafisch anspruchsvoll, dass der Mac-Prozessor gebraucht würde.

Im Prinzip das Gerät nehmen, auf dem du dir eher vorstellen könntest, ein interaktives eBook zu lesen. Ich spiele meistens auf dem iPad, ausser bei unerwarteten Wartezeiten, da reicht das Telefon.

Nico
Nico

Strom ist möglicherweise ein Faktor.

Wenn man mal „drin“ ist im Narrativ, möglicherweise ein oder zwei Mal neu anfängt, weil man merkt, dass man mit der Route nicht zufrieden ist, und diesmal definitiv nicht „diesen einen dummen Fehler“ macht, den man doch hätte sehen müssen, aber der Fehler dann beim nächsten Mal gar nicht zu den Möglichkeiten gehört, aber man statt dessen irgendwie auf dem Aussichtsdeck der transsibirischen Eisenbahn steht und man sich sagt, dass man beim nächsten Mal auf gar keinen Fall mehr über Russland fährt, aber dann feststellt, dass irgendwie schon nach zwei Uhr nachts ist und das Gerät meckert, dass es keinen Strom mehr hat.

Ich bin bei meinen ersten drei oder vier Reisen nicht ins Ziel und nicht früh ins Bett gekommen.