Ich habe in den letzten Wochen und Monaten natürlich auch wieder Bilder zu eurer Unterhaltung gemacht.

So fanden sich im Industriemuseum in Manchester diese zwei drolligen Zitate:

Vor diesem grandios depperten Videocover hab ich in den 80ern und 90ern wahrlich oft genug gestanden:

Wenn man genau hinguckt, kann man sehen, dass hier zwischen dem brennenden Kreuz und dem Flammenstab irgendetwas grob herausgeschnitten wurde. Es war die Zeit vor Photoshop. Und siehe da, eine Google-Suche enthüllt das düstere Geheimnis – man wollte ein Mitglied des Ku Klux Klan nicht allzu prominent auf dem Cover haben:

Langjährige Leser wissen: ich habe kein nennenswertes Problem mit „targeted advertising“. Im Gegenteil – es ist mir lieber, wenn Facebook und Google mir Sachen zeigen, die ich vielleicht tatsächlich kaufen will. Funktioniert auch oft genug. Aber das hier hat ein ganz neues Level, das ich sehr geil finde:

In Musik, Literatur und Film wird gerne die Frage nach dem Preis der Liebe gestellt. Eine Facebook-Anzeige hat die Antwort: 69 Cent.

Da ich ja gerade mein digitales Archiv aufräume, stoße ich immer wieder auf Scans, die ich teilweise vor 20 Jahren gemacht habe. Besonders üppig ist der Vorrat an Flyern zu neuen TV-Serien und Filmen, die ich von entsprechenden Messen u.a. in Cannes mitgebracht habe. Interessant könnte für euch z.B. dieses Projekt durchaus arrivierter SF-Produzenten sein, das es leider nicht über die Ankündigung hinaus brachte. Es basiert auf einer Romantrilogie von David Gerrold:

1 hour episodes – available spring 1997? Leider nein.

Was anderes: Immer wieder stößt man im Sozialen Netzwerk auf Leute, mit denen man sich anfreunden möchte, nur um diese Freundschaft augenblicklich und hochdramatisch wieder aufkündigen zu können. In einer Gruppe für Heftromane stolperte ich über dieses Cover, das üble Dinge verhieß:

Inhaltsangabe gefällig?

„In seiner größten persönlichen und privaten Krise wird der abgehalfterte Journalist Kevin Winter mit einem Verräter der „Sodom Satanas“ konfrontiert. In dieser einflussreichen Geheimgesellschaft leben hochrangige Mitglieder – EU-Politiker, Wirtschaftsbosse, Bankiers und prominente Künstler – nach den Maximen des Marquis de Sade eine Philosophie des Lasters, eine Politik der Perversion aus. Dazu bedienen sie sich verschiedener krimineller Netzwerke, die ihnen Kinder als Opfer zuführen. Diese werden in unvorstellbaren Ausschweifungen nicht nur psychisch, physisch und sexuell missbraucht, sondern auch gefoltert und im Namen Satanas getötet. Nur langsam kommt Kevin Winter diesem elitären und faschistischen Geheimzirkel auf die Spur. Von da an verwandelt sich nicht nur sein eigenes Leben, sondern auch das seiner Familie, in eine Hölle aus Wahnsinn, Angst, Gewalt und okkulten Riten; hart an der Grenze des Erträglichen.“

In der Tat bin ich der Aufforderung des Marketings gefolgt und habe den Roman nicht gelesen. Aber ich habe die Verantwortlichen gegoogelt und bin dabei auf den üblichem Mischmasch aus Menschenhass und Verschwörungstheorien gestoßen, der hier besonders dick angerührt wird:

„Lange haben wir uns überlegt, in welche Form wir unsere jahrelangen und sehr gefährlichen Recherchen im religiösen Untergrund in Europa bringen sollen. Nachdem wir schon einige Sachbücher zu den Themen Okkultismus, Satanismus, Kinderhandel- und Kinderprostitution, Pädophilie-Netzwerke, Geheimpolitik und Staatsterror geschrieben und Filme dazu produziert haben, entschieden wir uns schließlich für eine fiktive Erzählung. Allerdings für Reality (Realistic) Fiction. Für einen Roman, der lebensecht, eben realistisch und glaubwürdig ist. Damit kleiden wir die Wahrheit, die Fakten und Informationen, die uns vorliegen, nicht nur in ein anderes Gewand als in das eines nüchternen Sachbuches, sondern bringen dem Leser auch die hilflose oder erschreckende und oft grauenhafte Emotionalität der Protagonisten so nahe wie möglich. Die Amerikaner sprechen in diesem Zusammenhang von der »real-to-life-fiction«.“

Man möchte den (natürlich) anonymen Autoren ins Gesicht kotzen.

Wer übrigens meint, da könnte doch was dran sein, sollte a) mal den Herausgeber recherchieren und b) mein Blog meiden.



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Lothar
Lothar

Irgendwie sieht die Starwolf wie das Starship Excalibur der Crusade-Serie aus.

ingo
ingo

klasse!

Kuhbaert
Kuhbaert

Ich musste bei Starwolf auch spontan an die Excalibur aus Crusade denken.

2013 gab es mal einen gescheiterten Kickstarter Finanzierungsversuch.

https://www.kickstarter.com/projects/2137726026/david-gerrolds-the-star-wolf/comments

Haben wohl zuwenig Werbung dafür gemacht.

Marcus
Marcus

Danke, Wikipedia. Der Herausgeber des obigen Schmarrns (also des „Jerry Cotton für Aluhutträger“-Romans, nicht der Blog hier 🙂 ) „lebt in Balingen-Frommern“.

Stellen wir uns also mindestens den zweiten von Torsten zitierten Absatz im breitesten schwäbischen Dialekt deklamiert vor, das macht es erträglicher. 🙂