Ich wollte eigentlich in einem einzelnen Artikel auf alle meine mittlerweile gesammelten NuFood-Erfahrungen eingehen, aber es zeigt sich mittlerweile, dass das den Rahmen sprengen würde. Also splitte ich das in mehrere Beiträge auf. Der Grund: Es macht mir ehrlich Spaß, die Gewichtsabnahme und den Sport mit neuen Experimenten in Sachen Ernährung zu kombinieren.

Von dem Nahrungsersatz Mana hatte ich euch ja schon erzählt. Davon habe ich auch noch einen Haufen Beutel hier, aber die sind nur beschränkt diätgeeignet, da Mana nicht kalorienarm ist. Man isst damit anders, nicht weniger.

Neulich stieß ich zur kontrollierten Kalorienreduktion bei Groupon (ausgerechnet!) auf diesen Deal – komplette Diät-Ernährung für 20 Tage zum Preis von 80 Euro:

DAS fand ich spannend, das wollte ich mal probieren, das habe ich sofort bestellt. In der Tat ist zuerst einmal beeindruckend, was da alles im Präsentkorb ist (wobei der Präsentkorb in meinem Fall wohl vergessen wurde – es kam im Karton):

20-Tage-Diät im Präsentkorb

20 Gerichte für Frühstück

  • 1x Müsli à 40 g
  • 1x Granola Müsli-Sirup und Pekannuss à 40 g
  • 1x Granola Schokoladen-Müsli à 40 g
  • 1x Granola Müsli à 50 g
  • 1x Früchte- und Hafer-Cookies à 45 g
  • 1x Vanille-Bananen-Haferbrei à 40 g
  • 1x Müsliriegel Original à 48 g
  • 1x Müsliriegel mit Schokoladensplitter à 48 g
  • 2x Granola Apfel- und Zimt-Müsli à 40 g
  • 1x Crunchy Kleie-Müsli à 40 g
  • 1x Glutenfreies Haferflocken-Müsli (mit Früchten) à 40 g
  • 2x Glutenfreie Haferflocken à 40 g
  • 2x Schokoladenbrei à 37 g
  • 2x Haferbrei mit gewürzten Rosinen à 37 g
  • 2x Buttermilch-Pfannkuchen-Mischung à 43 g

20 Gerichte für Mittagessen

  • 1x Pilzsuppe à 300 g
  • 1x Erbsen-Schinken-Suppe à 300 g
  • 1x Pasta-Topf mit Tomaten, Pfeffer und Käse à 55 g
  • 1x Cremige Pestonudeln à 55 g
  • 1x Schinken- und Maissuppe à 300 g
  • 1x Süßkartoffel- und Kokosnuss-Suppe à 300 g
  • 1x Gemüsesuppe à 300 g
  • 1x Geräucherter Speck und Bohnensuppe à 300 g
  • 1x Tomaten-Cremesuppe à 300 g
  • 1x Curry-Pastinaken-Suppe à 300 g
  • 1x Tomaten- und Kräuter-Couscous à 300 g
  • 1x Linsen-Gemüsesuppe à 300 g
  • 1x Mulligatawny-Suppe à 300 g
  • 1 x Würzige Tomaten- und Rindersuppe à 300 g
  • 1x Minestrone à 300 g
  • 1x Karotte-Koriander-Suppe à 60 g
  • 1x Milchshake mit Erdbeer-Aroma à 48 g
  • 1x Milchshake mit Vanille-Aroma à 48 g
  • 2x Milchshake mit Schokoladen-Aroma à 48 g

20 Gerichte für Abendessen

  • 1x Curry mit Hühnerfleisch à 270 g
  • 1x Italienische Bolognese à 270 g
  • 1x Coq Au Vin à 270 g
  • 1x Rotes Thai-Curry mit Hähnchen à 270 g
  • 1x Curry mit Gemüse à 270 g
  • 1x Chili con Carne à 270 g
  • 1x Hühnerfleisch Tikka Masala (Mild) à 270 g
  • 1x Lasagne à 270 g
  • 1x vegetarische Lasagne à 270 g
  • 1x Gemüse-Chili à 270 g
  • 1x Schweinefleisch-Frikadellen à 270 g
  • 1x Taka Dahl à 300 g
  • 1x Würstchen in Zwiebelsoße à 300 g
  • 1x Gemüse-Korma à 270 g
  • 1x Hähnchen süß-sauer à 270 g
  • 1x Paella à 250 g
  • 1x Hühnerfleisch-Korma à 100 g
  • 1x Hackfleisch-Eintopf à 270 g
  • 1x Hühnerfleisch-Jalfrezi à 270 g
  • 1x Pilz-Pasta à 270 g

20 Snack-Produkte

  • 2x Haferkekse mit Schokoladensplitter à 20 g
  • 2x Haferkekse mit Früchten à 20 g
  • 2x Haferkekse mit Ingwer à 20 g
  • 2x Hafer-Riegel mit Erdbeeren und Apfel à 30 g
  • 2x Haferkekse mit Waldfrucht à 20 g
  • 3x Kartoffelsnack mit Käse- und Rote-Zwiebel-Geschmack à 22 g
  • 3x Kartoffel-Snacks mit Soya-Paprika-Geschmack à 22 g
  • 2x Mikrowellen-Popcorn (süß) à 31 g
  • 2x Mikrowellen-Popcorn (Karamell) à 31 g

In unserer Küche ausgepackt sah das dann so aus:

(Der Korb ist meiner.)

Fast alles kann man aus der Packung essen, in der Mikrowelle heiß machen oder mit heißem Wasser/heißer Milch aufrühren. Groß gekocht werden muss also nicht. 1200 bis 1500 Kalorien maximal pro Tag, wenn man sich dran hält.

Ich bin seit Dienstag „drauf“.

Okay, was sind die positiven Seiten? Zuerst einmal: es funktioniert. Man hat morgens, mittags und abends was zu essen. Und es schmeckt… okay. Wie Mikrowellenfutter und Instant-Terrinen halt schmecken. Kann man ja auch nachwürzen. Die Firma liefert auch ein gutes Booklet mit allgemeinen Informationen zur Diät, mit Tabellen und Rezeptvorschlägen. Finde ich sehr sympathisch und ausführlich.

Aber bei aller Liebe – wie in der Werbung behauptet sieht es nie aus:

Darf man sich bei einer kalorienreduzierten Diät-Ernährung beschweren, dass man ständig subkutan Hunger hat? Eigentlich nicht. Ich mach’s aber trotzdem, weil ich eigentlich erhofft hatte, dass dieser Ernährungsplan ein besseres Sättigungsgefühl bieten würde. Zwei, dreimal habe ich praktisch kalorienfreies „Füllmaterial“ untergemischt, um nicht mit knurrendem Magen ins Bett gehen zu müssen. Dafür bietet sich ein anderes NuFood an, das ich seit einem Jahr im Schrank stehen habe:

So ist es durchaus eine ordentliche Mahlzeit, wenn man sich den Fake-Reis unter das Diet Chef-Chili mischt. Und es hat kaum mehr Kalorien.

Trotzdem ist das Diet Chef-Prinzip keine Königslösung. Für das primäre Problem können die natürlich nix: Ich kann nicht gemeinsam mit der LvA essen, nur gleichzeitig. Da fehlt was im Miteinander. Und man kann natürlich nur essen, was Diet Chef vorgibt. Und das ist primär dehydriertes oder verschweißtes Convenience Food der mäßigen Sorte – frisches Essen ist nicht vorgesehen.

Damit kommen wir dann auch zu meiner deutlichsten Kritik am Diät-Essen vom Diet Chef: Es ist kein Diät-Essen. Schaut man sich die Inhalts- und Kalorienangaben der einzelnen Packungen an, kommt schnell der Verdacht auf, dass hier schlichte Supermarktkost umgelabelt wurde. So sind die mittäglichen Terrinen sowohl von den Zutaten als auch vom Kaloriengehalt her banale 5 Minuten-Terrinen. Der Diät-Erfolg (wenn er sich denn einstellt) ist also nicht den Zutaten oder der Zusammenstellung zu verdanken, sondern einzig der kontrollierten Reduktion der Kalorienzufuhr. Was man mit Diet Chef macht, kann man problemlos auch ohne Diet Chef machen. Und das billiger bei größerer Bandbreite der angebotenen Speisen.

Ein Beispiel: Eine Dose Chili con carne (800 Gramm) hat ungefähr 110 Kalorien pro 100 Gramm. Die viertel Dose hat demnach 220 Kalorien. Mischt man eine Packung Konjak-Reis darunter, wie ich es getan habe, kommt man auf 250 Kalorien für eine ordentliche Mahlzeit. Das ist preiswerter, leckerer und sättigender als die Mikrowellen-Dinner von Diet Chef. Und für zwischendurch kann ich dann auch eine normale 5 Minuten-Terrine kaufen, genauso Haferflockenkekse und Müsli.

Kurzum: Wenn man ein bisschen drauf achtet, kann man ohne Diet Chef besser und billiger abnehmen als mit. Man muss dann nur selber die Kalorien zählen.

Trotzdem will ich das System nicht verteufeln. Es ist solide zusammen gestellt, ordentlich präsentiert und einfacher als die Eigenregie. Ich werde die 20 Tage durchziehen und dann mal schauen, was die Waage spricht.

Hat einer von euch Erfahrungen mit solchen System-Diäten?



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Mal eine ketzerische Frage: Was spricht eigentlich gegen eine ausgewogene, auf natürliche Lebensmittel setzende, ganz nomale Ernährung und ergänzend halt dann 3 x in der Woche 10 km laufen gehen – anstelle von irgendwelchem „NuFood“(-Mist)?

Wenn man konsequent gesüßte/gesüßstoffte Getränke durch Wasser ersetzt, viel Gemüse ist, mal Vollkornnudeln statt anderer, Süßes meidet, wann immer es geht, und diese drei Stündchen Sport in seinen Tagesplan einbaut (auch für die sonstige Befindlichkeit eine Wohltat), dann ist das sicher erfolgsversprechender als sich irgendwelchen Heilsversprechern aus der Nahrungsmittelindustrie anzuvertrauen. Klar: Man würde sich das Normalgewicht gerne kaufen und man hat ja auch das Geld dazu, aber zielführend ist das doch irgendwie nicht.

Oder hat es dich in der Vergangenheit an dein Ziel geführt: Bist du dauerhaft schlank geworden und hast dich dabei gesund ernährt und hast nicht dauernd ein Verzichtsgefühl gehabt?

Irgendwie wirken deine Versuche fast schon klischeehaft überzeichnet modern und hilflos zugleich.

Spargelstecher
Spargelstecher

Gut, wenn es dir eher darum geht, ein bisschen mit zeitgeistigen Produkten herumzuexperimentieren und das dass im Blog zu verarbeiten, dann ist das was anderes.

Dann brauchst du meine Tipps nicht, weil dein Ziel ein ganz anderes ist. Du willst bloggen, ich wollte damals abnehmen.

Leider ist der tatsächliche Weg, den ich gegangen (und später dann gelaufen…) bin, kaum „blogbar“: todlangweilig für den Leser.

Aber wenn ich jetzt sonntags morgens von meiner 30 km Runde zurückkomme und mich beim Frühstück sattessen darf, dann weiß ich, dass das der Weg war und nicht Verzichtsrhetorik und Tütenfraß.

Ich wünsch dir natürlich trotzdem viel Erfolg – „natürlich“ darfst du auch durchaus wörtlich nehmen.

Ein früher mal dicker Mensch (Troll war ich nie).

Maik

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Ich hätte ja eher Bedenken, dass 20 Tage 5 Minuten Terrine (und andere Instant Gerichte) ohne frisches Gemüse und Obst ziemlich ungesund für den Körper sind. Wie sieht es denn mit dem Salzgehalt aus? Meistens ist das ja das größte Problem bei den Mikrowellen/Instant-Gerichten.

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@Torsten: Ja, hatte das eher als Sammelbegriff für Convenience Food verwendet. Mir ging es auch nicht um den Nährwert, sondern eher darum, ob (in Zeiten von „10 a day“) die Abwesenheit frischer Produkte generell problematisch sein könnte und wie es da mit dem Salzgehalt bestellt ist. Eine Maggiterrine deckt ja z.B. durchaus schon mal gerne 35-45% der täglich empfohlenen Menge ab (die mittlerweile auch schon als zu hoch gilt), was gerade in Kombination mit geringem Verzehr frischer Waren ganz allgemein ja immer eine der ungesündesten Kombinationen ist (für 20 Tage mag das ok sein, weiß ich nicht, deshalb ja die Frage).

War also nur eine simple Frage, ob es da Angaben gibt und was diese besagen.

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@Torsten: Wenn es keine Mühe macht, würde mich das tatsächlich mal interessieren.

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[…] des Angebots. So ist es für mich kein Problem, die vergleichsweise kleinen Portionen des Diät-Menüs zu akzeptieren. Ist der Teller leer, ist der Teller halt leer. Ich kann auch stressfrei […]