Zuerst mal als Nachklapp: Es hat sich herausgestellt, dass ich den Review zu „Tal der Schatten“ im Jahr 2000 für die Seite SF-Fan.de geschrieben hatte, dieser aber über die Jahre die Umstellung zu WordPress nicht überlebt hatte.

Aus der gleichen Ära stammt dieser Artikel zum Thema „qualitativ hochwertige deutsche SF-Streifen neu verfilmen“. Verfasst habe ich ihn damals für das Magazin „phantastisch!“, dem ich aus Verbundenheit zur Perry-Redaktion einige Beiträge zukommen ließ. Wie üblich werde ich in Nachgedanken weiter unten über die „freshness“ der damals von mir gemachten Aussagen sinnieren.

Man entschuldige den mitunter etwas ungelenken Schreibstil.

Originaltext 2001

In Deutschland wird produziert, als gäbe es kein Morgen. Immer mehr Privatsender stecken immer mehr Geld in immer mehr TV-Serien, »große TV-Romane« und Miniserien. Momentan ist das Wachstum dank des (kurzlebigen) Reality-Booms etwas gebremst, aber schon jetzt verkündet die SAT.1-Pressesprecherin: »Unsere Zukunft liegt in den Fiction-Formaten«.

Nach 15 Jahren Privatfernsehen gibt es nur wenige unumstößliche Erkenntnisse. Eine davon ist: Wenn das deutsche Publikum die Wahl hat zwischen einer US-Produktion und einem deutschen Werk, bevorzugt es heimische Kost. Man mag es nicht glauben, aber »Für alle Fälle Stefanie« schlägt in der Einschaltquote »E.R.« genauso locker wie »Alarm für Cobra« US-Actionserien wie »Nikita« naßmacht.

In den letzten zwei, drei Jahren fällt auf, daß RTL, SAT.1,. ProSieben & Co. immer wieder versuchen, aus dem Bullen & Ampullen-Einheitsbrei auszubrechen, um auch mal experimentell in anderen Genres tätig zu werden. Das reicht von »Wahre Geschichte«-Dramen über die Gladbecker Geiselnahme bis zum Zombie-Spektakel »Tal der Schatten«.

Nur Science Fiction findet nicht statt. Falls mal eine Produktion SF-Elemente aufweist, wird sie gleich in ein anderes Genre »verpackt«, um der breiten Masse bekömmlich gemacht zu werden: »Der Runner« auf ProSieben war stilisiertes Actionkino, und »Aeon« war pseudo-esoterisches Science-Fact.

Aeon – Countdown im All

Obwohl Science Fiction die meisten der 100 erfolgreichsten Kinofilme aller Zeiten stellt, und obwohl SF-Serien dank Kult eine erheblich längere Lebenserwartung haben als andere Serien, scheuen deutsche Produzenten davor zurück. Science Fiction hat den Ruch von amerikanischem Kinderzimmer, es ist ein Genuss, für den man sich schämen muss. So wie die SF-Literatur immer nur als exotischer, aber selten ernstzunehmender Teil der »allgemeinen« Literatur angesehen wurde, gilt SF im deutschen Fernsehen als Außenseiter-Genre. Kein »seriöser« Produzent will sich mit so etwas erwischen lassen. Ungelenke Versuche wie die überteuerten Blamagen »Die Sturzflieger« oder »High Crusade« scheinen die Vorurteile zu bestätigen. Das Gegenteil ist der Fall: Beide Filme zeigen, daß der Weg nicht die witzfreie Nachäffung amerikanischer Vorbilder ist. Deutsche SF muß aus einem deutschen Umfeld, einer deutschen Denke, einer deutschen Attitüde kommen.

Die Sturzflieger

Spricht man mit den Machern, bekommt man immer die gleichen Vorurteile zu hören: Science Fiction ist ein Nischenprogramm, dazu noch teuer zu produzieren, dafür gibt es auch keine Autoren – und überhaupt, in das deutsch-steife Umfeld paßt so etwas Knalliges doch überhaupt nicht rein.

Man merkt bei solchen Gesprächen vor allem eins: Diese Produzenten sind allesamt Kinder des Privatfernsehens. In ihren Köpfen hat es vor 1985 kein nennenswertes TV gegeben. Dinge, die vor 20 Jahren reguläre Bestandteile des Programms waren, werden heute wieder ausgebuddelt, aber als »innovative Neuheit« verkauft. Kein Wunder, daß SAT.1 Anfang der 90er den ersten selbstproduzierten TV-Film (»Mit dem Herzen einer Mutter«, für alle, die es wissen müssen) als »Wiedergeburt des Nachkriegsdramas« pries – als hätten die Öffentlich-Rechtlichen nicht Hunderte von exzellenten Fernsehspielen produziert.

Die Scheuklappen (oder die blanke Ignoranz) der Privat-Produzenten gehen soweit, jeden Versuch einer deutschen SF-Serie als »erste deutsche SF-Serie seit Raumpatrouille« zu deklarieren (erst kürzlich wieder im SPIEGEL zum Thema »Ice Planet«). Fakt ist: Die Herren in den Filmfirmen erinnern sich bloß an nichts anderes als »Raumpatrouille«, weil sie keine Ahnung von TV-Geschichte haben. »Andro-Jäger«, »Sternensommer« – ich könnte problemlos an die 20 deutsche oder deutsch koproduzierte SF-Serien aus den 70er und 80er Jahren nennen.

Sternensommer

Die deutschen SF-Produktionen der 60er, 70er und 80er waren so intelligent, massentauglich, und trotzdem preiswert, daß es eine Schande ist, wenn man sich ihrer nicht erinnert. Das SF-Erbe des deutschen Fernsehens hätte eine Renaissance verdient. Aus diesem Grund will ich ein paar Produktionen vorstellen, um neugierig zu machen. In den Archiven der Öffentlich-Rechtlichen sind Schätze verbuddelt, die auszugraben lohnt.

»Die Delegation« (1970)

Rainer Erler in Bestform! Der Mann, der als Regisseur, Autor und Produzent quasi im Alleingang die deutsche TV-SF bestritten hat, ist berühmt für seine Technik-Thriller. Kaum ein anderer Filmemacher hat politische und wissenschaftliche Entwicklungen samt ihrer Konsequenzen so konkret zu Ende gedacht. In »Die Delegation« schweift er allerdings zum UFO-Wahn ab, der zum Zeitpunkt der Dreharbeiten durch Erich von Däniken gerade seinen Höhepunkt in Deutschland erreicht hatte. Dabei ist »Die Delegation« nicht einmal ein Film, sondern eher ein filmisches Experiment: Die Handlung wird im Rahmen einer fiktiven Reportagesendung anhand von kürzlich entdecktem Filmmaterial rekonstruiert. Das Material ist ungeschnitten, und der Zuschauer muß die meisten Schlüsse selber ziehen. Dabei gelingt es Erler, die bissige Geschichte eines fanatischen Reporters zu erzählen, der bei einer Recherche über UFO-Spinner mehr herausfindet, als ihm lieb ist. Mit der goldenen Kamera ausgezeichnet, spielt »Die Delegation« virtuos mit der verwirrenden Neutralität der unkommentierten Bilder. Dabei werden die Verschwörungstheorien von »Akte X« ebenso vorweggenommen wie der Pseudo-Realismus des »Blair Witch Project«. Das offene Ende ist nur konsequent.

»Das Millionenspiel« (1970)

In einer nicht allzu fernen Zukunft werden »Kandidaten« einer »Fernsehshow« von Killern gejagt, um das Millionenpublikum an den Bildschirmen zu ergötzen. Ein öliger Moderator heuchelt Mitleid, aber das neuste Opfer spielt nicht mit…
Nein, wir reden jetzt nicht von »Kopfjagd – Preis der Angst«. Auch nicht von »Running Man«. Der von Wolfgang Menge geschriebene TV-Film mit so illustren Darstellern wie Dieter Thomas Heck, Dieter Hallervorden und Heribert Fassbender (!) schafft das Kunststück, schon Anfang der 70er vor Auswüchsen des Fernsehens zu warnen, die erst 15 Jahre später (mit der Einführung des Privatfernsehens) ihren Anfang nahmen. Sogar Werbeunterbrechungen für fiktive Produkte baut Regisseur Tom Toelle in seinen bitterbösen, mitunter auch sarkastisch überzeichneten Film ein. Im Zeitalter von »Ihr seid wohl wahnsinnig!« und der »100.000 Mark-Show« gewinnt »Das Millionenspiel« zunehmend an Aktualität. Leider durfte der Streifen seit 1970 nicht mehr gezeigt werden, weil Autor Menge sich allzu frei bei Bob Sheckleys Geschichte »Der Tod spielt mit« bedient hatte, ohne die Rechte daran zu besitzen. Es geht aber das Gerücht, dass Arte demnächst eine Ausstrahlung plant.

»Welt am Draht« (1973)

Rainer Werner Fassbinder mag für viele ein rotes Tuch sein. Der fette, schwule, drogenabhängige Regie-Maniac gehörte trotzdem zu den Kino-Ikonen der 70er Jahre, und sein Lebenswerk umfasst mehr bemerkenswerte Filme, als der Rest des gesamten Autorenfilmer-Clans je auf Zelluloid bannen konnte. Zweimal hat sich Fassbinder direkt mit der SF eingelassen: Einmal als Schauspieler in Wolf Gremms unerträglichem »Kamikaze 1998«, der allenfalls noch als 80er-Jahre-Kuriosum durchgeht, und zum anderen in »Welt am Draht«, einem WDR-Zweiteiler, der auf Daniel F. Galouyes Roman »Simulacron 3« basiert. Bemerkenswert ist, daß Roland Emmerich als Produzent vor zwei Jahren denselben Stoff für die gänzlich überflüssige und hausbackene Verfilmung »13th floor« aus dem Keller holte. Schaut man sich an, wie prophetisch es Fassbinder gelingt, schon in den frühen 70er Dinge zu visualisieren, die bis in die 80er nicht einmal Namen hatten, dann wird man von stiller Ehrfurcht erfüllt. Cyberspace, Virtual Reality, unsere Welt als Simulation einer höheren Wirklichkeit – alles schon vorhanden. Trotzdem ist »Die Welt am Draht« mehr ein kurioses Stück Zeitgeschichte als ein Klassiker, denn die »Action-Szenen« sind lahm, alle Darsteller spielen (gewollt) emotionslos, und die mehrstündige Verfilmung zieht sich wie Kaugummi.

»Insel der Krebse« (1975)

Ein Wissenschaftler baut Roboter-Krebse, die in der Lage sind, sich selbst zu reproduzieren. So etwas ist natürlich prima für das Militär geeignet. Weil die Vorstellung einigen Humanisten nicht gefällt, zieht sich eine kleine Gruppe Forscher auf eine Insel zurück, um die Bauzyklen der Maschinen zu studieren. Das kann natürlich nicht gut gehen, und schon bald entwickeln sich die Krebse anders als geplant.
An »Insel der Krebse« gibt es viel zu bemängeln – die Billigproduktion stellt die Karibik sehr unglaubwürdig auf Sylt nach, und die Roboterkrebse wirken extrem plump und lächerlich. Auch die Inszenierung ist in ihrer Behäbigkeit ermüdend. Dabei scheint das ganze Thema technisch wie dramaturgisch so potent, und man hat als Zuschauer das Gefühl, hier einer vertanen Chance bei der Arbeit zuzusehen. Trotzdem – SF ist mehr als teure Trickeffekte und Lasergeballer. Wer sich auf »Insel der Krebse« einläßt, findet haufenweise diskussionswürdiges Material. Und Potential für ein knackiges Remake …

»Operation Ganymed« (1977)

Selten war ein SF-Film wohl so orts- und zeitlos. »Operation Ganymed« könnte heute gedreht worden sein, 1950, in dreißig Jahren, oder in zehn Jahren. Er könnte in Afrika spielen, in Australien, oder auf einem anderen Planeten. Denn das, was er aussagt, bezieht sich auf die unveränderliche Natur des Menschen, auf die Konstanten in unserem Leben, die in Krisensituationen in Frage gestellt werden.
Konkret geht es in »Operation Ganymed« (oder »Helden, verloren im Staub der Sterne«, so der Videotitel) um die Rückkehr einer gescheiterten Jupiter-Expedition zur Erde. Die Astronauten können nicht mit der Bodenstation in Verbindung treten und müssen in einer öden Gegend notlanden. Während dem Marsch durch die Steppe kommen ihnen ernste Zweifel: Ist die Erde von einem Atomkrieg verwüstet worden? Auf welchem Kontinent sind sie überhaupt? Werden sie je wieder andere Menschen sehen?
Erler dreht in seinem sparsam, aber sehr sauber inszenierten Film ganz heftig an der Psycho-Schraube, Schmerz und Verzweiflung übertragen sich auf den Zuschauer. Die Darsteller-Riege (u.a. Jürgen Prochnow, Uwe Friedrichsen, Dieter Laser) leistet Erstaunliches, und es ist kein Wunder, daß »Operation Ganymed« mehrere Preise gewonnen hat. Harte, »echte« SF aus Deutschland – wer hätte es gedacht? Das perfekte Gegenmittel nach einer Überdosis US-Schnickschnack.

»Im Zeichen des Kreuzes« (1983)

Wann hat die SF in Kino und TV eigentlich aufgehört, gesellschaftskritisch zu sein? Und jetzt bitte kein »Akte X« – ich meine Gesellschaftskritik, nicht Paranoia. Es scheint, als habe sich die Science Fiction nach Star Wars nur noch auf Äußerlichkeiten verlegt, und dabei den Bezug und den Kommentar zur Gegenwart verloren. Nach »Star Wars« wurden Filme wie »Lautlos im Weltraum«, »Jahr 2022 – Die überleben wollen« und »Flucht ins 23. Jahrhundert« praktisch nicht mehr produziert. Im deutschen Fernsehen konnte sich die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Realitäten zumindest noch bis in die späten 80er halten. Eines der letzten (und sicher beeindruckendsten) Beispiele ist und war »Im Zeichen des Kreuzes«. In dem mit keinen deutlichen SF-Elementen angereicherten TV-Film geht es um eine Gruppe von Menschen, die in einem kleinen Dorf unter Quarantäne gestellt werden, nachdem ein Laster mit radioaktiven Abfällen die gesamte Gegend verseucht hat. Der Staat beschließt, den Medien lieber Leichen als Zeugen zu präsentieren….

In vielerlei Beziehung kann und wird das, was »Im Zeichen des Kreuzes« zeigt, sicher nicht passieren. Darum geht es auch nicht. Aber die hysterische Reaktion der konservativen Presse und der Industrie auf den Film zeigt deutlich, für wie gefährlich man ihn erachtete: Der Bayerische Rundfunk klinkte sich kurzerhand aus der Übertragung aus, und in Talkshows wurde auf das heftigste diskutiert. »Im Zeichen des Kreuzes« löste wichtige und richtige Kontroversen aus, und mehr kann sich ein Film kaum wünschen. Es ist kein Zufall, daß mit »The day after« in den USA zur gleichen Zeit ein ähnlicher Film zu Streits, Boykotten, und Medienhetze führte …

Natürlich war nicht alles Gold, was da auf den deutschen Mattscheiben glänzte. Insbesondere die deutschen Autorenfilmer und ihre Nachfolger nutzten utopische Motive, um angeblich gesellschaftskritische, zumeist jedoch völlig sinnentleerte Fördermittel-Verschwendungen auf Zelluloid zu bannen. Wer sich durch ein paar Werke von Alexander Kluge, Rudolf Thomé, Ulrike Ottinger, oder Wolf Gremm quält, muß eine besondere Affinität für Schmerz haben.

Trotzdem bleibt nach jeder Rückschau das Gefühl zurück, daß Deutschland in der Flut an neuen Produktionen mehr verloren als gewonnen hat. Alle machen dasselbe, Platz für mutige und kontroverse Stoffe scheint nicht mehr vorhanden. Das große deutsche SF-Erbe – es wurde von den Nachlassverwaltern verschleudert. Vielleicht finden wir noch ein paar Überbleibsel auf dem Flohmarkt, die sich restaurieren lassen. Und wer weiß: vielleicht kommt nach der Schlaghose und den Platteau-Schuhen auch die Qualitäts-SF im deutschen Fernsehen wieder in Mode …

NACHGEDANKEN 2017

Tatsächlich sind die Aktivitäten der Sender in Sachen Genreproduktionen im neuen Jahrtausend noch mehr erlahmt – die Experimentierfreudigkeit der Privatsender in den 90ern ist abgeebbt. Aber es war nicht alles schlecht: Von Rainer Erler-Filmen wurden tatsächlich Remakes gedreht – wenn auch nicht die, die ich hier vorgeschlagen hatte. Seine Filme gibt es auch bequem auf Silberscheibe – diese Kollektion ist ein guter Einstieg. Auch „Welt am Draht“ muss man nicht mehr verzweifelt aus obskuren Quellen beziehen. Und „Das Millionenspiel“ kann nach dem Ende des Rechtsstreits wieder ausgestrahlt und auf DVD verwertet werden.

Aber NEUE deutsche SF? Ich warte immer noch…

 



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Heino
Heino

Ich kann mich an drei jüngere Beispiele erinnern, allerdings alle von ARD und ZDF. Da wäre mit „Alpha 07“ der Versuch einer interaktiven Serie zur Big Brother-Thematik (leider strunzlangweilig umgesetzt), mit „Transfer“ ein Film, der die alte Körpertausch-Nummer mit Kritik an Rassismus und der Schere zwischen erster und dritter Welt verbindet (allerdings auf sehr plumpe Weise) und die „Ion Tichy“-Serie nach den Sterntagebüchern von Stanislav Lem, die zumindest versuchte, innovativ zu sein. Von den Privatsendern kam leider gar nichts mehr:-(

noyse
noyse

Gerade Ion Tichy fand ich dermaßen daneben, da waren die Sterntagebücher als Buchvorstellung bei Spass am Dienstag besser umgesetzt.

Jake
Jake

Danke, dass Du diesen Artikel für uns wieder „ausgebuddelt“ hast. Sehr interessant. Von all den erwähnten deutschen Produktionen sagt mir nur „Das Millionenspiel“ und „Welt am Draht“ etwas, wobei ich ersteren noch nicht und letzteren nur ausschnittsweise gesehen habe. Da gibt es noch einiges nachzuholen. Die 70er waren ohne Zweifel das goldene Zeitalter für anspruchsvolle SF-Flicks. „The Andromeda Strain“ (1971) und „Phase IV (1974) zählen zu meinen absoluten Genre-Favoriten.

„Aber NEUE deutsche SF? Ich warte immer noch…“

Im Grunde wäre ja wieder der perfekte Zeitpunkt dafür, wenn man sich die aktuelle SF-Schwemme im Kino vergegenwärtigt („Interstellar“, „Der Marsianer“, „Passengers“, „Arrival“, „Life“ usw.). Die Nachfrage scheint vorhanden zu sein.

Kai
Kai

Oh ja, „Operation Ganymed“ habe ich mal im Fernsehen gesehen, wirklich gut. Als Ergänzung zu „Im Zeichen des Kreuzes“ hätte ich noch „Die Hamburger Krankheit“ zu bieten. Immerhin mit Jean-Michel Jarres „Oxygene“ als Score.

Was ist denn mit aktuellen SF-Serien (weltweit)? Das kommende Star Trek „Discovery“ bereitet mit mulmige, ungute Gefühle. Kennt der Hausherr „The Expanse“? Die ist nämlich großartig! 🙂

Heino
Heino

@noyse:ich fand die Serie auch schrecklich, besonders den bemühten Humor und den nervigen pseudo-polnischen Akzent, der da geboten wurde. Es war in meinen Augen ein ehrbarer, aber fehlgeleiteter Versuch, SF mit minimalem Budget im deutschen TV zu bringen.

Heino
Heino

„Das Millionenspiel“ ist tatsächlich großartig und kommt der inoffiziellen Vorlage sehr nah. Die Erler-Filme habe ich damals auch alle gesehen, kann mich aber nur noch grob an „Fleisch“ erinnern. Den Rest kenne ich nicht.

Wurde „Die Sturzflieger“ eigentlich mal gesendet/aufgeführt? Soweit mir bekannt ist, verschimmelt der Film doch immer noch im Giftschrank.

MinkyMietze
MinkyMietze

@Heino Die Sturzflieger kam am 14.12.1995 in die Kinos und wurde im August 1996 auf Video veröffentlicht. Und im Giftschrank soll er bitte auch bleiben, der ist so abgrundtief schlecht, daß das wirklich niemand sehen will, der taugt noch nicht mal als guilty pleasure; das ist einfach nur Müll.

Kenari
Kenari

@Wortvogel: Was genau ist eigentlich mit „deutscher Denke und Attitüde im SF“ gemeint?

Stuckimann
Stuckimann

Ich möchte an dieser Stelle auch an Roland Emmerichs Frühwerk „Das Arche Noah Prinzip“ von 1984 erinnern, den ich mit seiner atmosphärischen Dichte und der durchaus vorhandenen Systemkritik für gnadenlos unterschätzt halte.