USA 2016. Regie: Mitchell Altieri. Darsteller: Ken Arnold, Dan Deluca, Kevin Jiggetts, Kara Luiz, Max Wilbur, James Remar, Matt Servitto u.a.

Offizielle Synopsis: Es ist Justins erster Abend im neuen Job, und schon wünscht er sich, er hätte die Stelle als Nachtwächter in der „Baltimore Gazette“ besser nicht angenommen. Nicht nur, dass seine Kollegen ihn einem menschlichen Kegeltest unterwerfen und ihn stoisch mit falschem Namen anreden – es scheint auch so, als hätte der ganze Trupp im Keller des Bürokomplexes einen an der Waffel: Ken lässt den Ex-Marine raushängen, Jiggetts ist süchtig nach Donuts und Luca soll angeblich mal drei Leute umgebracht haben. Zu allem Überfluss legt das Redaktionsteam eine Nachtschicht ein und ein mysteriöser Sarg landet irrtümlich in der Tiefgarage. Dieser enthält einen Vampir … im Clownskostüm! Erst einmal in Freiheit macht sich das blutdürstige Monster mit seinen quietschenden Schuhen sofort über die Belegschaft her und während die Infektion rasend schnell um sich greift, sehen sich unsere heldenhaften Nachtwächter einer wachsenden Armee aggressiver Kreaturen gegenüber.

Kritik: Es wäre so leicht, „The Night Watchmen“ in Grund und Boden zu rezensieren. Er ist billig gedreht, die Mischung aus Real- und CGI-Splatter sitzt nicht immer fest im Sattel, es gibt keinen wirklichen Spannungsbogen und der ganze Aufhänger ist Quatsch – die groß herausgestellten Clowns kommen kaum vor und haben auch keinerlei relevante Funktion. Es geht um ein paar Spacken, die in einem billig zu mietenden Fabrikgebäude vor Vambies (Zompiren?) davon laufen müssen. Und Splattercomedy? Echt? Das ist meistens eine Ausrede in Sachen „Für echtes Spannungskino mangelt uns das Talent, also behaupten wir einfach, es wäre lustig gemeint“. Siehe hier. Oder hier. Oder hier.  

Mitchell Altieri allerdings hat genau verstanden, was für einen Film er drehen wollte. Weil das Gerüst so vage ist, stopft er sämtliche Lücken mit Gags und schrägen Figuren voll, bis es fast platzt. Hier gibt es keine „normalen Menschen“, hier gibt es nur Comiccharaktere mit coolen Sprüchen und albernen Macken, die jederzeit die an sie gestellten Erwartungen ins Gegenteil verkehren. Masse statt Klasse – wenn von zehn Sprüchen nur einer wirklich lustig ist, muss man halt zehn pro Minute machen, um am Ende trotzdem mit einem Lacher pro Minute erfolgreich über die Ziellinie zu kommen.

Während sich die meisten Komödien gar nicht die Mühe machen, Humor aus der Konterkarierung der Genreklischees zu ziehen, gelingt es „The Night Watchmen“ immer wieder, mehr Meta-Ebene einzubauen als in so manchem meta gemeinten Streifen: Die „damsel in distress“ entpuppt sich als taffe Lesbierin, der Schwarze kann nicht mal seine Ghetto-Phrasen richtig aufsagen und eine Zompir-Kollegin ist ohne ihre Brille auch als Monster noch fast blind. Treffer versenkt.

Und so ballert und splattert und albert sich „The Night Watchmen“ über die straffe Laufzeit zu genau dem Midnight-Kultfilm, den man nach einem sehr langen Festival-Tag braucht und den man auch daheim immer wieder einlegen kann, um die bierseligen Kumpel zu begeistern.

Es ist nicht „Shaun of the Dead“ – aber was ist das schon?

Fazit: Der Partykracher des Festivals, eine doofe Chips- und Dosenbier-Splattercomedy im Stil von „Dance of the Dead“ und „Jack Brooks Monster Slayer„, die alle ihre Schwächen (und es gibt einige) durch Rasanz, sympathische Figuren und schräge Sprüche wett macht. 8 von 10, da verbrüdern sich sogar Wortvögel und Badmovie-Yetis drüber.

Shriek of the Yeti:

„Ein paar heillos dämlicher Nachtwächter wird mit einer Clown-Zombie-Vampir-Apokalypse konfrontiert. Partysplatter der besten Sorte, der vor keinem schlechten Gag zurückschreckt. Crowdpleaser. 8/10“



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heino
heino

Für mich ist der nach dem ersten Drittel komplett eingebrochen und in hysterischen Blödsinn umgeschlagen. Schade eigentlich, denn bis dahin hatte er alles richtig gemacht, aber die Vampire (die sich mehr wie Zombies verhalten), das ständige Overacting und der meist sehr platte Humor (wie viele Furzwitze waren da drin?) haben mir den gründlich verdorben.

4/10

Marcus
Marcus

Anspruchsloser Funsplatter, der das Rad zwar nicht neu erfindet, aber die niedrig gesetzten eigenen Ansprüche (Monster. Gags. Blutmatsche.) mühelos erfüllt, ohne dabei aufs Maul zu fallen. Und das ist doch schon mal was wert. Um genau zu sein, ist es 7/10 wert.