To steal from a Thief

to steal from a thief posterSpanien/Argentinien/Frankreich 2016. Regie: Daniel Calparsoro

Darsteller: Luis Tosar, Rodrigo de la Serna, Raúl Arévalo, José Coronado, Marian Álvarez, Patricia Vico

Offizielle Synopsis: Uruguayo, Gallego und ihre Jungs wagen den ganz großen Coup, kommen maskiert und mit schwerem Geschütz durch die Vordertür einer riesigen Bank in Valencia hereingestürmt. Für die Geiseln haben sie ebenfalls passendes Equipment parat. Und zwar Sprengstoffgürtel, die bei einer falschen Bewegung den ganzen Block wegreißen könnten. Schließlich müssen sie dem massiven Polizei- und Medienaufgebot, das sich bald vor der Bank sammelt, klarstellen, dass hier keine Amateure am Werk sind. Ein Unglück verhindert aber den reibungslosen Raub, ein neuer Fluchtplan muss her. Zur Rettung findet sich im Tresorraum etwas, das nicht nur Valencia, sondern ganz Spanien in Aufruhr versetzen könnte.

Kritik: Okay, der hier ist wieder grenzwertig, weil er keine SF ist, kein Horror, keine Fantasy, nicht mal ein Actionfilm oder ein Crime-Drama. „To steal from a thief “ ist ein für FFF-Verhältnisse erstaunlich softer Caper-Film, der ganz ohne Tote und überzogene Brutalitäten auskommt und der (im Gegensatz z.B. zu „Neighbor“) keine Sympathien für Bösewichte aufbauen muss – die Jungs sind einfach tatsächlich ganz nett. Trotzdem oder gerade deshalb darf man natürlich die Frage stellen, wie der ins Programm kommt…

Technisch werden keine großen Bäume ausgerissen, alles ist schnittig inszeniert, ohne auf besondere Highlights zu setzen. Hauptschauplatz ist die Bank, die Handlung oszilliert zwischen Schalterhalle und Tresorraum. Die üblichen Konflikte (externe wie interne) werden ausreichend früh gesetzt, bis zum Ende verschieben sich die Kraftverhältnisse immer wieder. Das ist alles gut und prima. Nicht mehr, aber auch nicht weniger,

to steal from a thief

Interessanter wird „To steal from a thief“ in der zweiten Hälfte, wenn heraus kommt, dass der eigentliche Grund für den Überfall eine Festplatte in einem Schließfach ist, auf der ein Veteran der spanischen Innenpolitik die gesamte schmutzige Wäsche der politischen Kaste gespeichert hat – bis rauf zur Präsidentin. So locker man den Film bis zu diesem Punkt nehmen: nun wird es doch spannend, zumal die Macher ein sehr gutes Gespür für die Mechanismen von Korruption und Seilschaften haben. Wie schnell das Netzwerk der Machtelite angesichts der schieren Möglichkeit einer solchen Festplatte in Panik gerät, ist exzellent beobachtet. Und es wundert nicht, dass die Beteiligten bereit sind, wirklich ALLES zu tun, damit niemand die Daten in die Hände bekommt.

Üblicherweise schreibe an dieser Stelle, dass der Film damit in zwei Teile zerfällt. Aber er zerfällt nicht. Der Stimmungswechsel ist plausibel, die Tonart der erste Hälfte wird nicht verraten, „To steal from a thief“ bleibt wie aus einem Guss. Respekt.

gruenFazit: Eine sympathische schwarze Komödie über einen Bankraub, die in der zweiten Hälfte in einen Politthriller wechselt und beide Genres erstaunlich gut bedient. Kein Highlight mit Must see-Empfehlung, aber eine schöne Abwechslung für Freunde von Caper-Filmen.

Philipp meint: Stilsicher, mit interessanten, überzeugenden Wendungen vom Bankraub zum Politthriller.



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Peroy
Peroy

Starring Not-Jeremy Renner…

blob
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Marc Vorlander is back. Comedy pur 🙂
http://cinefacts-forum.kino.de/245124-next-deathwish.html

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

@Peroy: Hahaha, musste beim Plakat auch direkt an Renner denken 😀

Pascal
Pascal

Alter Schwede!
Habe mir gerade die 35 Seiten im vom Blob verlinkten Forum gegeben.
Da hat einer aber ein (oder mehrere) Problem(e)!
Gut, als langjähriger Wortvogel-Leser wusste ich grob was mich erwartet aber so dermaßen drauf kann doch keiner sein, oder?

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