Shelley

Shelley-posterDänemark/Schweden 2016. Regie: Ali Abbasi. Darsteller: Ellen Dorrit Petersen, Cosmina Stratan, Peter Christoffersen, Björn Andrésen

Offizielle Synopsis: Um endlich eine Wohnung für sich und ihren Sohn kaufen zu können, nimmt die Rumänin Elena eine Stelle als Haushaltshilfe bei einem Ehepaar in Dänemark an. Kasper und Louise haben sich an einem See im Wald in den reduziertesten Verhältnissen eingerichtet, pflanzen ihr eigenes Gemüse an und verzichten auf Strom und fließend Wasser. Louise leidet stark darunter, dass sie nach einer Fehlgeburt keine Kinder mehr bekommen kann. Weil sie so schneller an das benötigte Geld kommt, willigt die mitfühlende Elena ein, das lang ersehnte Kind des Paares als Leihmutter auszutragen. Keine gute Idee, wie sie schnell am eigenen Leib erfahren muss. Ihre Schwangerschaft wird zum Horrortrip aus verstörenden Visionen und Albträumen. Elena wird das Gefühl nicht los, dass es das ungeborene Kind auf ihr Leben abgesehen hat.

Kritik: „Ihre Schwangerschaft wird zum Horrortrip aus verstörenden Visionen und Albträumen.“ – manchmal frage ich mich, was die Autoren des Programmhefts rauchen. Oder wie sie ihre kackfrechen Schönfärbereien daheim vor Mama rechtfertigen. Schon bei „Havenhurst“ war vieles in der Synopsis frech daher behauptet, um Zuschauer zu ködern. In Aussicht zu stellen, „Shelley“ sei in irgendeiner Form ein „Horrortrip“, das ist schon dreist. Es sei denn, man definiert quälende Langeweile als Horrortrip.

Zuerst einmal ist „Shelley“ langsam im Sinne von laaaangsaaaam. Menschen stehen rum, Menschen schweigen, Holz knarzt, Wasser plätschert. Die dominante Farbe des Films ist „bewölkt“. Elena wird schwanger, um sich und Louise einen Gefallen zu tun. Sie hat Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Hautausschläge.

shelley

Der Zuschauer verharrt ebenso in lähmender Starre – passiert da noch was? Wo sind die „verstörenden Visionen“? Läuft das vielleicht auf eine „Rosemary’s Baby“-Nummer hinaus? Ist Louise eine Hexe? Aber das sind Hoffnungen, die sich nicht erfüllen. Man nimmt ein Bad. Man isst Suppe. 92 Minuten wie drei Stunden.

Ein Film, dessen Ende man mit müder Erschöpfung und Schulterzucken begrüßt. Nicht ganz so unsäglich wie der völlig plotfreie „End of Animal„, eher von einer alles durchdringenden Langeweile wie „Jamie Marks is dead„. Man fragt sich, wie die Veranstalter bei der Sichtung ernsthaft „den nehmen wir!“ denken konnten.

rotFazit: Ein unendlich dröges und typisch skandinavisch deprimierendes Schwangerschaftsdrama, das sich bis zur letzten Minute nicht entscheiden mag, ob es überhaupt ein Genrefilm sein will. Ich habe schon Backsteinmauern mit mehr Vorwärtsdrang gesehen.

Philipp meint: Man kann sinnvollere Dinge mit seiner Zeit anfangen, als sich diesen Film anzusehen. Zum Beispiel Tannennadeln nach Größe und Gewicht sortieren.



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