The greasy Strangler

Greasy-strangler posterUSA 2016. Regie: Jim Hosking. Darsteller: Michael St. Michaels, Sky Elobar, Elizabeth De Razzo, Gil Gex, Abdoulaye NGom

Offizielle Synopsis: Ein alter Mann steht splitterfasernackt in einer Autowaschanlage und brüllt wie am Spieß. Während ihm die rotierenden Schwammwalzen altes Bratfett vom Körper rubbeln, klatscht eine unerhört große Penisprothese links und rechts auf seine bleichen Schenkel. Das ist Ronnie, der mit seinem Sohn Brayden in einem siffigen Haus lebt und sein Essen gerne „greasy“ mag. Er ist auch der „greasy strangler“, der ständig Leute erwürgt. Richtige Probleme gibt es allerdings erst, als Brayden sich in die dralle Janet verliebt, die ihm Ronnie schon aus Eifersucht abjagen möchte.

Kritik: Ich habe ehrlich gesagt die Schnauze voll von Filmen wie „I Origins“, „Tusk“, „Happy Birthday“, „Follow“ und jetzt „Greasy Strangler“. Es kotzt mich an, dass Leute mit durchaus technischer Expertise Filme drehen, die nur noch für den Festival-Zirkel gedacht sind, auf dem sie sich als mutig, frech und innovativ beklatschen lassen können von pseudo-intellektuellem Pack, das einen Subtext nicht verstehen würde, wenn er im Lexikon nachzuschlagen wäre. Ich hasse Filmemacher, die sich für schlau halten und deren Werke nur von einem Publikum genossen werden, das sich ebenfalls für schlau hält – und beide Seiten irren. Wenn „weirdness“ nicht mehr Werkzeug ist, sondern Selbstzweck.

Die Macher dieser Filme haben keine Ausrede – sie haben das Geld und die Mitarbeiter, Filme mit Inhalt zu drehen, bei denen die visuelle Umsetzung an zweiter Stelle nach der Story kommt. Wir sprechen hier nicht von geblendeten und von sich selbst besoffenen Amateuren, denen man die Egotrips nachsehen muss. Es sind Profis am Werk (Elijah Wood ist mal wieder Producer bei „Greasy Strangler“), die schlicht kein INTERESSE haben, mehr zu bedienen als Triebe und Reizschwellen, Affekt und Ekel.

greasy strangler

Natürlich ist „Greasy Strangler“ schick widerlich anzusehen. Ein paar der sehr statischen Bildkompositionen sind nett anzuschauen, drei oder vier Dialoge drehen die Mundwinkel nach oben. Die Farbchoreographie sitzt, die Ausstattung ist gut gewählt, die Darsteller bringen Spielfreude und Mut mit.

Aber es ist viel Rauch um nix. Weil sich hinter all den Ferkeleien und Widerlichkeiten kein Film verbirgt, weil alles nur Show ist. Weil John Waters diese artifiziell gewachsenen Lebensentwürfe vor 40 Jahren bereits authentischer und mit mehr Empathie verfilmt hat.

Ich weiß nicht, was mich mehr anwidert – der leere Zynismus der Filmemacher oder die offensichtliche Begeisterung des Publikums für so eine Nullnummer.

rotFazit: „Greasy Strangler“ ist ein Musterbeispiel für das, was auf den Festivals der Welt schief läuft – sinnloses, ausschließlich stilorientiertes Ekelkino für das Spießbürgertum, das sich unerhört frech findet, wenn es 40 Jahre alte Tabus noch mal bricht. Und das Publikum klatscht.

Philipp meint: Will vermutlich lustig sein, ist es aber nie. Einfach nur nervig, langweilig und nicht mal eklig.



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Dietmar Walter
Dietmar Walter

Danke für die Warnung – gestrichen 🙂

Marcus
Marcus

Ich habe mich durchaus amüsiert, aber das war mehr so ein permanentes, angenehm egales Dauer-WTF-Gefühl, das sich natürlich spät nachts im Kreise Gleichgesinnter in einem heimeligen Filmclub besonders leicht einstellt. In so einem Umfeld sollte man diesen Film, wenn man ihn denn sehen will, also sehen.

Aber wenn man ihn nicht sehen will, kann ich auch nicht behaupten, dass man viel verpasst. Denn inhaltlich unrecht hat der Hausherr in seinen obigen Ausführungen nicht wirklich. Deswegen auch: ??/10.

Peroy
Peroy

Ist er denn auch… schmierig genug?

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