Beyond the Gates

beyond the gates posterUSA 2016. Regie: Jackson Stewart. Darsteller: Graham Skipper, Chase Williamson, Brea Grant, Barbara Crampton, Pierson Ryan, Henry LeBlanc

Offizielle Synopsis: Ein halbes Jahr nach dem rätselhaften Verschwinden seines Vaters kehrt Gordon zurück in seine Heimatstadt. Hier soll er seinem jüngeren Bruder, dem Tunichtgut John, dabei helfen, den Nachlass des Verschollenen zu verwalten. Die entsprechende Hinterlassenschaft besteht hauptsächlich aus einer verstaubten Videothek, in der entgegen jeglicher technischer Weiterentwicklung, immer noch Tausende von uralten Videokassetten ihr Dasein fristen. Bald stoßen die Brüder im Büro ihres Vaters auf ein mysteriöses Brettspiel. Als sie die dazugehörige VHS in den Recorder schieben, erwartet sie auf dem Band die geheimnisvolle Evelyn, die erklärt, dass die beiden ihren Vater nur retten können, wenn sie sich auf die Suche nach Schlüsseln begeben, die das Tor in eine andere Welt öffnen. Gordon und John bleibt keine Wahl: Widerstrebend begeben sie sich auf eine Reise, die direkt in die Hölle führt.

Kritik: Ach Gottchen, wie niedlich – ein Film, extra für Geeks wie mich. Das fängt schon beim Herzklopfen an, wenn die Hauptdarsteller durch die gigantische Videothek streifen, mit Hunderten von Regalmetern teilweise handbeschrifteter Kassetten, viele davon im Betamax-Standard. Dazu der Titel des Film und die Titelmusik, die an Fulci erinnern. Der Versuch, ein simples Gartentor mit ein bisschen Kunstnebel und ein paar blauen und roten Lampen zu einem Zugang zur Hölle zu erklären (hinter dem deutlich sichtbar ein Fahrrad steht). Barbara Crampton aus „Re-Animator“ und „Castle Freak“ als Videospiel-Hostess der Hölle, von der alle Beteiligten tapfer behaupten, sie sähe „totally hot“ aus. Und dann diese entzückenden, handgemachten Splatterszenen, auf die stolz draufgehalten wird wie weiland bei „Tanz der Teufel“.

beyond the gates

Das ist grundsympathisch, keine Frage. Man fühlt sich an den „echten“ Low Budget-Film der 80er erinnert, an Fred Olen Ray und Don Dohler.

Die Kehrseite der Medaille ist: Wer nicht nostalgisch dem Schrottschrecker der 80er nachhängt, ist hier total falsch. Die Story ist banane und macht an keiner Stelle Sinn, die Darsteller sind bestenfalls okay und das düster daher behauptete Tor zur Hölle ist eben doch nur der Keller eines Vorstadthauses (vermutlich von Freunden oder Verwandten der Macher). Echte Suspense, eine propere Entwicklung der Figuren oder eine innere Logik sucht man hier vergebens. „Beyond the Gates“ ist nicht nur formell, sondern auch erzählerisch ein Rückgriff auf ein Jahrzehnt, in dem Dramaturgie oft noch mit der Axt erzwungen wurde. Wer das nicht kennt und daran nicht gewöhnt ist, der wird in Jackson Stewarts Film nur krudes Gerümpel sehen.

gelbFazit: Ein Liebesbrief an den Low Budget-Horror und die Geeks der 80er, der für die heutige Generation erheblich zu grobschlächtig und simpel sein dürfte, der Generation 45+ aber sicher das Herz aufgehen lässt.

Philipp meint: Niedliche Geschichte, die ihre innere Logik weitgehend durchhält und aus wenig Budget einiges macht.

P.S.: Kurios übrigens, dass Miss Crampton sich als Executive Producerin wieder eine eigene, unnötige Post Credits-Sequence gönnt…



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Streckenweise irgendwie sympathisch, aber auch furchtbar unausgegoren. Vermutlich bin ich (im Gegensatz zum Hausherrn, hehehe) dafür wirklich zu jung. 5/10.

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