approaching-the-unknownUSA 2016. Regie: Mark Elijah Rosenberg. Darsteller: Mark Strong, Luke Wilson, Sanaa Lathan

Offizielle Synopsis: Captain William Stanaforth ist unterwegs auf einer Mission zum Mars und unternimmt damit den ersten Schritt hin zu einer Kolonisierung des Planeten. Obwohl ihn die gesamte Menschheit beobachtet, ist er vollkommen allein in der Leere des Weltraums. Dann kommt es zu Komplikationen mit den Lebenserhaltungssystemen, wodurch nicht nur die Mission, sondern auch Stanaforths Leben und Verstand bedroht sind.

Kritik: Ich mag hybride Weltraum-Filme, die zwischen dem Realismus von „Apollo 13“ und der Fantasy von „Event Horizon“ angesiedelt sind, die zeigen, was zwar nicht ist, aber was sein könnte. Dazu gehört der deutsche Klassiker „Operation Ganymed“. Dementsprechend habe ich hier auch schon ein paar davon besprochen, z.B. „Astronaut – The Last Push„, „Last Days on Mars“ und „Europa Report„.

„Approaching the Unknown“ ist ein weiterer Vertreter dieses gewöhnlich eher nüchternen Subgenres und liegt vom Aufwand her zwischen „Astronaut“ (dem er in Sachen Story und Thema sehr ähnelt) und „The Martian“ (mit dem er die sorgsame Produktion und die Präsenz einen bekannten Stars teilt). Mit 90 Minuten ist dieses Kammerstück für eine Person erfreulich knapp gehalten – was aber auch dem prinzipiellen Problem des Films geschuldet ist: Außer einer Umkehrung der „Martian“-Prämisse (Stanaforth muss zum Mars HIN und dafür sein Wasser rationieren) hat „Approaching the Unknown“ wenig zu erzählen. Es gibt keine überraschenden Wendungen, keine Eskalation, keine Hinzunahme externer Gefahren. Es gibt nur Routine, das Schrauben am Wasser-Reaktor, Tagebuch-Einträge. Da sind 90 Minuten schon recht viel.

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Der Mangel an Substanz von „Approaching the Unknown“ fällt deshalb relativ spät auf, weil er sehr straff inszeniert ist, weil Mark Strong auch als Hauptdarsteller ausreichend Charisma mitbringt und weil die Effekte nicht nur überzeugen, sondern zeitweise wirklich staunen machen – viele der Weltraum-Shots sind noch mit analogen Techniken umgesetzt worden, was ihnen eine absolut glaubwürdige, aber auch trippige Qualität verleiht.

So langweilt man sich nicht, wird aber auch nicht wirklich mitgerissen. Mildes Interesse und eine gewisse Freude an der Ernsthaftigkeit der Produktion halten den Zuschauer am Bildschirm. Das hier ist eben mal kein Knallbummpäng-Action-SF-Trash – von dem wir in diesen Tagen noch lesen werden. Das hier bemüht sich – auch wenn ich immer noch nicht ganz verstanden habe, um was.

Fazit: Eine sehr ernsthafte und plausible Studie über die Einsamkeit des Entdeckers, der im letzten Drittel der Dampf ausgeht und die letztlich weder Story noch Message befriedigend entwickelt. Für Freunde seriöser, technisch orientierter Weltraumfilme.



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heino
heino

Das klingt sehr nach dem unsäglichen „Love“, der auch fast 80 Minuten mit Banalitäten füllt und dann den blödesten Twist aller Zeiten auspackt

Marcus
Marcus

AAAARGH!

Mensch, Heino! Der Abend war so schon un-nervig, und da kommst du und erinnerst mich an LOVE.