Ich habe früher gerne gegen die BILD geschossen. Irgendwann wurde mir das zu einfach und seitdem die keine Browser mit Adblocker mehr durchlassen, schaue ich nicht mal aus mildem Interesse mehr auf deren Webseite. Aber es ist leider so, dass auch "Qualitätsmedien", die gerne als Beispiel für die Unverzichtbarkeit einer professionellen Papierpresse genannt werden, mitunter krasse Aussetzer produzieren. Einige erinnern sich vielleicht noch an den Versuch der ZEIT, den Flop von "Cloud Atlas" Raubkopierern in die Schuhe zu schieben – oder an die halbgaren Breitseiten des SPIEGEL gegen ALDI. Vom SPIEGEL-Kindergarten bento mag ich gar nicht reden.

Heute ist die WELT dran, Springers Hausmarke in Sachen seriöser Journalismus. Dazu muss ich sagen, dass ich das Blatt generell nicht schlecht finde und niemanden, der sich am Flughafen ein Freiexemplar unter den Arm klemmt, schräg anschaue.

Heute hat sich die WELT aber deutlich mit einem Artikel verhoben, dessen Stoßrichtung scheinbar schon feststand, bevor man diese auf Plausibilität abgeklopft hatte. Als hätte klar sein müssen, dass die Ausgangsthese faktisch nicht zu halten ist, drohte – so möchte ich entschuldigend unterstellen – der Druckschluss und es gab kein Zurück. Alternative: Der Autor glaubt das, was er da schreibt – und das möchte ich nicht glauben.

Gehen wir es in bewährter Manier meiner bisherigen Polemiken Zeile für Zeile chronologisch durch.

Dürfen wir dich Versager nennen, Star Wars?

Knaller Einstieg, keine Frage. Eine der erfolgreichsten und langlebigsten Franchises neben Star Trek und James Bond zum potenziellen Versager erklären, da muss der Autor wirklich ganz große Geschütze in der Hinterhand haben.

Nun ist es sicher: Die Sternenkrieger haben das Ziel "erfolgreichster Film aller Zeiten" klar verfehlt. Es gibt auch einen Schuldigen, der sich von dem Hype nicht hat anstecken lassen: China.

Okay, zuerst einmal – wer hat dieses Ziel ausgegeben? Disney ist nicht ernstlich mit dem Ziel angetreten, den erfolgreichsten Film aller Zeiten zu produzieren. Weil das nicht planbar ist und immer auch viel Zeitgeist dazu gehört. Der neue Star Wars-Film ist der Reboot einer erfolgreichen, aber etwas in Ungnade gefallenen Franchise, ein Risiko mit vielen unberechenbaren Variablen. Man muss wahrlich kein Experte sein, um zu wissen, dass die Prognose bestenfalls lauten konnte: Es muss die Milliarde geknackt werden. Weil das mittlerweile die Messlatte für Mega-Franchises ist. Momentan sieht es danach aus, als würde "Batman v. Superman" nach einem starken Start daran scheitern und bei knapp 900 Millionen hängen bleiben. Immer noch kein Taschengeld.

"Star Wars: The Force Awakens" ist der erfolgreichste Film auf dem amerikanischen Markt – aller Zeiten. Er hat als einer von drei Filmen weltweit mehr als zwei Milliarden Dollar eingespielt. Die Rubriken, in denen er bei Boxofficemojo auf dem ersten Platz steht, sind zahlreich:

"Star Wars: The Force Awakens" ist nach jedem erdenklichen Maßstab nicht nur ein Erfolg – er ist ein Mega-Hit.

Warum ist Autor Rodek also der Meinung, der Film habe das (anscheinend nur von ihm ausgerufene) Ziel nicht erreicht, müsse sich womöglich Versager nennen lassen?

Vielleicht erinnern sich noch Mitleidende an den letzten Dezember, als man hart auf die Probe gestellt wurde. Beim Weihnachtseinkauf im Elektronikmarkt fuchtelten Verkleidete mit Laserschwertern herum. Der Hamburger Verkehrsverbund kündigte auf einer Anzeigetafel an, die U1 fahre "über Obi-Wansbek ab Vaderdorf weiter nach C-3POhlstedt (3 Minuten warten Du musst)". Ganz zu schweigen von Bekannten, die allen Ernstes fragten, ob das Luke Skywalkers Prothesenhand sei, die im Trailer nach R2-D2 greife.

Ahhh, da haben wir es ja auch schon. Der Autor hat’s nicht so mit Geeks, fühlt sich im öffentlichen Raum vom Hype belästigt und kann so gar nicht verstehen, dass Fans z.B. in Trailern nach Querverweisen der umfangreichen Mythologie suchen.

Aber es wird schlimmer – Rodek musste nicht nur die Existenz von "Star Wars" ertragen, sondern auch noch dessen Erfolg, der Leute wie ihn zu einer grummeligen Minderheit degradiert.

Und dann diese Rekordmeldungen. Nie so viele Eintrittskarten vorbestellt. Bestes Startwochenende an der Ostküste. An der Westküste auch. Strahlende Kinobesitzer in Wanne-Eickel und Tatooine. Es schien nur eine Frage der Zeit, bis der erfolgreichste Film aller Zeiten – James Camerons "Avatar" – entthront würde.

Nein. Natürlich gab es Berechnungen, ob "Star Wars" den bisherigen Top-Film "Avatar" würde ablösen können. Selbst die mutigsten Branchen-Experten hielten das allerdings für zumindest unwahrscheinlich. Und wenn es um Dollars und Cents geht, müsste man fairerweise auch die Inflation raus rechnen, was zu ganz anderen Ergebnissen führen würde. Nach aktuellem Stand wäre der erfolgreichste Film aller Zeiten nämlich nicht "Avatar", auch nicht "Titanic", sondern "Vom Winde verweht". Und auf Platz 3 stünde immer noch "Star Wars" – das Original von 1977.

Ist aber wumpe, weil hier ein Strohmann abgebrannt wird – Rodek freut sich diebisch über das Nichterreichen eines Ziels, das niemand ernsthaft aufgestellt hat.

Dann wurde es stiller an der Rekordfront, und nun steht fest: "Star Wars: das Erwachen der Macht" hat das Ziel weit verfehlt, meilenweit. Nicht einmal zum zweiterfolgreichsten hat es gereicht.

Ich wiederhole mich da gerne: "Star Wars: Force Awakens" gehört zum exklusiven Trio der Filme, die über zwei Milliarden eingespielt haben. Mit TV/DVD-Verwertung und Merchandising wird der Streifen mittelfristig vermutlich alleine schon wieder das einbringen, was Disney seinerzeit an Lucas gezahlt hat (4,5 Milliarden Dollar). Und er hat perfekt den Boden bereitet für die Ableger-Franchise-Filme, die mit "Rogue One" starten.

Was aber noch wichtiger ist: Der Film ist nicht nur ein Boxoffice-Monster, sondern auch durchaus gut gelitten bei Fans und Kritikern, was man z.B. von "Batman vs. Superman" oder den "Transformers"-Filmen nicht sagen kann:

  • 81 Prozent auf Meta-Critic
  • 92 Prozent auf Rotten Tomatoes
  • 8,2/10 bei der IMDB

Ziel meilenweit verfehlt? Ein Versager? Da hat wirklich niemand in der WELT-Redaktion eingegriffen und gesagt "Mensch Hanns-Georg, das kannste doch nicht schreiben, das ist doch barer Unfug"?

Das erfüllt all jene, die sich am liebsten auf den Todesstern gewünscht hätten, um der Dauerbekriegung zu entkommen, mit klammheimlicher Freude. Der Hype, der ihnen so auf die Nerven ging, hat sein ultimatives Ziel nicht erreicht.

Und da haben wir es nochmal – Star Wars geht Rodek auf die Eier und deshalb muss er etwas finden, um es in den Staub zu treten. Und in seinem religiösen Eifer fällt ihm nicht mal auf, wie peinlich es ist, wenn das einzige Argument "erfolgreich ja – aber nicht der erfolgreichste!" lautet.

Die 2,1 Milliarden Dollar, die die Sternenkrieger in Disneys Kassen spülten, hätte man zwar auch gern auf dem Konto, aber "Titanic" nahm eben 2,2 Milliarden ein und "Avatar" 2,8.

Ätschi bätsch!

Rodek gehört vermutlich zu den Menschen, die ihren Kindern, wenn sie eine 1 im Diktat nach Hause bringen, zuerst einmal fragen "hat ein anderes Kind eine 1+ bekommen?". Und ich habe das dumpfe Gefühl, bei Disney fühlt sich angesichts von 2 Milliarden niemand als Versager.

In der "ewigen" Besucherbestenliste für Deutschland (die jedoch nur 50 Jahre zurückreicht) belegt "Star Wars" mit neun Millionen Zuschauern gerade Platz 22, knapp vor "Otto – der Film", aber hinter "Ziemlich beste Freunde".

Das ist richtig. Der erfolgreichste Film aller Zeiten hierzulande ist immer noch "Das Dschungelbuch". Übrigens von Disney. Und "Avatar" hatte hierzulande weniger Besucher als "Der Schuh des Manitu". Vielleicht sollte man die Deutschen da besser nicht als Maßstab nehmen…

So. Das gehörte mal gesagt, von wegen Wiederherstellung der Relationen.

Gebt mir eine Sekunde, um fertig zu kichern.

So. Bin wieder da.

Abgesehen davon, dass Rodek hier keinerlei Relation wiederherstellt, hätte die Formulierung als "Das wird man ja wohl noch sagen dürfen!" vielleicht einen Tacken knackiger geklungen. Warum und warum ausgerechnet von ihm? Keine Ahnung,

Und von wegen des ehrfürchtigen Tones der Fan-Boy-Bewunderung, mit der in den Medien fast nur noch über dieses "kulturelle Phänomen" gesprochen wird. Und es lohnt sich, genauer hinzusehen, bis wohin dieses "Phänomen" gedrungen ist und wo sich sternenkriegsfreie Enklaven gehalten haben.

Zweimal "Und" am Satzanfang. Stilistisch unschön. Passiert mir auch oft. Redigiere ich dann meistens wieder raus. Zum Inhalt: Star Wars IST ein kulturelles Phänomen, und das seit fast 40 Jahren. Man muss das nicht mögen, es steht einem gestandenen Filmkritiker aber auch nicht zu, es wider besseren Wissens zu bestreiten. Auch Herr Rodek kann sich die Welt nicht machen, widde widde wie sie ihm gefällt.

Wo sind sternenkriegsfreie Enklaven?

Der Filmschreiberling der WELT versucht sich nun recht energisch an Augenwischerei, denn er fängt damit an, Filme aufzuzählen, die alle wohl irgendwie erfolgreicher als "Star Wars: Force Awakens" gewesen sein sollen. Was er dabei bequem unterschlägt, werde ich nachtragen.

In Indien etwa, wo Hollywoodfilme gerade zehn Prozent der Kinobesuche ausmachen (in Deutschland sind es 70) und das lieber weiter seine eigenen Mythen und Stars pflegt; "Dilwale", die neue Romantikkomödie des klassischen Liebespaars Shah Rukh Khan und Kajol, übertraf Luke und Leia.

Nun ja: Luke und Leia sind nur Nebenfiguren in "Star Wars: Force Awakens" und haben zusammen genommen vielleicht zehn Minuten Screentime. Aber ich gehe mittlerweile sowieso davon aus, dass Rodek den Film nicht gesehen hat.

Was "Dalwali" angeht: Ja, der mag im direkten Vergleich in Indien erfolgreicher gewesen sein (Rodek gibt ja zu, dass es sich bei dem Subkontinent um einen extremen Nischenmarkt handelt). Insgesamt hat "Dalwali" allerdings auch nur umgerechnet 59 Millionen Dollar eingespielt, das passt in die 2,1 Milliarden von "Star Wars" lockere 35 mal rein.

Oder in Korea, wo das Bergsteigerdrama "The Himalayas" ein unüberwindliches Hindernis für "Star Wars" darstellte.

"The Himalayas" kommt in den Top50 der erfolgreichsten koreanischen Filme gar nicht vor. Mit 7,5 Millionen verkauften Tickets lief er in Korea schlechter als "Star Wars" hierzulande.

Oder in Japan, wo "Yo-Kai 2", ein Anime über böse Geister, die Siths in die Flucht schlug.

Von den zehn erfolgreichsten Filmen in Japan sind fünf aus Hollywood. "Yo-Kai 2", eine "flavor of the month"-Adaption, wird nicht mal in Asien Wellen machen.

Und ehrlich? Nach Luke und Leia bemüht Rodek nun auch statt der First Order die Sith? Will der einfach nur Star Wars-Geeks mit seiner zur Schau getragenen Ignoranz provozieren?

Japan ist der drittgrößte Kinomarkt der Welt, aber Hollywood richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf den zweitgrößten, der in ein, zwei Jahren sogar den amerikanischen überholen dürfte: auf China.

Eine steile These. Da der chinesische Markt nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat, global zu expandieren, sehe ich Hollywood auch dann ungefährdet, wenn China regional seine Produktionen massiv hochfährt – und damit auch breit wie langfristig erfolgreich ist.

Momentan lese ich aber immer wieder solche Geschichten.

Das lebte lange Zeit in seliger Ignoranz des "Star Wars"-Universums, das sich in einer weit, weit entfernten Galaxie auszudehnen begann, tief im Westen. Als der junge Harrison Ford erstmals die Schwerter kreuzte, war Mao gerade gestorben.

STOPP! Harrison Ford hat in Star Wars nie ein Schwert geschwungen (Laser oder sonstwie). Rodek ist ganz offensichtlich so einer:

geek

Als zwei Jahrzehnte später die Klonkrieger aufmarschierten, war China ein Kinoentwicklungsland, heute werden dort 15 neue Kinos pro Tag (!) eröffnet.

Die Zahl ist so erstaunlich, dass Rodek ein Ausrufezeichen dahinter macht – statt sie einfach mal zu hinterfragen. Ich hab’s getan: Mitnichten werden in China 15 neue Kinos pro Tag eröffnet. Es kommen 15 Leinwände hinzu. Das kann ein Megaplex mit 30 Leinwänden sein, was dann schon zwei komplette Tagessätze an Neugründungen abdeckt, aber auch die Erweiterung eines bestehenden Kinos. Dass Leinwände nicht gleich Kinos sind – sollte ein Filmkritiker das nicht wissen, bzw. verstehen?

Noch vor zehn Jahren, als LucasArts das Online-Rollenspiel "Star Wars Galaxies" auf den Markt warf, wurde um China ein Bogen geschlagen, genauso wie vor fünf Jahren mit dessen Nachfolger "Star Wars: The Old Republic".

Nun machte LucasArts um China keinen Bogen – das Problem war vielmehr die rigide Internet-Zensur in dem Land, das Rodek augenscheinlich für eine kulturelle Oase hält, das aber de facto immer noch die größte Diktatur der Welt darstellt. Man muss halt abwägen: Einerseits kann man auf dem Platz des Himmlischen Friedens zusammen geschossen werden – andererseits muss man nicht "Star Wars Galaxies" spielen. Win some, lose some.

Für die "Erwachende Macht" hatte sich Disney in China wirklich Mühe gegeben. Beim Shanghai-Festival wurden alle sechs alten Filme hintereinander gezeigt. Zur Shanghai-Premiere gaben sich Regisseur und Stars die Ehre. Lebensgroße Sturmtruppler-Skulpturen standen in der Luxus-Shopping-Meile Shanghais. Lu Han, Chinas Antwort auf Justin Bieber, tanzte in einem Musikvideo in Jedi-Roben und sang davon, wie er "die Macht spüren" könne.

Auch wenn Rodek es kaum glauben mag – das sind die üblichen Marketingmaßnahmen für Mega-Budget-Filme. Die greifen mal mehr, mal weniger. Und angesichts von 125 Millionen Dollar Einspielergebnis in China kann man wahrlich nicht von einer "sternenkriegsfreien Enklave" reden.

Doch die Macht der Macht erwies sich als begrenzt. Am Ende lag "Star Wars" nur auf Rang sieben amerikanischer Filmerfolge in China, hinter zwei "Transformern", "Avatar", "Jurassic World", den "Avengers" und "Fast & Furious 7", der fast dreimal so viel einspielte.

Da es Rodek ja um die hehre Filmkultur geht, tue ich mich schwer, seine diebische Freude über die Dominanz von "Transformers" und "Fast & Furious" in China zu teilen. Da ist mir "Star Wars" als globaler Händeschlag allemal lieber. Aber ich kann dem Filmschöngeist der WELT zumindest erklären, woran es (vermutlich) liegt: action travels – humor doesn’t. Alte Regel im Business. Nicht jeder versteht komplexe Mythologien, nicht jeder versteht kulturell geprägte Scherze – aber jeder versteht Explosionen, schnelle Autos und Roboter.

In den sozialen Netzwerken erntete der Film gemischte Kommentare. Auf Weibo (einer Facebook-/Twitter-Mixtur) schrieb ein Blogger: "Wenn einem Science-Fiction-Film die Vorstellungskraft fehlt, was ist dann der Unterschied zu einer Seifenoper? (vorzüglicher Punkt, der Redakteur) Die Geschichte stand ganz im Dienst der Fans der ursprünglichen Trilogie und verließ sich völlig auf Effekthascherei. Am lächerlichsten ist, dass die ganze Macht der Galaxie einer Familie gehören soll." Auf Douban (einer Mischung aus MySpace und IMDB) bekannte ein Zuschauer seine Verwirrung: "Ich habe die Geschichte gar nicht recht begriffen … Die erste Hälfte hat mich schwindlig gemacht."

Ach so – ZWEI ungenannte chinesische Filmfans sind demnach Zeugnis der "gemischten Kommentare". Bewerten wir die Politik der Kanzlerin künftig auch nach der Kommentarspalte bei SPIEGEL online? Fakt ist: Alle kumulierten Kritiken weisen auf eine extrem hohe Begeisterung für "Star Wars: Force Awakens" hin, bei der Presse wie bei den Fans. Die Zahlen von Meta-Critic, Rotten Tomatoes und der IMDB (s.o.) sprechen für sich.

Vor allem: Kein Film erreicht 2 Milliarden, wenn er den Zuschauern nicht gefallen hat – dafür braucht es extrem positive Mundpropaganda und exzessives "repeat viewing". Aber ist doch schön, wenn sich zwei Chinesen finden, die Rodeks Ablehnung teilen.

"Eine brutal ehrliche Sicht auf den Film, ungetrübt von der rosa Brille der Nostalgie, welche die meisten im Westen aufhaben."

Echt jetzt? In die eigene Kultur scheißen, nur weil man einen verfickten Blockbuster nicht leiden kann? Und Herr Rodek steht natürlich über so ekliger Nostalgie, verbündet sich mutig mit den Chinesen, die ja so überhaupt keine nostalgische Ader haben? Hier könnte ich angesichts der geballten Arroganz und Ignoranz das erste Mal so richtig kotzen.

Die Generation, die Chinas Kinoboom treibt, war noch nicht geboren, als die Episoden 1 bis 6 herauskamen.

Im Gegensatz zu den Teenagern im Rest der Welt, die alle vor 1977 geboren wurden.

Sie hat einen klaren Blick auf die Botschaften des Films. "Ein demokratisches Parlament scheint chaotisch zu sein, während das Imperium eines Diktators stabil zu sein scheint", schreibt ein Douban-Nutzer. "Das ist es wert, darüber nachzudenken."

Das ist es, in der Tat, denn "Star Wars" erscheint hier wie die Illustration des Mantras der chinesischen Führung, freie Wirtschaft sei gut, aber nur in einer "kontrollierten" Demokratie. "Die Republik ist unfähig, das Militär und das Parlament zu kontrollieren, also bricht sie zusammen", interpretiert ein anderer. "Was kann eine Demokratie schon tun? Sie hängt trotzdem von der Macht der Waffen ab!" Einer der Gründe, warum "Star Wars Galaxies" in China nicht herauskam, war die Möglichkeit für die Spieler, eigene Inhalte zu kreieren. Chinas Regierung erlaubt nur neue Inhalte innerhalb zuvor von den Entwicklern definierter Grenzen.

Das ist falsch und wäre auch falsch, wenn es richtig wäre. Da Rodek den Film offensichtlich nicht gesehen hat, ist ihm auch entgangen, dass die Bösen mit der Superwaffe am Ende VERLIEREN. Und selbst wenn "Star Wars: Force Awakens" von einer "might makes right"-Ideologie durchdrungen wäre, müsste er damit der chinesischen Mentalität eigentlich entgegen kommen, was den von Rodek behaupteten Misserfolg umso unerklärlicher macht.

Hollywood steht vor dem Problem, amerikanisch bleiben zu wollen und global werden zu müssen. Noch bis in die Achtzigerjahre war dies simpel: Die USA waren klar der größte Kinomarkt der Erde, und der wurde zielgerecht bedient, mit englischsprachigen Stars, amerikanischem Traum und auf dem Westzentrismus gegründeten Geschichten. In den Neunzigern begann sich die Balance zu verschieben, die ersten Filme nahmen im "Rest der Welt" mehr ein als in Nordamerika. Heute ist das bei Blockbustern die Regel, wobei "Fast & Furious 7" das umgekehrte Extrem verkörpert, 77 Prozent im Ausland, nur noch 23 Prozent in den USA. "Star Wars" liegt ungefähr bei 50:50.

Clever argumentiert, dafür aber wenigstens hinterhältig und unredlich. Ja, prozentual verschiebt sich das Verhältnis – weil Hollywood IMMER MEHR verdient, weil sich nach dem Ostblock in den 90ern auch der asiatische Markt dem amerikanischen Kino massiv öffnet. Mit dem Fokus auf dem amerikanischen Markt wären Einspielergebnisse jenseits einer Milliarde gar nicht möglich, die Verschiebung der Verhältnisse ist das beste, was den US-Studios passieren kann. Und die damit verbundene Reduzierung des heimischen Anteils ist eben kein Verlust, weil sie realen Steigerungen der Einnahmen gegenüber steht.

Einfache Rechnung:

Vor 20 Jahren hat ein Blockbuster 200 Millionen eingespielt, davon 150 in den USA und 50 international. Also kamen 75 Prozent des Geldes aus Amerika, 25 aus dem Rest der Welt.

Heute spielt ein Film vielleicht nur 50 Prozent daheim ein – ein Rückgang von satten 25 Prozent! Aber da der Film insgesamt 300 Millionen einspielt, sind 50 Prozent davon jetzt ebenfalls 150 Millionen.

Wer allen Ernstes behauptet – bei drei Filmen, die weltweit mehr als 2 Milliarden Dollar eingespielt haben -, Hollywood habe den Schuss nicht gehört, muss seine Berufsbezeichnung endgültig in ironische Anführungsstriche setzen.

Weil mittlerweile eh alles wurscht ist, vergleicht Rodek nun fleißig Äpfel und Birnen – vermutlich auch der Richtigstellung der Relationen wegen.

Die US-Filmindustrie hat das Problem mit der jahrzehntelang bewährten Kleinen-Finger-Taktik zu bewältigen versucht. Man drehte Monumentalfilme wie "Quo Vadis" mit Robert Taylor in Roms Cinecittà, und italienische Stars durften in Nebenrollen mitspielen.

Das machte man, weil die Filme bestimmter Genres in Italien billiger zu drehen waren – es hatte nichts mit dem Versuch zu tun, auf dem globalen Markt besser positioniert zu sein.

Man ging für "The Last Samurai" nach Japan und stellte Tom Cruise ein paar Einheimische zur Seite.

Hier wird Rodeks Argumentation leider von der Tatsache torpediert, dass der Film in Japan zu den erfolgreichsten aller Zeiten gehört (aktuell Platz 11), was belegt, dass die Strategie augenscheinlich aufgegangen ist.

Man beehrte mit den "Inglourious Basterds" Berlin und gab Deutschen Minutenauftritte; allerdings entführte Christoph Waltz unerwartet den gesamten Film.

Deutsche "Minutenauftritte"? Eine erstaunliche Aussage bei einem Film, der seinen Bösewicht deutsch-österreichisch besetzt und diesem mit der besten Rolle auch noch seinen ersten Oscar beschert.

Unverdrossen wendet Hollywood die alten Rezepte an. Zhang Jingchu, in China ein Star, bekam im neusten "Mission Impossible" eine Nebenrolle mit zwei Zeilen Dialog. "Iron Man 3" verlängerte die Fassung für China um vier Minuten mit chinesischen Schauspielern.

Das wirkt in der Tat manchmal krude, neulich auch erst wieder in "The Martian". Aber es ist nun mal nicht einfach, in uramerikanische Filme und uramerikanische Genres eine chinesische Facette einzubauen. Immerhin versuchen es die Amerikaner wenigstens – ich habe bis heute noch keinen deutschen Film gesehen, der (erfolgreich oder nicht) ins Reich der Mitte schielt.

Chinas größte Namen – Chow Yun-Fat, Zhang Ziyi, Jet Li, Gong Li, John Woo – stellten sich eine Weile als exotische Farbtupfer zur Verfügung.

"stellten sich eine Weile als exotische Farbtupfer zur Verfügung" – ein hübscher, in diesem Fall notwendiger Euphemismus, weil Rodek natürlich nicht offen sagen kann, dass er damit "gingen nach Hollywood" meint. Und dass die meisten der Genannten deswegen gingen, weil nach dem Rückfall Hongkongs an China unter der restriktiven Kulturpolitik der KP kaum filmische Freiheiten zu finden waren.

Gerade als deutscher Filmkritiker hier die Parallelen zum Dritten Reich nicht zu sehen (oder nicht sehen zu wollen), finde ich schändlich.

Vielleicht ist es das, was mich subkutan an dem Artikel so anwidert – für eine extrem banale emotionale Verletzung (Star Wars nervt ihn) feiert Rodek die Chinesen als Kulturbewahrer, vor dem sich das Banausenvolk der Amerikaner mal schön in acht nehmen soll.

Inzwischen sind sie alle mehr oder minder zurück zu Hause, selbst Jackie Chan ist wieder ein einheimischen Produktionen zu sehen.

Ja, und das ist auch nicht besonders schön zu sehen, wie sich der alternde Actionstar dem Regime andient. Zumal es eine Binsenweisheit ist, dass viele kreative Kräfte zurück fließen, wenn Despoten einer zart blühenden Filmindustrie etwas mehr Leine lassen. Daraus lässt sich null ableiten, was die Zukunft Hollywoods oder das herbei geschriebene "Versagen" von "Star Wars" angeht.

"Chinas Anspruch auf Weltmachtstellung erstreckt sich nicht nur auf eigene Atombomben und Raumschiffe, sondern zunehmend auch auf die Kultur. "

Normal und richtig. Hat niemand was gegen, auch nicht Hollywood.

"Exemplarisch ist "Kung Fu Panda", eine chinesische Legende, die Hollywood vor zehn Jahren mit Beschlag belegte, weil China sich damals noch mit der Position als kultureller Dienstleister begnügte; heute würde das nicht mehr passieren."

Au. Weia. Zuerst einmal ist "Kung Fu Panda" keine chinesische Legende, sondern eine Erfindung des Dreamworks-Managers Michael Lachance. So "echt chinesisch" wie Glückskekse. Und warum "würde das heute nicht mehr passieren"? Haben Länder jetzt ein kulturelles Monopol auf die eigene Geschichte? Filme über Deutschland nur noch von Deutschen?

Und wieso vergisst Rodek hier bequemerweise "Mulan" von den (schau an) Star Wars-Machern Disney, der tatsächlich auf einer chinesischen Legende basiert? Vielleicht, weil der Release von Mulan seinerzeit von den chinesischen Behörden in den Flop-Status gegängelt wurde und damit das genaue Gegenteil dessen belegt, was Rodek hier behauptet?

Wir sind inmitten eines neuen Kampfs der Zivilisationen, in dem Hollywood seine kulturelle Oberhoheit nicht abgeben und China genau diese nicht mehr akzeptieren will. Und "Star Wars" ist der symbolträchtigste Ausdruck dieser Hegemonie.

Hollywood hat keine kulturelle Oberhoheit über China, China wird sich schwer tun, jenseits der eigenen Region irgendeine Form der kulturellen Hoheit zu etablieren – den von Rodek hilflos postulierten Zivilisationskampf gibt es nicht, nur eine erwartbare Verschiebung der Marktanteile auf dem chinesischen Markt zugunsten der erstarkenden heimischen Industrie. Und die Tatsache, dass "Star Wars: Force Awakens" keine chinesischen Boxoffice-Rekorde gebrochen hat, beweist die eh schon falsche These auch nicht.

Ehrlich, WELT? Über diesen kruden, wirr zusammen gestoppelten Kram ist keiner mit dem Rotstift noch mal drüber? Ich habe selten einen Artikel gelesen, der aus einer derartig weinerlichen Mücke (mich nervt Star Wars!) einen derartig wackeligen Elefanten (Ende der amerikanischen Kulturhoheit!) baut.

Nun ist Autor Rodek nicht irgendwer, wie sein Profil verrät:

  • 1995, Filmredakteur, "Die Welt"
  • Jury-Mitglied Cannes, Gerd-Ruge-Preis, Helmut-Käutner-Preis, Around the World in 14 Films etc.
  • Herausgeber "Showbusiness-Enzyklopädie des 20. Jahrhunderts"
  • TV-Gastgeber "Ein Abend mit…" auf TNT Films
  • 2008-2012 Vorstandssprecher des Verbands der Deutschen Filmkritik

Das macht es noch schlimmer. Vielleicht erklären Stichworte wie "Cannes-Jury" und "Gerd-Ruge-Preis" das Problem allerdings auch.

Und die Antwort auf die im Titel des Artikels gestellte Frage lautet natürlich:

Nein. Hau ab.



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chaosmonger
chaosmonger
18. April, 2016 15:57

"STOPP! Harrison Ford hat in Star Wars nie ein Schwert geschwungen (Laser oder sonstwie)."…
I beg to differ: Han Solo hat immerhin einen Taun Taun aufgeschlitzt, um Luke zu wärmen. Aber stimmt schon, Schwerter gekreuzt hat er nicht…

noyse
noyse
18. April, 2016 16:25

Also auch ich bin genervt von Star Wars und Von Batman vs Superman und dem ganzen anderen Marvel und DC gedöns weil jeder pups irgendwo in der Timeline auseinandergenommen wird. Dazu Kommt das elendige Merchandising (das auch bei den Minions schon sehr nervig war, aber star wars äpfel? serious?)
Aus diesem Grunde hab ich noch keine der letzten Blockbuster im Kino gesehen. Aus gnatz. weiss aber dass ich mir die billig irgendwo im stream reinziehen werde, weil sie trotzdem ihr programm gut produziert runterreissen. Ich kann daher Russlands Antwort "Guardians" auf das MCU nicht genug erwarten (Replica Bashing ist schon in den netzwerken unterwegs) Nur um genau zu wissen das wird bombastisch und zwar in allen Belangen: Overacting, sehr merkwürdige Dialoge, CGI Inflation (meist in schlecht).

DMJ
18. April, 2016 16:34

Meine Güte, was für eine Graupe!
Ich wurde mit "The Force Awakens" ja auch nicht warm und war entsprechend vom Hype genervt, aber irgendwie habe ich es geschafft, nicht zu heulen, dass andere Leute mehr Spaß hatten, als ich.
Dass die Rückkehr der Serie zur allgemeinen Beliebtheit nach den Prequels (die der neue Teil natürlich mühelos in den Schatten stellt) eine große Leistung ist, kann man eigentlich auch nicht leugnen.
Aber spätestens, wenn der Artikel in seine seltsame, im Grunde zusammenhangslose China-Ausführung verfällt, hat er sein Thema wohl eh vergessen.

chaosmonger
chaosmonger
18. April, 2016 16:55

@ Wortvogel #2: stets zu Diensten…

Stefan
Stefan
18. April, 2016 18:18

"…und seitdem die keine Browser mit Adblocker mehr durchlassen, …"

Nein. Sie lassen kein Adblock Plus mehr durch. Mit anderen Werbeblockern (uBlock Origin) oder vernünftigen Browsern, die den Adblocker gleich mitbringen (etwa rekonq, wenn man ein Linux hat), geht bild.de prolemlos.

Nicht, dass man das lesen müsste. Aber es stimmt halt nicht, dass sie keine Adblocker mehr durchlassen.

Der_Hanseat
Der_Hanseat
18. April, 2016 18:45

Eine Story, die den Antiamerikanismus der Leser mitnimmt, geht in Deutschland halt immer. Egal ob in linken, rechten oder konservativen Zeitungen. Da werden wohl jahrhundertealte Minderwertigkeitskomplexe kompensiert.

Marcus
Marcus
18. April, 2016 19:42

"Man beehrte mit den "Inglourious Basterds" Berlin und gab Deutschen Minutenauftritte; allerdings entführte Christoph Waltz unerwartet den gesamten Film."

Vorschläge für alternative Repliken:

"Der Herr Filmexperte war demnach überrascht, dass der Darsteller der größten Sprechrolle den Film prägen würde?"

"Genau. Die Deutschen bekamen Minutenauftritte, die ganzen großen Nazirollen wurden mit so berühmten internationalen Schauspielern wie dem Spanier Daniel Brühl, dem Briten August Diehl, dem Amerikaner Sylvester Groth und dem Massai Til Schweiger besetzt."

Lorelei
Lorelei
25. April, 2016 14:02
Reply to  Marcus

"Massai Til Schweiger…"
You made my day.

Zum Artikel des so weltgewandten Autors: Seine Motivation, jenen zu schreiben, kann ich nachvollziehen, da ich selbst auch nie wirklich an Star Wars interessiert war, aber die Verpackung des Artikels ist schon mehr als lächerlich. Ich hätte mich absolut über gut recherchiertes Bashing gefreut, denn es gibt so viel zu kritisieren, dass man eigentlich leichtes Spiel hätte. Nun auf dieser Schiene zu argumentieren, ist absurd. Nicht nur, dass jede amerikanische Produktion von der Problematik betroffen ist, die der Autor beschreibt, vor allem die Faktenignoranz ist hier so offensichtlich, dass man sich permanent fremdschämt. Aber nun schaue ich aus Trotz alle Filme des Franchise, da ich jetzt doch neugierig geworden bin. Vielleicht wollte er ja genau das erreichen und ist eigentlich ein heimlicher Fan?
Danke für die fundierte Analyse!

dermax
dermax
18. April, 2016 20:00

Also das mit Kung Fu Panda ist das beste, eine chinesische Legende…

Jake
Jake
18. April, 2016 20:36

Wow. Einfach nur wow. Mit dem Artikel könnte sich Herr Rodek glatt bei Bento bewerben. Doch so peinlich dieser gewaltige Hirnfurz auch ist, gebührt dem werten Herrn trotzdem unser aller Dank. Denn ohne ihn wäre dieser Blog um eine köstliche Wortvogel-Replik ärmer. Danke für Deine treffenden Zeilen, Torsten. Das hat mir gerade echt den Abend versüßt!

jmk
jmk
18. April, 2016 21:06

Nach "aller Zeiten" hab ich aufgehört zu lesen. Glashaus und so.

Teleprompter
Teleprompter
18. April, 2016 23:36

O.K. Da ist jemand mit seiner Abneigung gegen einen erfolgreichen Film wohl etwas über das Ziel hinaus geschossen.

Aber: Ich denke mal, auch im Hause Disney wird man den Machern nach der Auswertung die eine oder andere Frage gestellt haben. Etwa: Warum hat es der Film mit jedem Ticketzuschlag seit das Wort erfunden wurde (hier in Köln 3D+Überlänge+Laserprojektion+Atmos) nicht geschafft, eine fast 20 Jahre alte Schnulze über einen vor 110 Jahren abgesoffenen Kahn ohne alle diese Zuschläge (außer Überlänge) auch nur der Summe nach (also sogar noch ohne Inflationsfaktor) an der Kasse zu schlagen ? Wäre der Film vielleicht gerade weltweit noch besser gelaufen, wenn er einen Tick origineller gewesen wäre und kein 90%-Remake von Ep 4 ? Hätte man für die Trailer und den Film nicht wenigstens eine oder zwei Szenen drehen können, bei denen dem Zuschauer die Kinnladen runterfallen, wie bei Avatar ??

Nicht missverstehen, ich mochte den, vermutlich im Gegensatz zu dem WELT-Autor. Viele Gedankengänge sind da auch nur schwer nachzuvollziehen, vor allem wenn er die "erfolgreichen" Gegenbeispiele auf dem chinesischen Markt zitiert, die zT noch viel unorigineller und kommerzieller sind wie Transformers und F&F7.
Aber was SW7 angeht: Da stellt der WELT-Artikel zumindest mal ein paar legitime Fragen.

Teleprompter
Teleprompter
19. April, 2016 10:28

Dass China ein schlechter Kronzeuge ist, hatte ich ja zugegeben, dafür ist der Markt da zu eigenwillig (selbst die Zahlen sind da wohl mit Vorsicht zu genießen, weil einheimische Produkte da schon mal etwas zur Lasten der US-Konkurrenz geschönt werden).

Für den Trailer hatte ich nicht unbedingt "originelle" Szenen gefordert, es hätte halt nur irgendwas mit "Wow-Effekt" dabei sein können, was dann im Endergebnis auch Film trotz durchaus ordentlicher Effekte und Actionszenen nicht geliefert hat. Vielleicht hat Disney nach seinen teuren Flops (John Carter, Lone Ranger) auch der Mut gefehlt, das sicher nicht kleine Budget noch um die dafür nötigen 50 oder 100 Mio aufzustocken.

Ich bleibe aber dabei: Ein dermaßen heißersehnter Franchise-Neustart muss auch angesichts von Geld- und Zuschlagsinflation ganz einfach den Anspruch haben, zumindest der Summe nach weltweit vorne zu liegen oder wenigstens in enger Schlagdistanz zur Nr. 1 und nicht (international) noch hinter dem siebten Aufguß einer leicht prolligen Raserserie. Zumal JJ&Co ja präzise analysieren konnten, warum Lucas mit Ep 1-3 daran auch schon gescheitert ist, wobei Ep 1 inflationsbereinigt gar nicht so weit entfernt liegt. Ob sie mit ein paar neuen Ideen und Handlungselementen (müssen ja nicht ganz so dämlich sein wie GLs Methaclodingens oder der Handelskrieg) jetzt so viel besser gefahren wären, bleibt Spekulation, aber nur Ep. 4 zu remaken war einfach die mutloseste aller möglichen Entscheidungen.

Ist natürlich alles Jammern auf hohem Niveau. Nur setzt der Film ja auch den Kurs für Nr. 8. Wenn die Fans zufrieden, aber nicht begeistert sind oder gar das Gefühl haben, dass der dann auch nur wieder ein Aufguß (vom zurückschlagenden Empire etwa) wird, könnten die Ergebnisse sich auch komplett in die andere Richtung entwickeln.

Earonn
Earonn
19. April, 2016 10:37

@Teleprompter
Außerdem war Titanic eines jener unvorhersehbaren Events, die man schlichtweg nicht planen und nicht "mal eben so" einholen kann, wie Torsten ja auch schon erwähnte.
Genauso kannst Du fragen, warum Titanic es nicht schaffte, Vom Winde Verweht zu überholen.

An dem Zeit-Artikel nerven mich abgesehen von den sachlichen Fehlern besonders die zahllosen blöden Wortspielchen. "sternenkriegsfreie Enklaven" muahahaha, ich lach mich scheckig. Ein echter Schenkelklopfer.

Letztlich hat aber natürlich Jake recht: ein Artikel, den ich sonst überhaupt nicht bemerkt hätte, bescherte uns eine von Torstens amüsant-informativen Repliken. Die ich auch noch mitsamt frischem Käsekuchen genießen konnte. Ein perfekter Nachmittag. 🙂

Dietmar
19. April, 2016 10:40

Knaller-Artikel! Ich wollte gar nicht lange lesen, ließ mich aber nicht los.

Herr Rodek ist auch offenbar der Meinung, dass eine starke Behauptung mehr wert ist als ein Beweis.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos
19. April, 2016 11:17

Vielen Dank fürs Zerlegen des Quatsch-Artikels ABER "Yokai (Watch)" ist in Japan kein "flavor of the month" sonder eher ein Kulturphänomen, was supererfolgreich ist! Trickfilmserie, Kinofilme, millionenfach verkaufte Spiele und Merchandise wie Brandings mit den Figuren an jeder Ecke (und das schon seit einigen Jahren).

Teleprompter
Teleprompter
19. April, 2016 11:18

@Earonn

Ich denke schon, dass jemand wie Cameron seine bewusst wenigen Filme auf maximalen Erfolg plant; klar kann auch er nicht wissen, welche kommerziellen Höhen sie im Endeffekt erreichen, aber im Kern ist der wahrscheinlich sehr sicher, dass sie ein Megaerfolg werden.
Generell ist das heutige Hollywood schon RELATIV planbar, solange man sich innerhalb bewährter Franchises bewegt; wer in einem Film Superman + Batman verbindet, weiß einfach, dass der Film Kasse machen wird, auch wenn es (wohl -ungesehen-) eine ziemliche Gurke ist.
Vom Winde verweht wird in reinen Zuschauerzahlen (wie das Dschungelbuch hierzulande) ganz einfach nicht mehr erreichbar sein, das war eine andere Ära ohne TV, PC, Handys und bediente einen Zeitgeist, den es einfach nicht mehr gibt.

lostNerd
lostNerd
19. April, 2016 11:19

Schöner Artikel! Nur eine kleine Anmerkung zu "The Martian"": Die Beteiligung Chinas an der Rettung von "Mark Watney" kam so auch im Roman vor, daher würde ich den Film nicht zu den Titeln zählen, die sich bei den Chinesen "einschmeicheln" wollen. Ausser natürlich "Andy Weir" hätte das bereits beim Schreiben des Romans so beabsichtigt.

Earonn
Earonn
19. April, 2016 13:15

@Teleprompter
Cameron hat garantiert nicht gewusst, wie erfolgreich Titanic werden würde. Titanic war eines jener seltenen Massenphänomene, die über alles Normale hinausgehen.
Und das hat Cameron garantiert nicht geplant, weil man so etwas nicht planen kann. Genau wie J.K. Rowling nicht einfach noch einen Harry Potter schreiben kann. Ich schließe mich da Torsten und seinem Hinweis auf den Zeitgeist an.

Daher halte ich es für wenig statthaft, zu fragen, warum ein auf normalen Blockbustererfolg getrtimmter Film solche Ausmaße nicht erreicht.

Im Grunde kann ich deine Begründung für Vom Winde Verweht ja auch problemlos auf Star Wars vs. Titanic übernehmen: 1997, als Titanic rauskam, gab es noch keine Konkurrenz durch Streaming oder Netflix, kein Facebook (und andere Methoden, Mundpropaganda schnell zu verbreiten) etc., also waren das ganz andere Zeiten…

Ist es so schwer, einen Film wie Star Wars einfach nur einen Erfolg sein zu lassen, ohne gleich zu verlangen, er müsse ein internationales Phänomen werden? Wobei, was den Einfluss auf die Pop-Kultur angeht, würde ich übrigens der Star Wars Franchise ganz klar den Sieg über Titanic zusprechen. Leonardo ist einfach nicht der Droide, den wir suchen.

Na, ansonsten scheinen wir uns aber in den Ansichten zum Artikel und zu The Force Awakens recht ähnlich zu sein. 🙂

Jake
Jake
19. April, 2016 14:00

"Titanic war eines jener seltenen Massenphänomene, die über alles Normale hinausgehen."

Stimmt. Sogar meine damals 72-jährige Oma ist für Titanic ins Kino gerannt. Ihr letzter Kinobesuch lag da schon Jahrzehnte zurück. Das hat mich total von den Socken gehauen.

Howie Munson
Howie Munson
19. April, 2016 14:05

Die eigentliche Frage ist ja, ob EP. 8&9 die "700.000$ Domestic" übertreffen werden.

Adjusted for Ticket Price Inflation

1 Star Wars Fox $1,241,785,900 $307,263,857 5/25/77
2 Star Wars: The Force Awakens BV $935,832,800 $935,832,841 12/18/15
3 Star Wars: Episode I – The Phantom Menace Fox $737,984,500 $431,088,295 5/19/99
4 Return of the Jedi Fox $704,555,400 $252,583,617 5/25/83
5 The Empire Strikes Back Fox $686,101,500 $209,398,025 5/21/80
6 Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith Fox $516,123,900 $380,270,577 5/19/05
7 Star Wars: Episode II – Attack of the Clones Fox $452,506,700 $302,191,252 5/16/02

Ich hoffe mal, es ist Konsens, dass Ep.1 nicht der zweitbeste StarWars-Film war, auch wenn "der nominelle Kassenerfolg dem Macher recht gab"….

Worldwide (Unadjusted)

1 Star Wars: The Force Awakens BV $2,065.5 $935.8 45.3% $1,129.7 54.7% 2015
2 Star Wars: Episode I – The Phantom Menace Fox $983.6 $431.1 43.8% $552.5 56.2% 1999
3 Star Wars: Episode III – Revenge of the Sith Fox $848.8 $380.3 44.8% $468.5 55.2% 2005
4 Star Wars: Episode II – Attack of the Clones Fox $640.9 $302.2 47.2% $338.7 52.8% 2002
5 Star Wars Fox $621.7 $307.3 49.4% $314.4 50.6% 1977
6 The Empire Strikes Back Fox $457.3 $209.4 45.8% $247.9 54.2% 1980
7 Return of the Jedi Fox $418.4 $252.6 60.4% $165.8 39.6% 1983

BTW: Meine Privattheorie bleibt, dass ein (von mir aus vereinfachtes) extended Universe (oder gar Thrawn) auch nicht dem Einspielergebnis geschadet hätte… *duck*

Howie Munson
Howie Munson
19. April, 2016 14:07

(sorry für Tippfehler, Tante Edith ist anscheinend grad ausser Haus….)

EDIT: lustiger Weise geht nun nach diesen Kommentar auch beim ersten Komentar der Edit, aber halt nur kurz… komisches Phänomen…..

Dietmar
19. April, 2016 14:58

Leonardo ist einfach nicht der Droide, den wir suchen.

😀

Wobei ich eigentlich weniger auf ihn gesehen habe …

Mencken
Mencken
19. April, 2016 14:59

Der Artikel ist natürlich Blödsinn, aber ähnlich wie bei Bento (oder Spiegel Online) würde ich bei der Welt auch nicht seriösen Journalismus erwarten.

Der_Hanseat
Der_Hanseat
19. April, 2016 18:44

@Mencken Das ist aber auch wieder so ein überflüssiger Kommentar. Langweiliger Zynismus ist nicht ansatzweise geistreich oder in irgendeiner Weise relevant.

Nummer Neun
19. April, 2016 19:52

Grandioser Artikel (also deiner)! Vielen Dank für die Arbeit 🙂

Jake
Jake
20. April, 2016 12:01

Du hast es in den BILDblog geschafft. Sauber!

Mencken
Mencken
20. April, 2016 12:10

@Hanseat: Welcher Kommentar ist denn nicht überflüssig?

Ich bin auch nicht zynisch, Welt, Bento usw. zählen für mich einfach nicht zum seriösen Journalismus und der Artikel entspricht genau dem, was ich dort als Füller erwarte und meist auch vorfinde.

Thankmar
Thankmar
20. April, 2016 12:47

Ich versuchs mal so: die von keinerlei Faktenwissen meinerseits gestützte Vermutung, dass die Welt-Leserschaft vornehmlich aus älteren, wertkonservativen, mit dem bildungsbürgerlichen Kokettierenden besteht macht es für mich wenig überraschend, dass dort ein Artikel erscheint, in dem der zur Leserschaft passende Autor dieser ein Zuckerl in Form der Versicherung gibt, dass dieses Generve, was die Prolos da veranstaltet haben, für die Katz war.

Was diesen Artikel, die Fehler und den Autor in keinster Weise entschuldigen soll. Ein großer Blödsinn.

Zuseher
Zuseher
20. April, 2016 23:14

Folgende Teil ihres Artikels sehe ich falsch interpretiert: Japan ist der drittgrößte Kinomarkt der Welt, aber Hollywood richtet seine ganze Aufmerksamkeit auf den zweitgrößten, der in ein, zwei Jahren sogar den amerikanischen überholen dürfte: auf China.

Eine steile These. Da der chinesische Markt nur sehr begrenzte Möglichkeiten hat, global zu expandieren, sehe ich Hollywood auch dann ungefährdet, wenn China regional seine Produktionen massiv hochfährt – und damit auch breit wie langfristig erfolgreich ist…

Ich glaube nicht das es um Expansion Chinesischer Filme geht, sondern um den Markt als Einnahmequelle. Niemand kann ernsthaft glauben das Chinesische Filme Hollywood Blockbuster aus den Kinos vertreiben und das ist hier auch nicht gemeint.
Ansonsten sehr schön zu lesen.
Hat Spaß gemacht

jimmy1138
jimmy1138
21. April, 2016 09:06

Historische Boxofficeergebnisse zu vergleichen ist in meinen Augen fast unmöglich. Zu Zeiten von "Vom Winde verweht" gab es kein Fernsehen, keine DVDs, kein VHS, kein Internet. Die einzige Möglichkeit den Film zu sehen, war im Kino.
Hätte Titanic so viele Repeat-Viewings gehabt, wenn die Heimkinoauswertung so rasch wie heutzutage stattgefunden hätte?

Was internationale Zahlen angeht – habe einen (leider nicht ganz aktuellen) Artikel gefunden, der illustriert, daß dem Verleih in China nicht ganz so viel vom Kuchen übrigbleibt.

http://www.wsj.com/articles/for-hollywood-not-all-box-office-dollars-are-equal-1409241925

Auch gibt’s ja mWn immer wieder Vorwürfe, daß da Kinoeinnahmen nicht korrekt an den Verleih gemeldet werden.
Trotzdem bin ich schon gespannt, wie sich "Rogue One" in China tun wird – immerhin spielt da ja Donnie Yen mit…

Zuseher
Zuseher
21. April, 2016 20:01
Reply to  Wortvogel

Wie man sowas unterschiedlich sehen kann:)

Mencken
Mencken
21. April, 2016 09:59

@Wortvogel: Ich habe ja aber Welt und Bento (erwähnt in Bezugnahme auf Deie eEinleitung) nicht verglichen, lediglich festgestellt, dass beide Publikationen für mich nicht zum seriösen Journalismus zählen.
Thankmar hat es vielelicht noch besser formuliert, aber grundsätzlich sehe ich da weiterhin kein Problem. Ist ja aber auch nicht so wichtig.

invincible warrior
invincible warrior
22. April, 2016 04:12

@Zuseher: Hier in Singapur bekomme ich den chinesischen Output an Filmen schon besser mit als in Europa, da hier die Filme auch noch ins Kino kommen. Und ich kann dir sagen, dass China wirklich versucht, ihre Filme auch fuer den westlichen Markt zu oeffnen, indem sie immer oefter (wie eben Hollywood auch) westliche Stars auftreten laesst in ihren Filmen. Da die Filme (zur Zeit) aber alles totale Schmonzetten und Gurken sind, die keinen Westler (ausser den Stars mit ihrem Scheck) interessiert, kommen die zur Zeit noch vermehrt in D nur auf DVD bei kleineren Labels raus. Aber das wird sich vermutlich aendern, die Chinesen lieben Trial & Error. Das inzwischen Hollywoodfilme auch massiv von China aus finanziert werden, ist auch nicht nur, weil die in Hollywood investieren, ganz im Gegenteil, die greifen Hollywoods Wissen ueber Filme ab. Obs klappt, keine Ahnung, aber wundern wuerde es mich nicht, da die Chinesen inzwischen auch sehr ans Hollywood-Kino gewoehnt sind und immer mehr abdriften von ihren Schmonzetten.

Stefan
Stefan
22. April, 2016 06:43

@ Wortvogel: "Schon recht." Kaum geht’s um die BILD, ändert sich bei vielen Leuten der Tonfall. 🙂

Aber ernsthaft. Ich finde es zumindest interessant, dass es wohl weniger um das geht, was der Axel-Springer-Verlag vor Gericht geltend gemacht hat. Dass bild.de wirksame technische Maßnahmen getroffen habe, um seine urheberrechtlich geschützten Inhalte zu schützen. Nicht vor dem Leser, man stellt sie ja gratis ins Netz, sondern vor formaler Veränderung bei der Anzeige im Browser. Bild.de sei also quasi "verschlüsselt" und passende Filter im Adblocker wären eine nach § 95 a UrhG verbotene Umgehung (s. S. 2 des nachfolgend verlinkten Legal-Tribune-Artikels.)

Nein, es geht in Wirklichkeit um die Eyeo GmbH, s. "Geschäftsmodell" hier: http://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bild-de-adblocker-sperre-umgehung-adblock-eyeo/

Jor
Jor
26. April, 2016 13:46

@Lorelei
Mein Rat, schau Episode 4-6 und spar dir den Rest.
Der Neue ist ein schlechterer Abklatsch vom 4er und kommt m.E. nur gut weg, weil er weit weniger Scheiße war als die Episode 1-3… obwohl wenn du mit den (m.E. unlogischen) Charakterentwicklungen von J.J. klar kommst, kannst du dir den auch anschauen.

Jor
Jor
26. April, 2016 15:31

Ja, ich habe das auch schon bei Skyfall und Star Trek bemerkt.

Mich nerven die Story Holes, die unlogischen Handlungen und Charakterentwicklungen einfach zu sehr und ein Mal angefangen bekomme ich diesen Fokus darauf nicht mehr weg.
Beispiele !Vorsicht Spoiler!:

– Er war wie ein Vater für dich – genau nach zwei Sätzen im Falken
– Lea umarmt Rey herzlich, ohne das sich die Beiden überhaupt kennen und weil sie so toll ist, geht sie mal zu Luke, statt die eigene Zwillingsschwester.
– Kylo kann nix im Lichtschwertkampf
– Luke der eine komplizierte Schitzeljagd hinterlässt, statt einfach jemand gesagt zu habe wo er ist
– eine Kartenteil das vermutlich der Sturmtruppenpraktikant mithilfe von Galaxiemaps innerhalb 5 Minuten identifiziert hat
– was sollte diese ganze "Erwachen" Diskussion zwischen Kylo und dem Obermacker?
– Warum wird nicht mal 1 Minute erklärt, was überhaupt in der Galaxie los ist @Widerstand, First Order und Republik?
– Nazifilm-Sturmtruppler – bei der Abschuss Sequenz dachte ich für eine Sekunde wirklich die führen jetzt den Nazigruß aus
– emotionslose Entsorgung der Republik
– die filmische Begleitung Hans Tod fand ich grausig, indem auf Rey (die hat immer hin ihren emotionalen Vater grade sterben sehen) und Fin geblendet wurde (vermutlich ging es nicht anders, denn in Episode 4 wird ja auch auf Luke geblendet)
– was soll Luke überhaupt machen, warum soll er wichtig sein?
– das Fliegerass im Film (für Wedge Fans eingebaut?) schrecklich
– die ganzen "Witze"
-> starrt sie nicht an- aha weil sie in einem Raum voller "komisch" aussehender Aliens klein ist und große Augen hat?
-> Warum hältst du meine Hand, wirklich warum? (ja, brüller)
-> Ihr habt xx gefangen? Han: Ja hahah die Mannschaft war auch mal viel größer… hahaha alle tot hahaha.
-> Chewiesbogenszene – ja klar nach 40 Jahren "Boh ey, voll geil das Teil"
-> gibt’s hier einen Müllschlucker? Haha, nein nur ein interner Spaß mit Chewie… schießt ihr ins Gesicht
-> Anonymer Sturmtruppler – Verräter *wirf Schusswaffe weg* *fuchtel cool mit einer Schlagwaffe rum* hätte man da nicht wenigstens Miss Silberhelm für verwenden können?
– Miss Silberhelm – ich mein wtf for?

Aus dem rießigen Universum von Star Wars und seiner Vielfallt an Storys, ist man den eierlosen Weg gegangen und hat ein Remake gedreht.
Kann man machen, ich hatte mir nur mehr erhofft.

Jor
Jor
27. April, 2016 13:48

Die von dir genannten Punkte sind richtig (außer der Junge, dessen existens kennt das Imperium ja nicht und somit wird er nicht gesucht), aber stören mich nicht. Ich weiß auch nicht, ob ich Filme inzwischen kritischer schaue, denn auch im alten Film könnte man argumentieren, das Luke sehr schnell seine Trauer um seinen Onkel und Tante ablegt, aber es kam mir beim Film schauen nicht so vor…

Bei bestimmten Filmen gehe ich auch mit der Erwartung rein, dass ich besser nicht zu genau auf Verhaltenslogik oder verständlicher Story schauen sollte und dann habe ich auch Spaß daran.

Skyfall aber z.B. hat mir mit der Story komplett den Film versaut oder ich habe ihn mir versaut, weil ich darauf geachtet habe.
Als der von ganz MI6 gesuchte Datendieb, dann zufällig einen Mord ausübt, (der Fensterrüberschuss) der erstens total Sinnfrei erschien, dessen Zweck nie aufgeklärt wird, aber natürlich Bond auf die richtige Spur bringt über eine Liste die unbedingt gefunden werden muss und deshalb der Böse lebend gefangen werden muss und am Ende nicht ein Mal mehr Erwähnung findet?

Na ja, müssig, manchmal fühle ich mich, wie in der Southpark Folge, in der alle über den Adam Sandler Film lachen, während ich, das zynische Arschloch, das Scheiße finde.
Wobei ich glücklicherweise (noch?) nicht alle Filme Scheiße finde.
Deshalb sage ich, kann man schauen, muss man aber nicht und du eben anders.

Jor
Jor
27. April, 2016 16:23

Ich bin verwirrt… habe ich doch genau die Einschätzung, dass ich da eine sehr persönlich andere Meinung vertrete und die einfach dargelegt.
Halt so Meinungen und Blickwinkel austauschen.

Jor
Jor
27. April, 2016 16:49

Ja, meine persönliche Meinung, welches ich mit m.E. auch so ausdrücken wollte.

Außerdem habe ich meine Probleme mit dem Film detalierter ausgeführt und als du deine Argumente vorgebracht hast, nur versucht mich selbst und meine Meinung zu reflektieren und zugestanden, dass es durchaus auch an mir liegen könnte.

In Details wolltest du ja nach eigener Aussage nicht einsteigen, was vermutlich aber auch nichts ändert, wenn ich eben die Humor Oneliner oder die Rey Vater Sache massiv störend fand und du neben nicht.

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[…] Immer wenn man denkt, man habe als anerkannter Altnerd wirklich Plan auch von den obskuren Dingen, buddelt irgendwer sowas hier aus – den ersten Science Fiction-Film aus Deutschland. Von 1917. Besser könnte der Artikel wirklich nur sein, wenn er nicht vom Rodek wäre, der bekanntermaßen einen an der Waffel hat. […]

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[…] Das deutsche Film-Feuilleton, es ist ein parasitäres, rückgratloses und feiges Volk. Hilflos hasst es sich selbst, verneint die Existenz deutschen Humors und verweist dann auf die ein oder zwei Beispiele, die man […]