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Ich wollte nichts darüber schreiben. Mittlerweile läuft der Reboot von „X-Files“ ja auch schon in Deutschland, da kann sich jeder seine eigene Meinung bilden. Zumal der größte Aufreger (David Duchovnys neue Synchronstimme) mich nicht betrifft – ich schaue die Folgen im Original.

Aber es haben kurioserweise mehrere Leute angefragt, die meine Meinung hören wollen – und des Menschen Wille ist bekanntlich sein Himmelreich. Sei’s drum.

Meine wirre Sammlung an Gedanken bezieht sich dabei auf die ersten drei Folgen. Aber zuerst einmal geht es natürlich in die Vergangenheit, zu einem meiner patentierten Rückblicke.

tvgIch kann mich tatsächlich gut an das Jahr 1993 erinnern, an die jährlich heiß erwartete „TV Guide“-Ausgabe mit dem „Fall Preview“, in dem alle neuen Serien vorgestellt wurden. Da stieß ich erstmals auf ein Bild von Mulder & Scully. Zwei FBI-Agenten, die scheinbar übernatürliche Fälle lösen? Fand ich persönlich jetzt nicht so prall.

Man muss sich klar machen, dass damals das Genre „Mystery“ jenseits von Twin Peaks praktisch nicht existent war. „Akte X“ hat es kreiert. Man hatte damals nicht mal den Begriff Mystery für dieses Genre geprägt. Es war ein „dark horse“, ein Außenseiter im Rennen um die Zuschauergunst. Eine der vielen Serien, die vermutlich nicht mal das Ende der ersten Staffel erleben würden.

Die Favoriten damals? NYPD Blue, mit großem Aufwand teilweise an Originalschauplätzen gedreht. Lois & Clark, eine neue Superman-TV-Serie. The Adventures of Brisco County Jr., ein aufwändiger Comedy-Western mit Bruce Campbell. Harts of the West, eine Familienserie mit Beau und Lloyd Bridges. Frasier, der Spin-Off der Kultserie Cheers. seaQuest DSV, aufwändige Unterwasser-SF von Steven Spielberg.

Hinzu kam, dass früher in diesem Jahr bereits Babylon 5 und Deep Space Nine in Syndication gestartet waren. Meine „dance card“ für die Saison 93/94 war damit voll.

X-Files? We don’t need no stinkin‘ X-Files!

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Und tatsächlich tat sich die Serie von Chris Carter anfänglich schwer. Sie musste entdeckt werden, man musste sich (ganz im Spirit der Mythologie) von ihr infizieren lassen. So kam es, dass ich die erste Folge damals zwar auf Kassette von unserem LA-Korrespondenten geschickt bekam, aber irgendwo auf einen „für später mal“-Stapel legte. Besser war das, denn es ist bekanntermaßen die zweite Episode, die richtig knallt und den Tenor für die gesamte Serie setzt. An einem langweiligen Abend schaute ich also eher widerwillig „Deep Throat“ – und war augenblicklich an Bord.

Als ProSieben die Serie einkaufte, war man beim Münchner Sender auch nicht voll überzeugt. X-Files, das war schräg, vielleicht zu schräg. Man schielte damals noch deutlich mehr auf das deutsche Mainstream-Publikum, das mit Schwarzwaldklinik und Derrick aufgewachsen war. Als große Blockbuster der nächsten zwei Jahre sah man eigentlich New York Cops und das bereits angekündigte ER. Zumal nicht sicher war, ob X-Files es überhaupt in die zweite Staffel schaffen würde.

Aber gut, man hatte die Serie eingekauft und war bereit, für den Deutschlandstart ein wenig zu trommeln. Als Redakteur von GONG und TV Serien bot man mir an, ein Telefon-Interview mit Chris Carter zu führen und gab mir zu dem Zweck die Telefonnummer seiner Assistentin Joan. Eines späten Abends (Zeitverschiebung) rief ich in LA an und plauderte eine halbe Stunde lang mit dem Mann, den Peter Bart in seinem großartigen Buch „The Gross“ so beschreibt: „An ego in search of a human being“.

Es war ein nettes Gespräch, man merkte Chris Carter den Druck an – es war noch nicht ausgemacht, dass X-Files in eine zweite Staffel gehen würde. Er war der Underdog und dementsprechend höflich und vorsichtig.

Ich schrieb in den folgenden Wochen ein, zwei größere Geschichten zu X-Files für unsere Hefte (mittlerweile hatte sich rumgesprochen, dass hier womöglich ein Kult vor seinem Durchbruch stand) – der Rest ist Geschichte.

Neben Star Trek und Babylon 5 wurde X-Files eines der Zugpferde, das für die Popularität meiner SF-TV-Guides sorgen sollte. Und letztlich war die Serie auch Dreh- und Angelpunkt der legendär gefloppten Convention „FantastiCon 96″… aber das ist eine andere, sehr schmerzhafte Geschichte.

Es ist bekannt, dass ich ungefähr bei Staffel 7 aus den X-Files ausgestiegen bin. Irgendwann in Staffel 3 oder 4 war mir klar geworden, dass Chris Carter den Tease erfunden hatte – das Versprechen einer großen, in sich stimmigen Mythologie, die am Ende aufgelöst werden sollte. Und dass er kein Interesse hatte, diese Erwartungen zu bedienen. „Heroes“ und „Lost“ sollten dieses Prinzip später noch perfektionieren.

Als ich das Vertrauen in die Mythologie der X-Files verlor, verlor ich auch mein Interesse. Ich habe bis zum Schluss immer wieder Episoden angeschaut, auch weil ich Robert Patrick mochte, aber der Zauber war dahin. Was ich von den Kinofilmen halte, die 1997 und 2008 folgten, ist kein Geheimnis.

Es wundert mich nicht, dass X-Files nun neu aufgelegt wird. Die Serie ist eine absolute Kult-Franchise, zum Kinofilm reicht es nicht mehr – aber der Serienmarkt ist verzweifelt auf der Suche nach „high profile properties“, die sich im neuen Zeitalter von Netflix und Hulu publikumswirksam auswerten lassen. Chris Carter hat – ähnlich wie Gene Roddenberry – jenseits dieser einen Serie nie wieder etwas auf die Beine stellen können und ist demnach nicht in der Position, abzulehnen. Duchovny und Anderson? Bekommen ein Heidengeld dafür, ihr internationales Profil noch mal aufzuwerten.

Und leider fühlen sich die ersten drei Folgen der „zehnten“ Staffel X-Files genau so an. Wie eine eierlose Fortsetzung einer Franchise, zu der keiner mehr wirklich Lust hat, die aber zuviel Geld und Ruhm verspricht, um sie abzulehnen.

Mir ist klar, dass überzeugte Fans jedem meiner Argumente etwas entgegen zu setzen wissen – Mulder und Scully wirken gelangweilt, geradezu sediert? Nein nein, es sind die Figuren, die sich an der großen Verschwörung müde gekämpft haben! Bis auf die stärkere Einbindung des Internets hat man sich wirklich gar keine Mühe gegeben, Themen, Beziehungen und Look der Serie aufzufrischen? Nein nein, es ist ein geniales „back to the roots“, ein Geschenk an die Zielgruppe, die man mit den zwei Kinofilmen verraten hat.

Geschenkt.

Ich könnte damit leben, wenn X-Files 2016 in der Tat nur eine solide Fortsetzung der alten Serie wäre, wenn man wie bei Family Guy letztlich so tun würde, als hätte man nur ein paar Jahre zu überwinden und nicht etwa die Fortentwicklung mindestens zwei neuer Generationen von TV-Serien. Aber bei Gott – das ist alles nicht nur angestaubt vertraut, es schwingt auch ein Zynismus mit, ein der Langeweile entsprungenes Augenzwinkern, dass zu offensichtlich verrät, dass die Beteiligten den Ernst, mit dem sie bei der Sache sind, nur noch heucheln.

Das fängt bei den Gaststars an, die allesamt In-Jokes sind, pfiffige Querverweise, die zwar den Geeks ein Grinsen entlocken, der Authentizität der Serie aber massiv abträglich sind. So ist Joel McHale ein geborener Zyniker, der über 10 Jahre lang beschissenes Fernsehen in seiner Sendung „The Soup“ zum Galgen geführt hat. Mit „Community“ wurde er ein Sitcom-Star. Ihn als Alex Jones-igen Verschwörungstheoretiker zu casten, kann nicht funktionieren – weil die Zuschauer eben immer Joel McHale sehen.

Hinzu kommt, dass die ersten beiden Folgen Themen und Handlungsstränge der X-Files-Mythologie aufgreifen, aufblasen, und zum Nachspann hin einfach wieder fallen lassen. Fernsehen ist nicht mehr so episodisch wie in den 90ern – vielleicht wäre es vernünftiger gewesen, entweder einen Handlungsbogen durchgehend zu verfolgen oder sich komplett von der Mythologie fern zu halten.

Die erste wirklich Standalone-Episode kommt dann mit Folge 3 – und es ist Comedy. Comedy? Wirklich? Der Reboot ist kaum gestartet und schon macht man sich über die eigene Show, die Charaktere und die Inhalte lustig? Das ist schwach, sehr schwach. Die Besetzung von Rhys Darby ist keine Hilfe – muss man das Monster von einem Darsteller spielen lassen, der sich gerade als Werewolf (not swearwolf!) in „What we do in the Shadows“ Kultstatus verdient hat? Bricht das nicht mit jeder Realität des X-Files-Universums? Und wieso trägt Darby die Kleidung von Kolchak, dem legendären Vorläufer der X-Files?kolchak2

Wirkliche Spannung, die Faszination des Unbekannten, der Kampf FBI-David gegen Verschwörungs-Goliath – es fehlt. Das ist alles zu ironisch, zu sehr darauf bedacht, nicht gutes Fernsehen zu sein, sondern offensichtlicher Kult. Es sieht nach X-Files aus, klingt wie X-Files, aber es fühlt sich nicht wie eine Fortsetzung an, sondern wie eine Kopie. Und wir wissen alle, dass bei einer Kopie immer ein wenig von der Qualität des Originals verloren geht.

So sehe ich die Neuauflage als netten Gimmick, als zeitlich begrenzte Rückkehr in den Serien-Spirit der 90er. Nostalgie, retro, nennt es, wie ihr wollt. So, wie man manchmal den Emulator anwirft, um noch mal eine Runde „Impossible Mission“ zu spielen. Es ist ein Ausflug ins Gestern, weil die Serie zur Gegenwart nichts wirklich zu sagen hat.

Das klingt nun vielleicht sehr brutal, sehr abwertend, aber das liegt vermutlich daran, dass meine Erwartungen so hoch waren. X-Files 2016 ist durchweg unterhaltsam, Scully & Mulder sind immer noch ein tolles Team, mir gefällt der alte Vorspann, die Musik, die nicht ganz so hysterische Inszenierung im Stil der 90er. Kann man gucken. Aber X-Files in den 90ern war eben mehr als „kann man gucken“. Es war „muss man gucken“. Must see TV. Das ist es – zumindest für mich – nicht mehr.



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..autsch..

Christian Siegel

Ich bin vom Reboot bisher auch enttäuscht und teile vor allem auch deine Meinung, dass man entweder eine „echte“ Miniserie mit fortlaufender Handlung oder halt nur MOTW-Folgen hätte drehen sollen (wobei ich im Vorfeld vor allem auf ersteres gehofft hätte, in der blauäugigen Hoffnung, Carter würde die Mythologie doch nochmal vernünftig abschließen. Bitte lachen Sie JETZT.). Die erste Folge hatte zwar den Nostalgie-Bonus, litt aber an einem ziemlich hirnrissigen Mythologie-Plot (mit einem „Gimmick“, das man bereits schon Ende der vierten/Anfang der fünften Staffel durchgespielt hat) sowie dem bitteren Nachgeschmack, der durch Tad O’Malley vertretenen Aluhut-Verschwörungstheoretiker-Fraktion doch tatsächlich recht zu geben (zumindest vorerst; ich hoffe ja immer noch, dass sich der als Marionette der Verschwörer rund um den Raucher herausstellen wird, um Mulder und Scully auf eine falsche Fährte zu locken und die Öffentlichkeit von der wahren Verschwörung abzulenken). Die dritte Folge fing zwar witzig an, zog sich dann aber sobald die Rückblenden begannen enorm, und verlor für mich dann generell viel an Reiz. Die zweite Hälfte war jedenfalls überwiegend nicht mein Humor, leider. Und generell sehe ich das so wie du eher kritisch, von nur sechs Folgen eine Comedy-Episode zu bringen (wo diese einfach stärker hervorsticht, als wenn es eine aus 22 ist). Und die von dir hier noch nicht besprochene vierte hätte zwei Plots mit grundsätzlichem Potential geboten, das jedoch aufgrund der Tatsache, dass sie kein homogenes Ganzes ergeben wollten, nie ausgeschöpft wurde. Zudem merkte man ihr an, dass die Folgen nach den Dreharbeiten herumgeschoben wurden (so hätte „Home Again“ eigentlich die zweite Folge sein sollen, was mehr Sinn ergeben hätte, da Scully hier eben wieder an William erinnert wird), und der letzte Satz war derart peinlich und aufgesetzt, dass die WGA Glen Morgan Drehbuch-Verbot auf Lebenszeit geben sollte.

Ihr merkt schon, eine Folge habe ich in dieser Besprechung ausgelassen, das war die zweite. Für mich die einzige, die bei diesem Reboot bislang funktioniert hat. Nette MOTW-Thematik, gute Verknüpfung zur Mythologie, und generell gelang es dort bislang am besten, das klassische Flair der Serie wieder aufleben zu lassen. Die hat wirklich Spaß gemacht, und war sehr unterhaltsam. Der Rest war bislang aber doch ziemlich ernüchternd.

Ach ja, wen’s (genauer) interessiert, hier meine Kritik zu den ersten beiden Folgen (die Episoden 3 und 4 gehen jeweils morgen und Freitag abend online): http://www.fictionbox.de/index.php?option=com_content&task=blogcategory&id=0&Itemid=88889377

Kirsten
Kirsten

Das Grundproblem ist meines Erachtens, dass sie zu viel wollten. Ursprünglich waren ja mal acht Folgen geplant, dann wurden daraus sechs. Glen Morgan hat sogar daraufhin seine Folge (die vierte) noch einmal umgeschrieben und mehr reingebracht, als er ursprünglich geplant hatte. Es steckt zu viel Plot, ZU VIEL Inhalt und und zu viel Drama in den Folgen. Das ist durchaus schade.

Die erste Folge fand ich ebenfalls sehr schwach. Konfus, sinnlos, nicht zielführend, überflüssig, nervig – naja, hat eben Carter geschrieben.

Die zweite Folge war eine solide MOTW-Folge. Kein Reißer, aber auch kein ganz schlimmes Tief.

Folge drei war unfassbar lustig, aber am Ende vielleicht auch nur etwas für eingefleischte Fans, die mit Easter Eggs umgehen können. Wie gesagt – sie wollten zu viel. Dass man eine von den sechs Folgen nutzt, um sich über sich selbst lustig zu machen – vielleicht nicht der klügste Schachzug.

Folge vier indes ist großartig gewesen. Auch wenn zu viel drinsteckte, auch wenn Glen Morgan es nicht geschafft hat, die Plots aufzulösen. Ich hoffe trotzdem auf Staffel 11. Vielleicht nehmen sie sich dann mal endlich Zeit..

Insgesamt finde ich die Charakterbeschreibung, die Beziehung von Mulder und Scully so herausragend gut gezeigt, geschrieben und gewollt, dass mir die Plots der MOTW-Folgen oder auch der Mythologie fast egal sind. Ja, schlagt mich, aber ich will wissen, was bei den beiden so los ist, war und daraus wird. Und DAS haben sie definitiv gut hinbekommen (bisher).

P.S.: Ich kannte Joel McHale bis zu dieser Folge gar nicht.

AlphaOrange
AlphaOrange

Ich stimme Kirsten zu mit „Das Grundproblem ist meines Erachtens, dass sie zu viel wollten.“ – leider gehen wir dann mit der vierten Folge überhaupt nicht d’accord. Die war ziemlicher Müll. Wer sie gesehen hat, weiß, was ich meine. Auf mehreren Ebenen. Ich führe diese Pauschalkritik auf Anfrage gerne vernünftig aus, aber zunächst zu den drei Folgen, die der Herr des Hauses schon selbst sah. Kleinere Spoiler voraus!

Die ersten drei haben mir allesamt auf ihre Weise gefallen, aber sie leiden allesamt auch unter eben diesem Grundproblem. Folge 1: Carter versucht nicht nur, die Mythologie in dieser Ministaffel unterzubringen. Er wiederholt sie, reißt sie ein, setzt sie neu auf und stellt sie direkt selbst wieder in Frage. Binnen einer Folge. Das ist zuviel und gerät hektisch. Ich halte den halben Reboot für richtig und wichtig, weil man mit einem normalen Anknüpfen an das bestehende Gewirr Fans und Neulinge wohl gleichermaßen verschreckt hätte, aber wäre es zur Abwechslung mal weniger wirr und eine Spur kleiner gegangen? Joel McHale fand ich hier übrigens klasse. Folge 2 wird unnötig mit der Mythologie verknüpft ohne sie irgendwie voranzubringen. Das raubt Zeit und die fehlt der Folge am Ende. Und Folge 3 zeigt am besten, woran es krankt. Der Best-Of-Charakter der Folgen. Ich hab nichts gegen die Comedy-Folgen. Ich liebe Darin Morgans Drehbücher. Der Humor liegt mir. Aber das ist stellenweise einfach zu meta, zu selbstverliebt, zu Fan Service. Wenn Mulder das X-Files-Theme als Klingelton hat oder mal wieder der Satz „I Want To Believe“ reingedrückt werden muss (gefühlt in jeder Folge, in #4 auf jeden Fall auch) oder der Bösewicht in seinem länglichen Monolog weit über die Grenze des subtilen Humors bis zur Holzhammer-Satire vordringt, ist das einfach zu viel des Guten.

Ist vermutlich aber auch ein prinzipieller Fluch solcher Fortsetzung. Modernisierst du stark, meckern die einen, tust du’s nicht, meckern die anderen. Erzählst du sechs Folgen Serial sind die Liebhaber der MotW-Folgen enttäuscht (und davon hat Akte X ja ungewöhnlich viele), tust du’s nicht, sid die enttäuscht, die endlich Antworten wollen. Spielst du mit Best-Of-Elementen reißt das die Qualität runter, tust du’s nicht bleiben die hohen Erwartungen unerfüllt. Würde ich deshalb auf die neue Staffel verzichten wollen? Nö. Gerne noch eine.

heino
heino

Ich habe bisher nur die erste Folge gesehen und die neuen Stimmen von Mulder und Skinner sind in der Tat anfangs irritierend, aber ich zumindest habe mich schnell dran gewöhnt. Dafür war die Folge in wirklich jeder anderen Hinsicht schwach:Dialoge ohne jeden Sinn, eine irrlichternde Handlung, die den Eindruck der absoluten Ziellosigkeit vermittelte, ein vergeudeter Joel McHale und ganz viel Langeweile. Natürlich schaue ich mir noch ein, zwei Folgen an, aber da muss schon deutlich mehr kommen, um mich bei der Stange zu halten.

P.S.:dass die Mythologie jemals noch halbwegs vernünftig aufgelöst werden könnte, habe ich eh nie erwartet. Spätestens ab Staffel 7 war das ein nicht mehr zu lösender Gordischer Knoten.

Baumi
Baumi

@Wortvogel: Ohne jetzt diese spezielle Folge zu kennen – bis zu einem gewissen Grad halte ich es schon für legitim, zu sagen, dass etwas vielleicht nur für Fans wirklich gut ist.

Z.B. der Gag damals in Zak McKracken, bei dem auf dem Mars ein Kanister mit Kettensägenbenzin auftauchte, und wenn man versuchte ihn mitzunehmen, bekam man als Antwort „I don’t need it. It’s for a different game.“ Den Witz konnte man nur verstehen, wenn man wusste, wie verzweifelt die Spieler bei Maniac Mansion monatelang vergeblich nach einem ebensolchen Kanister gesucht hatten.

In dem Fall war das nur ein winziger und für den Fortgang der Handlung völlig unerheblicher Gag. Aber wenn nun eine Serienfolge sehr viele Anspielungen dieser Art beinhaltet, kann man sich als Zuschauer m.E. schon das Urteil erlauben, dass sie wahrscheinlich eher den Zuschauern gefallen wird, die die Serie gut genug kennen, um die Gags zu verstehen.

Auch die 200. Folge von Stargate SG-1 – http://stargate.wikia.com/wiki/200 – dürfte z.B. wohl nur richtig Spaß machen, wenn man sich ein bisschen mit SF-Serien auskennt, einfach weil man sonst die Parodien nicht kapiert.

Aber gut, ich hab‘, wie gesagt, die neuen X-Files noch nicht gesehen, daher weiß ich natürlich überhaupt nicht, inwieweit sich sowas in diesem Fall sagen lässt.

SteffKo
SteffKo

Hallo,
Ich werde mir das nicht antun. Mir hat die alte Serie gefallen und höre zu viel Kritik an der neuen.

Aber was anderes. Als Fantasy Leser freut man sich ja über jede guter Buch Verfilmung. Hast du die Shannara Serie schon gesehen? Wenn ja kannst du die mal besprechen?

TimeTourist
TimeTourist

Zur neuen Stimme von Mulder: Im Zusammenspiel mit der gelangweilten Darstellung Mulders klingt diese arrogant und unsympathisch. Es fehlt einfach was. Pro7 hätte in die originale Stimme investieren müssen!

Zur Inszenierung: Retro ist gut und bei Akte X auch angebracht. Ein hektisches Akte X mit schnellen Schnitten braucht kein Mensch. Neue Fans wird die Serie dadurch kaum anziehen. Daher ist es auch in Ordnung mit der Serie nur die Fanboys zu bedienen.

Zur Story: Ich kenne nur die erste Folge und warte ab bis zur letzten. Erwartet wird von mir ein Abschluss der vorherigen Staffeln – nicht mehr und nicht weniger. Wenn das nicht erfolgt, oder die Serie sogar mit einem Cliffhanger endet, wird sie floppen. Ich brauche auch keine weitere Staffel – ich möchte nur meinen versöhnlichen Abschluss mit Akte X. Denn Serien à la Akte X gibt es mittlerweile genug – und alle machen es besser.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Das alle nur wegen Mulders und Skinners Stimme rummeckern, wundert mich – Joel McHale hat schließlich seine Stimme aus Community auch nicht…

AlphaOrange
AlphaOrange

Bei Joel McHale ist es aber auch kein bekannter Charakter, der plötzlich anders klingt. Dass McHale anders klingt als in Community ergibt innerhalb der Akte-X-Serienwelt total Sinn (bzw. ist zumindest überhaupt kein Widerspruch). Dass Duchovny anders klingt als in den früheren Staffeln ergibt hingegen innerhalb der Serienwelt gar keinen Sinn.
Ich hab mir die neue Stimme kurz angehört. Klar klingt der nicht wie Völz, aber zu Mulder passts schon. Sehe das Drama hier nicht so recht. Nichts woran man sich nicht gewöhnen könnte.

Dietmar

Als Fernsehgucker habe ich jetzt nur die erste Folge gesehen. Wir waren Fans, bis es irgendwann nur noch wirr um die Aliens ging. Den ersten Kinofilm fand ich allerdings recht gut.

Um es kurz zu sagen: Wir waren gepflegt gelangweilt. War irgendwie eine beliebige Serienfolge, wo ich mal gesagt habe, oh, die Bleistifte an der Decke – hihi – ja …

Schade drum.

Goran
Goran

Dass man sich hier nicht der Zeit angepasst hat und einen Plotbogen über die neue Serie gespannt hat, fand ich wohl die enttäuschendste Entscheidung.

Unterlegt aber sehr gut die These, dass man sich niemals mit der Auflösung der Geheimnisse beschäftigen wollte.

Baumi
Baumi

@Wortvogel: Ich hatte auch nicht implizieren wollen, dass Du evtl. nicht genug Hintergrundwissen hast, um etwas zu mögen.

Ich habe mich nur an der Absolutheit Deiner Aussage gerieben, dass man niemals sagen könne, etwas sei nur was für Hardcore-Fans.

Es gibt bei vielen Reihen Folgen, Bände oder Filme, die eher als Fan-Service gemacht wurden. Das heißt nicht automatisch, dass sie gut sind. Im Gegenteil, sowas kann auch in zu viel Selbstverliebtheit enden. Aber zumindest in solchen Fällen kann man m.E. sagen: Wenn jemand die vorangegangenen Folgen nicht oder kaum kennt, wird er wahrscheinlich nicht viel mit dieser hier anfangen können.

Wie gesagt, das ist ein reines Ausschließungs-Merkmal und hat nichts mit der Qualität zu tun. (Auch eine misslungene Anspielung erschließt sich nur dem, der das Original kennt.)

Baumi
Baumi

@Wortvogel:

Gut, ich glaube, da interpretieren wir „nur für echte Fans“ einfach unterschiedlich. Für mich heißt das „wer kein Fan ist, wird’s wohl nicht so mögen“, während es für Dich anscheinend eher so etwas ist wie „nur wahre Fans können die Genialität, die darin steckt, erkennen“. Und da stimme ich Dir zu: So eine Behauptung wäre wirklich Bullshit.

Markus

@Wortvogel: Wo ist der Unterschied zwischen „am Ende vielleicht auch nur etwas für eingefleischte Fans“ (Kirsten) und „pfiffige Querverweise, die zwar den Geeks ein Grinsen entlocken, der Authentizität der Serie aber massiv abträglich sind“ (Torsten)? Warum steht Kirsten eine solche Einschätzung nicht zu, dem Hausherrn aber doch? 😉

Kirsten
Kirsten

Generell sollte man vorsichtig damit sein, die eigene Meinung zur Wahrheit zu erheben.

Ich fand die Folge gut, WEIL sie so viele Insider-Gags hatte, Torsten reicht das nicht.

Das sind zwei Meinungen, jede davon ist eine Wahrheit und zwar die jeweils eigene. 😉

Dietmar

@Kirsten: Nur müssen Gags auch zünden. Etwa Mulder auf das alte Poster treten zu lassen ist da eher schwach.

Markus

@Dietmar: Das war in der ersten Folge und nicht lustig gemeint.

Dietmar

@Markus: Ach so. Ich dachte, Du meintest die erste. Stimmt auch: waren ja auch keine Gags.

Ich dachte, ich sag mal was Schlaues. 😒

Markus

@Dietmar: Hey, kein trauriges Smiley! *betroffen den Kopf tätschel* 😉

Dietmar

@Markus: Ich sage das mal hier, weil ich mir vorgenommen habe mich als Kommentator nicht mehr so viel herumzutreiben: Du hast eine tolle Seite mit großartig geschriebenen Artikeln, die mich jetzt durch den Sonntag begleiten werden!

Markus

@Dietmar: Wow, das ist ja nett – vielen Dank. Ich betreibe die Seite zusammen mit Kirsten (s.o.), von der also auch die Hälfte der Texte stammen. Auf jeden Fall danke für das Lob! 🙂

heino
heino

Nach der dritten Folge lässt sich jetzt für mich eindeutig sagen, dass das nur noch ein sehr billiger, unspannender, unwitziger und absolut unnützer Abklatsch der alten „X-Files“ ist. Das tu ich mir nicht weiter an

sergej
sergej

Quoten in den Vereinigten Staaten und Spekulation über weitere Folgen:
http://www.quotenmeter.de/n/83996/

sergej
sergej

Dann will ich auch meinen belanglosen Senf zur Staffel abgeben:
– Damals habe ich die Serie nur sehr sporadisch gesehen, und kann mich an Details nicht mehr groß erinnern. Unter anderem auch nicht an die damalige dt. Stimme von Mulder, deswegen stört mich die jetzige neue Stimme nicht.
Kann es aber verstehen, wenn man sich an der ungewohnten Stimme stört. Ich kenne es eher umgekehrt, wenn ich eine für mich prägnante Stimme bei einer andern Person höre, stört es mich tlw. stark, z.B. die dt. Stimme von Allan Harper (2,5 Men) bei The walking dead, oder die Stimme von Penny (TBBT) bei 2 Broke Girls. [BTW Sheldon Cooper Sexgott!]

– Wenn mich meine Erinnerung nicht ganz trübt, war es auch bei der Originalserie so, dass der große Mythos, die große Verschwörung nur alle paar Folgen auftauchte und dazwischen in sich abgeschlossene Einzelfolgen waren. Insofern blieb man sich treu. Ist halt die Frage, ob man es heute noch so machen kann oder sollte, oder ob der Zuschauer mehr verlangt. Ich bin da unentschieden, bei nur 6 Episoden war es mich mich o.k. wegen leichtem Nostalgiebonus. Andererseits hätte man die Vermischung von folgenübergreifenden Handlungen und Einzelfolgen geschickter machen können. Wenn es eine weitere und längere Staffel geben sollte, dann wäre es wünschenswert, mehr auf die Balance der einzelnen Handlungen zu achten.

– Die dritte Folge war amüsant. Auch die Rollenbesetzung hat mich nicht gestört, kenne die von Torsten angesprochene Serie und den Schauspieler nicht, konnte mich also nicht stören. Auch gab es doch früher auch schon Folgen, die vom normalen Art der sonstigen Folgen abwichen.

– Das Ende geht für mich nicht. Wer es nicht gesehen hat SPOILER.
Noch größer und mit weniger Vorbereitung ging es wohl nicht, gleich eine Bedrohung der Menschheit. Und „natürlich“ findet eine Hauptperson eine Lösung [o.k., das gibt es in Serien oft]. Eine vermutliche Lösung, weil man den Zuschauer ein offenes Ende vorsetzte, mit einem Raumschiff einfach mal so Deus ex machina. Ich bin kein allzu großer Fan von offenen Enden. SPOILERENDE

-Dieses Ende ruft doch recht deutlich nach einer Fortsetzung, die ich nicht unbedingt schauen würde. Da geht es mir wie Torsten in seinem letztem Absatz, diese Staffel konnte man doch ganz gut schauen, aber der Funken, unbedingt die nächste Folge unbedingt sehen zu wollen gar zu müssen, sie zu erwarten, war nicht da. Es war aber auch nicht so schlecht, die Akten nicht zu schauen, wenn man nichts anderes vorhatte.

– Einfallslos fand ich die beiden neuen FBI-Agenten, die in der 2 Hälfte auftauchen. Das direkte Ebenbild von Scully und Mulder, „ungläubige“ Agentin und „gläubiger“ Agent, man hätte man wenigstens die Rollen vertauschen können.
Oder baut man schon für eine weitere Staffel vor, wenn Anderson und Duchovny nicht mehr wollen oder zu teuer sind? Muss man in den Büchern nur die Namen ändern.

G

Ich komme immer noch nicht darüber hinweg, dass sie die junge Agentin tatsächlich Einstein getauft haben. Wie einfallslos ist das denn??

sergej
sergej
sergej
sergej
sergej
sergej