Zeit für ein Update in Sachen Flüssignahrung. Ich habe nämlich die erste Lieferung Mana fast durch.

Technische Kritik: Flasche und metallener Messlöffel (kostenlose Beigaben der Erstbestellung) sind toll, aber letztlich nicht gut genug aufeinander abgestimmt. Das kleine Ölfläschchen lässt sich prima im Messlöffel aufbewahren, der Messlöffel ist aber zu groß für die Öffnung der Trinkflasche, was das Einfüllen des Mana-Pulvers unnötig zur Sauerei macht. Es fehlen zwei Millimeter, um den Löffel komplett in Flasche stecken und ausschütten zu können. Auf der anderen Seite ist die Öffnung der Flasche zu groß, um kleckerfrei daraus zu trinken – doof, wenn man unterwegs nicht überall Gläser oder Tassen dabei hat. Positiv anzumerken ist die Qualität von Flasche und Messlöffel.

manaGeschmacklich ist Mana – ich erwähnte es bereits – mit einem Vanilleshake vergleichbar, allerdings nicht sehr geschmacksintensiv. Es empfiehlt sich, das mit einem Schuss Monin Light Sirup zu pimpen. Gut gekühlt ist der Shake damit ein echter Genuss. Ob man allerdings wochenlang jeden Tag vier bis sechs Vanille-Shakes trinken möchte, sei dahin gestellt und wird sich zeigen.

Ich wollte eigentlich „soft“ einsteigen, pro Tag maximal eine Mahlzeit mit dem Mana ersetzen und dabei nicht zu drängend auf den Kalorienwert starren. Zu meiner Überraschung steigerte ich die „Dosis“ schnell und fand es spannend, mein Hungergefühl dabei zu beobachten. Nach drei Tagen reduzierte ich mein „normales“ Essen auf ein Dinner mit der LvA an vielleicht jedem zweiten Tag, unterbrochen nur von einem Diätjoghurt und einem hartgekochten Ei dann und wann. Trotzdem steigerte ich meinen Mana-Konsum nicht entsprechend – mehr als anderthalb, maximal zwei Flaschen schaffe ich sowieso nicht. Das ist eine Kalorienzufuhr von gerade mal 1400 Kalorien. Und selbst das unterschreite ich oft genug.

Der Grund hinter der doch relativ radikalen Umstellung ist simpel: Mana schmeckt und macht wirklich pappsatt. Wer ein oder zwei große Gläser von dem sämigen Shake trinkt, hat gar keinen Platz für Pommes und Pizza. Das Hungergefühl wird auch effektiv, aber nicht vollständig bekämpft.

Allerdings: Während Mana gut gegen den Hunger ist, kann es den Appetit nicht bekämpfen. Auch mit einem manavollen Bauch ist der Anblick eines Tellers Spaghetti Bolognese von Sehnsucht begleitet. Ich habe diese Woche eine Reportage über Grünkohl mit Kartoffeln und Würstchen geschrieben, das war hart. Hölle, es ist hart, jetzt auch nur daran erinnert zu werden!

Trotzdem: Mittlerweile glaube ich, dass es durchaus machbar und sinnvoll ist, die gesamte Ernährung zumindest zeitweise auf Mana umzustellen. Die Kalorienaufnahme ist damit erheblich leichter kontrollierbar. Und im Gegensatz zu FdH leidet man nicht bei jedem Anblick des Kühlschranks. Als Geek kann man sich zudem damit aufbauen, ein echtes Science-Experiment vorzunehmen und Astronautenkost in sich hinein zu schütten.

Die Tatsache, dass man Mana sehr schnell und fast überall zubereiten kann, hat sich ebenfalls als Vorteil heraus gestellt. Abgesehen von dem Essen, das ich mit Liebe kochen WILL, braucht die Nahrungszubereitung pro Tag nun ca. 2 Minuten. Vier Löffel Mana und etwas Öl in die Flasche, Wasser drauf, ordentlich schütteln, fertig. Ich bin gespannt, wie ich damit auf Reportagen umgehen werde, bei denen ich mit Sicherheit immer einen Beutel Mana dabei habe.

Mit Mana lebe ich praktisch vegetarisch. Auch das sicher kein Malus.

Körperlich fühle ich mich „auf mana“ sehr gut, eher sogar fitter als sonst. Wacher, weniger Hänger, weniger Stimmungsschwankungen. Mit dem leichten Hungergefühl kann ich umgehen. Die Vermutung, der Konsum solcher Nahrungssubstitute könne Mangelerscheinungen hervor rufen, kann ich zu diesem Zeitpunkt nicht bestätigen.

Es sei allerdings der Ehrlichkeit halber vermerkt, dass mein Umfeld einen deutlichen Körpergeruch von mir wahrzunehmen meint. Es scheint, als würde Mana mit meiner Körperchemie Schlitten fahren – morgens und abends duschen ist ein Muss und im Büro steht das Deospray in Griffweite. Vielleicht gibt sich das nach einer Weile.

Ich weiß, ekliges Thema, aber sicher von Interesse, darum fasse ich mich kurz: Durch das, was rein kommt, hat sich das, was raus kommt, nicht nennenswert verändert.

Nun habe ich also die erste Lieferung von sieben Beuteln Mana fast durch – und habe doch keinen Nachschub bestellt. Weil ich mich auch nach Alternativen umsehen wollte. Ein Leser hatte Queal (von „quasi meal“) und Joylent (von „joy“ und „soylent“) empfohlen. Die haben nämlich, was Mana nicht hat – verschiedene Geschmacksrichtungen. Bei Queal sind das Awesome Apple Pie, Cool Chocolate, Funky Forest Fruit, Crazy Chocolate Peanut, Super Strawberry, Smooth Vanilla, und Banana Mania. Joylent macht weniger auf witzig und bietet Vanille, Erdbeer, Schokolade und Banane.

Auch wenn die Geschmacksrichtungen damit etwas variieren – immer nur süß ist nicht ideal. Die Hersteller dieser Nahrungssubstitute wissen das und arbeiten an neuen Versionen. Mango ist wohl schon raus, demnächst soll auch etwas „Herzhaftes“ angeboten werden – wobei ich mir einen „herzhaften Shake“ weder vorstellen kann noch möchte. Das klingt so nach pürierter Currywurst.

Letztlich habe ich mich für eine Lieferung von Joylent entschieden, weil deren Basispaket mit 55 Euro zwar sechs Euro teurer ist als das „Taste Tester“-Package von Queal, mit 30 Mahlzeiten aber auch deutlich mehr Inhalt mitbringt. 1,83 Euro pro „Essen“, das kann ich noch stemmen. Während Mana aus dem Ostblock kam, verschickt Joylent aus Holland.

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Interessant an Joylent: Durch die Beigabe von Leinsamen ist keine Beimischung von Öl mehr nötig.

Um die verschiedenen Anbieter zu vergleichen, werde ich aber mit ziemlicher Sicherheit dann bei Queal bestellen.

Fazit: Faszinierend. Mana hat mein Essverhalten stärker und ohne größere Umstellungen beeinflusst, als ich das für möglich gehalten hätte. Wenn man ein bisschen Spaß daran hat, den eigenen Körper als Experiment zu missbrauchen, dann sollte man das ruhig mal probieren.

Die Schlüsselfrage bleibt natürlich: Kann ich mit diesen Shakes tatsächlich abnehmen? Das wird sich zeigen, wenn ich nächste Woche anfange, mich wieder auf die Waage zu stellen…

P.S.: Dringlich sprechen sollten wir allerdings mal über die Grafik, die die Tracking-Nummer des Joylent-Pakets begleitet:

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comicfreak
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..oha, jetzt wo du es ansprichst..
*schnüffel*
😉
Klingt interessant!

Pogopuschel

Da bin ich mal gespannt.

Ich selbst leide als dünne Bohnenstange jetzt nicht gerade an Übergewicht (1,89m mit85kg), habe aber im letzten Jahr (seit ich verletzungsbedingt mit dem Fußballtraining aufgehört habe und beruflich jetzt nur noch am Computer sitze) 10 Kilo zugenommen, was sich vor allem auf den Bauchbereich konzentriert und dazu führt, dass mir viele meiner Hosen nicht mehr passen.

Ich versuche es jetzt mal mit Eigenkörpergewichttraining (nach dem Buch »Fit ohne Geräte«, obwohl ich von solchen Büchern eigentlich nichts halte), da ich nicht abnehmen möchte (bei Diäten verliert man auch Muskelmasse), sondern einfach einen fitteren Körper haben. Dabei trainiert man vier bis fünfmal die Woche intensiv zwischen 20-40 Minuten in Intervallen.

Dazu gehört auch eine Umstellung der Ernährung, aber solche Nahrungsshakes gehen mir dann doch zu weit. Für mich gehört ein gutes Essen (ich koche auch gerne) einfach zur Lebensqualität dazu. Ich werde mal sehen, was der erste Trainingsdurchlauf bringt, und dann eventuell noch meine Ernährung stärker umstellen.

Howie Munson
Howie Munson

@Pogopuschel: Also in erster Linie verliert man Muskelmasse, wenn man seine Muskeln nicht benutzt. Egal ob mit oder ohne Diät bzw. Kaloriendefizit. Da der Wortvogel jegliche sportive Anstrengung vermeidet, hat er halt nur die Muskeln, die er braucht, um von seiner Wohnung zum Supermarkt oder Reportagenziel zu kommen…. *duck*

@Wortvogel: was die Waage betrifft: Da ich mich nun seit Monaten mehrmals täglich wiege, kann ich für mich feststellen, dass man nur nach 12 Stunden „Nüchternheit“ (also nichts essen oder trinken) + normaler Verdauungsfunktion ein halbwegs zuverlässiges „‚Minimalgewicht“ ermitteln kann.

Ich verfalle also nicht in Panik, wenn die Waage mal 3 Kilo mehr anzeigt, dies kommt bei mir jeden dritten Tag vor.

Mag sein, dass Körperfettwaagen eben jenes Körperfett zuverlässiger errechnen können, auch wenn man unterschiedlich viel vorher gegessen oder getrunken hat, ich habe aber eine solche Waage nicht.

Dietmar

Es scheint, als würde Mana mit meiner Körperchemie Schlitten fahren

Das hat eine andere und sehr konkrete Ursache: Bei Mangelernährung wird aus Körperfett Zucker bzw. Kohlenhydrate gebildet. Dabei fällt Azeton als Abfallprodukt an, was für den Geruch verantwortlich ist. Früher, manche denken das wohl auch noch heute, wurde das als Zeichen von „Entschlackung“ beim Fasten gesehen. Ist aber Unsinn. Gleichzeitig setzt die Leber auch erhöhte Zuckermengen frei, was sie sehr beansprucht. Wenn solche Effekte bei meinem Sohn auftreten, muss man alles tun, um den Energiehaushalt wieder zu stabilisieren.

Also im Grunde fastest Du und führst offenbar sehr erheblich weniger Energie zu, als Dein Körper als Grundumsatz benötigt. Das ist nicht optimal, würde ich sagen, für einen gesunden Körper aber nicht akut gefährlich. Aber: Der Jojo-Effekt steht bevor.

comicfreak
comicfreak

@Dietmar
..danke sehr 😀

Mencken
Mencken

„Allerdings: Während Mana gut gegen den Hunger ist, kann es den Appetit nicht bekämpfen. Auch mit einem manavollen Bauch ist der Anblick eines Tellers Spaghetti Bolognese von Sehnsucht begleitet. Ich habe diese Woche eine Reportage über Grünkohl mit Kartoffeln und Würstchen geschrieben, das war hart. Hölle, es ist hart, jetzt auch nur daran erinnert zu werden!“

„Und im Gegensatz zu FdH leidet man nicht bei jedem Anblick des Kühlschranks.“

So ganz ist mir der Unterschied nicht klar.

Fabian Neidhardt

@Wortvogel. Wenn ich die Flasche richtig sehe, dass ist das eine Nalgene-Flasche mit einem Mana-Branding. Falls dem so ist, geh mal in einen Outdoorladen, die solche Flaschen haben, weil es für die Öffnungsgrößen so Adapterdeckel gibt, damit man da gut draus trinken kann: http://www.humangear.com/capcap/ Ich frage mich, ob du nicht auch einfach andere Geschmäcker hinzufügen könntest? Sirup gibt’s ja in jeder Geschmacksrichtung.

L3v3l0rd
L3v3l0rd

Als Nutzer ehemaliger Nutzer von Almased, vermute ich die größte Erfolgschance bei Mana, alleine aufgrund der Menge die man sich einverleiben muss. 900 ml ist schon ein Wort. Bei Almased sind es nur 200ml und das reicht ganz und gar nicht aus, das Hungergefühl erfolgreich zu bekämpfen. Insofern sehe ich die beiden Oben genannten Alternativen (350 und 500 ml) ebenfalls kritisch. Ich werde Dank deiner Reporte jetzt mal Mana ausprobieren. Bitte weiter berichten 😀

Fake
Fake

Zur Ergänzung von Dietmars Erläuterungen hier nochmal im Detail:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ketose_%28Stoffwechsel%29

Fabian Neidhardt

Eine Sache noch: Flasche und Löffel sind bei Mana keine kostenlosen Beigaben. Die Erstbestellung ist einfach teurer, als die Folgebestellungen.

Fabian Neidhardt

Yeai, ein Flaschenvergleich samt Fotos, darauf freue ich mich.

Oliver
Oliver

Bei Joylent wird das abwiegen empfohlen, aber ungefähr ein Drittel (nehme auch schon mal nur 100-120gr) kann man auch mit Augenmaß abmessen. Man kennt ja seinen Shaker schnell und weiß dann wie viel rein muss.

Oliver
Oliver

Bitte auch die Blender Bottle testen. Sehr schön und sehr praktisch.

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Tante Jay

Du bist schuld. Grad mal Joylent geordert.

a) ich *muss* abnehmen, das geht so echt nicht mehr
b) ich *muss* meine Diabetes in Griff kriegen. Mal sehen ob das damit funzt.

Weil ich nämlich c) nicht sonderlich „compliant“ zu Diäten etc. bin.

Tante Jay

Es sind die verschiedenen Geschmacksrichtungen. Vanille ist für mich ne Zeitlang okay, aber dann ist ende gelände. Wenns das nicht bringt, gibbet halt dann doch das Vanillezeugs.

trackback

[…] dem Nahrungsersatz Mana hatte ich euch ja schon erzählt. Davon habe ich auch noch einen Haufen Beutel hier, aber die sind nur beschränkt diätgeeignet, da […]