18
Nov 2015

Der SPIEGEL auf mutigem Kreuzzug gegen verantwortliches Handeln

Themen: Film, TV & Presse |

Ich muss vermutlich vorab anmerken, dass ich den SPIEGEL nicht so oft kritisiere, weil ich ihn ablehne. Würde ich ihn ablehnen, würde ich ihn nicht lesen. Das Problem ist, dass ich den SPIEGEL mag und deshalb um so empfindlicher reagiere, wenn er mal wieder dummes Zeug schreibt.

Stellt euch das so vor: Wenn irgendein Idiot in der Straßenbahn "Ausländer raus!" brüllt, denkt man sich (oder sagt es, je nach Zivilcourage) "Arschlöcher raus wäre mir lieber". Aber es ist ungleich problematischer, wenn der Kumpel, den man noch aus der Schulzeit kennt, plötzlich beim Bier grummelt "Ich finde auch, dass wir hier von Immigranten überrannt werden". Man möchte nicht gleich den Stab über die Person und die Freundschaft brechen, aber man kann das doch nicht so stehen lassen, oder?

In diesem Sinne nehme ich heute mal einen Kommentar von Kendra Stenzel auseinander. Kurz zum Kontext: Einer der reichsten Hollywood-Schauspieler, Charlie Sheen, hat gestern bekannt gegeben, dass er HIV-positiv ist, trotzdem ungeschützten Verkehr hatte und außerdem von diversen Porno-Starlets, die seine Matratze kreuzten, erpresst wird.

Nun muss man zu Charlie Sheen sagen, dass er der Prototyp des verkommenen Brat Packs ist: Sohn eines erfolgreichen Schauspielers, selber durchaus begabt, aber primär durch Sexskandale und Drogengeschichten auffallend. Zwei gescheiterte Ehen, Dutzende Beziehungskonstrukte mit mehreren Porno-Ladys, die er seine "Göttinnen" nannte, immer wieder Drogen. Wichtig: Sheen schämte sich nie – Sheen tat so, als wäre er der Meister des Universum. Die Tatsache, dass er seinen destruktiven Lebenswandel überlebt hat, schrieb er in einem Interview 2011 seinem unbezwingbaren "Tigerblut" zu – übrigens das Jahr, in dem er von seiner Infektion erfuhr.

Es ist davon auszugehen, dass Sheen auch weiterhin Pornostars gevögelt und Drogen konsumiert hätte. Seinen Lebenswandel hat er nach der Diagnose HIV nicht erkennbar geändert. Das Problem: Die Erpressung durch diverse ehemalige Sexpartner, die von seine Infektion Wind bekommen hatten, zwang ihn in die Öffentlichkeit.

Das Interview in der Today Show gestern war ein Musterbeispiel an Hybris:

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Scham, Reue, Entschuldigungen? Keine Spur. Hat er halt HIV, na und? Wird schon nix passiert sein. Diejenigen, die er jahrelang betrogen und in Gefahr gebracht hat? Erpresser, Lügner, Kriminelle.

Charlie Sheen besitzt nach realistischem Schätzungen um die 150 Millionen Dollar und es kommen jeden Monat ein paar dazu – dank der Tantiemen für "Two and a half men". Trotzdem versucht er allen Ernstes die "Erpresser wollen meinen Kindern Geld wegnehmen"-Mitleidstour.

Geschlafen mit Frauen ohne Kondom? Ja, aber die "konnten sich bei mir nicht anstecken". Was immer das bedeuten soll.

Ehrlichkeit in Sachen Ansteckung? Es gibt jetzt schon diverse Damen, die behaupten, dass das nicht stimmt. Charlie Sheens Leumund? Historisch bei null.

Nun kann man sich darüber echauffieren, dass sich die Boulevard-Presse über den Fall das Maul zerreisst. Ich finde das so erwartbar wie undramatisch, weil a) es ist die Boulevard-Presse und genau DAS ist ihr Geschäft, und b) Charlie Sheen ist einer, der es aushalten kann.

Aber HALT! Es geht hier immerhin um HIV, also quasi AIDS. Und wenn wir etwas gelernt haben, dann doch das – alle HIV-Positiven sind Opfer, die unser Verständnis verdient haben. Ausnahmslos. Die Positiv-Diagnose ist so etwas wie die christliche Wiedergeburt – alle Sünden sind vergeben, der Sünder wird mit Liebe wieder in die liberale Gemeinschaft aufgenommen.

Und Verkünder der frohen Botschaft ist Kendra Stenzel bei SPon:

sheen

Gehen wir das mal wieder Stück für Stück durch:

Jetzt hat ihn sein liederliches Leben also eingeholt. Charlie Sheen ist HIV-positiv. Das ist nur logisch, lassen Medien wie "Radar Online" durchblicken. Alkohol, Drogen, Sex: Wohin sonst sollte so ein Leben im Exzess führen? Sogar Tattoos trägt der Hollywoodstar, betont das Klatschportal noch einmal, und macht das Bild komplett: Bei so einem Lebenswandel muss sich Sheen nicht wundern, dass er am Ende die Quittung bekommt.

Wir ahnen – das ist die Ouvertüre zum empörten Widerspruch. Für mich trifft dieser Absatz hingegen die Situation recht genau.

Oder andersrum: Wer HIV-positiv ist, ist selbst schuld.

Und ZACK! Um ausgerechnet Jochen Steinhöfel zu zitieren: "Das ist so falsch, dass nicht mal das Gegenteil richtig ist". Das "Oder andersrum" verweist eben nicht auf eine andere Auslegung der Medienberichte, sondern auf völligen Klumpaquatsch. Kein Medium, nicht mal die niederträchtigsten Revolverblätter, hat geschrieben oder auch nur impliziert, HIV-Positive seien generell selber Schuld. Das ist ein Strohmann-Argument, bei dem man eine Behauptung widerlegt, die niemand aufgestellt hat.

Stenzel versucht, aus der Kritik an Charlie Sheen eine Kritik an allen HIV-Positiven zu extrapolieren. Was Quatsch ist, aber Taktik: Wenn der Leser überzeugt werden kann, dass HIV-Positive nicht an ihrem Schicksal schuld sind, kann man die Argumentation dann wieder auf Charlie Sheen verkleinern.

Knapp zusammengefasst:
– Dein Kumpel ist ein Arschloch.
– Meine Kumpel sind doch nicht alles Arschlöcher!
– Natürlich sind nicht ALLE deine Kumpel Arschlöcher.
– Na also, dann ist er also doch kein Arschloch. Sag doch nicht sowas!

Man könnte es sich einfach machen und den Ton, in dem schon seit Wochen über Charlie Sheens HIV-Infektion spekuliert wird, den Regeln des Boulevard zuschreiben.

Kann man nicht nur, sollte man. Weil es genau darum geht. Klatschblätter berichten über Klatsch.

Doch die Medien, die Sheen nun auf so perfide Art zwischen den Zeilen zum Täter machen,

Zwischen den Zeilen? Sheen hat zugegeben, dass er – obwohl positiv – mit mehreren Frauen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatte. Er IST der Täter, im Zweifelsfall sind allenfalls die Frauen die Opfer.

sind dieselben, die Angelina Jolie im Zuge ihrer Krebs-präventiven Brustamputation zur Heldin stilisierten. Es sind dieselben, die mit Jack Osbourne fühlten, als bei ihm 2012 Multiple Sklerose diagnostiziert wurde. Es geht also auch anders.

Nächster perfider Argumentationstrick: Selbstverschuldete Konsequenzen eines destruktiven Lebenswandels mit unverschuldeten Krankheiten (oder dem Risiko von Krankheiten) in einen Topf rühren und hoffen, dass niemand merkt, dass man das gar nicht in einen Topf rühren darf.

Angelina Jolie hat sich die Brüste abnehmen lassen, weil sie eine genetisch hohe Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs hat. Jack Osborne ist an Multipler Sklerose erkrankt. Für Kendra Stenzel ist das absolut dasselbe, als wenn der größte Ficker und die eierschaukelndste Koksnase Hollywoods sich nach hundertfachem gedankenlosen Geschlechtsverkehr mit Prostituierten ansteckt. Schon klar. Armer Charlie Sheen.

Ja, Charlie Sheen ist ein spezieller Fall. Seine Abenteuer mit Pornostars und Prostituierten, seine Ausraster im Vollrausch, seine spektakulären Abstürze finden seit Jahren so öffentlich statt, dass sie zumindest den Gedankengang nahelegen, der Schauspieler sei schlicht nicht vorsichtig genug gewesen.

Nächste Finte aus dem Handbuch: Kritik unterlaufen, in dem man sie scheinbar aufgreift. Und dann eben doch nicht:

Und trotzdem muss man sich über den Automatismus wundern, mit dem in der Berichterstattung "viel Sex" mit "ungeschütztem Sex" gleichgesetzt wird.

Wird er nicht. Sheen hat es zugegeben. Und es ist nicht menschenverachtend, wenn man davon ausgeht, dass er nur zugegeben hat, was sich sowieso nicht verheimlichen lässt.

HIV-Infizierten haftet bis heute ein Stigma an.

Jetzt wieder grob verallgemeinern, um den daraus resultierenden Angriff dann auf Charlie Sheen herunter brechen zu können:

Die Bilder, die sich auch im Fall von Charlie Sheen in den Köpfen formen, sind keine von Missionarsstellung im Reihenhaus-Schlafzimmer, sondern solche von Sex in dreckigen Kaschemmen, von wilden Orgien im Rausch, vom Teilen verseuchter Nadeln in dunklen Kellern.

Ich wäre dankbar, wenn sich Frau Stenzel nur um die Bilder in ihrem eigenen Kopf kümmern könnte. Als jemand, der Charlie Sheens Karriere seit "Ferris macht blau" verfolgt, habe ich mir sein Leben nie in Kontext von dunklen Kellern, verseuchten Nadeln und dreckigen Kaschemmen vorgestellt. Eher so Nobelbordell, Escorts, Porsche, Las Vegas, Koks im Kilopack und Orgien mit Porno-Starlets. The American Dream, Version LA.

Natürlich lassen mehrere Medien es sich auch nicht nehmen, noch einmal zu erwähnen, dass der Schauspieler nicht nur Sex mit Frauen, sondern auch mit Männern gehabt habe. Drogen, Homosexualität, Sex, Aids: Die Assoziationskette ist vorgegeben.

Das einzige Medium, das unterstellt, Sheen habe "gay sex" gehabt, ist meiner Recherche nach das indiskutable Lügenblatt "National Inquirer". Wäre die Behauptung von Stenzel korrekt, müsste Sheens Image nun das eines drogensüchtigen "closet homosexual" sein. Ich kenne niemanden, der Sheen für ernsthaft schwul hält.

Die Assoziationskette ist vorgegeben.

Von Stenzel. Von niemandem sonst. Es ist eine dieser typischen ekelhaften Unterstellungen, dass die Medien Sachen behaupten, die Menschen dazu bringen, etwas zu glauben – ohne belegen zu wollen, dass die Medien etwas behaupten ODER die Menschen es glauben. Kendra Stenzel braucht diese Unterstellung, um ihren Angriff zu rechtfertigen.

Die Berichterstattung im Fall Charlie Sheen zeigt, dass Vorurteile noch immer die Diskussion bestimmen. Dass HIV nicht nur durch wilden Sex mit Fremden und verseuchte Spritzen übertragen wird, wird komplett ignoriert.

Nicht ignoriert. Aber wir wissen mit hoher Wahrscheinlichkeit, woher bei Sheen die Infektion kommt. Es gibt schlicht keinen Grund, bei seinem Lebenswandel nach anderen Ursachen zu suchen. Das wird er schon selbst tun, um sich rein zu waschen.

Übrigens: Bisher ist kein Fall dokumentiert, in dem HIV durch Tätowiernadeln übertragen wurde.

Diese Aussage ist zumindest sehr fragwürdig, wie ein Kommentator unter dem Stück ausführt:

"Es gibt vor allem in Asien und Afrika Zehntausende von Infizierten, die durch unsterile Nadeln infiziert wurden. Nicht nur durch unsterile Injektionsnadeln – sondern mit "an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit" auch durch baugleiche, unsterile Tastoo-Nadeln. Das ist vielfach dokumentiert, wie eine einfache Archivabfrage in der deutschen Fachzeitschrift "Aidsforschung" und auch in anderen Fachzeitschriften beweist. Da HIV bzw. Aids durchschnittlich (!) erst nach 11 – 12″ Jahren virulent und bemerkt wird, kann das natürlich nicht mehr retrospektiv genau nachgewiesen werden, weil das Tatoo-Besteck nicht mehr existiert. Doch die dokumentierten Fälle versehentlicher Nadelstiche bei medizinischem Personal, das sofort überwacht wurde – die sind ja wohl Beweis genug. Die Autorin sollte mal überlegen, was sie mit solchen Behauptungen anrichtet."

Ist aber generell nur ein Nebenschauplatz – ich erlaube mir die Überzeugung, dass Sheen sich nicht beim Tätowierer angesteckt hat…

In seinem Interview mit der "Today"-Show sprach Sheen von einer gefährlichen Berichterstattung, die die Gesundheit vieler anderer bedrohe. Sheen hat recht.

Sheen spricht nicht von der gefährlichen Berichterstattung über seine HIV-Infektion, er spricht über die Spekulationen darüber. Die er nun beendet hat.

Wer HIV-Infektionen an eine bestimmte Lebensweise knüpft, verkennt die reale Gefahr und erzeugt eine Kultur der Scham.

Es gibt den furchtbaren, aber wahren Satz "Aids bekommt man nicht, Aids holt man sich". Im Gegensatz zu Krebs und Alzheimer ist Aids eine Krankheit, der man nicht hilflos ausgeliefert ist.NATÜRLICH ist Aids an eine gewisse Lebensweise geknüpft. Man kann vorsorgen, kann sich schützen, kann mit seinem Partner sprechen und Risikosituationen und Risikogruppen meiden. Das schließt nicht aus, dass man sich trotzdem infiziert, aber dass jemand wie Sheen eigentlich die Risikogruppe ist, die man als Geschlechtspartner meiden sollte, sollte man nicht unter den Tisch kehren. Sich mit dem einlassen geht nur, wenn mit der Infektion offen umgegangen wird. Was Sheen nicht getan hat. ER hat mit seiner Lebensweise und seinem Umgang mit der Infektion eine Gefahr für andere bedeutet, nicht die "Medien" (zu denen sich Kendra Stenzel anscheinend nicht zählt).

Es fällt auf, dass Stenzel mehrfach vom Stigma der Infektion spricht und der "Kultur der Scham", aber bequem übergeht, was das eigentlich sein soll – und warum es Charlie Sheen betrifft.

Um noch mal auf den Titel zu kommen: "Der Kranke" zu sein ist nicht gleichbedeutend mit "Das Opfer" zu sein. "Der Kranke" kann durchaus auch "Der Täter" sein. Krankheit ist keine Reinwaschung, kein Schutzschild. Ich bin sicher, dass Frau Stenzel den Lebenswandel des gesunden Charlie Sheen widerlich, frauenfeindlich und verantwortungslos fand. Aber die Krankheit nimmt ihm die Schuld, nun ist es an uns, ihn vor den bösen Medien in Schutz zu nehmen – weil die immer noch finden, dass er widerlich, frauenfeindlich und verantwortungslos gehandelt hat.

Ich habe Mitleid mit dem "Kranken" Charlie Sheen – ein "Opfer" Charlie Sheen kann ich hier nicht sehen. Ob er "Täter" Charlie Sheen ist, wird sich zeigen. Es sieht aber – ganz unboulevardesk – schwer danach aus.

Kommen wir zu meinem ganz persönlichen Fazit: Sheen ist kein Opfer, er ist kein Held, er ist kein Vorbild. Er ist das, was in unserer Gesellschaft viel zu selten offen angeprangert wird: Ein abschreckendes Beispiel. Wenn wir die kommenden Generationen zu verantwortungsvollen Menschen erziehen wollen, müssen wir ihnen auch zeigen, wie Verantwortungslosigkeit aussieht. Charlie Sheen ist ihr Posterboy. Sorry not sorry.



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dermax
dermax
18. November, 2015 14:54

Eigentlich schon fast wieder ein SPIEGEL-Artikel, der ein zu leichtes Ziel bietet bei all dem leicht durchschaubaren Unfug…
Darüberhinaus könnte man Sheen noch vorwerfen, dass er damit der Aufklärung zu HIV einen Bärendienst erwiesen hat, weil eben auch andersrum gerne verallgemeinert wird, dh wer positiv ist, hat ja bestimmt ein entsprechendes Leben geführt.

Wortvogel
Wortvogel
18. November, 2015 15:02

@ dermax: Ja, das war leicht. Hat auch nicht lange gedauert. Morgen kommt dafür ein Monster-Review eines Trashfilms, an dem ich mehr als sechs Stunden gefeilt habe.

comicfreak
comicfreak
18. November, 2015 15:08

"Ich habe Mitleid mit dem „Kranken“ Charlie Sheen – ein „Opfer“ Charlie Sheen kann ich hier nicht sehen."

..danke.

DMJ
18. November, 2015 15:27

Die Unterscheidung zwischen dem Kranken und dem Opfer erscheint mir auch sinnvoll. – Auf Facebook klangen mir deine Ausführungen noch etwas harsch, hier kann ich aber auch nicht widersprechen.

Natürlich tut es mir leid für Charlie Sheen (den ich irgendwie mag), aber dies ist keiner der Fälle, in denen jemand unprovoziert vom grausamen Schicksal überfallen wurde, hier ist jemand von dem Risiko getroffen worden, das er jahrelang nicht zu beachtet haben scheint. Das macht es nicht weniger bedauerlich, aber eben recht selbst verursacht.

(Das jetzt alles nur auf seinen Teil bezogen. Ungeschützter Verkehr mit Leuten, die nicht von der Infektion wissen ist eine komplett andere und absolut unentschuldbare Sache.)

Aber Stenzel scheint hier generell nicht den Unterschied zwischen einem speziellen Fall und dem Allgemeinen zu erkennen: Nicht jeder, der mit HIV infiziert ist, führt einen lockeren Lebenswandel und hätte es verhindern können, aber dass man durch einen solchen das Risiko erhöht, ist kein Vorurteil, sondern Fakt. Ebenso ist ein Fakt, dass Sheen einen solchen geführt hat und Indizien dafür, dass er die Infektion von einer verseuchten Blutkonserve o.ä. bekommen hat, gibt es meines Wissens keine.

gerrit
gerrit
18. November, 2015 15:33

Ein Abarbeiten an leichten Zielen B-)
Bis auf: was ist "ekelhaft" daran, einem offen bi-sexuellen vorzuwerfen, er habe Sex mit Männern gehabt?

Kaio
Kaio
18. November, 2015 15:46

Ist das -in vollem Wissen und es verschweigend- ungeschützte Sex haben mit einer HIV Infektion nicht sogar Körperverletzung und damit eine Straftat?

Tante Jay
18. November, 2015 15:54

Was die Ansteckung angeht, kann ich vielleicht ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

Moderne Medikamente können die Viruslast unter die Nachweisgrenze drücken. Die Leute sind nach wie vor positiv, der Virus ist aber nicht mehr nachweisbar.

Dennoch ist er vorhanden. Ich nehme aber mal an, dass Charlie Sheen sich darauf bezog, dass seine Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt und er daher nicht als ansteckend gilt.

Es gibt wohl jetzt auch schon die ersten Ärzte, die diese Patienten als "nicht ansteckend" bezeichnen.

http://www.poz.com/articles/viral_load_transmission_2176_14363.shtml

Wortvogel
Wortvogel
18. November, 2015 17:46

@ Tante Jay: Das ist kein Freifahrtschein, oder in diesem Fall kein Freifickschein.

@ gerrit: Wo habe ich das behauptet?

gerrit
gerrit
18. November, 2015 19:35

Aaargh. Entschuldigung, zu flüchtend gelesen. Was vielleicht daran lag, dass ich mir parallel das Video reingezogen habe. Welches ein Beweis der Ungerechtheit der Welt ist: wenn im Zusammenhang mit taahm einer hätte reich werden sollen, dann Bill Prady, Chuck Lorre, Jon Cryer. Unfassbares Gestammel.

ViNCENT
ViNCENT
19. November, 2015 00:26

Habe auch deine Posts auch schon FB gesehen. Interessiert dich DAS gerade wirklich am meisten?

Was Charlie Sheen macht, sagt oder hat ist mir im Anbetracht der restlichen Ereignisse der vergangenen Woche eigentlich herzlichst egal.

Dietmar
19. November, 2015 08:27

Ich bin sicher, dass Frau Stenzel den Lebenswandel des gesunden Charlie Sheen widerlich, frauenfeindlich und verantwortungslos fand.

Oder sie findet ihn heiß. Soll ja Frauen geben, die das tun und seinen Erfolg mittragen. Das ist so einer mit animalisch viraler Ausstrahlung und Coolness. Macht mich immer bisschen neidisch sowas.

Das mit der Nachweisgrenze sagte auch sein Arzt im nachfolgenden Clip. Die sofortige Medikation habe das Virus unter die Nachweisgrenze gedrückt. Möglich, dass Scheen das damit meint und auch dämlicherweise und verantwortungslos denkt, wenn er sagt, eine Ansteckung seiner Partner sei nicht möglich gewesen.

@ViNCENT: Wieso am meisten? Das furchtbares passiert ist, zwingt doch nicht dazu, alles andere uninteressant zu finden und es ist auch nicht unmoralisch, sein normalen Leben weiterzuführen. Eher sogar ein Statement.

Wortvogel
Wortvogel
19. November, 2015 08:43

@ ViNCENT: Gleich kommt sogar noch ein viel irrelevanterer Beitrag. Weil es reicht, wenn die restlichen 6.999.999.999 Menschen über die Ereignisse der vergangenen Woche reden. Ich habe gesagt, was es zu sagen gab.

HERDIR
HERDIR
19. November, 2015 10:17

Danke für die Aufarbeitung … ich hatte das Lesen des Artikels entnervt abgebrochen …

Interessant wäre was Frau Stenzel über einen Sexualpartner von Sheen schreiben würde, der sich bei ihm angesteckt hat …

feyenoorder
feyenoorder
23. November, 2015 13:13

"Interessiert dich DAS gerade wirklich am meisten?"

Stell dir vor: Es gibt noch ein Leben jenseits von Terrorangst, Terrorpanik und Terrorpanikmache. In Zeiten, in denen sich jedes Medium bereitwillig zum Komplizen der Terroristen macht, indem es selbst das Schrecklichste noch schrecklicher zu schreiben versucht, sind Artikel zu anderen Themen, so banal sie sein mögen, das Relevanteste, was ich mir gerade vorstellen kann.

Dietmar
24. November, 2015 07:13

In Zeiten, in denen sich jedes Medium bereitwillig zum Komplizen der Terroristen macht, indem es selbst das Schrecklichste noch schrecklicher zu schreiben versucht,

Das habe ich allerdings nicht festgestellt. Mag aber daran liegen, dass ich mich vorwiegend über die öffentlich rechtlichen Nachrichten informiere und Diskussionsrunden im Fernsehen meide.