Nachdem Torsten jemanden suchte, der diese Filme gesehen hat und sich in der Lage fühlt, sie zu besprechen, konnte ich natürlich nicht widerstehen. Hier die erste von drei „ausgewachsenen“ Filmbesprechungen, die nicht einfach nur ein paar Stichworte als Gedächtnisstütze für mich selbst sind. Bitte seid entsprechend nachsichtig mit mir.

Body

bodyUSA 2015. Regie: Dan Berk, Robert Olsen

Darsteller: Helen Rogers, Alexandra Turshen, Lauren Molina, Larry Fessenden, Adam Cornelius, Dan Brennan, Kimberly Flynn

Offizielle Synopsis:

Alles wird gut!“, beruhigt die Stimme vom Telefon-Notdienst – nur wird dieser vorweihnachtliche Abend mit den besten Freundinnen vermutlich nie wieder so gut, wie er einmal angefangen hat. Vor ein paar Stunden noch haben Holly, Cali und Mel Scrabble gespielt, Mels kleinen Bruder geärgert, Wein getrunken und einen Joint auf der Terrasse geraucht. Dann aber hat die kesse Cali eine wunderbare Idee: Ihr Onkel wohnt in einer luxuriösen Villa und ist gerade verreist – wieso nicht die Party dahin verlagern? Gesagt, getan und die Mädchen lassen es gehörig krachen! Als Holly aber ein paar seltsame Fotos bemerkt und ein Geheimnis um Calis Onkel gelüftet wird, schlägt die Stimmung um. Ausgerechnet in diesem Augenblick taucht auch noch der Groundkeeper auf!

Die Mädels rennen wie eine aufgeschreckte Antilopenherde an ihm vorbei und der arme Mann wird versehentlich die Treppe runtergestoßen, wo er leblos liegen bleibt. Aus Angst vor dem Gefängnis beginnen die drei in Panik, eine gemeine Geschichte zu erfinden, um sich als Opfer ausgeben zu können. Beweise brauchen aber Hand und Fuß das weiß das Trio spätestens seit CSI – und so schrecken sie vor nichts zurück, um eindeutige Spuren zu hinterlassen.

Kritik: Die grundlegende Idee ist sicherlich nicht die innovativste. Aber sie ist dafür ausreichend plausibel, um einen nicht aus der Suspension of Disbelieve zu reißen. Das ist immer schon eine Menge wert. Leute unter Drogeneinfluss verhalten sich eben in Stresssituationen eher nicht so ganz sinnvoll. Daher kann ich akzeptieren, dass die Mädels nicht einfach die Bullen rufen, ihnen alles erklären, damit leben, dass sie eine kleine Geldstrafe zahlen – und der Film nie stattfindet.

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Die Darstellerinnen bieten eine solide Performance und sind nicht einfach nur irgendwelche 0815-Teenies, die nur debil grinsen können. Sie haben sogar erkennbar unterschiedliche Charakterzüge – auch das leider nicht selbstverständlich in solchen Filmen. Cali ist eher draufgängerisch, Holly eher verantwortungsbewusst und Mel ist ein klassischer, entscheidungsschwacher Mitläufer. Diese Kombination erweist sich als unfähig, sich wirklich zu einigen, da Cali und Holly stets unterschiedlicher Ansicht sind und sich den Mehrheitsbeschlüssen, die durch die schwankende Mel zustandekommen, nicht fügen. Das ist durchaus gut beobachtet und wird pointiert dargestellt.

Ein weiterer Aspekt, der mir gefallen hat, ist dass die aktuelle Hysterie in Sachen sexualisierter Gewalt in den USA angerissen wird. Wie sonst kämen die drei auf die Idee, dass ein Sexualvergehen die Gesetzesübertretung ihrerseits gewissermaßen negiert?

Ansonsten bekommen wir weiterhin solide Handwerkskost geboten. Die Spannung ist nicht überwältigend, aber ausreichend vorhanden. Im wesentlichen vermeidet der Film schlichtweg grobe Schnitzer ebenso wie besondere Höhepunkte.

Fazit: Die wichtigste Frage ist ja immer: Hat mich der Film unterhalten? Ja. Das hat er. Aber mehr eigentlich auch nicht. Nur die gute Darstellung der Gruppenkonstellation der 3 jungen Frauen hebt den Film ein wenig aus dem Mittelmaß hinaus. 6/10.

Philipp Seeger



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Teleprompter
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Also dass man (auch und gerade in den USA) mit einer „kleinen Geldstrafe“ davon kommt, wenn man einen Menschen – absichtlich oder fahrlässig – zum Tode befördert hat, halte ich für unwahrscheinlich. Selbst wenn das nur „involuntary manslaughter“ wäre, stehen da in den meisten US-Bundesstaaten mehrjährige Haftstrafen drauf.

Teleprompter
Teleprompter

In anderer Leute Häuser eindringen, den Besitzer zu Tode bringen und damit als „Unfall“ durchkommen, dürfte in den wenigsten Rechtsordnungen einfach sein, erst recht in Amiland, wo man auf ungebetene Besucher ja (mancherorts) auch erst mal schießen und dann nach dem Grund des Besuchs fragen darf.

Aber buchen wir es unter „künstlerische Freiheit“ ab für einen Film, den ich nach Lesen von Inhaltsangabe und Kritik nicht so ansprechend fand.

Kyrsch
Kyrsch

@Teleprompter Groundkeeper = Hausmeister nicht Besitzer

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