Demonic

demonicposterUSA/Großbritannien 2015. Regie: Will Canon. Darsteller: Maria Bello, Frank Grillo, Cody Horn, Dustin Milligan, Megan Park, Scott Mechlowicz, Aaron Yoo

Story: Vor Jahren schlachtete Mary Livingston ihrem Haus drei Menschen ab. Seitdem soll es in dem Gemäuer spuken… Eines Nachts wird Detective Mark Lewis zum Livingston-Haus gerufen. Was er dort findet, sind drei frische Leichen und ein völlig verstörter Überlebender, John. Aus dem Knaben ist nicht viel rauszubekommen, außer, dass es noch zwei weitere Personengeben muss, die vermisst werden, den Dokumentarfilmer Bryan und Johns schwangere Freundin Michelle. Lewis zieht seine Freundin, die Polizeipsychologin Elizabeth Klein hinzu. Während die Polizeitechniker versuchen, aus den gefundenen Videos schlau zu werden, zieht Elizabeth John Informationen aus der Nase…

Er gehörte zu einer Gruppe Geisterjäger, die für ihren neuen Dokumentarfilm die rätselhaften Ereignisse im Livingston-Haus untersuchen wollten. John wurde hinzugezogen, weil er regelmäßige Träume hat, in denen ihn seine Mutter aus dem Spukhaus zu sich ruft. Die Amateur-Ghostbuster beabsichtigen, die Ereignisse der Mordnacht zu rekonstruieren, und weil dazu eine Seance gehörte, wird auch diese vollzogen – erfahrungsgemäß in einer solchen Örtlichkeit keine besonders gute Idee, denn der Dämon, der seinerzeit über Mary Livingston kam, wartet nur auf einen neuen Wirt…

Kritik: Schön, wenn man die Inhaltsangabe mal etwas knapper fassen kann, denn dieser neue Horrrorschinken aus der Werkstatt von James Wan, versucht gar nicht erst, dem Spukhaus-Genre, das auch Wan selbst mit „Conjuring“ beackerte, irgendwelche neuen Facetten abzugewinnen. Rätselhafte Morde in der Vergangenheit, Geisterjäger in der Gegenwart, Ereignisse wiederholen sich, blahblahblah. Eigentlich könnte ich an der Stelle aufhören, denn jeder potentielle Zuschauer dürfte an dieser Stelle bereits entschieden haben, ob „Demonic“ was für ihn ist oder nicht. Regisseur Canon („Brotherhood“) versucht die altbekannten Elemente über eine ungewöhnliche(re) Erzählstruktur aufzubrechen, in dem wir den Streifen als „Flashback“-Movie beschert bekommen. Innerhalb des Verhörs durch Elizabeth erinnert sich John bruchstückhaft an die Ereignisse der Nacht, parallel dazu arbeiten die Techniker an den Aufnahmen, die die Geisterjäger gemacht haben, und füllen mit Found-Footage-Einlagen Lücken oder decken Widersprüche in Johns Erklärungen auf. Wie üblich ist nicht alles so, wie es scheint und nicht jeder der, der er vorgibt zu sein, man kennt das ja.

demonic

Immerhin – der letzte Twist kommt in der Tat recht überraschend und auch bis dahin ist das alles trotz eines nicht gerade üppigen 3-Mio-Dollar-Budgets sehr professionell gearbeitet. Canon setzt zum Glück nicht *nur* auf vom Plärr-Score antelegrafierte Schockeffekte (obwohl’s von denen natürlich ein gerüttelt Maß gibt), sondern ist sich auch für ein paar drastischere Make-up-FX nicht zu schade.

Wiewohl der ganze Film in einem flüssigen Tempo voranrollt, die Found-Footage-Segmente vernünftig integriert sind und die Spannungskurve ordentlich angezogen wird, kommt man nicht umhin zu erkennen, dass einem die Charaktere ziemlich wurscht sind – es sind Baukastenfiguren, eigenschafts- und identitätslos, fällt es schwer mit ihnen mitzufiebern. Die Routiniers Maria Bello („The Cooler“, „A History of Violence“, „Payback“) und Frank Grillo („The Grey“, „Captain America: Winter Soldier“) machan aus ihren begrenzten Möglichkeiten noch das beste, während der durchaus nicht unsympathische Jung-Restcast – Cody Horn („Magic Mike“), Dustin Milligan („Shark Night 3D“), Megan Park („Diary of the Dead“), Scott Mechlowicz („Eurotrip“, „Cat Run“) überwiegend an den unterfütterten Charakteren verzweifelt (btw. den Asiaten, Aaron Yoo, mal wieder zum Technik-Whiz zu machen, ist doch auch irgendwie rassistisch, oder?).

Fazit: Kuckbarer, aber nicht sonderlich origineller Vertreter des neuen Mainstream-Grusels, technisch auf dem Stand der Zeit, solide inszeniert und mit ausnahmsweise mal ganz patentem Einsatz der Found-Footage-Segmente, der noch ein-zwei Rewrites hätte vertragen können, um aus den Figuren „Charaktere“ zu machen. Wer Stoff wie „Conjuring“ mag, wird sich hier sicherlich nicht langweilen, aber es gibt deutlich bessere neue Spukhausfilme. 6/10.

Doc Acula



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..ich glaube, schon Junior kennt den Plott..

heino
heino

Ich hatte leider schon die Karte, bevor dieses Review online ging und habe mich gestern durch diesen furchtbar öden Schema F-Mist gequält, der zu allem Überfluss auch noch als letzter Film des Tages lief. Vorhersehbar, langweilig, nichtssagend – das sind die zutreffenden Adjektive für diesen Haufen Mist:-(

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