Deathgasm

Deathgasm-poster-580x870Neuseeland 2015

REGIE
Jason Lei Howden

DARSTELLER

Milo Cawthorne, James Blake, Kimberley Crossman, Stephen Ure

Offizielle Synopsis: Death to false Metal! Nach diesem Motto leben Brodie und Zakk im teufelsverlassenen Greypoint. Doch auch wenn die beiden Killernietenträger die erzchristliche Bevölkerung nur allzu gerne mit ihrer satanischen Musik provozieren – dass Greypoint zur wahrhaftigen Hölle wird, wollten die beiden dann doch nicht. Aber wer den letzten Song der bösesten Grunz-Band aller Zeiten in Lautstärke 11 nachspielt, darf sich nicht wundern, wenn plötzlich Blitze aus seiner Gitarre schießen und die Nachbarn zu blutrünstigen Maniacs mutieren. Die Brothers of Steel wissen sich ihrer tätowierten Haut jedoch zu erwehren. Mit Axt und Kettensäge!

Kritik: Nachdem letztes Jahr bereits „Metalhead“ begeistert aufgenommen wird, streichelt heuer „Deathgasm“ das ramponierte Ego der Freunde von Brüllkrach. Als launige Komödie mit viel handgemachtem Splatter für wenig Geld kann der Film dabei durchaus sehr hübsch unterhalten, aber es bleibt das komische Gefühl, dass es sich vielleicht doch um eine Mogelpackung handelt.

Was ich damit meine? Zuerst einmal entsprechen die Metalheads im Film einfach zu sehr den Klischees über nerdige Metalheads. Sozial unsicher, im Unterricht Logos und Dämonen kritzelnd, Blutsbruderschaft schließend, von der großen Karriere der eigenen Band träumend. So stelle auch ich mir das vor  und genau da hakt es. Würden Leute „aus der Szene“ nicht mehr darauf achten, ihre Protagonisten eben nicht als bestenfalls alberne, manchmal auch armselige Träumer darzustellen?

deathgasm-1

Die Liebesgeschichte von (funky cold) Medina und Brodie scheint mir auch etwas gezwungen – dass die hotte Highschool-Blondine auf den Metal-Nerd abfährt und dieser nicht lieber zu Bildern von Cristina Scabbia masturbiert, ist halt doch wieder den Mechanismen des Teenie-Horrors geschuldet, denen das Thema Metal nur als Hülle übergestülpt wird. Genau so gut könnten die Hauptcharaktere D&D-Fans, Videospieler oder passionierte BMX-Fahrer sein.

Hinzu kommt, dass einige Dialoge steif und unauthentisch klingen und sehr viele Gags auf Kosten unserer „Helden“ gehen. Da deutet auf eine Distanz zwischen den Machern und ihren Figuren, die in so einem Fall nicht ideal ist.

Da ich selber kein Fan dieser – nennen wir es der Einfachheit halber mal so – „Musik“ bin, muss ich mich an der Frage aber nicht weiter abarbeiten, sondern kann mich über die gelungenen Ideen, das genaue Zeitkolorit (der Film spielt unausgesprochen wohl in den späten 80ern) und die Sackladung Dämonensplatter freuen, die „Tanz der Teufel“ ebenso referenziert wie Hunderte schlechter Plattencover. Da wird nicht weg geblendet, wenn der Latexschaum bricht und das Kunstblut blubbert. Korrekt.

Fazit: Nicht sehr innovative, aber durchaus witzige Melange aus „Tanz der Teufel“ und „Dance of the Dead„, aus der echte Metalheads sicher noch mehr Saft ziehen werden. Perfektes Festivalfutter, darum in diesem Kontext 8/10.



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Peroy
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„Da ich selber kein Fan dieser – nennen wir es der Einfachheit halber mal so –„Musik“ bin“

DANN FAHR‘ ZUR HÖLLE, POSER!

heino
heino

„Würden Leute „aus der Szene“ nicht mehr darauf achten, ihre Protagonisten eben nicht als bestenfalls alberne, manchmal auch armselige Träumer darzustellen?“

Mag sein, aber wer sagt denn, dass die Macher aus der Szene sind? Klar stürzen die sich hier auf jedes schlechte Klischee über Metaller, aber das geschieht immer mit einem Augenzwinkern und gesunder Ironie. Das war auf jeden Fall für mich die Spaßgranate des Festivals, da das aber auf DVD völlig anders sein wird, kann ich auch nicht die volle Punktzahl geben. 8/10

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