31
Jul 2015

Die da oben? Korrupt! Die da unten? Faul! Das ganze System? Kaputt! Das Ende? Nah!

Themen: Neues |

Heute ist mal wieder so ein Tag, an dem mich die Guten auf Facebook ankotzen und nicht die Arschlöcher. Mit Arschlöchern kann ich umgehen im Sinne von ignorieren oder attackieren. Aber was macht man mit Leuten, die man mag, deren gutmenschelnde Tiraden gegen "den Staat" und "das System" nicht weniger dumm und inhaltsleer sind als das Geblöke der Pegida-Anhänger? Die an der richtigen Stelle loslaufen, aber in die falsche Richtung? Die in nervenden Endlosschleifen wiederholen, dass alles immer schlimmer wird, dass die Gesellschaft kinder-, behinderten, frauen- und ausländerfeindlich ist, die prima wissen, wie man das Geld verteilen sollte, für das sie selber nicht verantwortlich sind – und die auf Nachfrage Listen haben, wer an die Wand gestellt oder zumindest aus dem Amt geworfen gehört? Die sich im apokalyptischen Schwadronieren üben, ohne sich auch nur einen zweiten Gedanken über Hintergründe oder Konsequenzen zu machen?

Ich würde sie alle gerne in den Hyde Park auf die Obstkisten stellen – denn da müsste ich sie weder hören noch sehen.

Einzeln dagegen zu argumentieren ist unendlich ermüdend. Weil ich aber festgestellt habe, dass die Grundannahme der meisten Menschen lautet "früher war alles besser" bzw. "es wird immer alles schlimmer", erlaube ich mir jetzt einfach mal, ein paar Fakten in den Raum zu stellen, um den Zustand der Welt und unserer Republik etwas neutraler zu werten.

  • Die Zahl der Drogentoten hat sich seit der Jahrtausendwende in Deutschland von 2030 auf 1032 fast halbiert.
  • Der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt hat sich seit 1988 auf 1,4 Prozent halbiert.
  • Die Zahl der Verkehrstoten lag in Deutschland 1970 bei 19.193, 2013 bei 3.339, also einem guten Sechstel.
  • Die Zahl der politisch relevanten Parteien – und damit der politischen Alternativen – ist seit den 70ern von 3 (CDU/CSU, SPD, FDP) auf 5 (CDU/CSU, SPD, FDP, Grüne, Linke) gestiegen.
  • 0,8 Morde pro 100.000 Einwohner geschehen in Deutschland – einer der 20 niedrigsten Werte unter über 200.
  • Insgesamt sank die Zahl der getöteten Opfer durch Mord und Totschlag von 662 im Jahr 1994 auf 289 im Jahr 2014.
  • Beim Korruptionsindex steht Deutschland auf Platz 12 von 176.
  • Seit 2004 hat die Zahl der Kindesmisshandlungen um fast 25 Prozent abgenommen.
  • Die Zahl der AIDS-Toten ist in Deutschland in den letzten 15 Jahren um fast ein Drittel zurück gegangen.
  • Die Arbeitslosenquote hat sich von knapp 11,5 Prozent im Jahr 2005 auf etwas über 5 Prozent praktisch halbiert.
  • Der Rhein, in dem man in meiner Kindheit nicht mehr baden konnte, ohne Hautausschläge zu bekommen, ist so sauber wie seit Jahrzehnten nicht mehr.
  • Die Deutschen leben durchschnittlich 30-40 Jahre länger als vor 100 Jahren.

Auch weltweit gibt es durchaus Erfolge zu vermelden:

  • Die weltweite Kindersterblichkeitsrate der unter 5jährigen ist von 2005 bis 2013 von 62,7 auf 45,6 pro 1000 gesunken.
  • Trotz eines Anwachsens der Weltbevölkerung um 2 Milliarden seit 1990 ist die Zahl der unterernährten Menschen von über 1 Milliarde auf knapp 850 Millionen gesunken.

Waldsterben? Abgesagt.

Atomkrieg? Ausgeblieben.

Ach ja: Die Rechte von Frauen, Schwulen, Behinderten, Familien, Ausländern, Kindern, etc. werden seit den 70ern konsequent gestärkt, keine einzige Minderheit oder Randgruppe musste Rückschläge oder eine Beschneidung ihrer Rechte hinnehmen.

Wehrpflicht ist abgeschafft, Radikalenerlass auch, Vergewaltigung in der Ehe ist mittlerweile strafbar.

Das Essen wird nicht immer ungesünder – und ihr werdet es auch nicht.

Die Drogenpolitik wurde liberalisiert, wir sind auf dem Weg zu Legalisierung von Homo-Ehen, unsere Kanzlerin ist eine ostdeutsche (!) evangelische (!!) Frau (!!!), unser Ex-Vizekanzler und der Ex-Bürgermeister der Bundeshauptstadt sind offen homosexuell, unser aktueller Finanzminister sitzt im Rollstuhl.

Kontinentaleuropa kennt keine Grenzen mehr, aber eine einheitliche Währung.

Ich verstehe, dass es angesichts täglicher Schreckensmeldung aus vielerlei Krisenherden schwer fällt, an den Fortschritt politischer, wirtschaftlicher und kultureller Bemühungen zu glauben. Wer die Pegida-Spacken sieht, möchte an seinen Landsleuten verzweifeln.

Es behauptet auch niemand, alles sei tuffig und super. Jeder Schritt ist immer noch einer zu wenig, keine der oben genannten Zahlen ein Grund zum entspannten Zurücklehnen. Der Preis von Freiheit ist ewige Wachsamkeit.

Aber wir leben in einer immer zynischer werdenden Gesellschaft, die kurioserweise auf mehr Quellen als je zuvor zurück greifen kann – und bevorzugt Quellen auswählt, die ihr Weltbild bestätigen. Es entwicklen sich zu jedem Kinderkram extreme Pole, Anschreien und Beleidigen scheinen die primären Mittel des Diskurses zu sein, gefolgt von Häme und Herabsetzung.

Wir – wir alle, national, international, unsere Vorfahren und unsere Nachbarn – sind phantastisch weit gekommen, haben auf breiter Front billigen Nationalismus überwunden und entschieden, dass die Starken nicht nur sich selbst, sondern auch den Schwachen verpflichtet sind. Epidemien, die Millionen dahin gerafft haben, wurden mit Waffen aus den Laboren der Welt besiegt. Wir sind zum Mond geflogen, Brandt ist in Warschau auf die Knie gegangen, Nixon nach China gereist.

Wir sind dann am stärksten, wenn wir stolz sind auf das Geleistete – und begeistert für das noch Leistbare. Aber wenn wir das Geleistete ignorieren und das Leistbare immer nur zur Aufgabe der Anderen erklären, die wir im gleichen Atemzug Versager und Feiglinge schimpfen, dann bleiben wir stecken in der Kakophonie der Plärrer, die aus sozialen Netzwerken asoziale Stammtische macht.



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Hapi
Hapi
31. Juli, 2015 14:36

Da verweise ich gleich mal auf: http://ourworldindata.org/

Dort findet man zahlreiche Statistiken über die Verbesserungen auf der Welt. Denn nicht nur in Deutschland hat sich die Situation verbessert, sondern in der ganzen Welt.

comicfreak
comicfreak
31. Juli, 2015 14:58

..darf ich auch?

– guter Kaffe hat früher 10.-DM gekostet und war ein richtig teures Geburtstagsgeschenk
– absoluten Luxus wie Fernseher und DVD-Player hat jeder
– wir werden nicht mehr gefragt, welcher Mann für uns die Beschriftungen macht
– Muttermilch gilt nicht mehr als krebserregend
-es gibt eine Mingokokken-C-Impfung, und bald ist auch die Empfehlung durch

Hapi
Hapi
31. Juli, 2015 15:09

Mir fallen da gerade noch meine Eltern ein. Meine Mutter begann ihre Lehre in den 60ern mit 13 Jahren direkt im Anschluss an die Volksschule. Mein Vater musste in der Lehre 6 Tage die Woche und jeweils etwa 10 Stunden (Samstags 14) arbeiten. Da gab es keinen Bus auf dem Land, also zusätzlich zwei mal 15 km mit dem Fahrrad ohne Gangschaltung.

In den Medien lese/höre ich dann von den unhaltbaren Zuständen, die unsere Arbeitswelt heutzutage somit sich bringt. Wie stressig das heute alles ist und so viel schlimmer als früher …

Wortvogel
Wortvogel
31. Juli, 2015 15:23

@ Hapi: Vollkommen richtig. Ich hatte erst kürzlich in einer Diskussion erwähnt, dass die "Babyfaulheit" der deutschen kein Geld- oder Service-Problem sein kann, weil in diesem Land in deutlich schwereren Zeiten deutlich mehr Kinder geboren wurden. Und diese allumfassende Legende der kinderfreundlichen Großfamilie ist auch nur ein bequemes Klischee.

Fangen wir gar nicht erst damit an, dass meine Eltern noch Kohle aus dem Keller in den dritten Stock schleppen mussten und Pampers nicht erfunden waren. Da wurden zweimal am Tag durchgeschissene Lappen gewaschen. Aber ein Kind ist heutzutage eine unzumutbare Belastung, wenn der Staat nicht permanent finanziell und personell aushilft.

Uli
Uli
31. Juli, 2015 16:46

Ich muss bei solchen Schwarzmalern immer an einen Beitrag von Hagen Rether denken:
"Noch nie war die Menschheit so satt und so sicher wie jetzt gerade, zwischen Genf und Stockholm. Und wir sind mitten drin. Besser wirds nicht mehr. Das isses jetzt."

Letztens ist mir zuhause aufgefallen, dass ich unser iPad Mini fast nicht mehr benutze, weil ich seit kurzem ein neues Smartphone mit größerem Display habe. Zusätzlich zum alten Smartphone das nach nichtmal drei Jahren keiner mehr haben will, dem alten iPad 2 mit dem inzwischen unsere Tochter spielt und dem Macbook, das nur noch alle Jubeljahre verwendet wird. So viel Luxus ist eigentlich pervers, aber man gewöhnt sich eben daran.

Meine Sorge gilt eher der Zukunft, wie lange können wir diesen Lebensstandard wohl noch aufrecht erhalten und zu welchem Preis?

Vlad
Vlad
31. Juli, 2015 17:21

Sehr schöner Post, danke dafür.

Ich treibe mich mittlerweile nur noch selten auf News-Seiten oder dergleichen herum; die allgegenwärtige Berichterstattung über alles, was nicht gut ist, nervt tierisch. Gestern noch drei Kommentare zu so einem Hoschi geschrieben, der der festen Überzeugung ist, dass das ach so arme Deutschland keine Flüchtlinge aufnehmen kann. Nach Kommentar Nr. 3 habe ich es dann einfach gelassen und etwas anderes gemacht, es ist eben wie das Ankämpfen gegen Windmühlen.

Ich empfehle übrigens waitbutwhy.com als Lektüre, wenn man die ganzen "Probleme", die man so hat, aus einer neuen Perspektive sehen möchte (und wenn man an leichter Technikkost Geschmack findet ;)).

sergej
sergej
31. Juli, 2015 17:44

Früher war alles besser, ALLES!

Will Tippin
Will Tippin
31. Juli, 2015 19:31

http://ourworldindata.org/ kann ich wirklich nur empfehlen. Und das nicht nur, weil Max Roser ein Schulfreund von mir war 🙂
(Bin immer wieder erstaunt, wie klein doch das große Internet manchmal ist)

Andreas
Andreas
31. Juli, 2015 19:48

Normalerweise hasse ich es, sowas zu schreiben, aber verflixt nochmal, es muss jetzt sein:

GEIL GEIL GEIL GEIL. Danke Danke @Torsten! Danke so much 😉

Ich habe erst vorgestern lesen dürfen, dass ein von mir als sehr intelligent eingestufter, enger und langjähriger Freund einen "Artikel" über finstere, natürlich geheime EU-Pläne, auf Facebook teilte. Auf besagter Seite fand ich dann weitere Knaller wie "Krebs ist mit Rohkost heilbar" und "Die Industrie belügt uns" … und achja, LeFloid (der ja die Kanzlerin interviewte und gegen den Kommunikationsprofi erwartbar versank) sei von den "Bilderbergern" gesteuert und bla bla.

Und diese Grütze hat einer meine Freunde geteilt?! Ich war platt und ehrlich, enttäuscht. Dazu kam, dass eine schnelle Suche den Artikel als Geschwurbel eines anderen "Reichsbürger-Vereins" enttarnte, den dieser am 1. April (!) geschrieben hat und den die Typen Tage später selbst als Aprilscherz bezeichneten. Oh Mein Gott. Ich habe Angst. Ehrlich und Wahrhaftig. Und das in meinem Freundeskreis …

von daher: Danke Torsten. So much!

Frank Böhmert
31. Juli, 2015 20:46

Hans Rosling gucken macht auch immer wieder Spaß.
https://youtu.be/jbkSRLYSojo

Andy Simon
Andy Simon
1. August, 2015 01:19

Guter Artikel, teile die Meinung in vielen Punkten.

Wenn Du zum "abgesagten" Waldsterben aber nicht einen Teilartikel, sondern das Resumée verlinkt hättest (http://www.umweltserver.saarland.de/wse/wse_bewertung.html), dann würde man Dir nicht ein argumentatives Schönlinken unterstellen können … nur als augenzwinkernde Kritik.

Wortvogel
Wortvogel
1. August, 2015 08:19

@ Andy: Ich halte das Resümee für sehr tendenziös – es mogelt sich um das Geständnis, dass die Hysterie zum Waldsterben übertrieben war, mit der Aussage herum, dass dadurch aber viele prima Sachen gemacht wurden. Das mag sein, geht aber am Thema vorbei.

reptile
reptile
1. August, 2015 08:31

Du sprichts damit sicher vielen aus der Seele. Ich könnte kotzen, wenn ich das ganze Gejammer auf Facebook lese, wie schlecht doch alles hier im Land ist. Und einige der Leute, die ich persönlich kenne, haben dann aber ihre zwei Notebooks, drei Fernseher und vier(!) Smartphones. Und haben schon Privatinsolvenzen durch, die der "miese Staat" hier einem ja erst ermöglicht. Sicher nur eine subjektive Beobachtung aber Andreas hat ja anscheinend änhliche gemacht: Auch ich kenne auf Facebook Leute, die immer jammern, dass in Deutschland alles Mist ist und diese Leute beschäftigen sich gerne mit Chemtrails&Co. Denn kann es doch tatsächlich nur zu GUT gehen, wenn man die Zeit hat, sich mit solchen Quatsch auseinanderzusetzen.
Aber die Ursachen würden mich doch interessieren, woher dieses Gefühl kommt.
Zuvie Wohlstand = zuviel Trägheit /Langeweile = gefühlte Unzufrienheit?
Ist es wohl so, dass die Leute zuwenig echte Probleme haben und deshalb nichts mit sich anzufangen wissen?

Wortvogel
Wortvogel
1. August, 2015 09:21

@ reptile: Ich sehe die Ursache ganz woanders – und werde sicher demnächst mal einen Artikel drüber schreiben. Kurz gesagt: Die Menschen wachsen heute ohne Vergangenheit auf – im Fernsehen laufen nur aktuelle Filme und die Menge der aktuellen Nachrichten blockt völlig die Entwicklungen der letzten 100 Jahre aus. Die Leute haben schlicht keine AHNUNG, wie es früher war, denken nur in vagen, nachgeplapperten Klischees. Und eine Generation, die nicht mehr weiß, wie es früher war, hat auch kein Verständnis dafür, wie die Gegenwart zu werten ist.

kuhbaert
kuhbaert
1. August, 2015 09:27

Danke danke und nochmal danke.
Auch einer der Gründe warum mein Facebook Account deaktiviert ist:
Ich möchte die Meinungen von manchen Bekannten zu bestimmten Themen gar nicht so genau kennen, da gehen einfach zu viele Sympathien kaputt.

Lars
Lars
1. August, 2015 10:43

Danke für den Artikel. Aus persönlicher Sicht kann ich noch einen Punkt hinzufügen: Ich bin seit meiner Kindheit schwerhörig und vor 4 Jahren dann komplett ertaubt. Da ich aber in Deutschland lebe und in einer gesetzlichen Krankenversicherung bin, habe ich ein Cochlea-Implantat bekommen (hätte ich sogar beidseitig bekommen können; die Bewilligung hatte ich schon) und kann jetzt wieder gut hören (und auch deutlich besser als in der Zeit davor).
Wichtig dabei ist:
– Wir leben im Jahr 2015 (bzw. damals im Jahr 2011) – die ersten Implantate kamen erst in den 80er Jahren auf. Wäre ich eine Generation früher geboren, hätte ich ein massives Problem gehabt und würde garantiert nicht das Einkommen haben, das ich jetzt habe.
– Wir leben in einer Industrienation, die es sich leisten kann und will, dass Barrieren abgebaut werden. Spätertaubte in (z.B.) Afrika können davon nur träumen. Wenn man sich auch mal anguckt, in welchen Ländern Cochlea Implantate regelmäßig implantiert werden, ist das auch ein Who is Who der großen Industrienationen. In Deutschland implantiert z.B. die medizinische Hochschule in Hannover als größtes Institut mittlerweile jährlich über 600 Implantate – das ist also regelmäßig und schon absolute Routine.

Also von mir gibt es keine Klagen und den Spruch "Früher war alles besser" gibt es ebenfalls nicht zu hören. Nichts desto trotz haben wir natürlich immer noch Stellen, wo es Verbesserungen geben kann und auch soll (abermals als Behinderter: die Verfügbarkeit von Untertiteln, Gebärdensprache oder Audiodeskription ist in Deutschland ziemlich schlecht – da sind andere Länder deutlich weiter als wir). Ich bin aber zuversichtlich, dass dies mit der Zeit kommen wird.

Martin Däniken
Martin Däniken
1. August, 2015 15:52

Wenn der Deutsche nix zumeckern hat-ist er unglücklich(er als eh ist),issn Klischee,oder?!
Hab grade einen alten Noam Choamsky-Vortrag gehört.
Er geht davon aus das die Vereinzelung der Menschen gewollt ist;kommerzielles Teile und Herrsche/Abzocke.
Also das man steuern könne in welche Gruppe jemand gehöre…
Apple-User ggn den Rest der Welt
Um ihn dann besser "ausbeuten" zukönnen…
weil er zu einer "guten" Gruppe gehört lässt er sich das gefallen.
Deshalb immer mal gucken bin ich schon in die Falle gegangen oder glaube ich das mir das nicht passieren kann.
Mir ja eh nicht,lese sowieso den "Besten Blog Von Allen"
Wortvogel!!!
Antidot ggn Umherschwurbelden Schwachsinn

Fake
Fake
1. August, 2015 16:33

Ich finde diese Betrachtungsweise aber als Rosinen- bzw Zahlenpickerei. Wenn man das Warum dahinter nicht beachtet. z.B. die Arbeitslosenquote: Seit Jahren scheiden mehr Leute aus dem Arbeitsleben aus als junge in das Arbeitsleben eintreten. Dazu kommt "Zahlenfälschung" da jeder Arbeitslose der irgendeine Massnahme mitmacht oder krank ist nicht mehr mitgezählt wird (gelten kranke Arbeitende dann als arbeitslos?). Ebensowenig Arbeitslose die vom Staat keine Leistungen beziehen, da der Ehepartner genug verdient.
Hinzukommen noch die "Aufstockerjobs" wo Vollzeitarbeitende nicht genug verdienen und auch keine ausreichenden Rentenansprüche erwerben können.
Kurz, die relativ niedrige Arbeitslosenquote ist _kein_ Ergebnis einer guten Arbeitsmarktpolitik.

Exverlobter
Exverlobter
1. August, 2015 17:52

"Waldsterben? Abgesagt.

Atomkrieg? Ausgeblieben."

Quatsch, das Ende ist nah!
Bald wird Skynet die Macht übernehmen.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/technik/pentagon-bastelt-an-denkenden-drohnen-a-941545.html

Und falls nicht, dann atomisieren uns die Zylonen!

Hapi
Hapi
1. August, 2015 17:55

@Fake: Das ist Unsinn. Es gibt dafür unabhängige Vergleichszahlen von der OECD, die ohne das arbeiten, was Du leichtfällig Fälschung nennst und eh einen eher geringen Einfluß auf Vergleiche von Arbeitslosenquoten hat. Diese Zahlen sich jeder anschauen bei: data.oecd.org/unemp/unemployment-rate.htm

Vom Höchststand 2005 mit 11,17% ist die Arbeitslosenquote auf 4,98% in 2014 gefallen.

Was Du hier machst, ist genau diese Miesmacherei, die mich stört. Was immer man von der Arbeitspolitik hält, die Fakten sprechen klar und deutlich von einer deutlichen (!) Verringerung der Arbeitslosenzahlen. Es bleibt genug zu kritisieren, ohne Tatsachen verdrehen zu müssen.

Wortvogel
Wortvogel
1. August, 2015 18:25

@ Hapi: Genau darum geht’s – wenn die Zahlen nicht den Wünschen entsprechen, müssen die Zahlen falsch sein. Seit Mutti Merkel es schafft, die Arbeitslosenzahlen noch weit unter das von Schröder geforderte, aber nie gelieferte Maß zu drücken, kursieren ein Dutzend Theorien, warum die Zahlen natürlich nicht realistisch sind. Und wenn gar nix mehr geht, orakelt man was von "Dunkelziffern", die man – Natur der Sache – nicht messen oder nennen kann, die aber bestimmt alles ganz anders aussehen ließen. Vor allem tritt ein Fakt den Naysayern zwischen die Beine: Die drastisch gestiegenen Steuern, die wohl kaum von Phantomarbeitsplätzen generiert werden können.

Fake
Fake
1. August, 2015 18:29

Das die gestiegen Steuereinnahmen an der kalten Progression liegen könnten ist natürlich ausgeschlossen. *rolleyes*

Wortvogel
Wortvogel
1. August, 2015 18:37

@ Fake: In dem Umfang – ja.

sergej
sergej
1. August, 2015 21:40

Auch wenn ich niemanden unterstellen möchte, Verschwörungstheorien anzuhängen, aber die FR* hat etwas Wahre geschrieben:
"Jedes Signal von außen wird in die verschobene Weltsicht eingepasst – und was nicht passt, muss eben eine Lüge von denen da oben sein."

*http://www.fr-online.de/leute/xavier-naidoo-naidoos-weg-in-die-rechte-ecke,9548600,30842890,item,1.html

tb
tb
1. August, 2015 23:00

"Seit Mutti Merkel es schafft, die Arbeitslosenzahlen noch weit unter das von Schröder geforderte, aber nie gelieferte Maß zu drücken"

Super Aussage.
Und selbst wenn die Zahlen stimmen würden, was sagt das über eine Verbesserung aus?
Wie 'Fake' es schon ausführte. Dazu noch weiterer Abstand der wenig- und vielvermögenden. Da sind Tendenzen wohl eindeutig, und man kann wohl kaum sagen, dass es besser wird.

Ja, "Früher war alles besser" ist natürlich eine bekloppte Aussage, aber genauso wie die meisten Versuche, diese zu widerlegen.

LHME
LHME
2. August, 2015 00:12

Der knachpunkt im Artikel "es ist nicht alles tuffig, aber…." eben nicht aber. Du schreibst schon selbst das sich die Zeiten verändert haben. Heute kann man zwar noch Flugblätter für relevante Themen drucken und verteilen, man sollte sich aber nicht ausrechnen damit riesigen Erfolg zu haben. Es müssen sich die Mittel der Zeit anpassen um die oben von dir selbst erkannte Aufgabe zu lösen. Dabei will ich nicht sagen das das Konzept "wütender Facebookpost" das allergeilste ist. Er erreicht aber die Leute. Die besseren Konzepte müssten mal aus unsrer Blase kommen. Wir schaffen es aber seit Jahren immer nur den moralischen Kompass immer richtig stehen zu haben und alles per Fingerübung widerlegen bzw. bestätigen zu können.

LHME
LHME
2. August, 2015 00:18

Btw die Geschichte mit den Arbeitslosen zahlen kannst du doch ganz einfach selbst nachvollziehen in denen du dir die Methoden zur Erhebung vor 10 Jahren mit denen von heute vergleichst, das las wilde Theorie darzustellen finde ich schon sehr mutig.

Meckerkopp
Meckerkopp
2. August, 2015 01:13

Grundsätzlich bin ich ja ganz bei Dir, allerdings verstehe ich die Ausrufezeichen hinter dem 'evangelisch' bei der Merkel nicht. Habe ich was verpaßt? Waren die Evangelischen in Deutschland früher eine unterdrückte Minderheit? FYI, im weitesten Sinne evangelische Bundeskanzler vor Merkel waren:

– Kurt Georg Kiesinger

– Willy Brandt

– Helmut Schmidt

– Gerhard Schröder

Katholisch waren dagegen:

– Konrad Adenauer

– Ludwig Erhard

– Helmut Kohl

Apropos, evangelisch (oder Lutheraner) waren auch schon z.B. Kaiser Wilhelm und Reichskanzler Bismarck. Wie auch, bis etwa in die 80.er, die Mehrheit der Deutschen, zeitweise immerhin ca. 60%.

Daß es heute in Deutschland mehr Katholen als Evangelen gibt liegt einerseits an der Säkularisierung in der DDR, die vorher massiv protestantisch war, andererseits daran, daß die evangelische Kirche in Deutschland *noch höhere* Austrittsquoten hat als die katholische.

Dies meine ich rein neutral und vor allem im Sinne Deines Beitrags #14 ('Und eine Generation, die nicht mehr weiß, wie es früher war, hat auch kein Verständnis dafür, wie die Gegenwart zu werten ist.')

Wortvogel
Wortvogel
2. August, 2015 10:01

@ Meckerkopp: Das ist richtig – das Ausrufezeichen hätte ich mir auch schenken können.

@ LHME: Natürlich werden Berechnungsweisen immer wieder justiert – man KANN unterstellen, das diene der Schönung der Zahlen, man MUSS es aber nicht. Oben sind die OECD-Zahlen verlinkt, ich denke schon, dass die aussagekräftig sind. Wenn du das anders siehst, steht es dir frei, das zu belegen.

LHME
LHME
2. August, 2015 10:50

Zitat aus deiner oben zu den Zahlen verlinkten Quelle (die mit Angaben von Europas arbeitet):

" Zu beachten ist natürlich, und deshalb hatte ich bewusst “offizielle Arbeitslosenquote” geschrieben, dass diverse Bevölkerungsgruppen hier nicht mit eingerechnet werden, um die Zahlen etwas zu “schönen”. In Deutschland werden beispielsweise Arbeitslose in Schulungs- und/oder Umschulungsmaßnahmen nicht gezählt, ebenso wie geringfügig Beschäftigte. Vor allem die Anzahl letzterer ist in Deutschland überdurchschnittlich hoch, was die Arbeitslosenzahlen natürlich relativiert."

Es ist keine Unterstellung, und wo sollen bitte andere Behörden aussagekräftiger Zahlen herhaben? Die Fragen natürlich die Daten von den deutschen Behörden ab. Wenn du möchtest vervollständigen ich dir die Liste der Einschränkungen die deine Quelle gemacht hat auch noch, es ist halt einfach so das seit Jahren mit Statistik nachgeholfen wird.

LHME
LHME
2. August, 2015 11:10

Eurostat natürlich

Wortvogel
Wortvogel
2. August, 2015 12:15

@ LHME: Du beziehst dich auch nur wieder auf vage Behauptungen, was die Validität der Zahlen angeht. Es kann durchaus legitim sein, die Zählmethoden mit den Jahren zu verändern – nicht um die Zahlen zu verschleiern, sondern um sie realistischer zu gestalten. Da sollte man auch die Messmethoden zumindest im europäischen Vergleich heran ziehen. Und DANN hätte ich gerne mal eine klare Zahl, die von den Kritikern aufgestellt wird – und die transparent ist. Die man übrigens auch rückbeziehen müsste auf die Zahlen vor der "Manipulation" durch die Regierung.

Bisher habe ich die Wahl zwischen "das ist die offizielle Zahl" und "das stimmt doch nie im Leben!" – und da nehme ich lieber die offizielle Zahl.

Erstaunlich übrigens, dass die Zahlen (zumindest nach meinem Empfinden) erst seit der CDU-Kanzlerin in Frage gestellt werden – und auch erst, seit sie massiv sinken. Als die Zahlen stiegen, hat keiner "Faul!" geschrien. Hhhmmm…

LHME
LHME
2. August, 2015 13:25

Ich zitiere die selbe Quelle wie du. Dir liefert sie vailde Zahlen der OECD, mir liefert sie vage Behauptungen. Was an den konkreten Aussagen " In Deutschland werden beispielsweise Arbeitslose in Schulungs- und/oder Umschulungsmaßnahmen nicht gezählt, ebenso wie geringfügig Beschäftigte. " vage ist musst du mir mal sagen. Das sind auch keine Behauptungen , jeder kann die Methoden von der sie erhebenden Stelle nachlesen. http://tinyurl.com/nhbxz5n Unter Verfübar z.B. der Satz "Personen, die erkrankt sind, gelten als nicht arbeitslos, weil die Bedingung der Verfügbarkeit nicht mehr erfüllt ist." Ist ja klar, dass ein Arbeitloser der krank ist ist in der Statistik kein Arbeitsloser ist.

Die Kritiker der Bundeszentrale für politische Bildung liefern auch eine "klare Zahl" die einem Vergleich dient http://tinyurl.com/pzgthae " 2012 standen auf der einen Seite 2,65 Millionen Arbeitslose gemäß Bundesagentur für Arbeit, auf der anderen Seite 6,7 Millionen Menschen, die das ungenutzte Arbeitskräftepotential ausmachten. " Es geht bei der Thematik nicht um offizielle oder nicht offizielle Zahlen. Es geht um die Darstellung der Zahlen nach außen. Da sieht es dann einfach für die Regierung besser aus, man grenzt den Kreis der präsentierten Arbeitslosigkeit so ab, dass dann eben die oben stehende Verbesserung dabei herauskommt.

Die Zahl wird im übrigen auch erst so massiv in Fragegestellt nachdem unter Schröder die Agenda 2010 umgesetzt wurde. Darunter waren nämlich ein ganzer Haufen an Liberalisierungsmaßnahmen für den Arbeitsmarkt die es jetzt ermöglicht, dass Menschen die staatliche unterstützung zur Absicherung ihres Lebenunterhalts benötigen in der Statistik nicht mehr auftauchen. Nur weil Kritik früher nicht auch schon geübt wurde ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht illegetim.

Howie Munson
Howie Munson
2. August, 2015 15:00

Ich bin gespannt auf die harten Fakten zu:

Asyl
Bahn
Rente
Hartz 4 Auflagen
Steuergerechtigkeit

Wortvogel
Wortvogel
2. August, 2015 15:19

@ Howie: Alles abgedeckt mit "Es behauptet auch niemand, alles sei tuffig und super.".

@ LHME: Du legst dir den Bericht der BPB sehr selektiv und in meinen Augen verfälschend aus. Denn schon der Anschlusssatz lautet "Damit wird deutlich, wie groß die Diskrepanz zwischen den unterschiedlichen Konzepten von Menschen ohne Arbeit sein kann." – das BPB weist deutlich darauf hin, dass es schlicht verschiedene Zählweisen gibt. Das ist Fakt. "Es geht um die Darstellung der Zahlen nach außen." – das hingegen ist eine Unterstellung. Was man auch daran sieht, dass du die laut ILO-Statistik sogar noch positiveren Zahlen unterschlägst – warum nimmt die Regierung die eigentlich nicht, wenn es doch nur um Außendarstellung geht?! Dann wären wir nämlich nur noch bei 2,32 Millionen Arbeitslosen.

LHME
LHME
2. August, 2015 15:39

@Wortvogel Es gibt also eine Diskrepanz zwischen den Unterschiedlichen Konzepten von Menschen ohne Arbeit und ursprünglich dafür sind verschiedene Zählweisen. Das ist Fakt. Wie kann es dann eine Unterstellung sein, dass nun der Auswahlprozess des Konzepts und somit die Darstellung der Zahlung in der Öffentlichkeit das Kritikobjekt ist. Das ist doch genau der Punkt, die sagen eben nicht "naja es gibt da x millionen die können ihren Lebensunterhalt nicht selbststänmdig bestreiten, sondern da gibt es die x – y Menschen die gelten aus unserer Sicht als arbeitslos. Und suprise die Zahl ist wieder gesunken." Die haben die Zahlen und präsentieren die in einer Art und Weise die ihren Erfolg repräsentiert.

Und zum Thema ILO " Die ILO-Erwerbsstatistik beruht auf einer Stichprobenbefragung der Bevölkerung". Es gibt halt ein paar redlines und vllt. checken die Verantwortlichen, dass die Zahlen nicht mehr so klaglos gschluckt werden würde, wenn sie eine Befragung als Basis ihrer Erfolgsmeldung nutzen wenn sie gleichzeitig exaktes und umfassendes Datenmateial zur Verfügung haben. " Ja wir wissen zwar wie viele Leute hier Arbeitslos sind aber wir befragen mal lieber 100 Leute und rechnen dann hoch "

plumtree
plumtree
2. August, 2015 16:23

@Wortvogel: Es gibt auch wesentlich weniger bewaffnete Konflikte als irgendwann im 20. Jhd., aber das nur am Rande.

@LHME: Ich halte es für ganz vernünftig, Arbeitslose, die in Maßnahmen untergebracht werden nicht als Arbeitslose zu zählen.
Ich war jetzt ein knappes Jahr lang "arbeitslos". Bei meinem alten Arbeitgeber (der pleite gegangen ist) gab es nie die Möglichkeit zur Weiterbildung.
Nach einer kleinen Sondierung des Arbeitsmarktes stellte ich fest, dass mein Job leider gestorben ist. Die Agentur für Arbeit hat mir darauf hin eine 1/2 jährige hochwerige Vollzeit-Weiterbildungsmassnahme finanziert (MCSA Server etc.).
Klar habe ich in dieser Zeit Arbeitslosengeld erhalten. Aber "arbeitslos" im Sinne von "Ich stehe dem Arbeitsmarkt zur Verfügung" war ich nicht. Übrigens wird die Weiterbildung zur Hälfte auf die Dauer des Arbeitslosengeldes angerechnet.
Hätte ich jetzt also nicht eben durch diese Weiterbildung zügig Arbeit gefunden (als Ü50, mitten im Sommer, nicht prekär) wäre meine Arbeitslosigkeit 3 Monate länger gegangen.

Vergleichbares gilt auch für einige meiner Ex-Kolleg(inn)en, die ebenfalls in sehr sinnvollen Maßnahmen weiter gebildet werden um sie für die veränderten Anforderungen fit zu machen.

Sinnlose Schulungen als Beschäftigungstherapie wurden mir nicht aufgedrängt oder auch nur angeboten. Die AfA hat sich während der ganzen Zeit extrem konstruktiv verhalten.

LHME
LHME
2. August, 2015 18:10

@plumtree Arbeitslose , also Menschen die Keine Arbeit haben und deswegen staatliche Leistungen erhalten sollen also im Sinne der Statistik nicht Arbeitslos genannt werden. Gut da bin ich dabei das klingt einleuchtend.

Wenn sich jemand in so einer Maßnahme befindet sich parallel bewirbt und vor Ablauf der Maßnahme eine Stelle angeboten bekommt, muss er ja dann konsequenter weise Sagen: " Nein sorry ich bin ja nicht Arbeitslos , ich stehe dem Arbeitsmarkt gerade gar nicht zur Verfügung".

Sorry das war jetzt doch sehr polemisch. Wem nützt denn aber eine Statistik in der solche Fälle einfach weggelassen werden und das nicht nur ein paar Nachkommastellen in der %ualen Berechnung sind sondern Millionen von Menschen.

Niemand hat doch etwas dagegen wenn solche Maßnahmen durchgeführt werden. Aber ist es wirklich so abwegig den Kreis zumindest auf alle Personen auszuweiten die wir aus unseren Sozialsystemen unterstützen aufzuführen? Oder wenigstens noch die die gerade 1 Woche krankgeschrieben sind? Die die grad 65 werden und nie genug für eine Rente die ihren Unterhalt sichern gearbeitet haben? Oder Menschen die sich nicht beim Amt gemeldeten haben weil aus verschiedenen Gründen kein Anspruch auf Mittel bestehen, die wir aber aus anderen Meldesystemen kennen?

Wortvogel
Wortvogel
2. August, 2015 19:41

@ LMHE: Die Diskussion wird zunehmend fruchtloser – du WILLST glauben, dass die Berechnungsgrundlage falsch oder zumindest irreführend ist. Und du WILL glauben, dass dahinter böse Absicht steckt. Das sei dir unbenommen. Ich sehe es – aus genannten Gründen – nicht so.

LHME
LHME
2. August, 2015 21:33

Ich sehe das ganz genauso, du WILLST eben glauben das die Zahlen zuverlässig sind obwohl es andere Ermittlungsmethoden gibt. Und du WILLST glauben, dass da konsequent die positive Entwicklung dargestellt wird.

Es steht nun nur unter deinem Artikel auch noch eine andere Sicht zum Thema. Grandios wäre noch gewesen wenns am Ende nicht ins persönliche abgeglitten wäre und wir aus Versehen auf Caps hängenbleiben. Aber man kann nicht alles haben.

LHME
LHME
2. August, 2015 21:42

Kurz noch ein Gedanke, wirklich nur weil ich ihn den Tag über nach dem ich den Artikel gelesen habe hatte.

Man sagt jemanden der sich massiv echauviert über

Harz4 und wie mit den Leuten umgegangen wird
Die Art und Weise wie wir mit Spionage gegen uns umgehen
Wie wir uns Europapolitisch positionieren
Wie Firmen massiv und immer mehr gepudert werden

Ja sieh mal das mag ja sein aber

Autos sind sicherer geworden ( weniger Verkehrstote )
die Gesunheitliche aufklärung is ja auch besser geworden ( weniger AIDS – Tote )
und es gibt nur 11 Länder in denen Politiker weniger korrupt sind als bei uns.

" Ja scheiße ich hab seit Tagen nen Tinitus" "Ja aber schau mal du hast in letzter Zeit viel weniger Sodbrennen"

ABer is egal, is wirklich egal, dein Block, deine beschriebene Empfindung, alles schick. Over and out.

Wortvogel
Wortvogel
2. August, 2015 21:42

@ LHME: Du irrst – Caps sind Betonung, nur ALL CAPS ist ein Problem.

Und was die Ermittlungsmethoden angeht: Ich habe selber betont, dass es andere gibt. Die Frage, welche man für seriös hält, muss sich jeder selbst beantworten. Ich habe von dir bisher allerdings noch keine klar Zahl gehört, was die tatsächliche Menge der aktuellen Arbeitslosen angeht.

ohminus
ohminus
3. August, 2015 01:05

@Wortvogel, re;#12

"es mogelt sich um das Geständnis, dass die Hysterie zum Waldsterben übertrieben war, mit der Aussage herum, dass dadurch aber viele prima Sachen gemacht wurden. Das mag sein, geht aber am Thema vorbei."

Sorry, aber das ist wie zu sagen, dass die "Hysterie" über den Brustkrebs meiner Mutter übertrieben war, weil ja nach OP und Chemo alles gut ging.

Die Waldschäden waren da. Und ohne gegenzusteuern wären sie auch nicht verschwunden. Die Qualität des Rheins ist auch nicht von alleine besser geworden, sondern weil man gehandelt hat.

LHME
LHME
3. August, 2015 06:52

Ich steh zum Post oben. Inhaltlich würde eine alternative angeboten. Ich Wunder mich Grad nur über deine Hybris, du könntest einfach alles auf magische Weise als falsch verweisen. Gleichzeitig schaffst du es nicht mal dich geistig soweit zu bewegen, dich selbst mal zu fragen, ob Caps und "auf Caps hängenbleiben" wohl ein und das selbe ist.

Wortvogel
Wortvogel
3. August, 2015 07:33

@ LHME: Und ich halte dich genau für die Sorte Person, wegen der ich den Artikel geschrieben habe.

@ Ohminus: Das ist natürlich Unfug. Weder wurden die Mechanismen des Waldsterbens damals korrekt verstanden, noch ist die Besserung des Waldzustandes ursächlich den eingeführten Maßnahmen zu verdanken. Um in deinem Bild zu bleiben: Wenn der Arzt sagt, deine Mutter habe vom Hausstaub Asthma und man müsse alles sauber halten, kann man nach einer späteren Diagnosekorrektur auf Lungenkrebs auch nicht sagen: "Wenigstens glänzt der Boden".

LHME
LHME
3. August, 2015 09:02

Ja wegen deiner Hybris, tatsächlich kann man aber bis auf ein paar Kommentare von mir auf diesem Blog und einer Handvoll Tweets (meistens der Versuch witzig zu sein) nirgends Statements von mir lesen. Aber vllt. meintest du das ja mit solchen Leuten.

Wortvogel
Wortvogel
3. August, 2015 09:16

@ LHME: Ich beziehe mich ausschließlich auf deine Kommentare hier. Die belegen ziemlich gut meine obige Arbeitsthese. Und jetzt lass gut sein – ad hominem-Attacken stehen dir nicht zu und ich müsste dich sonst sperren.

ohminus
ohminus
3. August, 2015 12:27

@Wortvogel

Danke, aber es wird nichts deswegen Unfug, weil Du das behauptest. Erst recht nicht "natürlich". Was allerdings natürlich Unfug ist, ist Dein augenscheinlicher Glaube, dass das Betreiben eines Blogs Dich zum Universalexperten macht.

Um beim Bild zu bleiben: Du bist der Krankenhauselektriker, der dem Lungenfacharzt erklärt, er sei ein Stümper, selbstverständlich habe der Patient Lungenkrebs, denn Dein Schwippschwager hätte genauso gehustet, als der Lungenkrebs hatte.

Kleiner Tipp: Die Wälder werden noch heute gekalkt. Scheint niemand (außer Dir) was davon gehört zu haben, dass das keine positive Auswirkung hat. Dass das Ökosystem "Wald" komplex ist und Schadbilder meist multifaktoriell sind ist geschenkt. Das war im Übrigen auch damals schon bekannt. Es sagt aber mitnichten etwas darüber aus, dass eine grobe Störung des Gleichgewichts dieses nicht nachhaltig geschädigt hätte und dass die Beseitigung oder Einschränkung dieser Störung das Gleichgewichtssystem nicht resilienter gegenüber anderen Störungen machen würde.

Aber hey, was weiß ich schon. Ich betreibe kein Blog. Das einzige, was ich bieten kann, ist ein Dr.rer.nat. vor meinem Namen. Sicherlich das beste Zeugnis, dass ich "natürlich Unfug" über naturwissenschaftliche Sachverhalte schreibe.

Wortvogel
Wortvogel
3. August, 2015 12:57

@ ohminus: Wow, mit dem Doktortitel wedeln? Magst du auch noch dein Diplom posten?

Wortvogel
Wortvogel
3. August, 2015 13:19

Uuuuuuunnnnnddd…. wieder einer auf der Spamliste. Thanks for playing.

Alvara
Alvara
4. August, 2015 01:22

Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung!

"m 2.11.2000 wurde das »Gesetz zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung und zur Änderung des Kindesunterhaltsrechts« (BGBl. I, S. 1479) verabschiedet. Sein die Ächtung der Gewalt in der Erziehung betreffender Teil trat am 8. November 2000 in Kraft und hat § 1631 Abs. 2 BGB wie folgt gefasst:

»Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.« " Quellehttp://www.fzpsa.de/Recht/Fachartikel/familienrecht/gewaltfrei/gewaltfreischleicher

Pascal
Pascal
4. August, 2015 09:39

@Wortvogel:
Ich weiß natürlich nicht ob Ohminus zwischen Kommentar 49 und 50 noch ,,böse" Dinge gepostet hat. War einen Tag offline. Auch weiß ich natürlich nicht ob er wirklich Dr. rer. nat. ist.
Aber mir kommt es so vor als ob du in letzter Zeit recht dünnhäutig reagierst wenn jemand deinen Thesen widerspricht.
Kann man als Hausherr machen, da warst du aber schon mal gelassener.
Just my 2 Cent. 🙂

Wortvogel
Wortvogel
4. August, 2015 09:52

@ Pascal: Ja, Ohminus hat was gepostet, das nur noch als persönlicher Angriff diente und ihm die Sperre eingefangen hat.

Ich würde nicht sagen, dass ich dünnhäutiger geworden bin. Ungeduldiger trifft es eher. Ich diskutiere nicht mehr über Unverschämtheiten von Kommentatoren, sondern schmeiße sie gleich raus. Hat sich (leider) bewährt.

Einschränkung: Leute, die hier bekannt sind (wie du), haben natürlich einen deutlich größeren Puffer. Die können sich mehr leisten und denen gestatte ich auch mal Ausfälle. Auf dünnem Eis laufen primär die Erstkommentatoren.

Goran
Goran
4. August, 2015 12:03

Na dann hoffe ich mal, dass ich nicht gleich fliege, wenn ich wenigstens der einen These von Ohmi, der Du gesamt zu widersprechen scheinst, zustimme, dass die Panik um das Waldsterben durchaus dazu geführt hat, dass man nach umweltschützenden Maßnahmen gesucht hat.

Inwieweit die sich jetzt direkt positiv ausgewirkt haben, vermag ich nicht zu sagen, aber wenigstens insoweit hatte die Panikmache was (vermutlich) Gutes.

Nebenbei: Kann man den Vogel in Berlin beim FF stalken?

Wortvogel
Wortvogel
4. August, 2015 12:07

@ Goran:

"dass die Panik um das Waldsterben durchaus dazu geführt hat, dass man nach umweltschützenden Maßnahmen gesucht hat." – dem widerspreche ich absolut nicht. Viele richtige und gute Maßnahmen sind unter dem Druck der Umweltaktivisten eingeführt worden. Das darf man nicht unterschätzen. Und das Waldsterben hat sich zumindest nicht in dem Maße fortgesetzt, wie befürchtet worden war (nach Schätzungen aus den 80ern müssten wir aktuell nach Luft japsend auf dem Boden liegen). Ich wehre mich als Skeptiker nur gegen die Behauptung, es gehe hier um Ursache und Wirkung. Nach meinem Wissensstand haben die guten und richtigen Umweltmaßnahmen nicht ursächlich das Waldsterben verhindert. Darum geht es.

"Inwieweit die sich jetzt direkt positiv ausgewirkt haben, vermag ich nicht zu sagen, aber wenigstens insoweit hatte die Panikmache was (vermutlich) Gutes." – meine Rede.

"Nebenbei: Kann man den Vogel in Berlin beim FF stalken?" – du kannst es versuchen. Da ich dieses Jahr aber in Nürnberg bin, dürfte dir das schwer fallen 😉

Goran
Goran
4. August, 2015 12:11

Ahhh, hatte gar nicht realisiert, dass das gleichzeitig ist.

Ist mir zu weit. Auch dieses Jahr bleibt der Vogel ungestalkt.

Dietmar
5. August, 2015 08:21

Zu spät für das Gespräch, aber trotzdem:

@Lars:

Da ich aber in Deutschland lebe und in einer gesetzlichen Krankenversicherung bin

Die ist viel besser als ihr Ruf. Der medizinisch/technische Fortschritt ermöglicht meinem Sohn ein unbeschwertes Leben mit einer Krankheit, die nur wenige Reisestunden entfernt tödlich ist. Wird bezahlt. Die Ionen-Bestrahlung in Heidelberg wurde für meine Schwester ermöglicht. Mein letzter Krankenhausaufenthalt vor wenigen Wochen wegen Überlastung (natürlich ist das Arbeitsleben grundsätzlich besser als früher, das heißt aber nicht, das man beruflich nur über Blumenwiesen läuft) und nahendem Zusammenbruch kostete 2.600 €. Meine Zuzahlung: 80 €.

sergej
sergej
5. August, 2015 11:43

Interview, warum es früher nicht besser war.
"Die Welt geht den Bach runter? Im Gegenteil, sagt Max Roser, Ökonom am Institute for New Economic Thinking (INET) in Oxford. Die Grafiken seines Projekts "Our world in Data" verdeutlichen: In vielerlei Hinsicht wird die Welt besser."
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/593935/1/Alles-wird-gut

wortwurm
wortwurm
6. August, 2015 14:23

Entschuldige, aber das halte ich für schamlose Schönfärberei, denn du vernachlässigst den entscheidenden Aspekt: All das, all diese "Fortschritte" gelingen – wenn überhaupt – nur auf Grundlage von Raubbau an unseren Lebensgrundlagen.

Wir erleben das Kippen des Klimas weltweit. Wir erleben sich vertiefende Gräben zwischen Arm und Reich, die sich zu den nächsten größeren Ressourcenkriegen zwischen den Armen ausdehnen werden.

Ich geb dem ganzen Laden hier noch ein paar Jahrzehnte.

Und bin jeden Tag dankbar, nur irgendwann selbst als alter Mann mit meiner Frau und ein paar Freunden am Ende eines hoffentlich erfüllten Lebens das Chaos noch sehen zu müssen. Kindern wollte ich das nicht zumuten, und mir tun diejenigen, die jetzt in diese Welt gesetzt wurden, aufrichtig leid.

Wortvogel
Wortvogel
6. August, 2015 14:37

@ wortwurm: Drollig, deine Lebenseinstellung ist ca. 1985 stehen geblieben. Die Abnahme der Drogentoten und der Verkehrstoten ist auf den Raubbau an unseren Lebensgrundlagen zurückzuführen? Der Rückgang der Kindheitssterblichkeit auch? Hhhmmm… ach ne, lieber so: hahaha!

Peroy
Peroy
6. August, 2015 17:39

VIVA! LA! ! REVOLUCIÓN!

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[…] Die da oben? Korrupt! Die da unten? Faul! Das ganze System? Kaputt! Das Ende? Nah! | Wortvogel – 1… […]

Tanja Richter
Tanja Richter
14. September, 2015 13:48

Was für eine Wohltat! Wie schön es ist, etwas zu lesen, das einen freundlichen Blick auf die Welt und uns Menschen verrät. Und wie gut es tut, mal nicht aufgefordert zu werden, endlich aufzuwachen. Ich werde inzwischen schon richtig aggressiv, wenn jemand das Wort "aufwachen" verwendet!

Ich danke dir sehr für diesen Beitrag.