Ist eine Beleidigung, ich weiß. Ist mir aber gerade auch egal.

Kurze Backstory: Ich habe 25 Spezialumschläge bei Amazon bestellt, damit wir endlich unsere Hochzeits-Fotobücher verschicken können. Sollten vom Seller per DHL heute geliefert werden.

Um 14.08 Uhr bekomme ich eine Email:

dhl1

Das ist verwunderlich. Unser Haus ist aus dem 17. Jahrhundert und hat – soweit ich weiß – nie den Standort gewechselt. Unser Name steht gleich zweifach an der Tür: Am Postfach und auf dem Klingelschild. Sämtliche bisherigen DHL/Fedex/UPS/Hermes-Boten haben sowohl unsere Adresse als auch uns problemlos lokalisieren können.

Um 14.30 Uhr rufe ich erstmals die DHL-Hotline an – das „erstmals“ ist dabei natürlich ein süffisanter Spoiler. Ich bekomme einen jungen Mann zu sprechen, der sich nach Angabe der Lieferungsnummer baff zeigt: Laut seiner „Laufliste“ wäre das Paket unterwegs. Von „Adresse nicht gefunden“ stünde da nichts. Und weil da nichts steht, kann er auch nichts tun.

„weitere Bemühungen unsererseits“ bestehen bei DHL offensichtlich aus schultzerzucken und vertrösten. Vielleicht noch nasepopeln.

Zwei Stunden später – die Sendungsverfolgung zeigt immer noch an, dass der Bote um 13.51 Uhr die Unauffindbarkeit unserer Adresse in sein Pad getippt hat. Ich rufe wieder DHL an. Vielleicht kann man ja auf kurzem Dienstweg dafür sorgen, dass nochmal versucht wird, mir das Paket zu zu stellen. An die Adresse, die auf dem Paket steht. An die Person, die auf dem Paket steht.

Diesmal habe ich eine Dame dran, die zuerst einmal bestätigt – hurra! -, dass nun auch in ihrem System angekommen sei, dass der Bote die Adresse nicht habe finden können. Vielleicht sei ja unser Türschild abgefallen?!

Den Versuch, die Verantwortung auf mich zu schieben, kenne ich schon aus der Email:

dhl2

Übersetzung: Wir haben zwar keine Ahnung, was passiert ist, aber passen Sie in Zukunft gefälligst etwas besser auf.

Ich fühle mich veralbert und frage die Dame, was DHL denn nun als „weitere Bemühungen unsererseits“ ansehe.

Ich mache es unspannend: nix.

Das Paket ist an den Absender zurück gegangen, an den solle ich mich bitteschön wenden. Sie bietet mir noch an, eine Beschwerde über den Fahrer aufzunehmen. Ich lasse mich darauf ein, stelle aber dann eine wohl fatale Frage: „Rückmeldung, was diese Beschwerde angeht, werde ich aber keine bekommen, oder? Was der Fahrer sagt oder was das für Konsequenzen hat?“

Nein, werde ich belehrt, Rückmeldung gibt es da keine. Und wenn der Fahrer einen Fehler gemacht hat – ist DHL dann in irgendeiner Form haftbar? Ihr ahnt es: nein. Die Beschwerde ist letztlich ein wirkungsloses Placebo, eine folgenlose Möglichkeit, Dampf abzulassen.

Soviel zu „weitere Bemühungen unsererseits“ – es gibt keine. Ich frage sie, warum man mir eine Email schicken konnte, dass ich nicht zu finden sei, darin aber keine Möglichkeit vorsehe, mit DHL Kontakt aufzunehmen und das Problem zu lösen. Ich frage sie, wie es sein kann, dass mein Paket nun unwiderruflich an den Absender zurück geht, obwohl es vermutlich immer noch im Laster durch Speyer spazieren gefahren wird? Wieso hat die Hotline keinerlei Möglichkeit, die Fahrer zu kontaktieren? Wieso kann im Paketzentrum keine Notiz hinterlassen werden, die zur erneuten Zustellung auffordert?

Meine Fragen gehen ihr hörbar auf die Nerven. Es ist nicht Ihre Schuld, es ist nicht Ihre Firma, sie kann ja auch nichts dafür. Man merkt, dass sie rechtschaffen verwundert ist, dass ich nicht locker lasse – schließlich habe man doch die Adresse nicht lokalisieren können UND die Beschwerde gegen den Fahrer aufgenommen. Die Tatsache, dass ich einfach nur mein Paket will, scheint für sie eine anmaßende Bonusforderung, die weit über meine Rechte als DHL-Kunde hinausgeht.

Irgendwann lege ich auf. Schnauze voll.

Mich nervt nicht die Frau. Nicht das fehlende Paket. Mich nervt das System, das darauf ausgerichtet ist, selbst simpelste Fehlerkorrekturen unmöglich zu machen. In dem ein einmal eingeleiteter Vorgang mit einer Gottergebenheit bis zum bitteren Ende durchgezogen wird, wie widersinnig und erkennbar falsch er auch sein mag. Es gibt keinen „Plan B“, es gibt keine Möglichkeit menschlichen Eingriffs, keinen kurzen Dienstweg, kein „ich kümmere mich drum“. Nur ein gnadenloses Streamlining des Ablaufs zum Schaden des Kunden.

Computer says no.



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Markus
Markus

Danke für den vorletzten Absatz. Können bestimmt viele wegen eigener Erfahrungen unterschreiben (inklusive mir).

Peroy
Peroy

Jetzt weiß ich wo dein Haus wohnt…

Lothar
Lothar

Fehlerkorrekturen kosten Zeit und damit Geld, das niemand bereit ist, zu zahlen. Vor allem nicht Amazon. Wie der Zusteller dein Haus nicht sehen konnte, vermag ich auch nicht zu sagen, wenn das aber ein armes, scheinselbständiges Schwein ist, das rechnerisch eine halbe Minute Zeit zum Zustellen hat, wenn er nach weniger als 16 Stunden Arbeitszeit wieder nach hause kommen will, wundert es nicht, wenn er die Suche recht schnell aufgibt.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar: Davon stimmt gar nichts. Wie ich oben schrieb, ging das über einen Seller – Amazon hat mit dem Versand nichts zu tun. Ein Haus, das an der Stelle steht, wo es stehen soll, nicht zu sehen, ist nicht mit der Unterstellung „armes, scheinselbständiges Schwein“ zu entschuldigen. Und die Unfähigkeit von DHL, eine zweite Zustellung zu veranlassen, hat damit schon gar nichts zu tun.

Andy
Andy

@Wortvogel
Hatte bei mir genau das selbe Problem.
Fotos vom Haus und Klingelanlage zugesendet etc.
Danach bekam ich ein Entschuldigungsschreiben und das der Fahrer belehrt wurde!
Paket wurde erneut zugestellt!
Fazit: dies sind keine Einzelfälle bei DHL!
Ob einer Selbständig ist oder direkt bei DHL arbeitet spielt keine rolle.
Wenn ich meine Arbeit nicht korrekt gemacht habe bekomme ich auch stress.

S-Man
S-Man

Gleiches mache ich gerade mit GLS durch… *seufz*

Zeddi
Zeddi

Bei uns finden Sie Gottseidank das Haus – aber DHL macht sich bei uns dafür garnicht mehr die Mühe das Paket zuzustellen sondern packt einfach nur eine Benachrichtigungskarte in den Schlitz wo wir das Paket abholen könnten – natürlich in einer Postifliale, die insbesondere von der Einstellung der Menschen dort direkt aus einem Loriot-Sketch zustammen scheinen. Mir wurde auch schonmal von der Zustellerin gesagt das sie, wenn ich nochmal so etwas schweres Bestelle sie das nicht mehr ausliefert – und das nicht im Scherzhaften Tonfall. Das ist Arbeitsverweigerung.

Der einzige Paketdienst der hier ordentlich liefert ist mysteriöserweise Hermes, dort habe ich nur immer Sorgen das das Fahrzeug irgendwo liegenbleibt, die Rostmuster des Fordtransit sind schon sehr speziell 😀

@Lothar> Natürlich wird in der Branche, ganz generell, scheisse gezahlt, das ist so absolut nicht Okay und grenzt, wenn man von derzuständigen ALG2 behörde dazu quasi verplfichtet wird schon an moderne Sklaverei.

Aber das lasse ich nicht als Pauschalerklärung gelten warum man nicht seinen Job macht. Zumal die leute auch teilweise einfach zu dösig sind. Wir hatten vorher einen älteren Herren hier als „Hauptausfahrer“ der nun, sicherlich verdient, in den Ruhestand gegangen ist. Er war zwar schon fast 60, hat aber das gleiche Gebiet abgegrast das nun zu zweit erledigt wird – k.A. wie das möglich ist, aber ich habe oft das Gefühl das die so garnicht mitdenken bei der Geschichte.

SteffKo
SteffKo

Ich habe mal einen Fahrer zur Rede gestellt der ohne zu klingeln und das Paket in der Hand zu haben, eine Karte in den Briefkasten werfen wollte. Sein Pech das ich im Vorgarten gearbeitet habe und den Vorgang beobachten konnte. Zur Rede gestellt hat der sich noch nicht mal entschuldigt.

comicfreak
comicfreak

..ach Mist, und ich dachte, dein postalischer Zigeunerfluch wäre an das Haus in München gekoppelt…

Ich lass mir ja alles in die Firma schicken, und da hat es sich bewährt, die Fahrer und Boten mit Café oder kaltem Wasser to-go zu versorgen..

😛

Dr. Acula
Dr. Acula

Kann ich – wie üblich – toppen. Hatte das Problem mit der Unauffindbarkeit der Zieladresse in den letzten zwei Wochen zweimal mit einer… drumroll… DHL-Packstation!

holmer
holmer

Bei uns auf dem Dorf gibt man den armen Teufel die sich mit so einem Ausbeuterjob über Wasser halten einfach an Weihnachten ein ordentliches Trinkgeld. Dann kommen alle Pakete an und der Fahrer weis sogar wo in der Scheune er das Paket abstellen kann wenn man nicht daheim ist.

comicfreak
comicfreak

@ holmer
..oh ja, und er gibt es sogar dem besoffenen Nachbarn, ohne eine Karte ein zu werfen; sogar bei den Päckchen wo „ACHTUNG! ARZENEIMITTEL! Keinesfalls beim Nachbarn abgeben!“ drauf steht..

Manuela
Manuela

ich hatte auch monatelang probleme. statt zustellung an meinen wunschnachbarn (eine firma 10 m neben meiner haustür, geöffnet 7 tage die woche bis 22 uhr) hatte ich nur zettel im kasten, dass ist zur filiale latschen soll. oder es war bei ominösen nachbarn abgegeben worden, die ich nicht kannte und auch manchmal nicht gefunden habe, weil in dem haus, in de ich letztes jahr wohnte, viele leute keine namensschilder dranhaben. ich habe mich bis zum erbrechen aufgeregt und beschwert, bis ganz oben. dann habe ich direkt an meine zuständige verteilerstelle geschrieben, an die geschäftsleitung. habe antwort bekommen und es wurde besser. dann habe ich eines urlaubstages diesen dusseligen fahrer direkt unten an der strasse „gestellt“ und gefragt, was der blödsinn soll… natürlich nett und freundlich und mit piepsiger stimme und „haarezurückwerf“… seit dem hatte es geklappt…. und eine idee ist auch noch der dhl facebook chat. sofort info, sofort (bisher) intelligente menschen, die sich des problems annehmen.
hatte jetzt wieder einen fall, gleich gechattet, nettes ‚gespräch‘, hat zwar mein problem nicht gelöst, aber ich habe direkt nach einem gutschein gefragt und den bekam ich auch prompt per email 🙂

ach ja, es ging um ein paket mit medikamenten, dass ich mir an die packstation habe schicken lassen.einige pakete waren für mich dort, dieses nicht. abends hatte ich zuhause 3 anrufe einer mir unbekannten frau auf band, die MEIN paket in der packstation bekam. fand ich ja nett, dass sie meine nummer herausgefunden und angerufen hat.
das ist aber auch schon ziemlich gefährlich, was dhl bzw der fahrer sich da geleistet hat ….

comicfreak
comicfreak

..ich würde das ja gerne sehen, wie der Wortvogel den Fahrer zur Rede stellt, dabei die Haare zurück wirft und mit piepsiger Stimme spricht..

😀

Das Problem ist: das sollte alles nicht nötig sein!

Manuela
Manuela

hihihi… naja, wer weiss ? vielleicht kommt es bei dem zusteller gut an ???? sehen möchte ich es aber auch 🙂

KleineGelbe
KleineGelbe

Kurz vor Weihnachten hatte ich das Problem, dass eine Sendung an die Packstation mit oben genannter „Fehlermeldung“ zurückging.
Zweimal.
Geschickt von Amazon.
An eine Packstation, die ich zu diesem Zeitpunkt seit über 5 Jahren verwendete und die auch in Betrieb war.

Also, wenn DHL seine eigenen Packstationen nicht findet, dann würde ich vermuten, dass irgendwelche Aushilfen am Werk waren, die nicht den richtigen Fehlercode in ihr Gerät tippen konnten. Alle anderen Bestellungen, sei es zu groß oder Packstation voll, wurden ersatzweise in die Filiale geliefert.

Die DHL Hotline hat nur Nerven gekostet, eine zufriedenstellende Antwort, wie das passieren konnte, habe ich natürlich nicht bekommen.

Dietmar
Dietmar

Hm … Haus-Eingang finden bei Torsten … da war doch was …

Aber schließlich bin ich ja auch kein Zustellprofi!

Ich finde es jedenfalls gut, wenn Dir so etwas passiert: ergibt immer schöne Geschichte, die wirklich Spaß machen. Dafür musst Du eben leiden. Tut mir ja leid. 😉

Martin Däniken
Martin Däniken

Früher als wir noch im Wald gelebt haben 😉 war alles viel einfacher,die Frauen gehorchten,man konnte ohne Probleme mit den Kumpels einen durchziehen,
der Amazonas war noch ein Fluss äh Strom!
Heute sind wir alle verwöhnt,machen aber Survival/Bushcrafting-Training.
Alle Sheldon-Cooperisiert oder Ver-Wolowitz-t!!!
He und dann sind Menschen,die in einem unmenschlichen Job arbeiten…

Martin Zimny
Martin Zimny

Weißt Du, was ich voll doof finde? Deinen letzten Absatz. 🙁

Denn als ich beim Lesen Deines Artikels bei etwa zwei Dritteln angelangt war, stand für mich fest, dass

„Computer says no.“

meine Version eines adäquaten Kommentars darstellen würde.

Einziger Unterschied: Ich hätte noch ein *klackediklack* voran gestellt.

Dennoch bin ich gerne bereit zuzugeben, dass Dein Leid ob der momentanen Vorkommnisse ungleich größer ist. 😉

LordRawdon
LordRawdon

DHL/Post fällt unter Desaster des Alltags. Wer mal was neues probieren will – versucht mal einen „Wunschzustelltag“ mit der DHL-App festzulegen. Auch die Hilfetexte der App sind… sagen wir ausbaufähig.

Mencken
Mencken

Mir geht es so wie Zeddi, Zustellversuche finden mittlerweile überhaupt nicht mehr statt und ich bin schon froh, wenn das Paket nicht unterwegs irgendwo verschwindet (was mir in diesem Jahr bereits 5x passiert ist).

Hermes funktioniert hingegen tatsächlich hervorragend, wird aber leider nur selten als Versandoption angeboten.

Steffen
Steffen

Meine Frau hatte sich extra mal da registriert, um einen Wunschablageplatz festlegen zu können. Dafür musste man extra ein Online-Formular ausfüllen und hinschicken
Es kam nie eine Bestätigung (die man brauchte, weil man sich damit und mit Perso einmalig verifizieren musste) und auch sonst rein gar nichts mehr. Hotline wusste von nichts. Haben es dem Postboten direkt gesagt, wo er es am besten hinlegen soll wenn keiner aufmacht; das ging dann auch so.
Drecksladen, elender…

Lothar
Lothar

> Davon stimmt gar nichts.

Mit solchen Aussagen wäre ich vorsichtig. Ich arbeite zwar nicht bei einem der großen Zulieferbetriebe, habe aber beruflich Berührungspunkte zu dem Bereich und kann daher durchaus ein bisschen was dazu sagen.

Dann lass mich das etwas ausformulieren (habe das etwas verkürzt). Amazon ist einer der treibenden Kräfte, Druck auf Lieferdienstleister auszuüben, den Versand so billig wie möglich zu machen. In dem Zuge muss man gewisse Vorgänge „optimieren“. Wie die im einzelnen aussehen, weiss ich nicht, aber bei DHL scheint es so zu sein, dass ein Paket mit Status „unzustellbar, weil Haus nicht vorhanden“ existiert, dieses auf den Weg zurück geschickt werden muss. Das zu ändern, ist ein Vorgang, der manuell geschehen muss (das Paket muss gefunden und neu in die Zustellung gebracht werden) und anscheinend wegoptimimert wurde. Sprich: Der Aufwand des Neuzustellens wird dem Paketversender aufgebürdet, damit man sich selbst die Personal- und Logistikkosten sparen kann.

> Ein Haus, das an der Stelle steht, wo es stehen soll, nicht zu sehen, ist nicht mit der Unterstellung „armes, scheinselbständiges Schwein“ zu entschuldigen.

Wenn das arme Schwein falsch abgebogen ist, sieht er dein Haus nicht. Da er schon unter Zeitdruck steht, pfeift er drauf, schreibt auf den Zettel „Haus nicht vorhanden“ und macht mit dem nächsten Paket weiter. Vielleicht hat er dein Paket auch falsch in den Lieferwagen sortiert und das festgestellt, als er schon zwei Kilometer weiter war. Auch hier war sein persönlicher Aufwand größer, die Kampfschleife zurück zu fahren, als den „nicht vorhanden“-Eintrag auf einen Zettel zu machen. Warum er „nicht vorhanden“ statt „nicht angetroffen“ ankreuzt, weiss ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass er dann eben das Paket „los wird“ und nicht über Nacht in seinem Lieferwagen behalten und am nächsten Tag neu zustellen muss.

Und zur Klarstellung: Ich versuche hier nichts zu entschuldigen versucht. Es ist einfach nur eine zwangsläufige Konsequenz aus dem Status wie er ist. Amazon zwingt – unter anderem durch ihr Prime-Angebot – zu immer niedrigeren Versandgebühren (derzeit versuchen sie es bei UPS, die ja in Deutschland TNT übernommen haben). Neben Einsparungen im Kundensupport (deine Erfahrung am Telefon) und Optimierungen bei Versandvorgängen (wenn mal etwas auf „Zurück zu Sender“ steht, ist das nicht änderbar) wird eben auch viel Druck auf den Zusteller ausgeübt, indem ihm immer weniger Zeit für die Zustellung eines einzelnen Paketes gegeben wird. Dass das ursprüngliche Paket dann nicht von Amazon, sondern von einem Amazon-Marketplace-Seller kommt, spielt keine Rolle.

Wie gesagt: Keine Entschuldigung, sondern eher eine detailliertere Erklärung zum Merksatz „you get what you pay for“

comicfreak
comicfreak

..Lothar,
das bedeutet NICHT, dass der Kunde nicht Service bezahlen will, das bedeutet, dass die zuständigen Tarifaushandler vor Amazon einknicken und Zusteller UND Kunden die Zeche bezahlen sollen.

Und das IST eine Schweinerei

Goran
Goran

Kenn ich, passiert mir dauernd.

Aber dass das anderen auch passiert beruhigt, hatte schon befürchtet Aamazon glaubt mir das irgendwann nicht mehr.

Goran
Goran

Dazu noch eins: Mich hat letztens doch glatt ein Fahrer angerufen und sich persönlich entschuldigt.

Ja, die bekommen den Vermerk in die Akte. Man möcht’s nicht glauben, ist aber wahr.

Rudi Ratlos
Rudi Ratlos

Anscheinend drehen sie bei DHL eh momentan ein wenig am Rad: Viele lassen sich Pakete bei uns direkt in die Firma schicken, Empfang ist ja von 8 – 18 Uhr besetzt und in der Regel gibt es zwei Touren von DHL am Tag zu uns (normal + Express). Paket vom Cheffe ist jetzt aber auch wieder zurück an Amazon gegangen, weil „niemand angetroffen werden konnte“. Äh, ja…

Torsten
Torsten

Geht noch besser:

Techniker eines Elektronikmarkts (keine der großen Ketten) in fünf Kilometern Luftlinie Entfernung ruft vor Anlieferung einer Waschmaschine an, er könne die Adresse (richtig geschrieben, ich bin da Stammkunde) nicht im Navi finden. Eine Adresse, die es nur einmal gibt (ohne Hausnummer, außer für das Amt). Die bei Apple und Google und selbst beim BayernViewer auf den Karten ist. Unfassbar.

Schlimm ist dann die Altersmilde, wenn Du dem Typen zehn Euro Trinkgeld (Waschmaschine!) in die Hand drückst, ihn diskret darauf hinweist, dass er ja damit auf ein neues Navi sparen könne (das konnte ich mir nicht verkneifen) und zum Dank einen zehnminütigen Vortrag über irgendeine zusätzliche Geräteversicherung bekommst.

DPD bietet übrigens jetzt ein Online-Tracking. Das heißt, Du siehst den ganzen Tag, wo der Bote lang fährt, und wenn er zu Dir soll, hat er Dich plötzlich gar nicht angetroffen. Immerhin, die DPD-Telefondame hat meinen Jähzorn immerhin empathisch aufgefangen.

Lothar
Lothar

> das bedeutet NICHT, dass der Kunde nicht Service bezahlen will, das bedeutet, dass die zuständigen Tarifaushandler vor Amazon einknicken und Zusteller UND Kunden die Zeche bezahlen sollen.

Mir ist gerade nicht klar, was jetzt Tarifaushändler bei Amazon mit den Zustellbetrieben zu tun haben. Bei Amazon arbeiten Lagerarbeiter, die Sachen in Pakete packen, an einem eigenen Paketzusteller wird derzeit bei Amazon geplant (um wieder den Druck auf die bestehenden Betriebe ausüben zu können), existieren tut aber nichts.

Und die Kunden von Amazon WOLLEN nicht für zusätzlichen Service zahlen. Billig war hier schon immer Trumpf, nur wenn einem das dann um die Ohren fliegt, ist das Gejammere groß.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar: Du WILLST es nur noch kapieren, oder?

„Und die Kunden von Amazon WOLLEN nicht für zusätzlichen Service zahlen.“ – es geht NICHT um eine ZUSÄTZLICHEN Service. Ich zahle für eine klar definierte Dienstleistung, nämlich der Zustellung eines Pakets. Und ich habe ein Recht darauf, dass diese Dienstleistung erbracht wird.

Lothar
Lothar

> Du WILLST es nur noch kapieren, oder?

Na, na. Komm mal runter 😉 Ich verstehe deinen Ärger, an den Realitäten ändert das aber nichts.

> Ich zahle für eine klar definierte Dienstleistung, nämlich der Zustellung eines Pakets. Und ich habe ein Recht darauf, dass diese Dienstleistung erbracht wird.

Du hast den Verkäufer bezahlt, damit er für den Versand deines Paketes sorgt. Dein von dir genanntes Recht kannst du daher nur bei diesem geltend machen. Dass der Verkäufer selbst wiederum möglichst an dieser Position sparen will, um konkurrenzfähig zu bleiben, führt dann eben wieder zur „you get what you pay for“-Position. Meisstens funktoiniert die Zustellung ja, so dass man den Ärger bei Fehlschlägen billigend in Kauf nimmt.

Versteh mich nicht falsch: Ich bin hier oft genug am „receiving-end“ von dem ganzen. Da wir im Erdgeschoß wohnen, klingelt tagsüber ständig die Tür, weil wir Pakete für andere entgegennehmen sollen und abends wieder, weil die Empfänger dann doch irgendwann mal zu hause sind. All das ist aber eben das Ergebnis von Flatrates wie Amazon Prime, die zu solchen Einsparungen zwingen (der Aktionär will ja nicht auf seine Dividende verzichten).

gerrit
gerrit

Nur für die Akten: Amazon hat noch nie Dividenden gezahlt.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar: Es wird durch Wiederholung nicht wahrer – ich zahle für die Ware an den Verkäufer. Hinzu kommen Versandkosten, die ich an den Verkäufer zahle, die er wiederum an den Lieferanten zahlt. Somit zahle ich für den Versand den Lieferanten. Dieser Lieferant bekommt sein Geld, damit er mir die Ware liefert. Wenn er das nicht korrekt tut, habe ich nicht „zuwenig bezahlt“, sondern er hat seinen Job nicht gemacht. „you get what you pay for“ ist totaler Bullshit, weil ich nicht für die Nicht-Lieferung bezahlt habe.

Lothar
Lothar

> Nur für die Akten: Amazon hat noch nie Dividenden gezahlt.

Wenn es um Amazon ginge, hättest du recht, es ging aber um die Zustelldienste und z.B. die Deutsche Post AG (zu der DHL gehört) zahlte bisher jedes Jahr Dividende (zuletzt 0,85 EUR Ende Mai und das ganze kapitalertragssteuerfrei).

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar „All das ist aber eben das Ergebnis von Flatrates wie Amazon Prime, die zu solchen Einsparungen zwingen (der Aktionär will ja nicht auf seine Dividende verzichten).“ wird sich nur schwer mit „Wenn es um Amazon ginge, hättest du recht, es ging aber um die Zustelldienste“ unter einen Hut bringen lassen. Du hast dich in deiner eigenen Argumentation verheddert.

Lothar
Lothar

> Es wird durch Wiederholung nicht wahrer – ich zahle für die Ware an den Verkäufer. Hinzu kommen Versandkosten, die ich an den Verkäufer zahle, die er wiederum an den Lieferanten zahlt.

Der erste Satz kann so umgekehrt stehen bleiben, daher zitiere ich ihn. Der Verkäufer verlangt die Versandgebühren. Wie er sie verwendet, bleibt ihm überlassen. Statt per DHL zu versenden, hätte er sich auch selbst aufs Radl setzen können und dir das Paket in den Briefkasten schmeissen. Er hat sich für den Versand über DHL entschieden und nicht für z.B. UPS.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar: Das macht deine Aussage nicht richtiger. Was zählt ist, dass DHL für welchen Betrag auch immer angeboten hat, die geforderte Leistung zu erbringen. Sie haben nicht gesagt „Wir machen das billig, dafür versprechen wir aber auch nicht, dass es ankommt“. Man kann über die Geschwindigkeit diskutieren, über die Höflichkeit – aber eben nicht über den Kern der Leistung, der mit der Bezahlung untrennbar vereinbart wurde. Von allen Seiten.

Davon abgesehen ist DHL nicht die billigste kleine Klitsche, bei der man nichts anderes erwarten sollte, gelle?

Lothar
Lothar

> „All das ist aber eben das Ergebnis von Flatrates wie Amazon Prime, die zu solchen Einsparungen zwingen (der Aktionär will ja nicht auf seine Dividende verzichten).“ wird sich nur schwer mit „Wenn es um Amazon ginge, hättest du recht, es ging aber um die Zustelldienste“ unter einen Hut bringen lassen. Du hast dich in deiner eigenen Argumentation verheddert.

Ich glaube, wir sollten uns mal auf ein Bier treffen. Ich denke, dass sich ein Teil unseres „Zwistes“ aus der Tatsache ergibt, das er schriftlich erfolgt. 😉

Ich habe mich nicht verheddert. Es ging dabei um die Frage, von welchem Unternehmen die Rede war, das Dividenden zahlen will. gerrit meinte, dass Amazon noch nie Dividenden gezahlt habe, ich habe aber in Bezug auf die Dividenden von den Zustellbetrieben (wie eben der Deutsche Post AG) gesprochen.

Wortvogel
Wortvogel

@ Lothar: Wieder nein – du sprichst ganz klar von Amazon und Angeboten wie Amazon Prime. Was in diesem Fall NULL mit dem Problem der Lieferung durch den DHL-Boten zu hat, da ich über einen Seller bestellt habe und darum Amazon Prime nicht greift.

Lothar
Lothar

Wir drehen und im Kreis. Das Angebot auf ein Bier steht. Wenn du mal wieder in München sein solltest, kannst du ja bescheid sagen, vielleicht findet sich ja eine Möglichkeit. Alternativ kann ich dir das Bier auch per DHL schicken lassen 😉

noyse
noyse

Wobei amazon Prime bei mir auch eher ein Glückspiel ist. Der Anteil an wirklich fristgemässer Zustellung sinkt auffällig. Für mich ist daher die Geschwindigkeit nicht mehr ausschlaggebend eher dass auch auch billige Teile kostenlos zugestellt bekomme. Im Übrigen habe ich festgestellt wenn die Postnummer drauf ist, wird zum teil direkt in der Postfiliale abgegeben, es gibt nur SMS, keinen Zettel und oftmals muss man auch die Filiale raten.

Zeddi
Zeddi

Ich kann Lotars Argumentation da so garnichts abgewinnen. Zumals bei mir oft auch z.B. Tiernahrung von einem mittelständischen Unternehmen ist, das sicherlich „normale“ Tarife bezahlt, und DHL ist in dem Bereich auch nicht unbedingt der Günstigste, eher im gegenteil.

Und „Merkwürdigerweise“ tritt das tendenziell bei schwereren Paketen auf.

Wie gesagt, ich hab verständniss dafür das der Job nicht so toll ist und scheisse bezahlt wird, aber einfach deswegen komplett teile der Arbeit aus akuter Unlust nicht zu erledigen finde ich geht garnicht.

Und ich glaube auch nicht mein „Ali“ von Hermes besser bezahlt wird, weniger Pakete ausliefern muss oder sonstwas, sondern einfach nur eine gesündere Einstellung zur Arbeit hat.

trackback
DHL: Mir tun, was mir könne! – Das Doena Journal

[…] Seit dem hat sich in Deutschland nicht wirklich was getan, wie auch der Wortvogel neulich wieder feststellen durfte. […]

SteffKo
SteffKo

@Zeddi
–Und ich glaube auch nicht mein „Ali“ von Hermes besser bezahlt wird, weniger Pakete ausliefern muss oder sonstwas, sondern einfach nur eine gesündere Einstellung zur Arbeit hat.–

Ich denke eher das er für zugestellte Pakete bezahlt wird. War vor 15 Jahren so, mein Bruder hat da mal gejobbt.

Joe
Joe

Torsten, Du solltest den Fehler ruhig auch mal bei Dir suchen.
*spannende Pause*
*bereitmach zum Ducken und Wegrennen*

Stream of Consciousness:
Name zweifach an der Tür:Postfach/Klingelschild, bisher immer unproblematisch; eigene Erfahrung, Alltagswissen

Alles klar, OK, gib’s ihnen! 🙂

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