1. Station: New York!

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USA 2013. Regie: Boaz Yakin. Darsteller: Jason Statham, Chris Sarandon, Robert Burke, James Hong u.a.

Offizielle Synopsis: Mei ist kein gewöhnliches chinesisches Mädchen. Das begnadete Mathematik-Wunderkind wurde von Han Jiao, dem Oberhaupt einer kriminellen Triaden-Vereinigung, nach Amerika entführt und dort aufgrund ihrer außergewöhnlichen Gedächtnisfähigkeiten mit einem komplizierten, streng geheimen Code betraut. Unwiderruflich gerät sie dadurch auch ins Visier der russischen Mafia. Denn der Code ist für einen prall gefüllten Safe bestimmt, den die gefährliche Untergrundorganisation für sich beansprucht. Nachdem Mei nur knapp einer erneuten Entführung entkommt, trifft sie bei ihrer Irrfahrt durch New York auf den verzweifelten Kampfsportler und Ex-Cop Luke Wright, dessen Frau ebenfalls Opfer der russischen Mafia geworden ist. Intuitiv nimmt der sich des Mädchens an, um es zu beschützen. Mit der geheimen Zahlenkombination im Kopf und kampferprobtem Adrenalin in den Adern beginnt für beide ein erbarmungsloser Kampf im amerikanischen Großstadtdschungel…

Kritik: Es ist schön, einen solide finanzierten Actionfilm zu sehen, der nicht in Osteuropa oder irgendwo in der Wüste von New Mexico oder im thailändischen Regenwald spielt, sondern in New York. Und zwar nicht in dem Fake-New York der Nu Boyana-Studios in Bulgarien, sondern im Big Apple selbst. Das ist teuer, das braucht Commitment, das ist eine Aussage.

Ich finde es auch erfreulich, dass Boaz Yakin, der sich in vielen Genres zu Hause fühlt, mal wieder auf dem Regiestuhl Platz nimmt. Dem Mann verdanken wir immerhin das Drehbuch zu Lundgrens Sternstunde „Punisher“ UND „Dirty Dancing 2“!

Der Einstieg ist allerdings etwas holperig: Yakin erzählt drei, vier Segmente chronologisch durcheinander und dichtet Statham eine wirklich banane Vorgeschichte an, um die Figur gebrochener und isolierter zu zeigen, als nötig ist. Glücklicherweise wird der Versuch, mit „Safe“ den Genrefilm zu dekonstruieren, mit dem Ende des ersten Akts wieder fallen gelassen.

Danach zeigt Yakin, dass er weiß, was Statham und seine Fans wollen – und er liefert. Der Film setzt seine Ziele und Motivationen zügig und bleibt dann immer „on the move“. Was sich entwickelt, was gesagt werden muss – alles in Bewegung. Schlägereien, Schießereien und Verfolgungsjagden geben sich die Klinke in die Hand.

Nicht nur deshalb wirkt „Safe“, als sei das Skript 1985 für Cannon geschrieben worden. Politiker korrupt, das ganze NYPD korrupt, kriminelle Großgeschäfte von Chinesen und Russen – hier wird das New York von Clint Eastwood und Charles Bronson bedient, nicht das gelackte Kommerz-New York des neuen Jahrtausends, in dem gerade 12 Tage ohne Mord vergangen sind. „Safe“ schafft keine 12 Minuten ohne gewaltsamen Exitus. Sogar der Cast scheint aus der Zeit gefallen: Chris Sarandon? James Hong? Robert Burke?

Ebenso altbacken wie das Setting ist auch der Aufhänger – die chinesische Mafia braucht ein kleines Mädchen mit super Zahlengedächtnis? Echt jetzt? Machen wir uns nichts vor: Aus Mei könnte man alle nötigen Informationen jeder Zeit heraus foltern. Wird ja auch oft genug angedroht. Es wäre heutzutage erheblich einfacher, die Informationen verschlüsselt zu speichern, den Zugangscode auf mehrere Leute zu verteilen.

Statham selbst ist nicht gerade ein Bonus. Er kann die Action, er passt in den Film – aber genau deshalb verschwindet er auch in ihm. Seine Figur hat weder Ecken noch Kanten, bringt keine Motivation mit, kämpft sich stoisch durch die austauschbaren Bösewichte, um ein Mädchen zu schützen, zu dem er keine erkennbare Beziehung besitzt. Da fehlt die Eleganz des „Transporter“ oder der Irrwitz von „Crank“. Man spürt Stathams Drang, sich nicht auf das Niveau von Lundgren und van Damme zu begeben, lieber seriös wie Eastwood zu werden – aber die Seriosität von „Safe“ ist zu poliert und risikolos.

So bleibt bei aller Professionalität der Inszenierung immer das laue Gefühl zurück, „Safe“ wäre 1985 als „Dirty Harry“-Sequel abgelehnt worden und hätte irgendwo Staub angesetzt, bis Statham drüber stolperte.

Fazit: Hochprofessioneller, aber etwas zu kantenfreier Statham-Actioner im Stile der 80er, der mit aufwändigen Locations-Shoots und Stars in Nebenrollen glänzt, aber Statham zu wenig abverlangt.

2. Station: Palm Beach, Florida!

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USA 2014. Regie: Taylor Hackford. Darsteller: Jason Statham, Jennifer Lopez, Michael Chiklis, Bobby Cannavale, Patti LuPone, Emma Booth, Nick Nolte, Daniel Bernhardt u.a.

Offizielle Synopsis: Parker ist ein professioneller Dieb und, wenn nötig, auch ein Killer. Der Vater seiner Freundin verschafft ihm einen neuen „Job“ mitsamt neuen Partnern. Doch nach dem Überfall wird Parker von diesen vermeintlichen Partnern nicht nur um seinen Anteil erleichtert, sondern auch fast getötet. Parker, ein Mann mit Prinzipien, schwört Rache. Er folgt seinen Killern, die einen millionenschweren Coup planen, nach Palm Beach. Im Mekka der Reichen gibt sich Parker als vermögender Texaner aus, der eine Villa kaufen will. Dabei hilft ihm die verschuldete und gelangweilte Immobilienmaklerin Leslie Rodgers, die seinem Schwindel schnell auf die Spur kommt und ganz eigene Interessen an Parker hat …

Kritik: Ach… der Titel „Parker“, das Plakat, die Besetzung – das weckt Sehnsucht nach einem nihilistischen Gangsterdrama im Stil von „Get Carter“ oder „Point Blank“, nach Helden aus Groschenromanen und einer Welt ohne Ideale.

Tatsächlich wirkt „Parker“ eher wie eine Doppelfolge der Serie „Burn Notice“ und nutzt die fast lego-eske Luxuskulisse von Palm Beach für einen Film, der sich zwischen Caper- und Rachedrama nicht entscheiden kann.

Statham spielt Statham, wie immer. Dreitageglatze, Dreitagebart, den Gesichtsausdruck leichter Magenkrämpfe, die Stimme einer Handvoll Kies im Rachen. So reduziert und überlegen, dass er aus jeder Menge heraus sticht wie Bozo, der Clown. Wie üblich ist seine eigene Kriminalität zweitrangig und irgendwie durch die „Gangsterehre“ gedeckt, während der Versuch, ihn zu bescheißen, gottgerechten Mord und Totschlag nach sich zieht. It’s the Statham way.

Weiche Knie angesichts seiner aus allen Poren strömenden Männlichkeit muss diesmal Jennifer Lopez kriegen, die ebenfalls ein total korrupter Charakter ist – was mit der Gemeinheit ihrer Bürokollegen gerechtfertigt wird. Es ist wirklich erstaunlich, wie nonchalant das Skript die Welt in „gute“ und „böse“ Verbrecher unterteilt.

https://www.youtube.com/watch?v=KbmLxeH6h5M

Fragwürdig ist dabei die erhoffte Beziehung Statham/Lopez – da Statham als glücklich vergeben dargestellt wird, ist jede Chemie hinfällig und der Versuch von La Hintern, den stoischen Stetson-Träger aufzureißen, hat von vorne herein etwas peinlich Verzweifeltes. Es mag ja dem Klischee widersprechen, die beiden Hauptfiguren letztlich nicht miteinander in die Kiste springen zu lassen – aber warum baut man sie dann erst als Paar auf? Und wieso impliziert man ein Dreieck mit dem von Bobby Cannavale gespielten Cop, das genau deshalb nicht funktionieren kann?

Und so lässt Regie-Veteran Taylor Hackford („Ein Offizier und Gentleman“, „Im Auftrag des Teufels“) seinen Helden alle Gegenwehr brechen, die Verräter über die Klinge springen und am Ende – wie so oft – schwer durch den Wolf gedreht, aber zufrieden mit sich und der Welt von dannen ziehen. Fast so, als hätte die Gerechtigkeit gesiegt und nicht der Gangster mit dem besten Durchhaltevermögen.

Einzig nennenswert ist der Fight Statham vs. Bernhardt – dammit, wenn Scott Adkins der Ben Affleck des Martial Arts-Films ist, sollte Bernhardt („Bloodspoort 2“) endlich als George Clooney des Kloppergenres wieder Hauptrollen bekommen. Der war schon in „Wick“ eine echte Schau.

Fazit: Hochprofessioneller, aber etwas zu kantenfreier Statham-Actioner im Stile der 80er, der mit aufwändigen Locations-Shoots und Stars in Nebenrollen glänzt, aber Statham zu wenig abverlangt.

P.S.: Wow, Nick Nolte verdient sich die Miete nun als wrackiger Nebendarsteller. How the mighty have fallen.

3. Station: Las Vegas!

wild-card-poster-debutWild Card

USA 2015. Regie: Simon West. Darsteller: Jason Statham, Michael Angarano, Dominik Garcia-Lorido, Milo Ventimiglia, Hope Davis, Stanley Tucci

Offizielle Synopsis: Nick Wild hat es satt: Seit Jahren schlägt sich der ehemalige Söldner als Detektiv und Gelegenheitsbodyguard im Zockerparadies Las Vegas durch, obwohl er doch am liebsten sofort nach Korsika auswandern würde. Dafür fehlt allerdings das nötige Kleingeld. Als ihn eines Tages seine Ex-Flamme Holly übel zugerichtet um Hilfe anfleht, wird er schneller als ihm lieb ist in ein schmutziges Spiel mit dem einflussreichen Danny DeMarco hineingezogen. Die Männer DeMarcos im Nacken, stürzt sich Nick Wild tief in die Abgründe von Las Vegas und entfesselt eine gefährliche, alte Leidenschaft.

Kritik: Was sich in „Safe“ andeutete, bestätigt sich in „Wild Card“ – Jason Statham hat kein Interesse, sich bei Lundgren, Adkins oder Seagal unterzuhaken. Er will seinen Charakter zur Marke machen und damit im Mainstream punkten. Trotz seiner Martial Arts-Fähigkeiten setzt er immer mehr auf die reine Präsenz, die es völlig egal macht, ob er im Film Wright, Parker oder Wild heißt – er ist immer Statham. So wie Eastwood immer Eastwood ist, Bronson immer Bronson war, und James Caan immer James Caan.

Das Problem dabei: Stathams stoische Art erinnert of an Lundgrens und Seagals patentiertes Non-Acting, wirkt eher als Maske denn als gut gemeißelte Skulptur. War ich in den ersten Jahren noch von seinem potenten Charisma begeistert, frage ich mich mittlerweile, ob er nicht nuancenreicher spielen will – oder tatsächlich nicht kann? Ist er womöglich der männliche Megan Fox – exzellent in einem streng limitierten Rahmen?

Auch „Wild Card“, eine fast deckungsgleiche Neuverfilmung des Burt Reynolds-Films „Heat“, müht sich gar nicht erst, Statham einen neuen Charakter zu schneidern: Unrasiert, knallhart, schweigsam, aber mit einer weichen Schale, rechnet er mit all denen ab, die es verdienen – die Tatsache, dass er dabei selber zum Mörder wird, kann hinreichend ignoriert werden. Er praktiziert „frontier justice“, die von normaler Verbrechensbekämpfung unberührt bleibt.

Das führt mitunter zu komischen, absurden Situationen. Holly hätte deMarco problemlos wegen Körperverletzung und Vergewaltigung anzeigen können – in Vegas-Hotels ist jedes Pissoir videoüberwacht. Und aus genau dem Grund ist auch Wilds Racheaktion dumm: deMarco hätte ihn sofort wegen des Verstümmelung seiner Handlanger einknasten lassen können. Aber in der Welt von „Wild Card“ existiert keine Polizei, kein Gesetz – man macht sowas unter sich aus.

Immerhin macht Actionprofi Simon West („Con Air“, „Tomb Raider“) das Beste aus der Glitzerwelt von Vegas (obwohl kaum in Vegas gedreht wurde), erzählt die relativ dünne Geschichte flüssig und lässt Fightlegende Corey Yuen dafür sorgen, dass die wenigen Kampfszenen flüssig-brutale Knackigkeit besitzen. Da schaut man gerne hin, davon hätte man sich mehr gewünscht. Brian de Palma, der den Stoff eigentlich verfilmen sollte (Statham in einem de Palma-Film – crazy times, indeed!), wird nicht vermisst.

Fazit: Hochprofessioneller, aber etwas zu kantenfreier Statham-Actioner im Stile der 80er, der mit aufwändigen Locations-Shoots und Stars in Nebenrollen glänzt, aber Statham zu wenig abverlangt.

3 Filme, 1 Statham

Ihr habt’s vermutlich gemerkt: Es ist kein Edit-Fehler, dass ich allen drei Filmen die exakt gleiche Bewertung gegeben habe.

Ich muss leider konstatieren, dass mir Statham-Filme nichts mehr geben. Zu Zeiten von „Crank“ und „Transporter“ war ich ein echter Fan, aber das gewaltsame Bemühen Stathams, sich im Mainstream einzurichten, nervt. Seine Filme sind aufwändig, aber vorhersehbar, edel, aber aseptisch. Der besondere Touch fehlt, sprichwörtlich und manchmal auch tatsächlich der Kick. Die Filme sind nicht schlecht, dafür ist das Budget zu hoch und die Crew zu professionell. Sie sind aber furchtbar blah.

Statham will nicht mehr unten mit den Schmuddelkindern spielen, obwohl er noch längst nicht oben angekommen ist (wie auch die unbefriedigenden Einspielergebnisse aller drei Filme belegen). „Safe“, „Parker“, „Wild Card“ – alles primär Statham-Showcases nach dem immer gleichen Strickmuster. Die Locations wechseln, aber nicht die Abläufe. Harter Kerl spielt nach eigenen Regeln, wird aufs Kreuz gelegt, gerne auch verprügelt und angeschossen, baut eine Bindung zu einem schwachen Charakter auf (Frau/Kind/Weichei), räumt gnadenlos unter den Gangstern ab, humpelt in den Sonnenuntergang.

Das kann man einmal schauen, zweimal, dreimal. Aber irgendwann wünscht man sich, das Mädchen in „Safe“ wäre ein Alien, „Parker“ hätte einen bösen Zwilling oder „Wild Card“ handele von einem Casino in Vegas, das illegale Kampfturniere veranstaltet. So’n Scheiß halt, über den man sich bei B-Movies freut, wie Statham sie augenscheinlich nicht drehen mag.

Ich sag’s ungern, aber die Präsenz von Jennifer Lopez, Nick Nolte, Stanley Tucci und Chris Sarandon ist für Statham keine Aufwertung – es ist für die Stars eine Abwertung.



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heino
heino

Ich fand Statham immer überbewertet. Ob nun die Transporter-Dinger, Crank, Expendables, War oder was auch immer, der spielt immer denselben Typ (harte Schale, weiches Herz blahblahblah) und die Filme sind mit wenigen Ausnahmen absolut austauschbar. Wenn der wirklich in den Mainstream will, sollte er sich mal ausserhalb des Action-Genres versuchen.

pollystyrene
pollystyrene

Zwar kann ich absolut nachvollziehen, was du schreibst, hat man alle Einheitsbrei-Filme gesehen, kennt man alle. Tatsächlich aber wurde ich neulich unerwartet positiv von Redemption – Stunde der Vergeltung (OT: Hummingbird) überrascht. Der Film hat nicht nur tatsächlich etwas mehr Tiefgang sondern auch eine, wie ich finde, interessante Geschichte und ein nicht unbedingt zu erwartendes Ende. Alles natürlich im Rahmen des Genres, zuviel erwarten darf man auch nicht. Da ich auf einen 08/15 Statham Film eingestellt war und mir eigentlich vorgenommen hatte, mir das übliche Gekloppe eben bewusst anzusehen, war ich entsprechend erstaunt etwas anderes serviert zu bekommen.

Peroy
Peroy

„Hummingbird“ hab‘ ich auch gesehen… als Film fand ich ihn okay, als Statham-Film einen Etikettenschwindel. Für die USA-Rundreise verbietet er sich eh, weil er in England spielt…

Jake
Jake

„Parker“ war mein bis auf weiteres letzter Versuch, mit einem der aktuelleren Statham-Standalone-Filme warm zu werden. Das einzige Highlight in diesem Streifen ist die (Original-)Stimme von Nick Nolte. Nick sollte für „Expendables 4“ verpflichtet werden und darin einen mehrminütigen Nuschel-Dialog mit Stallone führen. DAS wäre mal was.

AlphaOrange
AlphaOrange

Mir gibt ja schon zu bedenken – ohne bislang deinen Text gelesen zu haben – dass da dreimal mehr oder weniger das gleiche Filmplakat ist. Als ob man gar nichts anderes wolle als jeweils „Jason Statham Schema F“ zu verkaufen.

Jake
Jake

„Mir gibt ja schon zu bedenken […] dass da dreimal mehr oder weniger das gleiche Filmplakat ist.“

Wirklich? Heutzutage sehen doch fast alle Filmplakate gleich aus. Auch, wenn der Hauptdarsteller nicht Jason Statham heisst:

http://imgur.com/gallery/jrmWj

Dietmar

Ich habe mindestens zwei seiner Filme gesehen, weiß nicht mehr welche und wie viele genau. Die verschwimmen in meiner Erinnerung. „Sabotage“ kann ich dagegen gut erinnern und von anderen Filmen unterscheiden. Mir sagt das was.

Mir.

Euch vielleicht nicht. 🙂

Ich finde Statham immer noch cool, als Typen, würde ihm aber etwas Entwicklung wünschen. So wird er keine Bruce Willis. Und beide beneide ich um ihren Charakterkopf, der ihnen eine Frisur zu tragen erlaubt, die mich aussehen lässt, als wäre ich schwer erkrankt.

Aber das ist ein anderes Thema …

Mencken
Mencken

Ich sehe Statham eigentlich genau auf van Damme / Seagal Level, nur ist er eben noch in einer Karrierephase, in der es Kinoreleases und ein paar abgehalfterte Co-Stars gibt. Würde sogar behaupten wollen, dass van Damme / Seagal in ihrer Hochzeit auch im Mainstream deutlich größer/erfolgreicher waren.

Jake
Jake

„Würde sogar behaupten wollen, dass van Damme / Seagal in ihrer Hochzeit auch im Mainstream deutlich größer/erfolgreicher waren.“

Das kommt jetzt natürlich ganz darauf an, wie man „Mainstream“ definiert, aber meiner Meinung nach war die Mainstream-Phase von van Damme und Seagal recht überschaubar. Seagal war mit „Alarmstufe Rot“ (1992) im Mainstream angelangt, nach „Einsame Entscheidung“ (1996) ging’s dann aber auch schon wieder abwärts. Und van Damme? Alles, was er in den Achtzigern und Anfang der Neunziger gedreht hat, war nicht wirklich Mainstream. „Time Cop“ (1994), „Sudden Death“ (1995) und „Double Team“ (1997) schon eher. Danach wurde es aber auch bei ihm zappenduster.

Stathams Filme hingegen waren von Anfang an Mainstream und sind es, bis auf wenige Ausnahmen, heute noch. Allein schon sein Aussehen (Zitat einer Freundin: „Der ist ein richtiges Schnuckelchen!“) ist viel mainstreamiger als das von Seagal und van Damme jemals war :-). Aber wie gesagt, nur meine Meinung.

Mencken
Mencken

@Jake: Bei van Damme und Seagal sind wir uns (größtenteils) einig, war bei beiden nur eine sehr kurze Phase.
Bei Statham sehe ich allerdings überhaupt Mainstream, zumindest wenn es um die Filme geht, die sich über ihn verkaufen.
Transporter, Crank, Death Race usw. sind auch alle keinen Deut „mainstreamiger“ als „Alarmstufe Rot“ oder „Time Cop“ und bei den Einspielergebnissen (vielleicht der beste Indikator für Mainstreamerfolg?) dürfte Statham ohnehin deutlich hinter van Damme und Seagal in ihrer kurzen Hochzeit liegen.

Jake
Jake

„und bei den Einspielergebnissen (vielleicht der beste Indikator für Mainstreamerfolg?) dürfte Statham ohnehin deutlich hinter van Damme und Seagal in ihrer kurzen Hochzeit liegen.“

Ok, Du liegst mit Deiner Annahme richtig. Weil’s mich interessiert hat, habe ich mir bezüglich unserer drei Protagonisten mal die Filme mit dem stärksten US-Box Office rausgesucht.

Seagal:

Hard to Kill: $47,410,000
Zum Töten freigegeben: $46,044,400
Deadly Revenge: $39,673,161
Alarmstufe Rot: $83,363,139
Alarmstufe Rot 2: $50,024,083
Einsame Entscheidung: $56,569,216

van Damme:

Geballte Ladung: $30,102,717
Universal Soldiers: $36,299,898
Harte Ziele: $32,534,954
Time Cop: $44,327,925

Statham:

Transporter: $25,296,447
Transporter 2: $43,095,600
Transporter 3: $31,316,973
Crank: $27,829,874
Death Race: $36,064,910

Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die Zahlen nicht inflationsbereinigt sind und die älteren van Damme/Seagal-Filme mit noch vergleichsweise überschaubaren Budgets realisiert wurden, wird der Unterschied natürlich noch größer. Hätte ich nicht gedacht, dass Seagals Prä-„Alarmstufe Rot“-Filme so erfolgreich waren.

Peroy
Peroy

„Sabotage“ ist ein (sehr) guter Film.

Dietmar

@Peroy: Interessiert Dich vermutlich nicht, aber ich fand den auch nicht schlecht.

Reini

Das scheint tatsächlich langsam ein Statham-Problem zu werden – selbst wenn er etwas anderes macht („Redemption – Stunde der Vergeltung“ ist ein gutes Beispiel), wird das Endergebnis genau so wie sein restliches Schaffen vermarktet. Scheinbar scheint hier keine wirkliche Sättigung beim Publikum vorzuliegen bzw. eine Ersatzschiene (Schwarzenegger bewegte sich ja beispielsweise dann auch im Comedy-Sektor) zu fehlen.

trackback

[…] Willis-Actionthriller” gerade mal 15 Millionen Dollar gekostet hat – ein Drittel der aktuellen Jason Statham-Filme. Und wenn man weiß, dass von den gerade mal 15 Millionen mindestens die Hälfte an Willis und Jane […]

Reini

Es ist übrigens mal wieder ein „Jung-Werk“ von Statham entdeckt worden: http://www.theverge.com/2015/4/17/8442793/jason-statham-dancing-90s-wow 😀

trackback

[…] auf die größeren Hollywood-Actionfilme als auf Nu Image schielt und damit eher in der Liga der aktuellen Statham-Streifen spielen möchte. Die Dialoge sind nicht ganz so strunzdumm wie bei Seagal und Konsorten, die Fights […]